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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 128

Gesehen: Caprice (1986)

Gesehen: Caprice (1986)
(c) National Film and Television School

Allein Tilda Swintons Spielfreude und Joanna Hoggs beeindruckendem Stilwillen beiwohnen zu dürfen, ist eigentlich schon genug. Wie sich die damalige Diplomandin die Hochglanzästhetik der Fashion- und Modewelt aneignet, sie verheiratet mit Elementen des deutschen expressionistischen Films und so auch einen entrückten Abstieg in eine vom Konsum bestimmte Welt, in der sich Fremd- und Selbstbilder zunehmend von der Realität entfernen, erzählt, das ist ein beachtlicher Aufschlag.

GB, R: Joanna Hogg, D: Tilda Swinton, Wikipedia
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Gesehen: Napola (2004)

Gesehen: Napola (2004)
(c) Constantin Film

Das Setting dieses Films birgt so viel Potenzial… Wie spannend wäre es bitte gewesen, dem Abstieg in den Wahnsinn der nationalsozialistischen Ideologie beizuwohnen, das Psychogramm eines immer blinderen Eiferers zu sehen?

Der Film proklamiert sogar bedeutungsschwanger auf einer abschließenden Texttafel den historischen Fakt, dass die Napola-Schüler auf den letzten Kriegsmetern noch für den Volkssturm herangezogen wurden und dabei „fanatisiert“ gefallen sind.

NAPOLA präsentiert jedoch unter den Schülern praktisch keine Fanatiker, sondern einen Haufen Jugendlicher, die am laufenden Band erniedrigt werden und das zum Anlass nehmen, sich teilweise gebrochen immer weiter von dem System zu entfernen, in das sie

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Gesehen: Aprile (1998)

Gesehen: Aprile (1998)
(c) Nanni Moretti

Bei aller Komik und vermeintlicher Leichtherzigkeit wohnt diesem Film letztlich doch etwas sehr Bitteres und aus heutiger Sicht auch umso Zeitloseres inne. Die Linken und liberalen Intellektuellen verzetteln sich mit ihrem „Man müsste jetzt aber mal“ und Grabenkämpfen innerhalb des eigenen Lagers, während die Rechten ungestört mit ihrer Demagogie klare Verhältnisse an der Wahlurne schaffen können. Demokratische Kräfte werden von der Fehlannahme geblendet, dass Faschisten sich an die Spielregeln des demokratischen Diskurses halten und nach diesen Regeln auch überführt werden können. Dabei spielen die Faschisten nicht mal auf demselben Spielfeld. Und so können sie ungestört Fernsehen, Radio, Presse, Kunst und

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Gesehen: Fly Me to the Moon (2024)

Gesehen: Fly Me to the Moon (2024)
(c) Sony Pictures Entertainment Deutschland

Es wird wieder Zeit für einen neuen Eintrag in meiner so verabscheuten Lieblingskategorie: aggressives Mittelmaß. Alles an FLY ME TO THE MOON ist elendig ermüdend. Sämtliche Motive sind abgegriffen. Greg Berlanti inszeniert seinen Film, wie man NASA-Filme eben inszeniert. Sogar die Figuren sind abgegriffen. Jim Rash spielt einfach seine einstige Rolle Dean Craig Pelton aus Community nochmal. In diesem Film steckt wirklich kein einziger Funken Originalität.

Die Politik ist korrupt, die Presse nur missgünstig und das Volk™ zu ignorant, um zu begreifen, dass so eine Mondlandung eine ziemlich dufte Sache ist. Deshalb darf die Werberin machen, was Werber*innen eben

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Kinotagebuch: The Substance (2024)

Kinotagebuch: The Substance (2024)

Seit Jahren rauche ich nicht und trinke auch keinen Alkohol mehr. Jetzt komme ich aus dem Kino und finde, es ist ein guter Zeitpunkt, mit beidem wieder anzufangen.

THE SUBSTANCE gehört definitiv in die Kategorie „Die besten Filme, die ich nie wieder sehen möchte“ – begonnen beim Sound-Design, das bereits eine krass aggressive Körperlichkeit erzeugt, bevor der Body-Horror überhaupt so richtig auf 11 gedreht wird.

Hinterher habe ich auch länger überlegt, ob mir diese insgesamt überaus drastische Überzeichnung gefallen hat oder eine nuanciertere Herangehensweise dem Film besser getan hätte. Aber letztlich schließt sich das doch nicht gegenseitig aus. Die

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Gesehen: Le Règne animal (2023)

Gesehen: Le Règne animal (2023)
(c) Studiocanal

Wenn ich dem Film eins lassen muss, dann wie er Genre umarmt. Auch wie er drängende Themen unserer Zeit zueinander in Beziehung setzt, ist durchaus erfrischend.

Die Lebensräume von Mensch und Tier rücken immer näher aneinander, überschneiden sich immer öfter direkt. Und das stellt nicht nur den Fortbestand der vermeintlich schwächeren Tiere, sondern auch den der Menschen mit dem Selbstbild als Krone der Schöpfung und Spitze der Nahrungskette infrage. Stichwort Covid-19 und andere Zoonosen. Außerdem wirft diese Anordnung auch Licht auf xenophobes Gehabe, auf rassistische Selbstüberhöhung und Ausgrenzung alles Fremden.

Dazu durchdringt der Film, welche Rolle die Klimakatastrophe

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