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Filmkritik

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Gesehen: Ashes of Time (1994) - Niedergang mit Voiceover

Es fehlen die Bilder

Gesehen: Ashes of Time (1994) - Niedergang mit Voiceover
Foto: Splendid Film

Das hat sich alles schon sehr nach Niedergang und Regression angefühlt. Die Menschen scheinen sich vom Rationalen und vor allem auch vom Emotionalen immer weiter zu entfernen, bis nur noch die niedersten Instinkte übrig sind. Das Steuer übernimmt dann der Impuls, sich vorne, hinten, oben, unten, links und rechts zu bereichern. Liebe wird von Machtgelüsten abgelöst.

Nur verschenkt er bei diesem Abstieg doch einigermaßen viel Potenzial durch die Entscheidung, mit der Kamera nahezu in jeder Einstellung unglaublich nah an den Figuren zu sein. Das lässt fast nie den Raum, die innere Entwicklung dieser Figuren auch wirklich auf einer Bildebene zu erzählen. Stattdessen gibt es sehr viel Voiceover, mit dem die Figuren ihr eigenes Innenleben beschreiben dürfen. Das hat mich dann einfach selten wirklich fesseln können.

★★★☆☆

🇭🇰/🇹🇼/🇨🇳, R: Wong Kar-wai, D: Leslie Cheung, Tony Leung Ka-Fai, Brigitte Lin, Jacky Cheung, Tony Leung, Carina Lau, Charlie Yeung, Maggie Cheung, Collin Chou, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Splendid Film

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A ★★★ review of Ashes of Time (1994)
Das hat sich alles schon sehr nach Niedergang und Regression angefühlt. Die Menschen scheinen sich vom Rationalen und vor allem auch vom Emotionalen immer weiter zu entfernen, bis nur noch die niedersten Instinkte übrig sind. Das Steuer übernimmt dann der Impuls, sich vorne, hinten, oben, unten, links und rechts zu bereichern. Liebe wird von Machtgelüsten abgelöst. Nur verschenkt er bei diesem Abstieg doch einigermaßen viel Potenzial durch die Entscheidung, mit der Kamera nahezu in jeder Einstellung unglaublich nah an den Figuren zu sein. Das lässt fast nie den Raum, die innere Entwicklung dieser Figuren auch wirklich auf einer Bildebene zu

Gesehen: The Brood (1979) - Verdrängung und Verderben

Herumopfern können sie ja, diese Männer

Gesehen: The Brood (1979) - Verdrängung und Verderben
Samantha Eggar als Nola Carveth // Foto: Plaion Pictures

Zwei Momente haben für mich diesen Film aufgeschlossen:

  1. Die kleine Tochter ist gerade erst Zeugin von Unsagbarem geworden, doch sie behauptet, nichts erinnern zu können. Ein Polizeipsychologe vermutet Verdrängung und empfiehlt, aktiv an der Verarbeitung des Erlebten zu arbeiten. Der Vater kann nicht verstehen, warum weitere Verdrängung der Erinnerung nicht die beste Lösung für alle Beteiligten ist. Er wirft ohne mit der Wimper zu zucken die psychische Gesundheit seiner Tochter vor den Bus, nur um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, vielleicht als Vater versagt zu haben.
  2. Der Vater suhlt sich vor der Erzieherin seiner Tochter in Selbstmitleid und lamentiert, dass ihn seine Frau nur mit dem Ansinnen geheiratet habe, dass seine psychische Gesundheit auf sie abfärbt. Dabei sei es mittlerweile andersherum.

Hier wird eine herumopfernde (männliche) Klasse dekonstruiert, deren Lebensinhalt der Schein einer konservativen Welt ist, in der sie die Kontrolle haben. Wer mit diesem Weltbild brechen will, wird als „verrückt" erklärt, isoliert, komplett gebrochen und dahingehend manipuliert, die eigenen Gefühle gegen sich selbst zu richten. Und weil Cronenberg eben Cronenberg ist, gibt es für diesen Mechanismus hier eben einen radikalen körperlichen Ausdruck, der on point ist.

