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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 127

Gesehen: Das merkwürdige Kätzchen (2013)

Gesehen: Das merkwürdige Kätzchen (2013)
(c) Peripher Filmverleih

Wie Ramon Zürcher hier die Poesie aus dem Alltäglichen und der alltäglichen Sprache herausschält, ist wirklich ganz großes Kino. „Was sind Lungenflügel?“, fragt das Mädchen. „Das sind die beiden Flügel der Lunge, damit sie im Notfall wegfliegen kann“, antwortet die Frau.

Die Kamera widmet sich jeder Figur gleichberechtigt und wortwörtlich auf Augenhöhe. Auf keine Figur wird herabgeschaut und keine Figur wird auf ein sprichwörtliches Podest gehoben, sodass die Kamera zu ihr aufschauen muss. So hängt jeder Figur nicht nur eine eigene Perspektive, sondern eine ganz eigene Welt an.

Gekriegt hat mich außerdem wie schon in DAS MÄDCHEN UND

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Gesehen: Wolfs (2024)

Gesehen: Wolfs (2024)
(c) Apple TV+

Ich will nicht leugnen, dass es schon auch ein bisschen cool ist, diesen beiden alternden Stars in diesen Rollen zuzuschauen. Denn das sind im Prinzip zwei Figuren, die nicht an völliger Selbstüberschätzung und Selbstüberhöhung leiden, sondern sich regelrecht darin suhlen. George Clooney und Brad Pitt spielen Figuren, die lieber irgendwo im Nirgendwo am Wegesrand verdursten würden, als jemanden nach dem Weg zum nächsten Brunnen zu fragen – gewissermaßen Typen, die aufgrund ihres Gehabes schon zu Recht aussortiert werden sollen.

Was Jon Watts jedoch um dieses Sujet herum veranstaltet, fühlt sich eher nach einem an einem Wochenende zusammengeschobenen Studentenprojekt als nach

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Gesehen: The Long Goodbye (1973)

Gesehen: The Long Goodbye (1973)
(c) Plaion Pictures

Hiervor hatte ich von Robert Altman nur THE PLAYER (1992) gesehen. Ohne konkrete Erwartung hat der mich komplett damit überrascht, wie passgenau und rund das alles zusammengeknüpft wurde. Und genau so ging es mir nun hier wieder.

Ein Film Noir verdichtet zum L.A. Noir und einer von innen faulenden Stadtgesellschaft, die bereits bis zu den tiefsten Kreisen der moralischen Hölle vorgedrungen ist und nun endgültig auch noch die Hülle verrottet, die zuvor den freien Blick auf den gesamten Haufen Elend verwehrte. Eine Chance auf Rettung haben nur Menschen, die vor allem vor sich selbst ungetrübte Rechenschaft ablegen 

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Gesehen: Charlie Says (2018)

Gesehen: Charlie Says (2018)
(c) Plaion Pictures

Der allergrößte Wurf ist das hier sicherlich nicht und das liegt für mich vor allem daran, dass die Abweisung Charles Mansons durch einen Plattenboss als entscheidender Katalysator in der Eskalation der Gewalt geframt wird. Das erscheint mir ähnlich fehlgeleitet, wie aus Hitlers erfolgloser Bewerbung an der Kunstakademie heraus, auf die Grauen des Zweiten Weltkrieges zu schließen. Das mag zwar der zeitliche Ablauf der Dinge gewesen sein, aber wir wissen ja, wie das mit Korrelation und Kausalität so ist. So wirklich wird sich mit Mansons menschenfeindlicher Ideologie nicht auseinandergesetzt und auch wie sie zur induzierten wahnhaften Störung der „Family“ wird, ist

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Gesehen: Marinette (2023)

Gesehen: Marinette (2023)
(c) Atlas Film

Eine offenkundig zeitlose Relevanz lässt sich dem Film nicht in Abrede stellen. Denn an den strukturellen Problemen, die hier immer und immer wieder in den Vordergrund drängen, hat sich über die Jahrzehnte zwar etwas bewegt, aber das regelrecht im Schneckentempo. Dazu eine inspirierende Geschichte mit der immer tollen Garance Marillier, das ist doch eigentlich ganz cool.

Aber ich finde, das Drehbuch übernimmt sich etwas. Klar, wir sehen hier einen biografischen Film und Marinette Pichons Leben ist nun mal Marinette Pichons Leben. Aber in 104 Minuten Coming of Age, Coming-out, Emanzipation, Feminismus, Trauma, Missbrauch und autoritäre Strukturen durchzudeklinieren, scheint dann doch

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Gesehen: Hackers (1995)

Gesehen: Hackers (1995)
(c) capelight pictures

Dieser Banger von Soundtrack und eine Ästhetik, die sich nur als Cyber-Camp beschreiben lässt… Wie kann man sich davon nicht verführen lassen? Mit großer Konsequenz, starkem Selbstbewusstsein und genau dem richtigen Maß an Selbstironie wird hier inszeniert, ohne sich jemals über die eigenen Protagonistinnen lustig zu machen. Dabei wird Hackerinnenkultur ernst genommen und nicht umsonst mit Bildern anderer Kunstwerke verschränkt. Die Kerngedanken des freien Wissens, des Antiautoritären und des Antikapitalistischen im Hacker-Ethos werden hier hochgehalten und dem unbändigen Drang, das Puzzle lösen zu können, Respekt gezollt.

Ich habe nicht gedacht, dass der mir so großen Spaß bereiten&

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