Was war, was ist, was wird… Mit wem es war, mit wem es ist, mit wem es wird… Und wie wird es – nach eigenen Erwartungen oder doch fremdbestimmt? Das sind absolut keine belanglosen Fragestellungen, aber sie fühlen sich hier einfach arg beliebig angeordnet an. INTRODUCTION wirkt auf mich im Vergleich zu Hong Sang-soos vorherigen und nachfolgenden Arbeiten unausgegoren, wie ein Film im Findungsprozess, der aber bis zum Schluss zu keiner wirklichen Antwort kommt oder zumindest interessante Denkräume aufstößt.
★★☆☆☆
KR, R: Hong Sang-soo, D: Shin Seok-ho, Park Mi-so, Kim Young-ho, Ye Ji-won, Gi Ju-bong, Seo Young-hwa, Kim Min-hee, Cho Yun-hee, Ha Seong-guk, Trailer, Wikipedia
Hat Tina Fey auch nur einmal mit Menschen gesprochen, aus deren Leben sie hier erzählen will? Eine ihrer beiden Töchter wäre doch eine Option gewesen. Aber entweder ist das nie passiert oder sie hat nichts davon für voll genommen. Das MEAN GIRLS-Remake ist nämlich super von oben herab geschrieben und total aus der Zeit gefallen.
Damit meine ich nicht diese hier porträtierten toxischen Gruppendynamiken. Deren Authentizität kann ich von hier aus nur schwer beurteilen. Das Drehbuch interessiert sich auch sträflich wenig für sozioökonomische Faktoren und macht es so nicht unbedingt leicht, diese Welt überhaupt nachvollziehen zu können.
Vielmehr hat es mich sehr irritiert, wie sich hier über Teenager*innen lustig gemacht wird, die – wie hier insinuiert wird – viel zu leichtfertig mit dem Traumabegriff um sich schmeißen und es sich in ihrer Opferrolle bequem gemacht haben. Natürlich werden Begriffe wie Trauma heute leichtfertiger in den Mund genommen – aber nicht, weil sich Menschen damit „schmücken“ wollen, sondern weil allgemein offensiver über psychische Erkrankungen gesprochen wird.
Dann gibt es die Figur der Karen, der man absolut jedes Klischee eines „dummen“ Menschen auf den Leib geschrieben hat. Kann man machen, ist dann aber einfach bösartig – umso mehr, wenn man in einem Nebensatz fallen lässt, dass das eine Folge von Alkoholismus sein könnte.
Der Konservatismus quillt dem Film aus allen Poren – auch durch die Art und Weise, wie sexuelle Orientierungen in dieser Welt gezeichnet werden. Denn die einzige offen homosexuelle Figur ist dann eben doch nur der flamboyante Klischeeschwule in Sidekick-Rolle.
Der Film hat jede Chance, mit veralteten Klischees und überholten Rollenbildern zu brechen – und nutzt keine einzige davon.
★½☆☆☆
US, R: Arturo Perez Jr., Samantha Jayne, D: Angourie Rice, Reneé Rapp, Auli’i Cravalho, Jaquel Spivey, Avantika, Bebe Wood, Christopher Briney, Jenna Fischer, Busy Philipps, Tina Fey, Tim Meadows, Trailer, Wikipedia
MONSTER mit eingenommen habe ich Stand heute erst sechs Filme von Hirokazu Kore-eda gesehen. Und innerhalb dieses Rahmens würde ich MONSTER als regelrecht transgressiv beschreiben. Der prinzipiell wohlwollende Blick auf Familien- und familienähnliche Gefüge weicht hier einer Art postmodernem Realismus. Die familiären Strukturen und solidarischen Fangnetze versagen auf ganzer Linie – und rauben den Kindern sozusagen einen Teil ihrer Unschuld.
Minato wird nach dem Tod seines Vaters alleine von seiner Mutter aufgezogen. Doch als er während der Fahrt die Autotür öffnet und sich auf die Straße fallen lässt, sucht die Mutter nie wirklich ein Gespräch mit ihrem Sohn über das Geschehene. Yori lebt alleine mit seinem Vater, der ein Alkoholproblem hat und ihn nach den Vorstellungen toxischer Männlichkeit formen will. In der Klasse der beiden Jungs ist Mobbing an der Tagesordnung und die Lehrer*innen sowie die Leitung sind nur daran interessiert, den Schein einer sauber funktionierenden Bildungseinrichtung aufrechtzuerhalten, statt aufkommende Probleme in ihren Ursachen zu bekämpfen.
