Mir raucht der Schädel und wahrscheinlich hat mich dieses Video in eine existenzielle Krise gestürzt. Aber eigentlich war mir dank eines großen Philosophen schon immer klar: „[Time is] a big ball of wibbly wobbly, timey wimey stuff.“
Posts by André Pitz
Gesehen: The Immigrant (2013)
Es ist so schade, weil ich nicht finde, dass James Gray seinen eigenen Figuren richtig zu fassen bekommt. Bis zuletzt will es nicht so recht gelingen, abseits der an der Oberfläche des Films liegenden Themen eine Vorstellung davon zu vermitteln, wo seine Figuren herkommen, wo sie stehen in dieser Welt und wohin sie wollen. Alles wirkt zu reduziert auf die ausbeuterische Dynamik im Zentrum des Films, die größtenteils nur dem Selbstzweck dient und darüber hinaus wenig erzählt…
…bis auf die implizite Abrechnung mit dem Amerikanischen Traum, dessen Mythos James Gray hier übersetzt. Vielleicht kann es ja wirklich jede*r mit ausreichend harter Arbeit schaffen – wenn man Ausbeutung auf physischer und psychischer Ebene mit einpreist und sich mit einem System abfindet, das nicht das geringste Interesse daran hat, sozialen und ökonomischen Aufstieg wirklich möglich zu machen.
★★★☆☆

Weezer - Memories
MusikDanger Dan - Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt (Volkstheater Wien Version)
MusikGesehen: Dealer (1999)
Filmkritik
DEALER ist wirklich ein herausragendes Stück Kino, das sich nie den Zwängen und Konventionen sogenannter Milieustudien unterwirft oder diesen Teil der deutschen Gesellschaft gar exotisiert. Thomas Arslan erzählt konsequent die migrantische Perspektive, damit vom ökonomischen Druck bzw. den ökonomischen Verhältnissen und von Existenzen, die in der Folge permanent auf Messers Scheide stehen, bei denen die Abwärtsspirale Normalität ist.
Jede Kleinigkeit kann dich erst in Haft und dann in den Abschiebeflieger bringen. Plötzlich ist es egal, ob du beim Ladendiebstahl erwischt wirst, weil das Geld am Ende des Monats wieder nicht gereicht hat, oder von der Polizei beim Dealen on Koks hopsgenommen wirst. Der Staat redet sich ein, mit dir ein Problem gelöst zu haben, hat aber letztlich nur das Symptom einer gänzlich strukturellen Unwucht bekämpft. An den Verhältnissen ändert sich nichts, denn alle treten nur nach unten, um das eigene Abrutschen zu verhindern.
„Seltsam, wie sich alles ändert" – mit diesen Worten von Can (Tamer Yiğit) endet DEALER. Für ihn ist nun alles anders. Aber die Welt und die Machtverhältnisse darin, die bleiben wie in Beton gegossen.
★★★★☆

Gesehen: Sanctuary (2022)
Filmkritik
Ein stylishes Machtspiel, dass die Machtverhältnisse wenig überraschend kippen lässt bzw. verschiebt, dabei jedoch clever vermeintlichen Machtmissbrauch zur Waffe gegen patriarchale Strukturen macht. Am Ende steht nichts, was man als filmische Utopie bezeichnen könnte – zu kantenlos, zu versöhnlich und zu sehr auf Einigkeit bedacht lässt uns der Film mit unseren Gedanken zurück.
★★★☆☆
