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Filmkritik

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Gesehen: The Quiet Girl (2022)

Gesehen: The Quiet Girl (2022)
(c) NEUE VISIONEN
Viele Menschen verpassen die Chance, nichts zu sagen und verlieren dabei viel.

Was für ein bemerkenswerter kleiner Film das ist… Dieses Mädchen namens Cáit zu erleben, die ihr ganzes Dasein darauf ausgerichtet hat, zu verschwinden, die Blicke anderer Menschen durch sich durchgehen zu lassen, nicht gehört zu werden, bloß keine Angriffsfläche zu bieten, das hat mir das Herz gebrochen.

Cáit hat in ihrem Leben noch keine Sekunde familiäre Liebe erfahren. Als sie über den Sommer bei der Verwandtschaft abgesetzt wird, sind es die kleinen, vermeintlich belanglosen Gesten, die sie völlig überfordern. Cáit hat bisher in einer Welt gelebt, in der jedes noch so kleine Zucken potenziell die Tür zu einem Hinterhalt aufstoßen konnte. Einfach sein, einfach Kind sein, das hat sie nie gelernt.

Als Cáit während der ersten Nacht bei der Verwandtschaft ins Bett macht, sie am nächsten Morgen mit der Last unendlich großer Schuld auf den Schultern Vergeltung erwartet, ihre Gastmutter stattdessen etwas à la „Warum lasse ich dich auch auf dieser alten Matratze, die immer weint, schlafen?“ sagt, war mir klar, dass diesem Film eine ganz besondere Wärme innewohnt.

Cáit dabei zuzusehen, wie sie die kleinen Gesten immer weiter zulässt, annimmt und schließlich auch erwidert, ist tief bewegend und macht den Film zum Niederknien schön.

★★★★½

🇮🇪, R: Colm Bairéad, D: Catherine Clinch, Carrie Crowley, Andrew Bennett, Michael Patric, Michael Patric, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: NEUE VISIONEN

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André Pitz’s activity for The Quiet Girl
André Pitz’s activity for The Quiet Girl

Gesehen: Introduction (2021)

Gesehen: Introduction (2021)
(c) Grandfilm

Was war, was ist, was wird… Mit wem es war, mit wem es ist, mit wem es wird… Und wie wird es – nach eigenen Erwartungen oder doch fremdbestimmt? Das sind absolut keine belanglosen Fragestellungen, aber sie fühlen sich hier einfach arg beliebig angeordnet an. INTRODUCTION wirkt auf mich im Vergleich zu Hong Sang-soos vorherigen und nachfolgenden Arbeiten unausgegoren, wie ein Film im Findungsprozess, der aber bis zum Schluss zu keiner wirklichen Antwort kommt oder zumindest interessante Denkräume aufstößt.

★★☆☆☆

KR, R: Hong Sang-soo, D: Shin Seok-ho, Park Mi-so, Kim Young-ho, Ye Ji-won, Gi Ju-bong, Seo Young-hwa, Kim Min-hee, Cho Yun-hee, Ha Seong-guk, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Mean Girls (2024)

Gesehen: Mean Girls (2024)
(c) Paramount Pictures Germany

Hat Tina Fey auch nur einmal mit Menschen gesprochen, aus deren Leben sie hier erzählen will? Eine ihrer beiden Töchter wäre doch eine Option gewesen. Aber entweder ist das nie passiert oder sie hat nichts davon für voll genommen. Das MEAN GIRLS-Remake ist nämlich super von oben herab geschrieben und total aus der Zeit gefallen.

Damit meine ich nicht diese hier porträtierten toxischen Gruppendynamiken. Deren Authentizität kann ich von hier aus nur schwer beurteilen. Das Drehbuch interessiert sich auch sträflich wenig für sozioökonomische Faktoren und macht es so nicht unbedingt leicht, diese Welt überhaupt nachvollziehen zu können.

Vielmehr hat es mich sehr irritiert, wie sich hier über Teenager*innen lustig gemacht wird, die – wie hier insinuiert wird – viel zu leichtfertig mit dem Traumabegriff um sich schmeißen und es sich in ihrer Opferrolle bequem gemacht haben. Natürlich werden Begriffe wie Trauma heute leichtfertiger in den Mund genommen – aber nicht, weil sich Menschen damit „schmücken“ wollen, sondern weil allgemein offensiver über psychische Erkrankungen gesprochen wird.

Dann gibt es die Figur der Karen, der man absolut jedes Klischee eines „dummen“ Menschen auf den Leib geschrieben hat. Kann man machen, ist dann aber einfach bösartig – umso mehr, wenn man in einem Nebensatz fallen lässt, dass das eine Folge von Alkoholismus sein könnte.

Der Konservatismus quillt dem Film aus allen Poren – auch durch die Art und Weise, wie sexuelle Orientierungen in dieser Welt gezeichnet werden. Denn die einzige offen homosexuelle Figur ist dann eben doch nur der flamboyante Klischeeschwule in Sidekick-Rolle.

