Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches Wut und Wertung – Warum wir über Geschmack streiten taucht Johannes Franzen immer mal wieder in den verschiedensten Formaten zu diesem Thema auf. Es ist quasi the gift that keeps on giving, denn das Buch ist zwar bereits im Oktober 2024 erschienen, aber gestritten wird natürlich permanent.
Bei Jan Skudlarek im Podcast wird das Thema nun auch noch einmal aufgegriffen. Ich will das Gespräch empfehlen, weil die beiden nicht nur ein großes Augenmerkt auf die wissenschaftliche bzw. akademische Perspektive legen, sondern ihr auch genügend Raum und Zeit einräumen. Damit kann man als Laie nicht nur folgen, sondern ist hinterher auch klüger als vorher. Also jedenfalls bilde ich mir das ein 😉
Der Psychologe André Frank Zimpel hat auf der diesjährigen re:publica einen ganz tollen Vortrag gehalten, der sich letztlich um die immer größer werdende Sichtbarkeit von Neurodivergenz in unserer Gesellschaft dreht und warum wir deshalb verschiedenste Gegebenheiten neu denken müssen.
Wie intelligent sind Intelligenztests und wie Barrierefrei sind Intelligenztests? Bilden Intelligenztests wirklich das ab, was wir uns Vorstellen? Ich denke gerade aus der Neurodiversitätsbewegung und aus der Betrachtung von KI wird deutlich: Wir müssen über Intelligenz neu nachdenken und müssen vor allen Dingen auch die Wurzeln besser verstehen.
Brian Cox (nein, nicht der, sondern der) geht bei Cleo Abram in einen anderthalbstündigen Deep Dive über Schwarze Löcher. Ich weiß ja nicht, wie es dir so geht, aber Brian Cox könnte ich den ganzen Tag bei egal was zuhören. Mit seiner ehrlichen Neugierde, seiner fast schon kindlichen Faszination und wie er sich immer wieder selbst zum Staunen bringen zu scheint, bekommt er mich immer wieder. Das ist einfach ansteckend. Cleo Abrams Fragestil passt außerdem super dazu.
Mit dem James-Webb-Teleskop haben Wissenschaftler:innen entdeckt, dass große Teile der noch jungen Galaxien im sichtbaren Universum alle in die selbe Richtung rotieren. In einem wahrlich zufällig aufgebauten Universum habe man jedoch erwartet, dass etwa die Hälfte dieser Galaxien in die andere Richtung rotieren würden.
"It is still not clear what causes this to happen, but there are two primary possible explanations," team leader Lior Shamir, associate professor of computer science at the Carl R. Ice College of Engineering, said in a statement. "One explanation is that the universe was born rotating. That explanation agrees with theories such as black hole cosmology, which postulates that the entire universe is the interior of a black hole.
Unser Universum könnte demnach also innerhalb eines schwarzen Lochs existieren, dessen Ereignishorizont gleichzeitig der Horizont des von uns aus sichtbaren Universum ist. Das wiederum liest sich wie das astronomische Äquivalent zur einer Matrjoschka. Denn nicht nur würde das bedeuten, dass unser Universum in der Tasche eines noch größeren Universums existiert, sondern das potenziell wiederum in der Tasche eines noch größeren steckt und so weiter und so fort. Gleiches gilt natürlich auch für die „Gegenrichtung": Sind Universum in den schwarzen Löchern unseres Universums versteckt?
Null Plan, ob und wie weit weg das von einem wissenschaftlichen Mainstream ist. Aber es ist ein auch Schwarzschild-Kosmologie genannter, faszinierender Mind-bender, von dem ich heute zum ersten Mal gelesen habe.
CoolioArt hat sich die Mühe gemacht, Blender anzuschmeißen und den Raptoren in Steven Spielbergs JURASSIC PARK ein wissenschaftlich korrektes (Feder-)Kleid überzuziehen.
In der Videobeschreibung gibt's noch mehr Hintergrundwissen:
The animal depicted in this remake is not velociraptor! They're an oversized Deinonychus Antirrhopus, as was the case in the books and original film, just incorrectly lumped into the genus Velociraptor, making them "Velociraptor Antirrhopus." Not Velociraptor mongoliensis, the animal we know as velociraptor.
The real Deinonychus Antirrhopus was about half the size of these guys on average, definitely still able to kill a human though! Otherwise, I have tried to keep them completely faithful to the real dinosaur.
Raptors modeled/animated/rendered in Blender, Final video compositing done in After Effects
Gerade bei den Kolleg*innen von MDR Wissen auf diesen Text über eine spannende gemeinschaftliche Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gestoßen.
Offenbar besteht ein kausaler(!) Zusammenhang zwischen der Einführung von Umweltzonen in Deutschland und der Zahl diagnostizierter Depressionen und Angststörungen.
Aus der korrespondierenden Pressemitteilung:
Durch die kombinierte Verringerung von Feinstaub und Stickstoffdioxid verbessert sich die mentale Gesundheit erheblich. Die bessere Luftqualität senkt das Risiko einer diagnostizierten Depression um 3,5 Prozent. In den erfassten Gebieten bedeutet dies, dass die Inzidenz von 6,7 auf 6,5 Prozent sinkt. Ebenso reduziert sich das Risiko einer diagnostizierten Angststörung um 4 Prozent, somit sinkt die Inzidenz in den Gebieten von 6,2 auf 6 Prozent. Darüber hinaus sinkt die Wahrscheinlichkeit, Antidepressiva verschrieben zu bekommen, um etwa 4 Prozent (Reduktion der Inzidenz von 7,3 auf 7 Prozent). Das Risiko, Spezialisten wie Psychotherapeuten oder Psychiater aufsuchen zu müssen, reduziert sich um 5,7 Prozent, was in den Gebieten einer Verringerung der Inzidenz von 6,2 auf 5,9 Prozent entspricht.
Und weiter:
Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Umweltzonen in Deutschland pro Jahr etwa 23.000 Fälle diagnostizierter Depressionen verhindert haben, was zu jährlichen Einsparungen bei den öffentlichen Gesundheitsausgaben in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro geführt hat.
Ich kann also jedes Infragestellen der Umweltzonen gewisser Politiker*innen als ein Infragestellen meines mir grundgesetzlich zugesicherten Rechts auf körperliche Unversehrtheit werten? (Es ist polemisch formuliert, ich weiß. Aber es gibt dieser komplett absurden Debatte dennoch eine zusätzliche Dimension.)
„Heute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag, habe ich mir einfach mal überlegt, welche Möglichkeiten und Privilegien Männer haben, die ich für uns auch gern hätte“, schreibt Jasmin Schreiber. Man(n) liest und scrollt sehr lange.
Privilegien, die ich als Frau auch gern hätte — JASMIN SCHREIBERHeute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag,
Die heutigen Dailies unter anderem mit: Robyn, Hank Green und Alice Rohrwacher
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