Ich liebe den ersten Shot, der uns hier präsentiert wird – wie Jeremy Allen White am unteren Rand des Frames fast im betonierten Höllenschlund namens Chicago untergeht, von ihm verschluckt wird.
Darüber hinaus habe ich etwas Angst vor dieser Art der zugespitzten Culture-Clash-Dramedy, die mir selbst innerhalb dieses in den ersten beiden Staffeln aufgezogenen Universums heraus doch arg konstruiert vorkommt.
Aber von der Qualität der ersten beiden Staffeln aus zu schließen, bin ich auch guter Dinge, dass für Staffel 3 ein Weg gefunden wird, auch das organisch einzufügen.
Wer sich wie ein Faschist benimmt, der ist auch ein Faschist – ob nun mit oder ohne Hakenkreuztattoo. Etwas ausführlicher formuliert: Hier wird die Annäherung der Gesellschaft bei der Herausbildung faschistoider Züge gezeigt. Ja, land of the free, aber nur für diejenigen, die nach unserem sehr engen Regelwerk spielen. Und das ist natürlich Freiheit für niemanden. Wer bestimmte Lebensentwürfe nicht als gesellschaftsfähig oder gar lebenswürdig betrachtet und die eigene Gemeinschaft derart überhöht, der darf sich den Faschismusvorwurf schonmal anhören.
Was aber davon abgesehen auch zur Wahrheit dieses Films gehört: Alles ist unfassbar spröde und gestelzt ausformuliert und auch entsprechend gespielt. THE LOVELESS ist viel zu starr, will nie so richtig in einen Fluss kommen und arbeitet letztlich doch mit zu unkonkreten Figuren.
★★½☆☆
US, R: Kathryn Bigelow, Monty Montgomery, D: Willem Dafoe, Robert Gordon, Marin Kanter, J. Don Ferguson, Tina L’Hotsky, Bob Hannah, Trailer, Wikipedia
Johannes Franzen hat in der FAZ anhand des nun wieder aktuell gewordenen Beispiels des Choreografen Marco Goecke, der im vergangenen Jahr einer Kritikerin Hundekot ins Gesicht schmierte, einen wirklich großartigen Text über den Statusverlust professioneller Kritik geschrieben.
Berners-Lee, the author of The Carbon Footprint of Everything, said the average e-reader has a carbon footprint of around 80 pounds. "This means that I've got to read about 36 small paperback books-worth on it before you break even," he said.
Diese Erkenntnis drüben bei NPR ist natürlich nicht sonderlich überraschend. Aber darum geht es mir hier gar nicht. Vielmehr bin ich im Beitrag darüber gestolptert, dass druckende Verlage etwa mit klimafreundlicheren Schriftarten – also Fonts, die weniger Tinte und Platz auf dem Papier brauchen – experimentieren.
In an effort to reduce the carbon footprint of each book, they’re tweaking fonts, layout, and even the ink used. The goal is to pack more into each page, while ensuring that the pages are as readable as ever. And so far, these subtle, imperceptible tweaks have saved 245.6 million pages, equivalent to 5,618 trees.
Genau wie Aki Kaurismäki dieses Themas nie wirklich müde geworden ist, genauso hebe ich es auch immer wieder gerne hervor: Es ist ein so großes Fest, dabei zuzusehen, wie offen und wie auf Augenhöhe er immer wieder armutsbetroffenen Menschen begegnet und mit großartig trockenem Humor eine Vorurteilsmauer nach der anderen einreißt. Er lässt sich zudem niemals dazu herab, sein Publikum selbstgerecht anzuklagen, sondern nimmt es wohlwollend an die Hand. Zynismus lässt Kaurismäki auch hier nicht in die Welt seiner Figuren drängen, obwohl der zu jeder Gelegenheit versucht, einzudringen. Aber die Menschen wissen, dass sie mehr sind als du Nummer ihres Girokontos – sofern sie überhaupt eins besitzen. In der Gemeinschaft wird die Menschlichkeit am Leben gehalten.
Was ein bisschen nach Kumbaya klingt, sollte jedoch nicht darüber hinwegsehen lassen, dass natürlich auch dieser Film hochpolitisch ist und aufzeigt, dass es praktisch illegal ist, arm zu sein. Das deutsche Äquivalent wäre: Das Arbeitsamt liegt am anderen Ende der Stadt. Zum Termin schafft man es nur rechtzeitig mit der Straßenbahn, weil die Kinder vorher noch zur Schule gebracht werden müssen. Aber die Fahrkarte kann man sich nicht leisten, also fährt man schwarz. Ausgerechnet an diesem Tag wird kontrolliert und für das Begleichen des Bußgeldes reicht das Geld nicht. Also wird eine Ersatzfreiheitsstrafe verhängt. Zack, Knast.
★★★★☆
FI/FR/DE, R: Aki Kaurismäki, D: Markku Peltola, Kati Outinen, Trailer, Wikipedia
Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich Park Chan-wooks LADY VENGEANCE gesehen habe, aber mehr als der Film hallt bei mir irgendwie immer noch der großartige Score nach.
Schon während des Films habe ich Shazam angeschmissen und konnte erst gar nicht glauben, dass es sich bei dem Score tatsächlich um eine zeitgenössische Komposition handelt, die als Anlehnung an den Barock erdacht wurde und nicht wirklich aus den Federn von Johann Sebastian Bach und Co. stammt.
Youtube hat mir einen Channel vorgesetzt, auf dem jemand unter anderem über Filme spricht und Formel-1-Rennen recappt – im ASMR-Stil. Und ich weiß ja auch nicht 🤷♂️
Calm Skateboard ASMRThis channel is for ASMR purposes, featuring videos that contain whsipering, and soft speaking, designed to help people relax, and sleep. ASMR (Autonomous
Aktuell (noch) vor der Paywall: Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung spricht im Podcast mit Christina Clemm. Clemm berät aktuell Collien Fernandes, aber der ist nur mittelbar Thema der Folge, die sich in allererster Linie um das System dreht, in dem Fälle wie eben jener (immer wieder) passieren.
Christina Clemm
Nach der einfach nur niederschmetternden Recherche des Spiegel zur sexualisierten (digitalen) Gewalt, die Collien Fernandes erfahren hat, lese ich viele Texte, von denen ich erst mal zwei hier festhalten möchte.
Jasmin Schreiber:
Wer auf diese Zahlen hinweist, bekommt verlässlich zu hören: Aber die meisten Männer sind doch anständig. Stimmt. Mein
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