Das Getty hat ganze 88.000 Bilder aus dem hauseigenen Bestand unter CC0-Lizenz und damit de facto gemeinfrei zur freien Verfügung gestellt.
“We’re glad the art community has adopted CC0 as the industry standard to help broaden the impact of collections worldwide and remove barriers to experiencing art,” says Richard Rand, associate director of collections at the Getty Museum.
Der Grundtenor stimmt jedenfalls. Allerdings bin ich immer noch der Meinung, dass bedeutende Kunstwerke nicht in private Hände gehören und solche Aktionen letztlich Augenwischerei sind. Aber Immerhin ist der J. Paul Getty Trust gemeinnützig ausgerichtet.
Super schade, aber der hat für mich einfach nicht so richtig funktioniert.
Estibaliz Urresola Solaguren findet viele schöne Bilder und fängt elegant melancholisch-ruhige Momente genau wie das kindliche Freiheitsgefühl im schier endlos langen Sommer ein. Ihre Bilder tragen eine tolle Wärme in sich.
Was ihr jedoch weniger elegant von der Hand geht, ist das Metaphernspiel. Momente wie das Zusammensetzen verschiedener Wachsfigurenelemente zu neuen Menschen, das Spielen mit einer Puppe, deren Unterkörper sich ablösen lässt, und der titelgebende Bienenfact – all das ist super dick aufgetragen und verpasst dem kompletten Film eine Unwucht.
Und dafür, dass wir hier klar eine Selbstfindungsgeschichte sehen, bekommen wir tatsächlich nur sehr wenig von der Protagonistin mit. Wir sehen kaum Momente, in denen sie danach strebt zu erfühlen, was für ein Mensch sie eigentlich ist und sein kann. Damit meine ich nur bedingt die geschlechtliche Identität, sondern eher, wofür ihr Herz schlägt, woran sie sich begeistern kann, wovon sie träumt.
Selten gelingt dem Film die Introspektion. Stattdessen wird ermüdend viel im Außen verhandelt: das Deadnaming Lucías vor anderen Kindern, die „Mädchenfrisur“, die Kleidung und welche Umkleide im Schwimmbad ist nun eigentlich die richtige für sie?
Natürlich sind und bleiben das gültige Probleme. Aber so gerät die Protagonistin schnell aus dem Fokus und es geht unterm Strich fast immer um die Probleme der anderen und nicht mehr um den Menschen Lucía.
Aki Kaurismäki bekommt mich einfach immer wieder mit seiner sensiblen Art – hier in seiner Annäherung an die Isolation in der Großstadt, die Anonymität wider Willen. Es ist einfach so rührend, als der Protagonist eines Raubes beschuldigt und von der Polizei zu möglichen Kompliz*innen ausgehorcht wird, er jedoch sagen muss: „Ich kenne niemanden“ – und es klar ist, dass er mehr als nur die Gangstertruppe meint.
Den krassen Gegensatz erlebt er schließlich im Gefängnis – eigentlich ein Ort der absoluten Isolation vom Rest der Gesellschaft und damit vermeintlich absoluter Einsamkeit. Doch dort lässt Kaurismäki seinen Protagonisten zum ersten und einzigen Mal seine stoische Fassade brechen. Es scheint, als ob er zum ersten Mal wirklich Nähe zu Menschen spürt, sich gesehen fühlt.
Es ist dieses Spiel mit den Gegensätzen, das LAITAKAUPUNGIN VALOT so interessant macht – das praktisch anonyme Dasein draußen in der Gesellschaft wird ausgerechnet im Gefängnis, wo von der Privat- bis zur Intimsphäre alles aufgelöst wird, überwunden. Es ist das unvermeidlich enge Aneinanderrücken in Gefangenschaft, das die Freiheit bringt, während draußen die Großstadt drückend über den Menschen liegt, sie zum Rückzug drängt – in ihre Höhlen und in sich selbst.
Was nach meinem Dafürhalten jedoch nicht ganz so gut gelingt, ist auf diese thematische auch eine narrative Klarheit folgen zu lassen.
★★★½☆
FI/FR/DE/IT/SE, R: Aki Kaurismäki, D: Janne Hyytiäinen, Maria Järvenhelmi, Trailer, Wikipedia
Einem guten Balkendiagramm kann ich einfach nicht widerstehen. Heute: Turbokapitalismus par bitterer excellence. Die großen Kahlschläge in Tech und Medien in den USA sind wirklich heftig.
Eins muss ich dem Film wirklich lassen: Mit der Vision vom Superheldinnen-Team erst Erwartungen schüren, diese dann komplett zu unterlaufen und eine Girl-Gang-Geschichte zu erzählen, gefällt mir als Kniff. Aber er geht leider nicht auf. Denn die überzeichneten Figuren von Sydney Sweeney, Isabela Merced und Celeste O’Connor finden einfach keinen Halt am schauspielerischen Teflon von Dakota Johnson. Die hat sehr offensichtlich keine Lust darauf, Teil dieses Films zu sein. Kann man ihr nicht verdenken, nur entschuldigt das natürlich nicht ihre fürchterliche lieb-, lust- und emotionslose Performance.
Außerdem ist es eine kreative Bankrotterklärung, trotz des subversiven Kniffes die elende und egal in welchen Abwandlungen immer gleiche Origin-Story zu erzählen. Das verleiht weder den Figuren Tiefe noch der Geschichte emotionales Gewicht. Wer seine Gegenwart nahezu ausschließlich durch einen derart überpsychologisierenden Blick in den Rückspiegel erzählt, wird nie anschlussfähig sein.
Obendrein sieht der Film auch noch furchtbar billig aus und erinnert eher an Film-AG der Klasse 9b meets RTL-Dschungelcamp meets Michael Bays AMBULANCE (2022) auf Wish bestellt. Das riecht alles schon arg verdächtig nach Tod durch Studioeinmischung.
★☆☆☆☆
US, R: S.J. Clarkson, D: Dakota Johnson, Sydney Sweeney, Isabela Merced, Celeste O’Connor, Tahar Rahim, Adam Scott, Trailer, Wikipedia
Weil ich gerade Constellation schaue, bin ich ins ISS-Rabbit-Hole gefallen und schließlich bei der Erkenntnis gelandet, dass es tatsächlich einen Raumschifffriedhof mitten im Pazifik gibt.
Since the South Pacific Ocean Uninhabited Area is beyond the jurisdiction of any country, very few laws restrict the activity of nations within this area. International treaties exist but do not clearly assign responsibility to countries about the liability for damages and pollution caused by re-entering space debris.
Auch gut: „Radioactive chemicals present in spacecraft are also a cause for concern in the industry."
Börsenverein-Vorsitzender Sebastian Guggolz zu Weimer in der ersten Reihe: „Ich bin stolz auf die Buchbranche, weil wir Ihren fragwürdigen autokratischer Gestus nicht akzeptieren“.
— Alexander Moritz (@dermonologist.bsky.social) 2026-03-18T18:38:15.923Z
Um es auch noch mal hier festgehalten zu haben: BKM Wolfram Weimer (parteilos) hat beim Festakt zur Eröffnung
„Heute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag, habe ich mir einfach mal überlegt, welche Möglichkeiten und Privilegien Männer haben, die ich für uns auch gern hätte“, schreibt Jasmin Schreiber. Man(n) liest und scrollt sehr lange.
Privilegien, die ich als Frau auch gern hätte — JASMIN SCHREIBERHeute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag,
Die heutigen Dailies unter anderem mit: Taylor Swift, klugen Werbeverboten und Claude Chabrol
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