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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1392 posts

Posts by André Pitz

„GifCities" - The GeoCities Animated GIF Search Engine

„GifCities" - The GeoCities Animated GIF Search Engine
(c) Internet Archive
GifCities: The GeoCities Animated Gif Search Engine was a special project of the Internet Archive done as part of our 20th Anniversary to highlight and celebrate fun aspects of the amazing history of the web as represented in the web archive and the Wayback Machine.

Wer keine eigene Seite mit .de.vu-Domain hatte, auf der im Winter Schnee rieselte und die Hälfte der Zeit über ein „Under Construction“-GIF herumrotierte, hat nie richtig gelebt!

(Direktlink)

Gesehen: The Place Beyond the Pines (2012)

Gesehen: The Place Beyond the Pines (2012)
(c) Studiocanal

Eine lakonische Auseinandersetzung mit Schuld und Vergebung, die zeigt, dass wir uns eben nicht freimachen können von den Taten unserer Väter und Mütter. Jede*r ist geprägt durch Entscheidungen der Eltern und trägt sehr wohl eine Verantwortung, die daraus entsteht. Es gilt nicht, Geschehenes zu verschweigen, zu verdrängen oder irgendwie auszugleichen, sondern einen Umgang damit zu suchen. Ein Job, eine Berufung, ein „Lifestyle“ reichen nicht, um sich moralisch freizukaufen. Eine Uniform macht keinen guten Menschen, Taten machen gute Menschen.

Moralische Verfehlungen lassen sich nicht auf die Schnelle abreiben wie Ryan Gosling es mit dem Motorrad-Dreck an seinen Händen versucht. Es scheint für den Moment zu funktionieren, aber früher oder später lassen sich hinterlassenen Abdrücke nicht länger ignorieren.

★★★½☆

US, R: Derek Cianfrance, D: Ryan Gosling, Eva Medenz, Bradley Cooper, Ben Mendelsohn, Dane DeHaan, Mahershala Ali, Rose Byrne, Ray Liotta, Trailer, Wikipedia
The Place Beyond the Pines - Stream: Jetzt online anschauen
Wie und wo du “The Place Beyond the Pines” online auf Netflix & anderen Anbietern ansehen kannst – einschließlich kostenloser Streams.

Erster Teaser für Yorgos Lanthimos' nächsten Film KINDS OF KINDNESS

Erster Teaser für Yorgos Lanthimos' nächsten Film KINDS OF KINDNESS
(c) The Walt Disney Company Germany

Das hier droppte für mich gerade eher unerwartet, weil POOR THINGS (2023) noch wegen der Aufmerksamkeit bei den Oscars vergleichsweise frisch wirkt und der deutsche Kinostart auch erst im Januar war.

Per se sieht das schonmal ganz spannend aus und ich hoffe einfach, dass Lanthimos mal wieder ein bisschen mehr Kante zeigt, wieder mehr Lust auf das Fragmentarische hat. Denn so sehr ich THE FAVOURITE (2018) und POOR THINGS auch mochte, so sehr fehlt mir auch der Lanthimos aus der Zeit davor.

Gesehen: To Catch a Killer (2023)

Gesehen: To Catch a Killer (2023)
(c) Leonine Studios Spielfilm

Ein atmosphärisch dichter Thriller mit kompetenten Schauspieler*innen, die genau wissen, wie man ansonsten vielleicht eher durchschnittliches Material auf ein angenehmes Niveau hievt. TO CATCH A KILLER ist ein wirklich grundsolider Film, der (mich) dann doch damit überrascht, wie umfassend er beobachtet und mit einfließen lässt, wie die gesellschaftliche Polykrise in den USA sich zu einem „perfekten“ Sturm zusammenbraut.

