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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Gesehen: Marathon Man (1976)

Gesehen: Marathon Man (1976)
(c) Paramount Pictures Deutschland

Wer läuft hier eigentlich den Marathon – Dustin Hoffman als sportbesessener Historiker oder doch Laurence Olivier als Altnazi seit 1945? „Is it safe?“ Nicht mehr für dich, Arschloch.

★★★½☆

US, R: John Schlesinger, D: Dustin Hoffman, Laurence Olivier, Roy Scheider, William Devane, Marthe Keller, Trailer, Wikipedia
Der Marathon-Mann - Stream: Jetzt Film online anschauen
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Gesehen: Holiday (2018)

Gesehen: Holiday (2018)
Foto: Alamode Filmverleih

Natürlich lässt sich das alles vortrefflich als Porträtversuch toxischer und hegemonialer Männlichkeit sehen. Aber HOLIDAY scheint mir mehr als das. Isabella Eklöfs Film begreift diese Themen als Symptome, bedingt durch die korrumpierende Gewalt des Geldes.

Das beginnt als Milieustudie über neureiche Arschlöcher, die in sogenannten Edelclubs verkehren, weil sie teuer und nicht weil sie gut sind. Die Yachten haben, weil sie Reichtum und Überfluss nur so in die Welt hinausbrüllen, nicht weil sie passionierter Segler sind. Die riesige Villen mit steriler Innenausstattung haben, weil das auf Instagram was hermacht und nicht, weil es irgendwie wohnlich wäre.

Und irgendwann kommt der Punkt, an dem aus prolliger Prahlerei Allmachtsfantasien und Anspruchsdenken werden. Das gilt nicht nur für die Selbstverständlichkeit, das Nobelrestaurant für sich selbst und abgeschirmt vom Pöbel zu haben, sondern zunehmend auch für Menschen und insbesondere Frauen. Wer Zuneigung und sexuelle Beziehungen lediglich als eiskalte Transaktion von reich zur nicht reich begreift, der wird andere Menschen zunehmend dehumanisieren und sie irgendwann nur noch als Motten, die vom Leuchten des Geldes angezogen werden, betrachten.

HOLIDAY hat nun das Problem, dass er seinen Weg nicht sonderlichen konsequent verfolgt, sondern ziemlich herum mäandert, sich halb interessiert mit oft beschriebenen Motiven beschäftigt und dann getrieben von Torschusspanik doch noch irgendwie in die Nähe des Ziels stolpert.

★★★☆☆

DK/NL/SE, R: Isabella Eklöf, D: Vic Carmen Sonne, Lai Yde, Thijs Römer, Yuval Segal, Trailer, Wikipedia, Foto: Alamode Filmverleih
Holiday - Sonne, Schmerz und Sinnlichkeit - Stream: Online
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Gesehen: Lemminge, Teil 2 – Verletzungen (1979)

Gesehen: Lemminge, Teil 2 – Verletzungen (1979)
(c) ORF, ARD

Denkt Teil 1 konsequent weiter, tut das aber mit ziemlich großen Scheuklappen. Durch die übermäßig psychologisierende Haltung des Drehbuchs werden die Figuren vollends entmündigt und auf Kindheitserfahrungen reduziert. Der Mensch ist hier lediglich ein Produkt seiner Erziehung und nicht dazu in der Lage, eigenständig zu handeln. Sie sind dazu verdammt, nebeneinander zu erfrieren, wie es eine von Hanekes Figuren so treffend sagt. Die Frage bleibt, wie weit in der Vergangenheit Haneke den Ursprung dieses Zustands verortet.

★★★☆☆

AT/DE, R: Michael Haneke, D: Monica Bleibtreu, Elfriede Irrall, Rüdiger Hacker, Wolfgang Hübsch, Wikipedia

Der Film steht noch bis zum 31. Januar 2025 in der Arte-Mediathek:

Lemminge (2/2) - Verletzungen - Film in voller Länge | ARTE
1979 erschien Michael Hanekes vielbeachteter und ambitionierter Zweiteiler “Lemminge” über die österreichische Nachkriegsgeneration, der er selbst angehört. Porträt einer pessimistischen Jugend – und was zwanzig Jahre später aus ihr wurde. Teil 2: 1979 sind aus den Jugendlichen desillusionierte Erwachsene mit eintönig drögem Alltag geworden.

Ein Jahr nach dem Teaser: Der Trailer zu Bong Joon-hos MICKEY 17 ist da!

Ein Jahr nach dem Teaser: Der Trailer zu Bong Joon-hos MICKEY 17 ist da!
(c) Warner Bros. Entertainment

Wir müssen uns natürlich nicht darüber unterhalten, was für ein fantastisches Meisterwerk PARASITE (2019) ist. Aber ich bin auch ein sehr großer Fan von OKJA (2017), den Bong Joon-ho zuvor für Netflix inszenierte. Und genau so weird scheint mir nun MICKEY 17, eine Adaption von Edward Ashtons Roman Mickey7, zu werden. Im Januar 2025 soll der Film in die Kinos kommen. Ich hab Bock!

