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Umberto Ecos „Der ewige Faschismus“

Umberto Ecos „Der ewige Faschismus“
(c) Erinc Salor unter CC BY-SA 2.0

Mit dem Werk Umberto Ecos hatte ich bisher kaum Berührungspunkte. Umso eindrucksvoller war für mich nun sein Essay „Der ewige Faschismus“, das fast 30 Jahre alt ist und mit haarsträubender Präzision herausarbeitet, was den Faschismus ausmacht. Das komplette Essay ist mehr als lohnenswert, seine 14 Punkte sind aber auch noch mal in der Wikipedia zusammengefasst. Die Parallelen zur Gegenwart sind offensichtlich.

Ur-Fascism | Umberto Eco
I think it is possible to outline a list of features that are typical of what I would like to call Ur-Fascism, or Eternal Fascism. These features cannot be organized into a system; many of them contradict each other, and are also typical of other kinds of despotism or fanaticism. But it is enough that one of them be present to allow fascism to coagulate around it.

Studie zeigt: Biodiversität in Büchern nimmt seit 1830 kontinuierlich ab

Studie zeigt: Biodiversität in Büchern nimmt seit 1830 kontinuierlich ab
(c) Christopher Lowe / Unsplash
Das Verschwinden von Arten ist nicht nur in der Natur, sondern auch in der Literatur zu beobachten. Das zeigt eine Studie, die sich mit literarischen Werken der letzten 300 Jahre befasst. Die Darstellung und Vielfalt von Tieren und Pflanzen in Büchern nahm im 18. Jahrhundert stark zu, ab den 1830er-Jahren jedoch kontinuierlich ab. Ein Hinweis auf die zunehmende Entfremdung des Menschen von der Natur?
Biodiversität in der Literatur – Das Artensterben zwischen den Zeilen | MDR.DE
Das Sterben von Tier- und Pflanzenarten zeigt sich nicht nur in der Natur, sondern auch in der Literatur. Dabei spielen Bücher und Texte eine wichtige Rolle für unser Naturverständnis. Beitrag von Julia Seegers

Spannender Ansatz, Biologie und Literaturwissenschaften für eine derartige Betrachtung zusammenzuführen. Mehr über die (Entwicklung der) Welt durch die Linse der Kultur erfahren zu können, holt mich – wenig überraschend – natürlich immer ab.

ContraPoints: Twilight

ContraPoints: Twilight
(c) ContraPoints, Natalie Wynn
The debates about romance fiction are not frivolous. They concern the deepest questions in women’s lives. What does happiness look like? What do we want from love, from sex? What does it mean to succeed as a woman? What does it mean to be a woman? What does it mean to be anything? Why is Twilight like this?

Now, some people say that I’m overly fixated on Twilight, that mother is having another episode. And maybe some of those people are my psychiatrist, and maybe they’re trying to put me on mood stabilizers. But here’s why those people are wrong.

To answer these questions and more, I read the entire Twilight-Saga. Twice. I watched the movies 37 times. I read 3.000 pages of psychoanalysis and 8.000 pages of queer and radical feminist theory.

Fast ein Jahr nach ihrem letzten Video haut Natalie Wynn einen weiteren dreistündigen Banger raus.

Deutschlandfunk Kultur: Wie Frauen in der Geschichte unsichtbar gemacht wurden

Deutschlandfunk Kultur: Wie Frauen in der Geschichte unsichtbar gemacht wurden
(c) Museums Victoria / Unsplash
Mileva Marić oder Elisabeth Hauptmann blieben unbekannt, ihre Leistungen für Wissenschaft und Kultur verschwiegen. Das habe Auswirkungen bis heute, sagt Leonie Schöler. Die Historikerin hat Biografien von einflussreichen Frauen zusammengetragen.

Zwerge auf den Schultern von Riesinnen. Zum ersten Mal habe ich dazu durch den Beitrag vom Matilda-Effekt gehört – also von dieser Form der Beschreibung dieser systemischen Probleme.

“Beklaute Frauen” von Leonie Schöler
Mileva Marić oder Elisabeth Hauptmann blieben unbekannt, ihre Leistungen verschwiegen. Das habe Auswirkungen bis heute, sagt Leonie Schöler.

(Deutschlandfunk Kultur Lesart via Kunstreiz)

Gelesen: „Die Einladung“ (2023) von Emma Cline

Hat mich sehr oft an Bong Joon-hos PARASITE denken lassen

Gelesen: „Die Einladung“ (2023) von Emma Cline
Cover: Carl Hanser Verlag

Dieser über allem hängende Nebel der mal mehr und mal weniger diffusen Bedrohung hat mich schon gepackt. Emma Cline lässt den aus Richtung unseren Wissens über patriarchale Realitäten über ihrer Protagonistin aufziehen, spricht die Bedrohungslage jedoch nur selten explizit an.

Gemischt mit der ökonomischen Abwärtsspirale, in die ihre Protagonistin offenkundig geraten ist, liegt so eine konstante Spannung in der Luft, die – im allerbesten Sinne – wahnsinnig unangenehm ist. Denn die Zukunftsvision der Protagonistin hat nur wenig mit Erlösung und Befreiung zu tun. Wer permanent auf Eierschalen laufen, eine Maske tragen und eine Rolle spielen muss, ist nicht frei, sondern eine leere Hülle aus Fleisch, die andere nach Gutdünken mit ihren Vorstellungen füllen können und werden.

Sehr oft musste ich dahingehend an Bong Joon-hos meisterhaften Film PARASITE (2019) denken, in dem die Protagonist*innen zunächst in der Hoffnung auf ökonomischen Aufstieg alles daran setzen, sich unterwerfen zu dürfen und nicht erkennen, dass dabei nicht sie, sondern nur der Kapitalismus und seine Vasallen profitieren.

★★★★☆

Carl Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-27850-9