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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Gesehen: Au poste! (2018)

Gesehen: Au poste! (2018)
(c) Little Dream Pictures

Einfach super unterhaltsam und clever, wie sich der Film und seine Figuren immer und immer wieder selbst unterlaufen, wie eine Zwiebelschicht nach der anderen freigelegt wird und die Matrjoschka am Ende wieder zusammengesetzt wird. Dabei stellt Quentin Dupieux ständig die Beziehung zwischen Publikum, Film und Schauspieler*innen in Frage, lotet Grenzen aus und zieht neue. Ein großer Spaß.

★★★½☆

BE/FR, R: Quentin Dupieux, D: Benoît Poelvoorde, Grégoire Ludig, Anaïs Demoustier, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Annabelle: Creation (2017)

Gesehen: Annabelle: Creation (2017)
(c) Warner Bros.

Dieser komplett aus abgenutzten Horror-Versatzstücken dahingeschluderte und dermaßen banalen Ideen zusammengehaltene Flickenteppich geht ja wohl kaum als Film durch. Einfach nochmal fast zwei Stunden auf „Puppe = creepy“ aufzubauen, obwohl genau diese Basis schon im Vorgänger auf einem rissigen Fundament stand, zeugt von einer regelrechten Verachtung des Publikums.

ANNABELLE: CREATION bedient sich – wie fast alle anderen Filme aus dem „Conjuring“-Universum auch – an lediglich zwei Techniken. Nummer 1: „Guck mal, da sitzt eine Puppe. Jetzt wenden wir unseren Blick kurz ab und plötzlich sitzt die Puppe nicht mehr da! 😱“ Nummer 2: „Da in dieser dunklen Ecke hinter dir, da könnte man mit zusammengekniffenen Augen schon eine schemenhafte Figur erkennen, oder? Und jetzt kommt der Kicker: Da war wirklich eine! Hast du nicht mit gerechnet, oder? 🫥“

Die gebetsmühlenartige Wiederholung dieser zwei „Kniffe“ kam mir ab einem gewissen Punkt regelrecht süffisant vor. Denn die Macher*innen müssen doch vor lauter Lachen nicht mehr in den Schlaf kommen vor dem Hintergrund, das Publikum immer noch mit diesem Dreck abspeisen zu können und dabei auch noch finanziell giga-erfolgreich zu sein.

Der Film läuft wie Hanns Guck-in-die-Luft an Anordnungen und Sujets vorbei, die ein viel größeres Unbehagen in sich tragen, als es diese religiösen Fieberträume je könnten.

½☆☆☆☆

US, R: David F. Sandberg, D: Stephanie Sigman, Talitha Bateman, Lulu Wilson, Anthony LaPaglia, Miranda Otto, Grace Caroline Currey, Trailer, Wikipedia
Annabelle 2: Creation - Stream: Jetzt Film online anschauen
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Gesehen: The Good German (2006)

Gesehen: The Good German (2006)
(c) Warner Bros. Home Video

Das ist wirklich kaum mehr als eine Stilübung mit Budget. Und als Stilübung mit Budget muss sich der Film dann auch vor allem formale Kritik gefallen lassen. Die Schauspielerinnen hier stellenweise vor die tatsächlichen historischen Aufnahmen Berlins in Trümmern zu montieren, ist sicherlich ein halbwegs interessanter Verschränkungsversuch von Vergangenheit und Gegenwart. Nur führt das zu keinen sonderlich interessanten Ergebnissen. Stattdessen bekommen wir steife Schauspielerinnen, die sich mechanisch durch eine seelenlos-kalte Welt bewegen und ihre Rollen uninspiriert und lieblos spielen. In Anbetracht dessen grenzt es schon fast an Hohn, den Film mit einem CASABLANCA-Zitat zu beschließen.

★★☆☆☆

US, R: Steven Soderbergh, D: George Clooney, Cate Blanchett, Tobey Maguire, Beau Bridges, Tony Curran, Leland Orser, Trailer, Wikipedia
The Good German - In den Ruinen von Berlin - Stream: Online
Wie man “The Good German - In den Ruinen von Berlin” auf Netflix & anderen Streaming-Diensten ansehen kann – einschließlich kostenloser Optionen.

Gesehen: Where'd You Go, Bernadette (2019)

Gesehen: Where'd You Go, Bernadette (2019)
(c) MGM

Als Betrachtung von Kunst und dem Schaffen von Kunst innerhalb einer kapitalistisch geprägten Gesellschaft ist das schon ganz nett. Wo hat echte Kunst noch Platz und wo überhaupt noch der Mensch? Dafür nimmt er durchaus auch diese überprivilegierte Schicht aufs Korn, deren Kinder Projekte und keine Menschen mehr sind, für die der Schein immer wichtiger als das Sein ist, in der ein enormer Konformitätsdruck herrscht und jeglicher Individualismus verschmäht wird.

