Börsenverein-Vorsitzender Sebastian Guggolz zu Weimer in der ersten Reihe: „Ich bin stolz auf die Buchbranche, weil wir Ihren fragwürdigen autokratischer Gestus nicht akzeptieren“.
— Alexander Moritz (@dermonologist.bsky.social) 2026-03-18T18:38:15.923Z
Um es auch noch mal hier festgehalten zu haben: BKM Wolfram Weimer (parteilos) hat beim Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse vor vollem Gewandhaus – absolut zu Recht – ordentlich Gegenwind bekommen. Ein starker Moment, hier festgehalten vom DLF-Korrespondenten in Sachsen, Alexander Moritz, war verpackt in die Rede von Sebastian Guggolz, dem Vorsteher des Börsenvereins des Buchhandels.
Das Sphere der Politik und der Geheimdienste wurde deutlich gezeigt, dass wir ihre Stigmatisierung und ihre begriffliche und weltanschauliche Verengung der Vielfalt, ja, ihren fragwürdigen autokratischen Gestus nicht klaglos aktzeptieren.
Anschließend der Kameraschwenk auf Wolfram Weimer und den neben ihm sitzenden und klatschenden Leipziger Bürgermeister Burkhard Jung (SPD), Chef's Kiss!
Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!
Felix Stephan hat in der Süddeutschen außerdem aufgeschrieben, wie souverän Sebastian Guggolz seine Rolle im nun unverhofften Rampenlicht ausfüllt und welches Programm er gerade abreißt.

Ebenfalls in der Süddeutschen: Ronen Steinke hat in seinem Podcast mit İlker Çatak über die von Weimer heraufbeschworene Stimmung der Angst gesprochen. (Naja, „Podcast“, weil wenn du nur über Apple Podcasts und Spotify, aber nicht über einen frei zugänglichen RSS-Feed zugänglich bist, dann solltest du dich eigentlich nicht mit diesen Federn schmücken dürfen. Aber das ist ein anderes Thema...) Außerdem erzählt Çatak nebenbei, dass ihm THE HOUSEMAID angeboten wurde.

Und im Politikpodcast des Deutschlandfunk spricht Nadine Linder mit Vladimir Balzer, kulturpolitischer Korrespondent im Hauptstadtbüro des DLF, und Stefan Koldehoff, Chefreporter Kultur im DLF, über die Gemengelage, die Weimer angerührt hat.

Drüben habe ich mir Gedanken über die Enshittification der Streamingbranche gemacht.
Die aktuellen Entwicklungen auf dem Streamingmarkt zeigen, dass die verschiedenen Anbieter ziemlich gewissenhaft an ihrem eigenen Niedergang arbeiten. Sie scheinen dabei vergessen zu haben, dass ihr Geschäftsmodell nicht auf besonders guten Inhalten, sondern einzig und allein darauf fußt, einen winzigen Hauch bequemer als illegales Streaming zu sein. Und es wirkt auf mich so, als ob es sich bald ausgehaucht hat.

Nach dem Tod des großen Frederick Wiseman kam schnell die große Ernüchterung: Digital war in Deutschland kein einziger Film von ihm auf legalem Wege zu bekommen, DVDs uund Blu-rays musste man teuer importieren. Aber jetzt hat Mubi absolut geliefert und eine kleine Retrospektive zusammengetragen.
Als Frederick Wiseman im Februar 2026 starb, verlor das amerikanische Kino einen seiner Giganten. Fast 60 Jahre lang reiste der Dokumentarfilmer mit minimaler Ausrüstung: ein Mikrofon und ein Tonrekorder, die er selbst bediente, während sein langjähriger Kameramann eine leichte Kamera führte. Aus diesen einfachen Mitteln erschuf Wiseman ganze Galaxien – weitläufige Gefüge unscheinbarer Momente, die sich zu einer kollektiven Pracht verdichten.





