Ästhetisch profitiert der Film natürlich enorm von der Nähe zum Formel-1-Zirkus. Dieses visuelle, in seiner Schärfe nahezu hyperreale Feuerwerk sieht (wirklich richtig gut und) um Längen besser aus als der andere große Vertreter aus der Reihe Rennsportpropaganda, GRAN TURISMO, von Neill Blomkamp.
Damit sind wir schon beim Thema: F1 ist durch eben diese Nähe unrettbar kompromittiert und vereinnahmt. Denn als Formula One Group würde mir diese filmgewordene Reinwaschung natürlich auch verdammt gut schmecken. Joseph Kosinski inszeniert nämlich undurchsichtige, finanzstarke Konglomerate als wahre Antagonisten, als Feinde der armen, selbstverständlich nur auf sportliche Höchstleistungen abzielenden Formel 1. Bequemerweise vergisst der Film zu erwähnen, dass die Formel 1 ein ebenso undurchsichtiges, finanzstarkes Konglomerat ist, das Spektakel statt Spitzensport verkauft.
Dabei will ich gar nicht in Abrede stellen, dass Formel-1-Fahrer Spitzensportler sind. Aber sie sind Teil einer geschlossenen Liga, in die es folglich keine direkte sportliche Aufstiegsmöglichkeit gibt. Wer in die höchste Rennklasse „aufsteigt“, tut das also auch, weil er exzellent vernetzt ist und Reichweitenpotenzial mit sich bringt.
Es ist verlogen, dass F1 diese Zustände kritisiert, ohne zu benennen, dass der Gegenstand der eigenen Inszenierung unbestreitbarer Teil dieser Zustände ist. Joseph Kosinski ist hier nicht viel mehr als ein nützlicher Tölpel und sein Film angesichts der Milliardenumsätze der Formula One Group ein vergleichsweise günstiger PR-Move, der mit lauwarmen Klischees hantiert (und obendrein eine groteske Verachtung der Presse gar nicht erst zu verbergen versucht).
★★☆☆☆