Und trotzdem fühlt sich WHERE’D YOU GO, BERNADETTE nach Walter Mitty für noch viel privilegiertere Menschen an. Natürlich will ich Menschen, die unter keinerlei ökonomischem Druck mehr stehen und niemals mehr stehen werden, nicht absprechen, dass auch sie in psychische Krisen geraten können. Absolut nicht. Doch es gehört auch zur Wahrheit, dass sie sich Zeit und Raum, um damit angemessen umzugehen, sehr leicht erkaufen können – und andere eben nicht. Diesen Umstand würdigt Richard Linklater hier keines Blickes. Ihm fehlt der Blick für systemische Zusammenhänge und Ungerechtigkeiten. Und das lässt schließlich nur müde lächeln.

★★½☆☆

US, R: Richard Linklater, D: Cate Blanchett, Billy Crudup, Kristen Wiig, Judy Greer, Laurence Fishburne, Emma Nelson, Trailer, Wikipedia
Bernadette - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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Wiedergesehen: Robin Hood (2010)

Wiedergesehen: Robin Hood (2010)
(c) Universal Pictures Germany

Zum ersten Mal seit dem Kinobesuch damals™ gesehen und aus meiner heutigen Sicht sehr irritiert davon gewesen, wie heftig dieser Film die Figur des Robin Hood überpsychologisiert, eine aus persönlicher Rache erwachsende Motivation zeichnet und ihn spontan aus dem Nichts heraus einen Plan für eine gerechtere Gesellschaft dahinmonologisieren zu lassen. Das alles ist dermaßen grobschlächtig und hanebüchen angeordnet, da fällt einem nur noch wenig zu ein. Dass Ridley Scott Zeitlupe und markige Sprüche von ein paar Dudebros mit Epik verwechselt: geschenkt.

★★☆☆☆

GB/US, R: Ridley Scott, D: Russell Crowe, Cate Blanchett, Max von Sydow, William Hurt, Mark Strong, Oscar Isaac, Danny Huston, Eileen Atkins, Mark Addy, Matthew Macfadyen, Kevin Durand, Scott Grimes, Douglas Hodge, Léa Seydoux, Trailer, Wikipedia
Robin Hood - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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Marques Brownlee und Walt Mossberg sprechen mit Kara Swisher über the Art of the Tech Review

Marques Brownlee und Walt Mossberg sprechen mit Kara Swisher über the Art of the Tech Review
(c) Marques Brownlee

Marques Brownlee hat vergangenen Monat den AI Pin von Humane reviewt und folgendes Urteil auch in den Titel seines Youtube-Videos gegossen: „The Worst Product I've Ever Reviewed… For Now“. Nicht alle im Internet fanden das gut, manche Stimmen meinten sogar, Brownlee dürfe seine „Macht“ nicht „missbrauchen", weil dadurch doch arme kleine Start-Ups vor die Wand fahren könnten. Eine der besseren Zusammenfassung hat erstaunlicherweise Know Your Meme.

Jedenfalls wurde danach viel darüber gesprochen, was Reviews und Reviewer*innen leisten können, sollen und dürfen. Am interessantesten finde ich bisher die Podcast-Episode von On with Kara Swisher, in der Kara Swisher den legendären Tech-Journalisten Walt Mossberg und besagten Marques Brownlee zusammen vors Mikro setzt und über Ethics in Tech-Review-Journalism spricht.

Sie eröffnet den Podcast mit dem Zitat eines Artikels über Walt Mossberg (via Daring Fireball) in der Wired:

Walt Mossberg is walking through a convention hall at the Consumer Electronics Show in Las Vegas when a man starts screaming at him. The screamer, Hugh Panero, blames Mossberg for his company’s recent problems: falling stock price, a sudden plunge in consumer interest. Mossberg is annoyed but hardly intimidated. As the author of the weekly “Personal Technology” column in The Wall Street Journal, he’s used to dealing with disgruntled execs. He lets Panero shout. A crowd is gathering. Finally, Mossberg yells back, “I don’t give a fuck about your stock price!”

Und eigentlich bedarf es danach keiner Worte mehr. Trotzdem ist das gesamte Gespräch natürlich sehr hörenswert. Es geht unter anderem über die besondere Nähe zwischen Tech-Presse und Tech-Businesses und dem Missverständnis auf Seiten der Start-Ups und Konzerne, dass alle doch im selben lager seien und fürs selbe Team spielten.

Und falls das hier nicht eindeutig genug durchscheinen sollte: I don't give a fuck about your stock price either. Journalist*innen, die das anders sehen, machen keinen Journalismus.