Dieser Film ist leider einfach unambitioniert und nicht viel mehr als spröde inszenierter Historienkitsch.
★★½☆☆


...und unanbitioniert.
Dieser Film ist leider einfach unambitioniert und nicht viel mehr als spröde inszenierter Historienkitsch.
★★½☆☆


Es gibt keine Genügsamkeit, wenn Heroin im Spiel ist.
Es gibt da diesen einen Moment mitten im Film, in dem Harley (Arielle Holmes) von Mike (Buddy Duress) gefragt wird, ob sie überhaupt wisse, was real love ist. Ihr Bejahen klingt mehr nach Reflex als von Überzeugung geprägt. Es ist dieser Moment, der Harley so wahrhaftig zeigt, wie kaum ein anderer im ganzen Film. Ihr Leben ist nur noch eine leere Hülle, nur noch Fassade, die um jeden Preis aufrechterhalten werden muss – vor allen anderen, aber vor allem vor sich selbst. Aber es gibt keine Genügsamkeit, wenn Heroin im Spiel ist. Die trübste Aussicht auf einen weiteren Schuss reicht, um ohne mit der Wimper zu zucken angeblich geliebte Menschen vor den metaphorischen Bus zu werfen, sie zu melken wie eine sowieso schon bis auf Knochen heruntergehungerte Kuh. Näher als sich selbst ist Harley nur die Sucht.
Dann ist da noch New York City… Ohne jemals dort gewesen zu sein, habe ich bei den Filmen der Safdies immer das Gefühl, die eingefangene Seele – oder zumindest wahrhaftige Seite – dieses ultraurbanen Monsters von Stadt zu sehen. Wer wieder aufsteht kann, nachdem er:sie von NYC gefressen und wieder ausgespuckt wurde, wird von der Stadt an die Hand genommen und ohne Umweg direkt wieder zum Abgrund geführt.
★★★★☆


Will moderner Backwoods-Horror mit Kritik am Plattformkapitalismus sein, verpufft aber in einem einzigen großen Achselzucken.
Eigentlich gelinget dem Drehbuch-Duo Dave Franco und Joe Swanberg ein interessantes Setup, indem aufgezeigt wird, wie unterschiedlich Sheila Vands Figur auf der einen und die Figuren von Alison Brie, Jeremy Allen White und Dan Stevens auf der anderen Seite durchs Leben gehen (müssen). Während sie von Rassismus betroffen, deshalb wohl regelmäßig ihre körperliche Unversehrtheit in Gefahr ist und sie in permanenter Habachtstellung unterwegs ist, können die anderen drei relativ unbekümmert und sorglos ihre Tage durchleben – einzig und allein aufgrund ihrer Hautfarbe und ihrer westlichen Namen.
Aber dann entscheidet sich der Film dafür, doch noch schnell einen anderen Einfall zu seiner großen Idee zu machen: Airbnb = creepy wegen Kameras im Bad. Was hier noch eben schnell moderner Backwoods-Horror mit Kritik am Plattformkapitalismus werden will, verpufft in einem einzigen großen Achselzucken, weil rein gar nichts über die Prämisse hinaus weiter oder zu Ende gedacht wird.
★★☆☆☆


Dieser Film wird Frida Kahlos Schaffen einfach nicht gerecht.
Nun, dass dieser Film Frida Kahlo und ihre Kunst auf nur zwei Momente bzw. Phasen ihres Lebens – Unfall und Ehe/Liebesleben – reduziert, ist einfach bedauerlich. Das kann ihrem Schaffen nicht gerecht werden. Aber tiefer graben, das will dieser Film nicht – und wagt dazu auch formal kaum mehr als den absolut erwartbaren stilistischen Konsens. Das ödet mich an.
★★½☆☆


Yasujirō Ozus Gespür für die Facetten wiederkehrender Themen ist unvergleichlich.
Ich bin erstaunt, sprachlos und überwältigt, wie klug und feinsinnig Yasujirō Ozu immer wieder andere Facetten dieses Komplexes herausarbeitet, wie ihn die japanische Gesellschaft, die Machtverhältnisse innerhalb von Familien, Liebesbeziehungen und zwischen Geschlechtern, Geschlechterrollen sowie die komplizierte (Kriegs-)Geschichte des eigenen Landes einfach nicht loslassen.
Was mich bei EQUINOX FLOWER jedoch richtig umgehauen hat, ist die Art und Weise, wie der Konflikt im Zentrum der Geschichte ausgetragen wird: Es wird offen miteinander gestritten, geschickt manipuliert und dem Heuchler der Spiegel vorgehalten, Menschen werden laut, die bis dato so devote Mutter begehrt völlig zu Recht gegen den dominant-herrschsüchtigen Vater auf.
Inmitten dieser Hektik verliert Ozu nie aus den Augen, wie sehr dieser Konflikt und dessen Ursachen mit der Geschichte Japans verwoben sind. Motiviert durch die Erfahrung der entbehrungsreichen Zeit des Zweiten Weltkrieges will der Vater nichts mehr als seinen beiden Töchtern ein besseres Leben schaffen – und glaubt dabei fälschlicherweise, Glück ließe sich konstruieren bzw. erzwingen.
Die Mutter hingegen findet fast schon etwas wie Trost im Gedanken zurück an den Krieg. Denn da, im Luftschutzbunker, war die vierköpfige Familie zusammen. Und doch ist es sie, die sich von der Vergangenheit lösen kann und erkennt, dass ihre Tochter frei sein muss.
★★★★½


Nett, aber uninspiriert.
Ein irgendwie schon ganz netter, wenn auch uninspirierter Gothic-Horror, der sich seiner thematischen Stärken gar nicht bewusst zu sein scheint und sich in ernüchternder Regelmäßigkeit einen Stock nach dem anderen zwischen die Speichen steckt.
Ich finde schon, dass der Film einige interessante Anläufe nimmt, wenn es um Religion und Glaube als Machtinstrumente und Manipulationswerkzeuge geht, die zur Kontrolle von Kindern genutzt werden – und die dann von den Kindern selbst in einzelnen Momenten eingesetzt werden, um gegen die Mutter aufzubegehren.
Nur fallen diese Momente leider einer nach dem anderen lästigen Genrekonventionen zum Opfer. Es gilt das Gesetz des Twists. Und das interessiert sich nur bedingt für das konsequente Durchdenken der politischen Dimension.
★★★☆☆

