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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Manderlay (2005) - Inhärent böse

Willkommen in der Welt des zynisch-misanthropen Lars von Trier.

Gesehen: Manderlay (2005) - Inhärent böse
Foto: Zentropa Entertainments

Der Mensch ist inhärent böse – oder zumindest nicht zu Gutem in der Lage. Er missbraucht die Demokratie zur Legitimation des ihm inhärent Bösen und Lossagung von individueller Schuld. Er verkennt zuerst und bedient sich später der Verzahnung von Kapitalismus und Rassismus. Aufstieg ist zwingend mit Unterdrückung anderer verbunden. Willkommen in der Welt des zynisch-misanthropen Lars von Trier, die unverkennbar nicht unerhebliche Teile ihres Fundaments mit unserer teilt.

★★★½☆

🇩🇰/🇸🇪/🇳🇱/🇫🇮/🇬🇧/🇫🇷/🇩🇪, R: Lars von Trier, D: Bryce Dallas Howard, Isaach de Bankolé, Willem Dafoe, Danny Glover, Lauren Bacall, Jean-Marc Barr, Udo Kier, Chloë Sevigny, Zeljko Ivanek, Teddy Kempner, Udo Kier, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Zentropa Entertainments

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A ★★★½ review of Manderlay (2005)
Der Mensch ist inhärent Böse – oder zumindest nicht zu Gutem in der Lage. Er missbraucht die Demokratie zur Legitimation des ihm inhärent Bösen und Lossagung von individueller Schuld. Er verkennt zuerst und bedient sich später der Verzahnung von Kapitalismus und Rassismus. Aufstieg ist zwingend mit Unterdrückung anderer verbunden. Willkommen in der Welt des zynisch-misanthropen Lars von Trier, die unverkennbar nicht unerhebliche Teile ihres Fundaments mit unserer teilt. Da MANDERLAY jedoch explizit als Fortsetzung zu DOGVILLE angelegt ist, muss sich der Film durchaus die Frage gefallen lassen, ob er auch abseits seiner inneren Logik als solche Funktioniert. Und die Antwort

Gesehen: Early Spring (1956) - 70 Jahre alte Gegenwärtigkeit

Es lässt als epochal bezeichnen, in welcher Breite, mit welcher Deutlichkeit und mit welchem Nachdruck Yasujirō Ozu formuliert.

Gesehen: Early Spring (1956) - 70 Jahre alte Gegenwärtigkeit
Foto: Shochiku

Es lässt sich fast schon als epochal bezeichnen, in welcher Breite, mit welcher Deutlichkeit und mit welchem Nachdruck dieser Film ausformuliert und ausbuchstabiert, welchen nahezu religiösen Stellenwert Arbeit, Beruf und Karriere in der japanischen Gesellschaft haben und wie es genau das ist, was dem Leben und der Liebe Stück für Stück den Raum und den Wert nimmt.

Komplette Existenzen werden um die Arbeit und die damit verbundenen gesellschaftlichen Normen herum konstruiert. Ein Privatleben im Sinne von Freund:innenschaften, Liebe, Familie und Kindern muss innerhalb dieses Konstrukts stattfinden oder gar Teil des Konstrukts sein bzw. werden. Es ist die Dehumanisierung mit Ansage.

Dazu legt Ozu hier radikal offen, mit welcher Doppelmoral auf die jeweiligen Rollen von Mann und Frau geblickt wurde, wie hinsichtlich dessen unverhohlen mit zweierlei Maß gemessen wurde. Damit ist der fast 70 Jahre alte Film ziemlich gegenwärtig.

Und trotzdem gelingt ihm zum Abschluss etwas, das irgendwo auf der Grenze zwischen Utopie und dem Glauben an den Besserungswillen des Menschen lebt: die Möglichkeit, die Konstrukte einzureißen, die Trümmer zu planieren und so auf gleichberechtigter Ausgangsposition neu anzufangen, zueinander zu finden.