★★★★☆

🇨🇦, R: David Cronenberg, D: Oliver Reed, Samantha Eggar, Art Hindle, Henry Beckman, Nuala Fitzgerald, Cindy Hinds, Susan Hogan, Gary McKeehan, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Plaion Pictures

Die Brut - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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A ★★★★ review of The Brood (1979)
Zwei Momente haben für mich diesen Film aufgeschlossen: 1. Die kleine Tochter ist gerade erst Zeugin von Unsagbarem geworden, doch sie behauptet, nichts erinnern zu können. Ein Polizeipsychologe vermutet Verdrängung und empfiehlt, aktiv an der Verarbeitung des Erlebten zu arbeiten. Der Vater kann nicht verstehen, warum weitere Verdrängung der Erinnerung nicht die beste Lösung für alle Beteiligten ist. Er wirft ohne mit der Wimper zu zucken die psychische Gesundheit seiner Tochter vor den Bus, nur um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, vielleicht als Vater versagt zu haben. 2. Der Vater suhlt sich vor der Erzieherin seiner Tochter in Selbstmitleid

Gesehen: Another Simple Favor (2025) - Kein vierfachter Rittberger

Befremdlich, wofür Paul Feig Applaus einfordert...

Gesehen: Another Simple Favor (2025) - Kein vierfachter Rittberger
Anna Kendrick und Blake Lively // Foto: Amazon MGM Studios

Was mich am heutigen Stil von Paul Feig so arg stört, ist die Lustlosigkeit, die durch jede Pore an die Oberfläche dringt. Seine Formel würde ich so beschreiben: Er hält sich die Messelatte selbst drei Millimeter über den Boden, stolpert dann darüber und will dann Applaus, als sei ihm gerade der vierfache Rittberger gelungen.

Zwar mag es ihm gelingen, immer wieder für ironische Brechung des Geschehens und der Figuren zu sorgen. Doch dafür in die Waagschale wirft er ausgenudelte, uninspirierte, belanglose und daher langweilige Beiträge. Aber wenigstens darf noch mal über die Frau gelacht werden, die zunächst als psychisch krank porträtiert wird.

Mich hat auch irgendwann einfach nicht mehr interessiert, was sich denn nun wirklich hinter diesem Gefüge verbirgt. Denn egal, was in diesem Film an mitunter schwerwiegenden Dingen geschieht, es bleibt praktisch ohne Konsequenz für die Figuren. Keine Handlung scheint auch nur im Entferntesten ein Gewicht zu haben.

★☆☆☆☆

🇺🇸, R: Paul Feig, D: Anna Kendrick, Blake Lively, Michele Morrone, Henry Golding, Allison Janney, Elizabeth Perkins, Elena Sofia Ricci, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Amazon MGM Studios

Nur noch ein kleiner Gefallen - Stream: Online anschauen
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A ★ review of Another Simple Favor (2025)
Was mich am heutigen Stil von Paul Feig so arg stört, ist die Lustlosigkeit, die durch jede Pore an die Oberfläche dringt. Seine Formel würde ich so beschreiben: Er hält sich die Messelatte selbst drei Millimeter über den Boden, stolpert dann darüber und will dann Applaus, als sei ihm gerade der vierfache Rittberger gelungen. Zwar mag es ihm gelingen, immer wieder für ironische Brechung des Geschehens und der Figuren zu sorgen. Doch dafür in die Waagschale wirft er ausgenudelte, uninspirierte, belanglose und daher langweilige Beiträge. Aber wenigstens darf noch mal über die Frau gelacht werden, die zunächst als psychisch krank

Gesehen: Girl Gang (2022) - Gefangen in leeren Hüllen

Die Eltern können froh sein, dass das zuständige Jugendamt diesen Film offenbar nicht zu Gesicht bekommen hat.

