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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Under the Cloud (2022) - Parallelschnitt in die Tiefe

Zeit ist ein flacher Kreis in der Wüste von New Mexico

Gesehen: Under the Cloud (2022) - Parallelschnitt in die Tiefe
Bild: Pedro Reyes, SITE Santa Fe, Mubi

Vor allen Dingen formal haben mich diese gut 20 Minuten beeindruckt. Denn dieser Parallelschnitt, die Parallelisierung der Bilder und Themen, das hat innerhalb kürzester Zeit eine enorme visuelle und inhaltliche Tiefe erzeugt.

Vergangenheit und Gegenwart werden im besten Sinne gleichzeitig erfahrbar gemacht. Nicht nur offenbart die direkte Gegenüberstellung innerhalb eines Frames die Widersprüche in der Geschichtsschreibung, sondern auch den zyklischen Ablauf von Geschichte und die sich wiederholenden oder nachhallenden Muster. Und all das mit einer beeindruckenden Leichtigkeit.

Lässt sich aktuell kostenlos bei FilmFreeway streamen.

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Gesehen: The Smashing Machine (2025) - Stoa oder Prostetik?

Benny Safdie wagt Understatement, aber ohne emotionales Gewicht

Gesehen: The Smashing Machine (2025) - Stoa oder Prostetik?
Bild: Leonine

Mir gefällt das Understatement, mit dem Benny Safdie all das inszeniert hat. So physisch riesig und brachial die Figur Mark Kerr ist, so zurückhaltend wird sie in Szene gesetzt und so überraschend kontrastarm wirkt sie vor dem Geschehen.

THE SMASHING MACHINE wirkt wie ein Arbeiter*innenfilm. Hier steht nicht gleich die ganze Welt auf dem Spiel. Klar, viel läuft bei diesem einen großen Turnier zusammen. Aber das ist eben nicht dieser eine überlebensgroße Rocky-Kampf. Es fügt sich stattdessen ein in die immer gleichen Arbeitsabläufe an der Stanze, in die routiniert ertragene Selbstausbeutung, ins fließbandartige Auf-die-Fresse-bekommen, in den Zirkus der immer

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Gesehen: They Live (1988) - Kalte Unschärfe

War für mich letztlich nicht konsequent bis zum Schluss gedacht

Gesehen: They Live (1988) - Kalte Unschärfe
Bild: Studiocanal

Lässt ein bisschen Kohärenz vermissen und versucht das immer wieder durch Wrestlingeinlagen mit Roddy Piper zu kaschieren. Das Entkleiden der ästhetisierten Konsumbotschaften ist in seiner grotesken Zuspitzung ganz nett, aber letztlich konsequenzlos hinsichtlich einer systemischen Betrachtung. Diese behauptete Welt, die uns immer wieder ausschnittsweise durch die Sonnenbrille gezeigt wird, ist stets immer genau so unscharf, dass sie mich komplett kaltlässt.

★★½☆☆

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Gesehen: The Battle of Algiers (1966) - Eine Partie Dame

Gezogen werden darf nur nach vorne

Gesehen: The Battle of Algiers (1966) - Eine Partie Dame
Bild: Igor Film, Casbah Film, Cult Films

Für mich hat sich der Film wie eine Partie Dame entfaltet. Mal wird vorsichtig nach vorne gezogen, dabei der ein oder andere Stein geschlagen, und plötzlich wird eine ganze Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, bei der innerhalb eines Zuges die Hälfte der gegnerischen Steine abgeräumt wird, nur um kurz danach dennoch eine herannahende Niederlage abwehren zu müssen. Denn gezogen werden darf nur nach vorne.

Der Film versucht die Gratwanderung zwischen fast schon klinisch-kalter politikwissenschaftlicher Analyse und spannungsgeladenem Unabhängigkeitsthriller. Es ist ein ständiges Ringen damit, welcher Zweck welche Mittel heiligt, heiligen muss und heiligen darf; um die Notwendigkeit und die

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Gesehen: The Balconettes (2024) - Entschleierte Gewalt

Noémie Merlant erklärt sich selbst den Boden unter den Füßen weg

Gesehen: The Balconettes (2024) - Entschleierte Gewalt
Bild: Progress, barnsteiner-film

Die Variation des REAR WINDOW-Motivs, das Spiel mit dem, was hinter den Türen und Vorhängen passiert, das hat jüngst auch Chloe Okuno mit WATCHER ganz ähnlich versucht. Okuno und auch hier Noémie Merlant wischen den über der patriarchalen Gewalt liegenden Schleier jeweils auf eigene Art und Weise weg.

Merlant arbeitet mit dem Spannungsverhältnis zwischen Anspruchsdenken ohne Schuldbewusstsein auf der einen, und der gewissenhaften Verschleierung von Gewalt auf der anderen Seite. Sie legt Schicht um Schicht frei und eskaliert das Geschehen sowie die Drastik der Bilder konsequent. Und sie findet dafür besonders gegen Ende des Film auf einem Boot im Meer

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Gesehen: Predator: Badlands (2025) - Durchgespielte Übung

Das ist mehr Bewerbungsfilm als eigenständiges Werk

Gesehen: Predator: Badlands (2025) - Durchgespielte Übung
Bild: The Walt Disney Company Germany

Die Erkenntnis, die Forderung, die sich aus dem ästhetischen Erleben dieses Films ableiten lässt: Jetzt gebt Dan Trachtenberg seinen Star-Wars-Film, dann haben wir Ruhe. In diesem Universum wäre die Art und Weise, wie hier Machtstrukturen und Rollenbilder hinterfragt werden, deutlich besser aufgehoben.

BADLANDS versucht viel zu unterlaufen, bemüht sich aber um keinen Funken Subversion. So ist das Ergebnis eine in der dargereichten Form schon längst durchgespielte Übung, die jedenfalls mich deshalb komplett gelangweilt hat.

★★☆☆☆

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