★★★★½

🇯🇵, R: Yasujirō Ozu, D: Ryō Ikebe, Chikage Awashima, Keiko Kishi, Takako Fujino, Kuniko Miyake, Chishū Ryū, Haruko Sugimura, Kumeko Urabe, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Shochiku

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A ★★★★½ review of Early Spring (1956)
Es lässt sich fast schon als epochal bezeichnen, in welcher Breite, mit welcher Deutlichkeit und mit welchem Nachdruck dieser Film ausformuliert und ausbuchstabiert, welchen nahezu religiösen Stellenwert Arbeit, Beruf und Karriere in der japanischen Gesellschaft haben und wie es genau das ist, was dem Leben und der Liebe Stück für Stück den Raum und den Wert nimmt. Komplette Existenzen werden um die Arbeit und die damit verbundenen gesellschaftlichen Normen herum konstruiert. Ein Privatleben im Sinne von Freund*innenschaften, Liebe, Familie und Kindern muss innerhalb dieses Konstrukts stattfinden oder gar Teil des Konstrukts sein bzw. werden. Es ist die Dehumanisierung mit Ansage.

Gesehen: The Mummy Returns (2001) - Keine Gefangenen

Will krampfhaft der nächste Indy sein, ist aber überraschend gut gealtert.

Gesehen: The Mummy Returns (2001) - Keine Gefangenen
Foto: Universal Pictures International Germany

Was mit gefallen hat: Der Film macht keine Gefangenen und zeigt innerhalb der ersten Minuten bereits in Körper eindringende Schwerter, ist sehr dynamisch und vor aufwendiger Kulisse inszeniert. Dazu ist die Tricktechnik überraschend gut gealtert und Brendan Fraser scheint wirklich für diese Art von Rollen gemacht zu sein.

Was mich irritiert hat: Die Mumie will am allerliebsten zurück in die Zeit der ursprünglichen INDIANA JONES-Trilogie kehren. Es ist beschämend, wie sehr im wahrsten Wortsinne dieser Film ein Indy sein will – nämlich, indem er sich von Figurenkonstellation über Plotstruktur und kleinerer Gimmicks bis hin zum Score dreist nah an sein großes Vorbild heranwagt. Diesen Eindruck hatte ich beim Vorgänger nicht. Klar stand der auch schon auf den Schultern von Indy, aber er hat meinem Empfinde nach doch versucht, etwas Eigenes zu schaffen.

Was sich hinter dem wirren Spektakel verbirgt: THE MUMMY RETURNS ist im Kern ein streng konservativer Film. Denn er verknüpft den Fortbestand der Welt mit dem Überleben der Kernfamilie. Die kann es nicht mehr geben, wenn das Kind stirbt. Wenn das Kind stirbt, ist auch die Welt dem Untergang geweiht. Die vermeintliche Progressivität mit „starker“ Frau ist nicht viel mehr als Augenwischerei, die die Blicke vom ideologischen Kern des Films abwenden lassen soll.

★★½☆☆

🇺🇸, R: Stephen Sommers, D: Brendan Fraser, Rachel Weisz, John Hannah, Arnold Vosloo, Oded Fehr, Patricia Velásquez, Freddie Boath, Dwayne Johnson, Alun Armstrong, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Shaun Parkes, Bruce Byron, Joe Dixon, Tom Fisher, Aharon Ipalé, Quill Roberts, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Universal Pictures International Germany

Die Mumie kehrt zurück - Stream: Jetzt Film online anschauen
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A ★★½ review of The Mummy Returns (2001)
Was mit gefallen hat: Der Film macht keine Gefangenen und zeigt innerhalb der ersten Minuten bereits in Körper eindringende Schwerter, ist sehr dynamisch und vor aufwendiger Kulisse inszeniert. Dazu ist die Tricktechnik überraschend gut gealtert und Brendan Fraser scheint wirklich für diese Art von Rollen gemacht zu sein. Was mich irritiert hat: Die Mumie will am allerliebsten zurück in die Zeit der ursprünglichen INDIANA JONES-Trilogie kehren. Es ist beschämend, wie sehr im wahrsten Wortsinne dieser Film ein Indy sein will – nämlich, indem er sich von Figurenkonstellation über Plotstruktur und kleinerer Gimmicks bis hin zum Score dreist nah an sein

Gesehen: Shadows in Paradise (1986) - Arbeiter:innenumarmung

Aki Kaurismäkis klarer Blick auf die Welt ist immer wieder heilsam.