Medienkrise, die zunehmende Polarisierung und in Teilen Radikalisierung der gesellschaftlichen Lager, die Krise des Gesundheitswesens im Allgemeinen sowie das Versagen beim Umgang mit psychisch erkrankten Menschen, das Fallenlassen von Militärveteranen mit posttraumatischen Belastungsstörungen, nahezu ungehemmte Waffengewalt widerlichen Ausmaßes und die Politisierung von unbestreitbaren Fakten – die Liste will kein Ende nehmen.

Etwas ermüdend war für mich die archaische, fast schon anachronistische Zeichnung und Anordnung der Figuren. Das Drehbuch stellt zwar halbherzige Versuche an, aber die reichen nie aus, Erwartungen klug zu unterlaufen. Letztlich wird sehr viel Altbekanntes im vermeintlich neuen Gewand präsentiert.

★★★☆☆

CA/US, R: Damián Szifron, D: Shailene Woodley, Ben Mendelsohn, Jovan Adepo, Ralph Ineson, Trailer, Wikipedia
Catch the Killer - Stream: Jetzt Film online anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Catch the Killer” heute auf Netflix, Prime Video & Co. sehen kannst – einschließlich kostenloser Streams.

Gespielt: Journey (2012)

Gespielt: Journey (2012)
(c) thatgamecompany, Sony Interactive Entertainment, Annpurna Interactive

Für mich hat sich das sehr nach Proof of Concept, nach einem Gerippe mit wenig Fleisch angefühlt. Ich bin sofort dabei, wenn es darum geht zu sagen, dass Journey wirklich wunderschön ist und es auch ohne Dialoge oder erklärenden Text schafft, eine Geschichte zu transportieren und emotional zu involvieren. Doch das Gimmick nutzt sich selbst für die kurze Durchspieldauer sehr schnell ab.

Dass man andere Reisende treffen, mit ihnen zusammen einzelne Abschnitte bewältigen kann und dabei wortlos miteinander kommunizieren muss, wirkt zunächst wie ein meisterhafter Designkniff. Doch Journey wertet sich selbst ab, weil schnell klar wird, dass diese wohl zufälligen Begegnungen doch bedeutungslos sind, sich die entsprechenden Passagen auch alleine meistern lassen. Das Spiel steht sich damit selbst im Weg und macht schmerzlich klar, wie viel Potenzial ungenutzt geblieben ist.

US, E: thatgamecompany, P: Sony Interactive Entertainment, Annapurna Interactive, Trailer, Wikipedia

Bei Xavier Dolan werde ich melancholisch

Bei Xavier Dolan werde ich melancholisch
(c) Georges Biard unter CC BY-SA 3.0

Immer, nachdem ich einen Film von Xavier Dolan gesehen habe, werde ich für einen Moment sehr melancholisch. Dolan ist nämlich keine drei Monate älter als ich und da kann ich manchmal nicht anders, als mich mit ihm zu vergleichen. Es ist unglaublich, welchen kreativen Output mit erheblichem kulturellen Impact er bisher bereits hatte. Und das als Autodidakt. Als er mit der Arbeit an seinem Debütfilm J'AI TUÉ MA MÈRE begann, habe ich mich noch gefragt, ob ich wirklich die richtigen Leistungskurse gewählt habe.

Dolan schrieb das Drehbuch im Alter von 16 bzw. 17 Jahren. Er finanzierte den Film in Teilen selbst und drehte ihn ohne Vorkenntnisse im Regiebereich. Zudem übernahm er die Hauptrolle

Wikipedia

Als der Film im Mai 2009 Premiere in Cannes feierte, war ich gerade dabei, mein erstes Studium, in das ich mich blind stürzte, abzubrechen und noch keine 20 Jahre alt.

Gut, ich bin dann natürlich doch noch irgendwie meinen Weg gegangen und weiß heute, dass Vergleiche dieser Art nie gesund sind. Trotzdem beeindruckt es mich immer wieder aufs Neue, wie früh Dolan seine Leidenschaft und sein Talent entdeckt hat und bis heute noch hungrig ist.