Gesehen: Cuckoo (2024)

Gesehen: Cuckoo (2024)
(c) Weltkino Filmverleih

Für mich ist es bis zum Ende sehr unklar geblieben, was ich jetzt eigentlich interessant finden könnte oder soll.

Es könnte der mir als alter Mountainbiker nur zu gut bekannter Ort sein, der allerspätestens in den 1980ern steckengeblieben zu sein scheint, wo seitdem Einrichtung und Abläufe nicht mal annähernd ein zeitgemäßes Update bekommen haben, alles deshalb irgendwie entrückt und dadurch auch unheimlich wirkt. Aber nein, das ist es nicht, weil dieses anfänglich scheinbar so im Zentrum stehende Element doch sehr schnell wieder fallengelassen und nie wieder aufgehoben wird.

Es könnte als die in der Abgeschiedenheit der Berge überlebte Naziideologie sein, deren Anhänger*innen weiterhin wie besessen davon sind, dem Planeten eine überlegene Rasse zu schenken. Aber nein, dafür bietet er zu wenig Futter an.

Es könnte das Kuckucksmotiv vom Ei im fremden Nest sein, mit dem ein Körperhorror versucht wird, heraufzubeschwören. Aber nein, dafür zeigt die Kamera viel zu wenig Interesse an physischer Abgründigkeit.

Mit Hunter Schafer in der Hauptrolle könnte man sich auch auf die Suche nach einer trans Perspektive begeben. Das hier angelegte Fremdeln mit den eigenen Körperreaktionen lässt zumindest Anflüge dessen vermuten – genau wie die Figur der Halbschwester, die sich letztlich diesen zunächst unerwünschten Reaktionen vollends hingibt. Aber nein, auch das wird nie wirklich bis zum Ende durchgedacht.

Zusammenfassend kann ich also sagen: Ich weiß nicht genau, was dieser Film versucht hat, aber er ist daran gescheitert.

Zugutehalten möchte ich CUCKOO dennoch Hunter Schafers Performance. Sie weiß genau, in was für einem Film sie sich bewegt und weiß das auch ziemlich gut zu ihrem Vorteil auszuspielen. Auch die grundlegende Furchtlosigkeit Tilman Singers davor, radikale Wendungen zu nehmen und vorher sicher geglaubte Gedankenschlösser wieder einzureißen, finde ich zumindest angenehm irritierend.

★★☆☆☆

DE, R: Tilman Singer, D: Hunter Schafer, Dan Stevens, Jessica Henwick, Marton Csokas, Mila Lieu, Greta Fernández, Astrid Bergès-Frisbey, Proschat Madani, Jan Bluthardt, Trailer, Wikipedia
Cuckoo - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Cuckoo” heute auf Netflix, Prime Video und Disney+ online sehen kannst – einschließlich in 4K und kostenloser Optionen.

Gesehe: Lemminge, Teil 1 – Arkadien (1979)

Gesehe: Lemminge, Teil 1 – Arkadien (1979)
(c) ORF, ARD

Spannend zu sehen, wie früh in seinem Schaffen Haneke schon ganz klar Haneke war. Sehr vertraut sind diese bürgerlichen Gestalten, die die personifizierte Scheinheiligkeit zu sein scheinen, die (vor allem zu sich selbst) unehrlich sind und sich aus Überheblichkeit dem Abgründigen nicht stellen, es nur im Verborgenen zulassen. Es sind wahrscheinlich die Überbleibsel des Nationalsozialismus und prinzipiell das Autoritäre, das hier den Boden vor Menschen und zwischen Generationen aufgehen lässt, das nichts anderes als zwischenmenschliche Kälte ermöglicht.

Es mag nicht so filigran, so vielschichtig beobachtet und ausformuliert sein wie in folgenden Werken. Aber es ist bereits alles angelegt und zeugt von einer klaren Vision, einem starken Ausdruckswillen und einer schon früh profilierten Stimme.

★★★½☆

AT/DE, R: Michael Haneke, D: Regina Sattler, Christian Ingomar, Eva Lindner, Paulus Manker, Christian Spatzek, Elisabeth Orth, Bernhard Wicki, Wikipedia

Der Film steht noch bis zum 31. Januar 2025 in der Arte-Mediathek:

Lemminge (1/2) - Arkadien - Film in voller Länge | ARTE
1979 erschien Michael Hanekes vielbeachteter und ambitionierter Zweiteiler “Lemminge” über die österreichische Nachkriegsgeneration, der er selbst angehört. Porträt einer pessimistischen Jugend – und was zwanzig Jahre später aus ihr wurde. Teil 1: 1959 machen sich junge Leute in Wiener Neustadt auf die Suche nach der Liebe und dem eigenen Lebensweg.