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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 118

Gesehen: Deadpool & Wolverine (2024)

Gesehen: Deadpool & Wolverine (2024)
(c) Walt Disney / Leonine

Eine absolute Katastrophe, wie viel Energie eines Marvel-Films darauf verschwendet wird, das mittlerweile omnipräsente erzählerische MCU-Chaos irgendwie im Zaum zu halten – einfach weil alles von den Filmen bis zu den Serien irgendwie aufeinander aufbaut, so unzählige Stränge aufgegriffen werden wollen, weil natürlich auch dieser Film eine Rampe für den nächsten sein muss. Es ist der erzählökonomische Super-GAU.

Dazu gerät die „Deadpool"-Methode nicht nur an ihre Grenzen, sie kracht volle Latte dagegen, wobei Wade Wilson durch die Windschutzscheibe gen Horizont segelt. Wer mit der Ansage, die Formelhaftigkeit des Superhelden-Kinos zu unterlaufen und ironisch zu brechen, selbst in absoluter Formelhaftigkeit

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Gesehen: Die Naturgeschichte der Zerstörung (2022)

Gesehen: Die Naturgeschichte der Zerstörung (2022)
(c) British Pathé / Progress Filmverleih

Es ist herausragend, wie dieses brillant restaurierte Filmmaterial zu einer Sinfonie des Schreckens zusammengestellt wird. Sergei Loznitsa bewegt sein Werk in wirklich finstere Sphären. Denn letztlich wirft all das die Frage auf, ob unsere Welt heute eine andere wäre, wenn die Alliierten bei Bombenabwürfen über Nazi-Deutschland nicht derart ohne Rücksicht auf den Verlust von abertausenden Menschenleben in der Zivilbevölkerung agiert hätten. Wie pervers diese Gedankenspiele sind, zeigt die im Film verwobene Aufnahme von Arthur Harris, in der er über Sinn und Zweck der Bombenangriffe auf Nazi-Deutschland spricht und das ganze Vorhaben mit damals unklarem Ausgang als „interessantes Experiment" bezeichnet.

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Gesehen: Blitz (2024)

Gesehen: Blitz (2024)
(c) Apple TV+

Im Großen und Ganzen kann ich mich dem Gros der Kritiken anschließen, die BLITZ als vergleichsweise konventionell beschreiben. Trotzdem finde ich, dass es Steve McQueen schafft, dennoch seine eigene Perspektive auf die historischen Ereignisse klarzumachen. Die ist klar geprägt von den Erfahrungen eines in London aufgewachsenen Schwarzen Menschen.

Damit bricht er fast schon romantische Motive einer im Überdauern der Bombenangriffe Nazi-Deutschlands geeinten Gesellschaft auf. Denn dieser Zusammenhalt, das gemeinsame Ziehen an einem Strang und die schiere Weigerung, sich dem vermeintlichen Schicksal hinzugeben, lässt sich eben auch nicht ohne gesellschaftliche Realität erzählen. Und die war nun mal, auch im Krieg,

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Gesehen: Die Another Day (2002)

Gesehen: Die Another Day (2002)
(c) Eon Productions / MGM

Es ist schon interessant, wie der Film hier Pierce Brosnans Abgang vorbereitet: Das Leben seines James Bond wird von Judi Denchs M zur Verfügung gestellt. Sie ist bereit, ihren "besten" Mann for the greater good zu opfern. Unweigerlich lässt sich diese Entscheidung nicht ohne den Einschlag lesen, dass solche Typen nicht mehr gebraucht werden und aussortiert werden sollten.

Ansonsten wird mir zu arg herumgealbert. Die One- und Two-Liner-Dichte ist selbst für Bond-Verhältnisse unerträglich hoch. Und Michael Madsen als NSA-Chefcowboy passt selbst in diese überzeichnete Welt nicht so recht hinein.

Die "Öffnung" zur asiatischen Welt kann hingegen als kaum

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Gesehen: The End We Start From (2023)

Gesehen: The End We Start From (2023)
(c) Signature Films

Um sonderlich viele Ecken muss man natürlich nicht denken, um zu begreifen, dass es hier um die Klimakatastrophe geht. Wer sich auch vor dieser Kulisse auf seinen Privilegien ausruht, wird voraussichtlich noch einen sehr netten Lebensabend in der territorial und kognitiv abgeschotteten Kommune haben. Ignorance is bliss, wenn man nicht irgendwie das Überleben nachkommender Generationen sicherstellen muss.

Klar haftet dem Film auch ein bisschen von "Krise kann auch geil sein" an. Das ist zwar ein Abturner, aber vereinnahmt letztlich nicht das komplette Werk.

Jodie Comer rasiert sowieso.

★★★☆☆

GB/US, R: Mahalia Belo, D: Jodie Comer, Katherine Waterston,
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Gesehen: The World Is Not Enough (1999)

Gesehen: The World Is Not Enough (1999)
(c) Eon Productions / MGM

Zugegeben, irgendwann war ich nicht mehr mit der vielleicht nötigen Aufmerksamkeit dabei und habe auch die Motivation nicht mehr aufbringen können, das wieder zu ändern.

Aber gefühlt war für mich die Moral der Geschicht': Wir hätten uns jede Menge Ärger sparen können, wenn kritische Infrastruktur nicht und privaten und/oder profitorientierten Händen liegen würde und so Regierungen bzw. deren Geheimdienste nicht die Drecksarbeit für eine Handvoll Milliardär*innen übernehmen müsste.

Damit ist THE WORLD IS NOT ENOUGH eigentlich ein sehr bezeichnender Film unserer Zeit.

★★½☆☆

ES/GB/US, R: Kilian Riedhof, D: Pierce Brosnan, Sophie Marceau, Robert Carlyle,
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