Das als eine Art Vexierspiel angeordnet zu sehen, war faszinierend. Denn Kore-eda nutzt diese Struktur nicht für den billigen Twist-Effekt, der zuvor Gesehenes gewissermaßen entwerten würde. Hier geht es darum, die Erkenntnis um eine Facette nach der anderen zu erweitern.
Da konnte ich leicht verzeihen, dass der Film zum Schluss etwas zu sehr mit Melodramatik flirtet.
Es gibt Menschen, die nicht anders können als zu kreieren, etwas im Inneren liegenden Ausdruck zu verleihen, in deren Leben kein Raum für das Unwesentliche und Zerstreuung ist. Doch was passiert, wenn diese Menschen und deren Schaffen plötzlich rezipiert werden – und zwar von einem immer größeren Publikum mit eigenen Ansprüchen, Vorstellungen und Erwartungen?
Ein Film (und Filmemacher), der im allerbesten Sinne mit sich hadert.
★★★½☆
KR/US, R: Hong Sang-soo, D: Lee Hye-young, Kim Min-hee, Seo Young-hwa, Park Mi-so, Kwon Hae-hyo, Cho Yun-hee, Ha Seong-guk, Trailer, Wikipedia
Ich weiß gar nicht, was ich hier noch großartig zu sagen soll. Guy Ritchie hat zum drölfzigsten Mal den gleichen Film gedreht – ein paar flotte Sprüche hier, ein bisschen abgründiger Galgenhumor dort, krach und bumm, fertig. Ein bisschen wirkt es wie ein Film gewordener Mario Barth, der „INGLOURIOUS BASTERDS, kennste, kennste, kennste?!“ immer und immer wieder in die Kamera brüllt. Und wenn ich noch einmal diesen Gag à la „I am Fleming, Ian Fleming" über mich ergehen lassen muss, zünde ich irgendwas an.
★☆☆☆☆
GB/US, R: Guy Ritchie, D: Henry Cavill, Eiza González, Alan Ritchson, Henry Golding, Cary Elwes, Alex Pettyfer, Hero Fiennes Tiffin, Babs Olusanmokun, Henry Zaga, Til Schweiger, Freddie Fox, Rory Kinnear, Danny Sapani, Trailer, Wikipedia
Dieser Film ist eine kreative Bankrotterklärung, ein resigniertes Hinnehmen dessen, mit KINGSMAN bereits alles gesagt, alles an inszenatorischen Kniffen auf den Tisch gelegt zu haben. Es ist unglaublich ermüdend, Matthew Vaughn fast zwei Stunden lang bei der verzweifelten Suche nach Originalität zuzusehen, nur um dann auf den letzten Metern doch noch KINGSMAN von Wish geliefert zu bekommen.
Diesem Film diesen 139-minütigen Raum zu geben, ist sein Todesurteil. Klar, man kann über die Abstrusitäten des Agentenfilms debattieren, über seelenlose Massenware auf dem Literaturmarkt streiten und irgendwo auch über Verschwörungserzählungen nachdenken. Aber dafür ist der Film letztlich doch zu zahnlos, zu unmotiviert und ultimativ auch zu uninteressiert. (Auch die aalglatte und immer wieder erschreckend blutleere Apple-Optik ist dem Film nicht gerade zuträglich.)
★½☆☆☆
GB/US, R: Matthew Vaughn, D: Dallys Bryce Howard, Sam Rockwell, Bryan Cranston, Catherine O'Hara, Henry Cavill, Ariana DeBose, John Cena, Dua Lipa, Samuel L. Jackson, Sofia Boutella, Richard E. Grant, Trailer, Wikipedia
„Heute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag, habe ich mir einfach mal überlegt, welche Möglichkeiten und Privilegien Männer haben, die ich für uns auch gern hätte“, schreibt Jasmin Schreiber. Man(n) liest und scrollt sehr lange.
Privilegien, die ich als Frau auch gern hätte — JASMIN SCHREIBERHeute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag,
Die heutigen Dailies unter anderem mit: Robyn, Hank Green und Alice Rohrwacher
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