Gesehen: Girl Gang (2022) - Gefangen in leeren Hüllen
Foto: Rise and Shine Cinema

Es ist nicht sonderlich überraschend, was Susanne Regina Meures' Dokumentarfilm hier zutage fördert. Aber aufgrund der Nähe zu diesen Menschen ist er dadurch trotzdem nicht weniger faszinierend. Meures gelingt es einzufangen, wie sich der algorithmisch gesteuerte Mahlstrom auswächst und das Leben einer ganzen Familie pulverisiert, wie öffentlich sichtbare Metriken und Zahlen auf den Bankkonten Menschen zunächst aushöhlen, um sich dann selbst in der leeren Hülle wie Parasiten einzunisten.

Diese Parasiten können dann praktisch ungehindert ihre Wirt:innen aushungern, da die Eltern der hier begleiteten Influencerin ganz offenkundig keine Ahnung dieser digitalen Welt haben. Sie sind fast noch schutzloser als ihre Tochter den toxischen Mechaniken von Instagram und Co. ausgeliefert. Sie begreifen nicht, in welche Welt sie ihre Tochter drängen.

Diskutabel ist, ob das Unwissen oder selbstgewählte Ignoranz ist. Denn die Eltern reflektieren sehr wohl, zu welchem Preis die Bekanntheit ihrer Tochter kommt, meinen aber wortwörtlich, dass das ja ein fairer Deal wäre, wenn man im Gegenzug etwa praktisch keine echten Freund:innen hat.

Ziemlich klar scheint jedoch, was für eine abartige Machtdynamik hier diese Familienbande durchdringt. Denn einerseits würden sie die Eltern ihren Lebensstandard ohne die Reichweite ihrer Tochter niemals leisten können. Sie sind von ihrem Erfolg direkt abhängig. Andererseits kann ihre viel zu junge Tochter nur durch die Unterstützung der Eltern ihre Karriere als Influencerin vorantreiben. Doch wo an dieser Stelle das Maß liegt, entscheiden die Eltern, die ihre Tochter ständig vor sich her treiben, sie einzig und allein für number go up eiskalt ausbeuten und das sogar unverfroren vor laufender Kamera aussprechen.

Der Vater spricht davon, er lebe den Traum seiner Tochter. Die Mutter findet, sie sei manchmal im Traum ihrer Tochter gefangen. Was die Tochter jedoch wirklich vom Leben erwartet, weiß niemand – sie selbst nicht, ihre Eltern nicht und wir als Publikum schon gar nicht. Dass dieser angebliche Traum also ein von den Eltern erst aufgebautes, dann übergestülptes und von Geld geformtes Konstrukt ist, ist offensichtlich. Denn niemand mit einem Funken von Anstand, Moral und Fantasiebegabung würde es doch als Traum bezeichnen, Werbung für McDonald's zu machen. Überhaupt ist Werbung in dieser Form doch kein erstrebenswerter Lebensinhalt, sondern der manipulative Rattenschwanz des Kapitalismus, der weg kann.

Die Eltern können froh sein, dass das zuständige Jugendamt diesen Film offenbar nicht zu Gesicht bekommen hat.

Was mich bei aller Faszination jedoch etwas gestört hat, ist das Voiceover. Mal sprechen die Eltern, mal die Tochter, mal ein Superfan von ihr. Nur ist der Text dabei offensichtlich nicht frei gesprochen, sondern vorformuliert. Offen bleibt, wer diesen Text wirklich geschrieben hat. Denn diese Sätze geben dem Filmmaterial im Direct-Cinema-Stil nicht nur einen Rahmen, sondern auch eine bestimmte Richtung vor. Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wer uns hier wirklich etwas erzählen will. Damit untergräbt sich der Film letztlich nur selbst.

