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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1391 posts

Posts by André Pitz

Ein kleines Weltraumabenteuer direkt im Browser

Ein kleines Weltraumabenteuer direkt im Browser
(c) Little Workshop

Die Pariser Kreativbude Little Workshop hat ein kleines und wirklich sehr feines Spiel namens Equinox entwickelt, das dank WebGL komplett im Browser – mobil und Desktop – läuft:

We think the Web needs more narrative-driven experiences, where stories unfold via exploration and user interaction. So we embarked on creating our own interactive story about something awesome: space travel!

Es ist nicht sonderlich lang, ich habe es gerade in weniger als zehn Minuten „durchgespielt“. Der Vibe hat mich direkt an das großartige Alien: Isolation erinnert. Hier geht's direkt zum Spiel, etwas mehr zu Equinox steht auf der Projektseite.

Equinox — Little Workshop
Learn more about Equinox - a project by Little Workshop. We are a digital studio that specializes in real-time 3D experiences: cutting-edge websites, virtual spaces, games, AR/VR apps and more.

(via Caschys Blog)

Gesehen: The Wrestler (2008)

Gesehen: The Wrestler (2008)
(c) Studiocanal

THE WRESTLER ist für mich vor allem als Medienkunstwerk interessant, mit Mickey Rourke als wandelnden Metakommentar auf die kulturindustriellen Prozess in Hollywood™, auf eine durchkapitalisierte Gesellschaft in der jede Handlung, jede Beziehung an Bedingungen geknüpft ist, letztlich alles einer geschäftlichen Logik folgt. Eine Gesellschaft, die alle aussortiert bzw. regelrecht ausspuckt, die dieser Logik nicht folgen wollen oder können.

Gleichzeitig ist Rourkes Figur eine tragische Gestalt, die sich so sehr an der eigenen Vergangenheit festklammert, dass sie aus den Augen verliert, was es heißt, ein guter Mensch zu sein, die eigenen Werte immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Und so bleibt ein Mann mit archaischem Selbstbild übrig, der aus ökonomischer Sicht ausgestoßen und aus gesellschaftlicher Sicht abgehängt ist.

★★★½☆

US/FR, R: Darren Aronofsky, D: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Todd Barry, Trailer, Wikipedia
The Wrestler - Ruhm, Liebe, Schmerz - Stream: Online
Wie man “The Wrestler - Ruhm, Liebe, Schmerz” auf Netflix und anderen Streaming-Diensten ansehen kann – einschließlich kostenloser Optionen.

Gesehen: Saint Maud (2019)

Gesehen: Saint Maud (2019)
(c) Stage 6 Films

Das Hinwenden zum religiösen Fanatismus spielt hier eine – zu meiner Überraschung – sehr untergeordnete Rolle. Es ist jedoch ein effektives metaphorisches Werkzeug, wenn es darum geht, das Gefühl des zunehmenden Fremdseins in der eigenen Haut, der eigenen Welt, des eigenen Umfelds zu transportieren.

Maud fühlt eine so starke Verbindung zu Amanda, weil sie sich in einem ähnlichen Prozess befindet. Nur, dass Amanda keine Wahl zu haben scheint. Eine Krankheit drängt sie aus ihrem einstigen Leben und führt eine radikale Entfremdung herbei. Doch Mauds Trauma scheint sich anders zu manifestieren – und zwar als Dissoziation.

Letztlich sehen wir zwei zunehmend vereinsamende Frauen, die verzweifelt versuchen, sich an diesem Leben festzuklammern, dabei aber immer weniger Halt finden. Rose Glass fängt das in atmosphärischen, ruhigen, wunderschönen und poetischen Bildern ein, die in ihrer Ästhetik oft an Edward Hoppers Gemälde „Nighthawks" haben denken lasen, das sich passenderweise ebenfalls mit Vereinsamung auseinandersetzt.

★★★★☆

GB, R: Rose Glass, D: Morfydd Clark, Jennifer Ehle, Trailer, Wikipedia
Saint Maud - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Saint Maud” heute auf Netflix, Prime Video und Disney+ online sehen kannst – einschließlich in 4K und kostenloser Optionen.

Wunderschön illustrierte Momente von Clément Thoby und Laura vm

Wie wunderschön sind bitte diese kleinen Momente, gezeichnet von Clément Thoby und animiert von Laura vm? ❤️

Kinotagebuch: Civil War (2024)

Kinotagebuch: Civil War (2024)

Es hat ein Weilchen gedauert, bis der Film bei mir als Satire geklickt hat. Weil sonderlich feinsinnig ist es nicht unbedingt…

…die New York Times als alten, fußlahmen und übergewichtigen Reporter zu inszenieren.

…Nick Offerman in der Rolle des Präsidenten ein paar Trump nicht ganz unähnliche Dinge sagen zu lassen.

…aus Wagner Moura einen zynischen Haudegen zu machen, der sich nur mit um die Ohren fliegendem Blei überhaupt noch richtig spüren kann.

…Cailee Spaeny als noch nicht korrumpierte und von ihren Idealen getriebene Jungjournalistin an die Hand von Kirsten Dunst in der Rolle der abgebrühten Starfotografin zu geben.

Das sind alles Bilder, Rollen und Anordnungen, die wir schon zur Genüge kennen. Dazu wagt es Alex Garland nicht, die grundlegenden Elemente seiner dystopischen Zuspitzung zu etwas Größerem weiterzudenken. Nur das macht den Film nicht unbedingt schlecht. Denn Garland weiß CIVIL WAR im genau richtigen Moment zu kippen, seinem Publikum einen harten Realitätsabgleich zu verpassen und klarzumachen, dass sich im Schatten der vermeintlichen Absurditäten Menschen ganz real bis zum Äußersten radikalisieren.

Außerdem gelingt es ihm, eine Liebeserklärung an Journalist*innen und ihre Arbeit zu formulieren, ohne dabei übermäßig pathetisch zu werden oder den kritischen Blick zu verlieren. Denn er nimmt ebenfalls die Rolle von Journalist*innen in bewaffneten Konflikten auseinander und diskutiert das Streben nach einer möglichst objektivierenden Berichterstattung bei gleichzeitiger Nähe zu und Abhängigkeit von einer der Konfliktparteien – etwa durch Embedding – und die Frage, ob Reporter*innen so selbst zu den Verlauf des Geschehens beeinflussenden Akteur*innen werden.

★★★½☆

FI/US, R: Alex Garland, D: Kirsten Dunst, Cailee Spaeny, Wagner Moura, Stephen McKinley Henderson, Jesse Plemons, Nelson Lee, Nick Offerman, Trailer, Wikipedia
Civil War - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Civil War” heute auf Netflix, Prime Video, Disney+ & Co. online sehen kannst – einschließlich 4K und kostenloser Optionen.

One Terabyte of Kilobyte Age - Digging through the Geocities Torrent

One Terabyte of Kilobyte Age - Digging through the Geocities Torrent
(c) Ezi / Unsplash

Geocities war wirklich ein faszinierender Ort – heute vom Spirit her vielleicht am ehesten mit Tumblr vergleichbar, nur eben ohne die Web-2.0-Netzwerkeffekte.

Those who don’t remember the web before platforms, tend to believe that for 10 years web users stared at their monitors in anticipation. Actually they were made to believe it. First by Web 2.0 proponents, and nowadays by aggressive Web3 campaigns that rewrite the history by stating that Web1 was a dull, passive, read only place. Though, the opposite was the truth, the web before platformization was the place where users owned, wrote and also read.
One Terabyte of Kilobyte Age | Digging through the Geocities Torrent

(via Thomas Gigold)