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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 2

Gesehen: Wicked: For Good (2025) - Tablettparade

„I could stand in the middle of Fifth Avenue...“

Gesehen: Wicked: For Good (2025) - Tablettparade
Bild: Universal Pictures International Germany

Ich muss nicht noch mal andere Worte für das finden, was ich schon zu WICKED aufgeschrieben habe:

Der Film ist super wirr und es ist extrem anstrengend zu ordnen, wonach hier alles ausgeholt, geschlagen und gegriffen wird – was aber nicht unbedingt schlecht ist. Denn viele Themen sind recht klug verwoben. Klug heißt hier nicht unbedingt subtil, aber man muss sich eben auch immer wieder bewusst werden, dass Musicals und arthousige Nuancierung nicht unbedingt Hand in Hand gehen und das auch gar nicht das Ansinnen ist.

In FOR GOOD wirkt es auf mich so, als ob all die unbedingt wichtigen Motive

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Horny am 09. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Robyn, Hank Green und Alice Rohrwacher

Horny am 09. Januar 2026
Bild: Wilhelm Gunkel / Unsplash

Bedarf keiner zusätzlichen Worte. Banger!

(Mehr bei Stereogum)


Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Ich hab's mir die Tage auch angeschaut, aber total vergessen, das auch hier ins Blog zu packen: Hank Greens Comedy-Special Pissing Out Cancer. Zum Glück hat mich Sascha dran erinnert. Es ist smart und lustig!


Meine Existenz auf Goodreads liegt schon länger brach – genau, wie Amazon die Bücherplattform schon seit Jahren behandelt. Deshalb bin ich auch gewechselt zu The StoryGraph. Dort

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Gesehen: The Human Condition (1959-61) - Was sich verschiebt

Masaki Kobayashis fast zehnstündiges Epos spürt nach, wie sich im Faschismus welche Grenzen verschieben

Gesehen: The Human Condition (1959-61) - Was sich verschiebt
Bilder: Arrow Films, Montage: Ich

No Greater Love

Ein Dokument des Verschiebens – des Verschiebens von jeder moralischen Grenze, jeden Tag ein Stück mehr. Die dafür notwendigen Schritte sind mal klein, mal groß und folgen einem paradoxen Muster. Einerseits ist die reine Schlagzahl dieser Grenzverschiebungen desorientierend, andererseits aber auch eine Summe vieler kleiner, kontinuierlich gefällter Entscheidungen, die einen Gewöhnungseffekt erzeugen.

Masaki Kobayashi lässt dafür grandios Form und Inhalt nahtlos ineinandergreifen. Denn dieses Abrutschen in die Unmoral findet auch bildkompositorisch Widerhall. In Momenten, in denen die Zivilisation zugunsten der Barbarei abgerissen wird, ist der Protagonist oftmals mit mehreren anderen Menschen im Raum. Es entsteht eine Enge,

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Gesehen: Der Tiger (2025) - Zufälle gibt's

Als ob es Elem Klimows „Komm und sieh“ nie gegeben hätte

Gesehen: Der Tiger (2025) - Zufälle gibt's
Bild: Amazon MGM Studios

Es ist total befremdlich, wie viel Energie der Film darauf verwendet, diese Wehrmachtssoldaten zu entpolitisieren – bis hin zu Sprüchen wie „Keine Politik in meinem Panzer" und „Wir haben nur Befehle ausgeführt". Es ist schon bemerkenswert, dass der Regisseur nach NAPOLA schon wieder einen Haufen junger Männer gefunden hat, in denen keiner ein ausgemachter Nazi gewesen zu sein scheint.

Nun ließe sich argumentieren, dass der Film genau diese Ausflüchte ins vermeintliche Mitläufertum zerlegen will und sehr wohl mindestens einen Nazinazi zeigt, der mit seiner fadenscheinigen Argumentation, mit seinen Taten und deren Folgen konfrontiert und dadurch sein Abstieg in die Hölle eingeläutet

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Gesehen: War and Peace (1956) - Sissi, dekonstruiert

Die Kontraste zwischen Bildästhetik und Inhalt, die King Vidor hier aufzieht, machen den Film aus

Gesehen: War and Peace (1956) - Sissi, dekonstruiert
Bild: Paramount Pictures

Ich war sehr angetan davon, wie zu Beginn diese Bildästhetik einer melodramatischen Romanze, die etwa an die tschechischen Märchenverfilmungen wie DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL oder auch Historienschinken wie SISSI erinnert, mit dem über allem thronenden Kriegsthema kontrastiert wird.

In dieser vermeintlich heilen Märchenwelt, in der „guten" Männern zugeschriebene Tugenden wie Mut und Stolz auch immer eng verbunden sind mit militärischer Ehre und mitunter regelrechtem Kriegseifer, in der das Autoritäre schier unlösbar tief in den Menschen verankert ist, ist Pazifismus eine Krankheit, die ausgerottet werden muss.

Der Kontrast zwischen Form und Inhalt wird immer härter, bis auch die Bilder diesem Abstieg

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Gesehen: Year One (1974) - Eine Frage der Ästhetik

Roberto Rossellini betrachtet die Demokratie als System voller Widersprüche

Gesehen: Year One (1974) - Eine Frage der Ästhetik
Bild: Coproduction Office

Nach der Null kommt die Eins. Bei Roberto Rossellini liegen dazwischen gut 26 Jahre. 26 Jahre, die zwischen GERMANY, YEAR ZERO und YEAR ONE liegen. 26 Jahre, um das Grundlegende im Kampf gegen den Faschismus und für die Demokratie auszuformulieren. 26 Jahre, in denen Rossellini keine ästhetischen Kategorien für diese Kämpfe findet – oder zum Schluss kommt, dass diese Kämpfe nicht ästhetisiert werden sollten.

Akribisch dröselt Rossellini auf, dass Demokratie kein Naturzustand ist, auf den die Gesellschaft nach dem Zerbrechen eines anderen Herrschaftssystems zurückfällt. Dass die Demokratie ein extrem fragiles Konstrukt ohne Finalzustand ist, weil sie von einem permanenten Aushandeln von

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