🇨🇭, R: Susanne Regina Meures, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Rise and Shine Cinema

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A review of Girl Gang (2022)
Es ist nicht sonderlich überraschend, was Susanne Regina Meures’ Dokumentarfilm hier zutage fördert. Aber aufgrund der Nähe zu diesen Menschen ist er dadurch trotzdem nicht weniger faszinierend. Meures gelingt es einzufangen, wie sich der algorithmisch gesteuerte Mahlstrom auswächst und das Leben einer ganzen Familie pulverisiert, wie öffentlich sichtbare Metriken und Zahlen auf den Bankkonten Menschen zunächst aushöhlen, um sich dann selbst in der leeren Hülle wie Parasiten einzunisten. Diese Parasiten können dann praktisch ungehindert ihre Wirt:innen aushungern, da die Eltern der hier begleiteten Influencerin ganz offenkundig keine Ahnung dieser digitalen Welt haben. Sie sind fast noch schutzloser als ihre Tochter

Gesehen: Ash (2025) - Halbgar in die Dusche

Geöffnete Lippen sind nicht alles ☝️

Gesehen: Ash (2025) - Halbgar in die Dusche
Eiza González als Riya // Foto: Amazon MGM Studios

Diese überaus fiebrige Ästhetik, das Spiel mit den Farben, die einerseits so klare Abgrenzung schaffen und andererseits ineinander aufgehen können und damit Abbild des menschlichen Körpers sind, das hat mir schon sehr gefallen.

Auch viele kleine frische Momente in der Choreografie der Kämpfe stachen mir ins Auge – etwa ein Kampf in einer Duschkabine, bei dem die Protagonistin ihrer in einem Raumanzug steckenden Gegnerin den Duschkopf in den Helm rammt und das Wasser aufdreht.

Erzählerisch kann Flying Lotus diese Akzente meiner Meinung nach jedoch nicht setzen. Die Abhandlung der menschlichen Hybris wird lediglich auf lauwarmer Flamme geköchelt und bleibt daher bis zum Schluss halbgar. Da ist nur wenig bis gar nichts, was nicht bereits vor Jahrzehnten filmisch verhandelt wurde.

Was mich darüber hinaus immer wieder rausgebracht hat, ist diese permanent weird aus dem Rahmen fallende Inszenierung von Eiza González. Ja, auch ich finde sie ziemlich attraktiv. Aber die Regelmäßigkeit, in der ihre Figur in bemerkenswert enger wie lasziver Kleidung, mit einem gleißenden Schweißfilm auf der Haut und stets leicht geöffneten Lippen in Szene gesetzt wird, ist absolut irritierend.

★★½☆☆

🇫🇮/🇳🇿/🇺🇸, R: Flying Lotus, D: Eiza González, Aaron Paul, Iko Uwais, Kate Elliott, Beulah Koale, Flying Lotus, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Amazon MGM Studios

Ash - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Finde heraus, wie und wo du “Ash” heute auf Netflix, Prime Video, Disney+ & Co. online sehen kannst – einschließlich 4K und kostenloser Optionen.
A ★★½ review of Ash (2025)
Diese überaus fiebrige Ästhetik, das Spiel mit den Farben, die einerseits so klare Abgrenzung schaffen und andererseits ineinander aufgehen können und damit Abbild des menschlichen Körpers sind, das hat mir schon sehr gefallen. Auch viele kleine frische Momente in der Choreografie der Kämpfe stachen mir ins Auge – etwa ein Kampf in einer Duschkabine, bei dem die Protagonistin ihrer in einem Raumanzug steckenden Gegnerin den Duschkopf in den Helm rammt und das Wasser aufdreht. Erzählerisch kann Flying Lotus diese Akzente meiner Meinung nach jedoch nicht setzen. Die Abhandlung der menschlichen Hybris wird lediglich auf lauwarmer Flamme geköchelt und bleibt daher

Kinotagebuch: Kein Tier. So Wild. (2025) - Kubrick im Clanmilieu

Macht, Reichtum, Tod und Verderben – vier Seiten derselben Medaille

Kinotagebuch: Kein Tier. So Wild. (2025) - Kubrick im Clanmilieu
Kenda Hmeidan als Rashida York // Foto: Lukasz Bak, Port au Prince

Mich hat dieser Brecher von Film absolut gepackt mit dieser sprachlichen Kompromisslosigkeit im überlebensgroßen Dialog und der selbstbewussten Selbstverständlichkeit in den Bildern, die zunächst in einem realistischen Szenenbild geerdet vom Mut der Überzeichnung zehren, bis Burhan Qurbani diese Welt auch visuell aufbrechen lässt und dekonstruiert.

