Wer Cuts (und auch die Specials bzw. deren Teaser vor der Paywall) hört, der kommt regelmäßig in den Genuss der Einführungen von Lucas Barwenczik. (Zum Beispiel hier für Kelly Reichardt.) Aktuell sind auch zwei Texte von ihm erschienen, die ich euch ans Herz legen möchte.
Einmal ist da ein Porträt des Kinos von Christoph Hochhäusler beim Filmdienst, dessen neuer Film DER TOD WIRD KOMMEN morgen in den deutschen Kinos anläuft.
Das Kino von Christoph Hochhäusler ist eines der latenten Wahrnehmungen. Es zeigt nicht große, plötzliche Veränderungen, sondern Figuren, die jene Transformationen zur Kenntnis nehmen müssen, die sich schon seit Jahren vollziehen. Nicht unmerklich, aber mit einem fremdartigen Rhythmus, der jeden ins Stolpern bringt, der sich ihm anpassen will. Die Welt ist im Wandel. Die Menschen werden andere, und das Kino muss sich ebenfalls ändern. „In guten Filmen findet Gegenwart Form, kristallisiert sich im Schnittpunkt zweier Fragen“, schreibt Hochhäusler 2008 in seinem Blog „Parallel Film“: „Was ist wirklich?“, „Was ist möglich?“

Und dann ist da noch die Ergründung des Kinos von Jim Jarmusch, das anlässlich des Kinostarts von FATHER MOTHER SISTER BROTHER vor zwei Wochen erschienen und drüben über meinen Schreibtisch gewandert ist.
Natürlich hat Jarmusch etwas mit der schwer greifbaren Sozialfigur des Hipsters zu tun. Mit Avantgarde und Bohemien, mit Außenseitertum, der No Wave, Beat-Poeten, Post Punk und Slackertum. Die Menschenmassen im ersten Film? Der Mainstream. Jarmusch ist ein Nostalgiker, aber eine besondere Art dieser Spezies. Er fragt sich jeden Tag aufs Neue, welche Zeit schon immer die beste war. Er hängt nicht sklavisch an dem, was war, sondern erkennt in jeder Zukunft das Potenzial für eine neue Vergangenheit. Zeitgeistigkeit, nur eben latent.

So geht hin und schmökert!