Der Film hat jede Chance, mit veralteten Klischees und überholten Rollenbildern zu brechen – und nutzt keine einzige davon.

★½☆☆☆

US, R: Arturo Perez Jr., Samantha Jayne, D: Angourie Rice, Reneé Rapp, Auli’i Cravalho, Jaquel Spivey, Avantika, Bebe Wood, Christopher Briney, Jenna Fischer, Busy Philipps, Tina Fey, Tim Meadows, Trailer, Wikipedia
Mean Girls - Der Girls Club - Stream: Online anschauen
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Gesehen: Monster (2023)

Gesehen: Monster (2023)
(c) Wild Bunch Germany

MONSTER mit eingenommen habe ich Stand heute erst sechs Filme von Hirokazu Kore-eda gesehen. Und innerhalb dieses Rahmens würde ich MONSTER als regelrecht transgressiv beschreiben. Der prinzipiell wohlwollende Blick auf Familien- und familienähnliche Gefüge weicht hier einer Art postmodernem Realismus. Die familiären Strukturen und solidarischen Fangnetze versagen auf ganzer Linie – und rauben den Kindern sozusagen einen Teil ihrer Unschuld.

Minato wird nach dem Tod seines Vaters alleine von seiner Mutter aufgezogen. Doch als er während der Fahrt die Autotür öffnet und sich auf die Straße fallen lässt, sucht die Mutter nie wirklich ein Gespräch mit ihrem Sohn über das Geschehene. Yori lebt alleine mit seinem Vater, der ein Alkoholproblem hat und ihn nach den Vorstellungen toxischer Männlichkeit formen will. In der Klasse der beiden Jungs ist Mobbing an der Tagesordnung und die Lehrer*innen sowie die Leitung sind nur daran interessiert, den Schein einer sauber funktionierenden Bildungseinrichtung aufrechtzuerhalten, statt aufkommende Probleme in ihren Ursachen zu bekämpfen.

Das als eine Art Vexierspiel angeordnet zu sehen, war faszinierend. Denn Kore-eda nutzt diese Struktur nicht für den billigen Twist-Effekt, der zuvor Gesehenes gewissermaßen entwerten würde. Hier geht es darum, die Erkenntnis um eine Facette nach der anderen zu erweitern.

Da konnte ich leicht verzeihen, dass der Film zum Schluss etwas zu sehr mit Melodramatik flirtet.

★★★★☆

JP, R: Hirokazu Kore-eda, D: Sakura Ando, Eita Nagayama, Soya Kurokawa, Hinata Hiiragi, Yûko Tanaka, Trailer, Wikipedia
Die Unschuld - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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Gesehen: The Novelist's Film (2022)

Gesehen: The Novelist's Film (2022)
(c) Grandfilm

Es gibt Menschen, die nicht anders können als zu kreieren, etwas im Inneren liegenden Ausdruck zu verleihen, in deren Leben kein Raum für das Unwesentliche und Zerstreuung ist. Doch was passiert, wenn diese Menschen und deren Schaffen plötzlich rezipiert werden – und zwar von einem immer größeren Publikum mit eigenen Ansprüchen, Vorstellungen und Erwartungen?

Ein Film (und Filmemacher), der im allerbesten Sinne mit sich hadert.

★★★½☆

KR/US, R: Hong Sang-soo, D: Lee Hye-young, Kim Min-hee, Seo Young-hwa, Park Mi-so, Kwon Hae-hyo, Cho Yun-hee, Ha Seong-guk, Trailer, Wikipedia
Die Schriftstellerin, ihr Film und ein glücklicher Zufall
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Gesehen: The Ministry of Ungentlemanly Warfare (2024)

Gesehen: The Ministry of Ungentlemanly Warfare (2024)
(c) Amazon Studios

Ich weiß gar nicht, was ich hier noch großartig zu sagen soll. Guy Ritchie hat zum drölfzigsten Mal den gleichen Film gedreht – ein paar flotte Sprüche hier, ein bisschen abgründiger Galgenhumor dort, krach und bumm, fertig. Ein bisschen wirkt es wie ein Film gewordener Mario Barth, der „INGLOURIOUS BASTERDS, kennste, kennste, kennste?!“ immer und immer wieder in die Kamera brüllt. Und wenn ich noch einmal diesen Gag à la „I am Fleming, Ian Fleming" über mich ergehen lassen muss, zünde ich irgendwas an.

★☆☆☆☆

GB/US, R: Guy Ritchie, D: Henry Cavill, Eiza González, Alan Ritchson, Henry Golding, Cary Elwes, Alex Pettyfer, Hero Fiennes Tiffin, Babs Olusanmokun, Henry Zaga, Til Schweiger, Freddie Fox, Rory Kinnear, Danny Sapani, Trailer, Wikipedia
The Ministry of Ungentlemanly Warfare - Stream: Online
Wie man “The Ministry of Ungentlemanly Warfare” auf Netflix und anderen Streaming-Diensten ansehen kann – einschließlich kostenloser Optionen.