Die für mich interessante Ebene des Films, die im produktivsten Sinne für Reibung sorgt, ist die vielschichtige Betrachtung des Patriarchats. Die großartig von Kenda Hmeidan gespielte Rashida York scheint zunächst durch das Verlangen, sich ihrer Unterdrücker zu entledigen, motiviert. Doch Einfluss, Reichtum und Macht korrumpieren sie und sie wird selbst zu einem dieser Menschen, die sie vermeintlich ausradieren wollte.

Das zeigt: Auch wer als Frau im Patriarchat an eine Machtposition kommt, lässt das Patriarchat nicht hinter sich, sondern trägt weiter zu dessen Verstetigung bei, wenn die Systemfrage nicht gestellt wird. Am Ende gewinnt ausschließlich das System, der Mahlstrom.

Danke Burhan Qurbani für den großartigen Film, das tolle Filmgespräch im Anschluss zusammen mit Verena Altenberger und an die von den Passage Kinos gewonnenen Premierekarten.

Worüber sich diskutieren und spekulieren lässt: Ist Rashida bereits von Kind an von Macht und Reichtum korrumpiert und wird es nicht erst im Zuge ihres blutigen Aufstiegs innerhalb der Familie? Hatte sie überhaupt jemals eine Chance? Qurbani zeigt zu Beginn in einer „Der Anfang vor dem Anfang" betitelten Sequenz die junge Rashida, die sich noch im Nahen Osten mit einer Gruppe anderer Mädchen um einen goldenen Reif streitet und den letztlich siegreich in die Höhe streckt. In diesem Moment sind herannahende Jets zu hören, die Mädchen rennen weg und zurück bleibt Rashida, die alleine dabei zusehen muss, wie ihr Dorf durch Bomben in Schutt und Asche gelegt wird.

Das Szenenbild, der erbitterte Kampf und dieses eine Objekt, das Hereinbrechen einer tödlichen Waffe in diese Sequenz – das ist extrem nah dran an Kubricks 2001: A SPACE ODYSSEY und dessen „The Dawn of Man"-Eröffnung. Die gipfelt im legendären Match Cut vom Gegenstand des erbitterten Streits, einem Knochen, hin zu einem Satelliten – einer ambivalenten technologischen Entwicklung, die für wissenschaftlichen und militärischen Fortschritt gleichermaßen steht.

Bei Qurbani vollzieht sich dieser Match Cut nicht direkt visuell, sondern findet eher auf einer thematischen Ebene statt: Wer nach Macht und Reichtum strebt, wird nur Tod und Verderben ernten. Es erscheint fast synonym.

★★★★☆

🇩🇪/🇵🇱/🇫🇷, R: Burhan Qurbani, D: Kenda Hmeidan, Hiam Abbass, Verena Altenberger, Mona Zarreh Hoshyari Khah, Mehdi Nebbou, Meriam Abbas, Banafshe Hourmazdi, Hassan Akkouch, Tamer Karabay, Ibrahim Al-Khalil, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Lukasz Bak, Port au Prince

A ★★★★ review of No Beast. So Fierce. (2025)
Mich hat dieser Brecher von Film absolut gepackt mit dieser sprachlichen Kompromisslosigkeit im überlebensgroßen Dialog und der selbstbewussten Selbstverständlichkeit in den Bildern, die zunächst in einem realistischen Szenenbild geerdet vom Mut der Überzeichnung zehren, bis Burhan Qurbani diese Welt auch visuell aufbrechen lässt und dekonstruiert. Die für mich interessante Ebene des Films, die im produktivsten Sinne für Reibung sorgt, ist die vielschichtige Betrachtung des Patriarchats. Die großartig von Kenda Hmeidan gespielte Rashida York scheint zunächst durch das Verlangen, sich ihrer Unterdrücker zu entledigen, motiviert. Doch Einfluss, Reichtum und Macht korrumpieren sie und sie wird selbst zu einem dieser Menschen, die