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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 211

Gesehen: Bottoms (2023) - Genre und Drang

Emma Seligman lässt sich gar nicht erst auf scheinbar elaborierte Genredekonstruktionen ein.

Gesehen: Bottoms (2023) - Genre und Drang
Foto: Amazon MGM Studios

Ein Film, der sich in ein derart bis zum Erbrechen durchexerzierte und bespielte Setting begibt, muss furchtlos inszeniert werden – und BOTTOMS ist das. Emma Seligman lässt sich gar nicht erst auf scheinbar elaborierte Genredekonstruktionen* ein, denn auch das ist bereits zur Genüge getan und zuletzt eher dürftig versucht worden. Stattdessen prescht sie radikal und mit keinerlei Respekt für nichts nach vorne, haut auf Fressen und tritt Ärsche – sprich- und wortwörtlich. Vielleicht schaue ich auch einfach zu wenig Highschool-Filme, aber hier hatte ich wirklich so wie nur selten das Gefühl, echte Jugendliche sprechen zu hören – und zwar unverkrampft, ohne hölzern eingebrachten

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Kinotagebuch: Rope (1948)

Kinotagebuch: Rope (1948)

Wer hätte gedacht, dass ich einen Hitchcock nochmal im Kino sehe... Danke an die Cinémathèque dafür und auch für das „Begleitprogramm“ mit Jens Wawrczeck aka Peter Shaw von Die drei ???, der mit How to Hitchcock über seine Liebe für dessen Filme geschrieben hat und offenbar nun mit Lesebrille und Filmen im Gepäck durch die Republik zieht.

📸 Tolles Beweisfoto vom hohen Besuch

Jens Wawrczeck aka Peter Shaw von Die drei ??? (r.) zusammen mit der fürs Filmprogramm der Cinémathèque verantwortlichen Katharina Franck (l.)

Zugänglich, unterhaltsam, spannend – diese Gratwanderung beherrscht Hitchcock einfach. ROPE ist da keine Ausnahme und super gecastetes Kino. Es ist

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Hörtipp: Diese eine Liebe – 40 Jahre Die Ärzte

Es gibt nur einen Gott: BELAFARINROD!

Hörtipp: Diese eine Liebe – 40 Jahre Die Ärzte
Screenshot: ARD-Audiothek

Es gibt nur wenige Bands oder Musiker:innen, von denen ich wirklich Fan bin. Die Ärzte gehören eindeutig dazu. Sie waren mein erstes „richtiges" Konzert – das dürfte rund um Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer! gewesen sein – und auch in Zeiten, in denen ich nur wehr wenig Musik höre, komme ich immer wieder auf die Berliner zurück. Umso beschämender, dass mir das vierzigjährige Bandjubliäum im vergangenen Jahr doch irgendwie durch die Lappen gegangen ist.

Doch dann habe ich diesen coolen Podcast von und mit Marco Seiffert als Fand und ARD-Reporter in Personalunion entdeckt. Der hat sich alle Konzerte der zum Jubiläum

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Gesehen: Manderlay (2005) - Inhärent böse

Willkommen in der Welt des zynisch-misanthropen Lars von Trier.

Gesehen: Manderlay (2005) - Inhärent böse
Foto: Zentropa Entertainments

Der Mensch ist inhärent böse – oder zumindest nicht zu Gutem in der Lage. Er missbraucht die Demokratie zur Legitimation des ihm inhärent Bösen und Lossagung von individueller Schuld. Er verkennt zuerst und bedient sich später der Verzahnung von Kapitalismus und Rassismus. Aufstieg ist zwingend mit Unterdrückung anderer verbunden. Willkommen in der Welt des zynisch-misanthropen Lars von Trier, die unverkennbar nicht unerhebliche Teile ihres Fundaments mit unserer teilt.

★★★½☆

🇩🇰/🇸🇪/🇳🇱/🇫🇮/🇬🇧/🇫🇷/🇩🇪, R: Lars von Trier, D: Bryce Dallas Howard, Isaach de Bankolé, Willem Dafoe, Danny Glover, Lauren Bacall, Jean-Marc Barr, Udo Kier, Chloë Sevigny, Zeljko Ivanek, Teddy Kempner, Udo Kier, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto:
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Gesehen: Early Spring (1956) - 70 Jahre alte Gegenwärtigkeit

Es lässt als epochal bezeichnen, in welcher Breite, mit welcher Deutlichkeit und mit welchem Nachdruck Yasujirō Ozu formuliert.

Gesehen: Early Spring (1956) - 70 Jahre alte Gegenwärtigkeit
Foto: Shochiku

Es lässt sich fast schon als epochal bezeichnen, in welcher Breite, mit welcher Deutlichkeit und mit welchem Nachdruck dieser Film ausformuliert und ausbuchstabiert, welchen nahezu religiösen Stellenwert Arbeit, Beruf und Karriere in der japanischen Gesellschaft haben und wie es genau das ist, was dem Leben und der Liebe Stück für Stück den Raum und den Wert nimmt.

Komplette Existenzen werden um die Arbeit und die damit verbundenen gesellschaftlichen Normen herum konstruiert. Ein Privatleben im Sinne von Freund:innenschaften, Liebe, Familie und Kindern muss innerhalb dieses Konstrukts stattfinden oder gar Teil des Konstrukts sein bzw. werden. Es ist die Dehumanisierung mit

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Mein Medienmenü - Woche 46/2023 & Aki Kaurismäki

Haha, wie ich vergangene Woche noch das emotionale Gewicht bei Barry vermisst habe... Denn das liefert die Serie ziemlich schnell nach. Trotzdem bleibt Teil meiner kritischen Betrachtung, dass sich die Serie dann ein paarmal zu oft an den falschen Stellen mit Humor letztlich das Wasser abgräbt. Insgesamt war ich aber wirklich gehookt und habe die Serie nicht umsonst am Stück weggeschaut.

Auf Filnseite habe ich kurz durchgeatmet und Artes Kollektionen mit Werken von Yasujirō Ozu und Agnès Varda ruhen lassen. Der Depublizierungsdruck ist auch noch nicht sonderlich hoch, es ist noch Zeit. Hinsichtlich Verfügbarkeit von fabelhaften Filmen kann ich mich

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