Gesehen: Shadows in Paradise (1986) - Arbeiter:innenumarmung
Foto: Villealfa Filmproductions

Es ist immer wieder so toll Aki Kaurismäkis klaren Blick auf die Welt zu sehen. Er umarmt die Arbeiter:innenklasse wie nur wenige andere. Ihr begegnet er auf Augenhöhe, erzählt von deren Leben. Und obwohl auch dieser Film romantisch ist, ist ihm das Romantisieren fremd. Kaurismäkis Figuren buckeln, buckeln und buckeln – um irgendwann im Ruhestand mit der Frau die Welt sehen zu können, zu Grunde, zu Tode, immer nur für den Profit anderer.

Zum Dank werden sie beschämt, stigmatisiert, kleingehalten, gegeneinander ausgespielt – und zwar so sehr, dass es ihre Selbstwahrnehmung zerfrisst. Ob dieser finsteren Welt dann trotzdem mit derartigem Nachdruck das zarte Pflänzchen der Liebe gedeihen zu lassen, das beherrschen nur wenige so wie Aki Kaurismäki und deshalb sind seine Filme so zeitlos wichtiges Kino.

★★★★☆

🇫🇮, R: Aki Kaurismäki, D: Matti Pellonpää, Kati Outinen, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Villealfa Filmproductions

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A ★★★★ review of Shadows in Paradise (1986)
Es ist immer wieder so toll Aki Kaurismäkis klaren Blick auf die Welt zu sehen. Er umarmt die Arbeiter*innenklasse wie nur wenige andere. Ihr begegnet er auf Augenhöhe, erzählt von deren Leben. Und obwohl auch dieser Film romantisch ist, ist ihm das Romantisieren fremd. Kaurismäkis Figuren buckeln, buckeln und buckeln – um irgendwann im Ruhestand mit der Frau die Welt sehen zu können, zu Grunde, zu Tode, immer nur für den Profit anderer. Zum Dank werden sie beschämt, stigmatisiert, kleingehalten, gegeneinander ausgespielt – und zwar so sehr, dass es ihre Selbstwahrnehmung zerfrisst. Ob dieser finsteren Welt dann trotzdem mit derartigem

Are Film Critics a Dying Breed?

Are Film Critics a Dying Breed?
Foto: Broey Deschanel

Schönes Video über den Wert von Filmkritik. Wir müssen Kulturkritik wirklich um jeden Preis erhalten und nicht den Influencer:innen überlassen. Die haben zwar ihren Platz, denen ich ihnen auch gar nicht streitig machen will. Aber sich mit Film über den reinen Unterhaltungsfaktor hinaus zu beschäftigen, das Medium als Kunst zu begreifen, wahrzunehmen und zu besprechen, das muss auch seinen Platz haben.

Gesehen: Deep Water (2022) - Problemfilm

Viel behauptet, wenig geliefert...

Gesehen: Deep Water (2022) - Problemfilm
Foto: Amazon MGM Studios

Ein Film über Begehren, Eifersucht, Kontrolle und deren Verlust, dem es an jeglicher (erotischer) Spannung fehlt, diese aber behauptet, hat ein Problem.

★★☆☆☆

🇺🇸, R: Adrian Lyne, D: Ben Affleck, Ana de Armas, Tracy Letts, Lil Rel Howery, Dash Mihok, Finn Wittrock, Kristen Connolly, Jacob Elordi, Rachel Blanchard, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Amazon MGM Studios

Tiefe Wasser - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “Tiefe Wasser” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★ review of Deep Water (2022)
Ein Film über Begehren, Eifersucht, Kontrolle und deren Verlust, dem es an jeglicher (erotischer) Spannung fehlt, diese aber behauptet, hat ein Problem.