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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 165

Gesehen: LOLA (2020)

Gesehen: LOLA (2020)
(c) NEUE VISIONEN

Es ist schon ganz clever gemacht, wie schnell der Film das auf der Hand liegende aus dem Weg räumt. Während man noch müde darüber lächelt, wie eine Welt ohne David Bowie aussehen würde, bereitet der Film unter der Hand einen ziemlich effektiven Schlag in die Magengrube vor.

Letztlich führt LOLA noch einmal vor Augen, wie nah die Welt schon einmal am Abgrund stand und welche Gefahren daran liegen, die Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und keine Lehren aus der Geschichte zu ziehen, sondern sich krampfhaft an die Vorstellung einer vagen Zukunft klammert, die ganz bestimmt auf jeden Fall sicher

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Gesehen: Drive-Away Dolls (2024)

Gesehen: Drive-Away Dolls (2024)
(c) Universal Pictures Germany

Ethan Coen und Tricia Cooke nehmen hier ein bisschen heilige Grale der Filmbros wie FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS und PULP FICTION, aber auch Grenzgänger wie THELMA & LOUISE aufs Korn. DRIVE-AWAY DOLLS versucht sich an einem dekonstruierenden Ansatz, stolpert sich damit letztlich aber doch nur doch ein Standard-Roadmovie mit ein paar lauwarmen Gags, über das auch der von Gaststars regelrecht gesäumte Wegesrand nicht hinwegtäuschen kann.

Wahrscheinlich scheitert er dabei auch. Denn mit seiner seichten Art verkennt er, was die Filme, die er gewissermaßen persifliert, so radikal gemacht haben: die Auslassungen und Leerstellen, das Implizite. DRIVE-AWAY DOLLS hinterlässt

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Lange Nacht widmet sich François Truffaut

Lange Nacht widmet sich François Truffaut
(c) Karollyne Videira Hubert / Unsplash

Warum hat mir denn niemand was gesagt? Jüngst lief in der Langen Nacht auf Deutschlandfunk Kultur eine Auseinandersetzung mit dem von mir sehr verehrten François Truffaut. Das habe ich nun nachgeholt und empfehle den zweieinhalbstündigen Beitrag hiermit außerdem gerne weiter.

Nichtsdestotrotz: Das Feature trägt den etwas altherrenhaften Titel „Der Mann, der die Frauen liebte“. Und so hört es sich leider stellenweise auch an. Unter den sieben sprechenden Menschen sind lediglich zwei Frauen relativ knapp zu hören. Gerade die Perspektive von Frauen ist es doch, die absolut notwendig ist, um diesen Titel letztlich auf seine Stichhaltigkeit abzuklopfen.

François Truffaut: Mitbegründer der
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Gesehen: Maya (2018)

Gesehen: Maya (2018)
(c) Weltkino Filmverleih

Ich mag es, wie leise, vorsichtig, zurückhaltend und subtil, mit wie vielen kleinen unscheinbaren Gesten dieser Film den ersten Akt begeht. Wie er gar nicht erst versucht, Worte für etwas zu finden, für das es im Wortschatz der Umstehenden sowieso keine Entsprechung zu geben scheint. Mia Hansen-Løve konstruiert die Welt als Puzzle, deren Teil plötzlich nicht mehr ganz zusammenpassen wollen. Mit Gewalt ginge es sicherlich, aber nicht ohne Schaden zu verursachen.

Die Flucht in die vermeintlich heilere Vergangenheit offenbart, dass auch diese Teile nicht mehr passen – und das vielleicht auch noch nie getan haben. Daraus entwickelt sich eine neue

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Gehört: „Acht Tage im Mai“ (2020) von Volker Ullrich

Gehört: „Acht Tage im Mai“ (2020) von Volker Ullrich
Verlag und Cover: C. H. Beck

Derart engmaschig gebündelt vor Augen geführt zu bekommen, mit welcher Schlagzahl sich regelrecht monumentale Ereignisse innerhalb von nur etwas mehr als einer Woche überschlugen, ist bewegend und erschütternd. Volker Ullrich lässt sich jedoch vom titelgebenden Zeitkorsett nicht unnötig einschränken und weiß zu gegebener Zeit auch einen Blick in vergangene oder zukünftige Jahre zu werfen. Er beschreibt eindrücklich, wie das sogenannte Dritte Reich einem Kartenhaus gleich von einem Windstoß auf den anderen plötzlich nicht mehr existierte.

Doch so klar wie er die Äußerungen und Taten der Hauptkriegsverbrecher einordnet und wertet, so nachlässig wird er meiner Meinung nach im Vergleich bei Zeugnissen

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Gesehen: High & Low – John Galliano (2023) - Medienversagen

Gesehen: High & Low – John Galliano (2023) - Medienversagen
Foto: Mubi

Ich bin wirklich stocksauer über diesen Film und auf mich selbst, es vorher nicht besser gewusst zu haben. Denn HIGH & LOW ist eine Produktion von Condé Nast Entertainment (CNE), dem Studioarm des Megaverlags, zu dem unter anderem die Vogue gehört, an deren Spitze wiederum Anna Wintour steht, die ebenfalls noch „Artistic Director and Global Chief Content Officer“ von Condé Nast ist. Ob das CNE-Logo schon zu Beginn der von mir gesichteten Mubi-Fassung auftaucht, erinnere ich ad hoc nicht mehr. Ausgeschrieben steht es jedenfalls erst in den Credits.

Und bis dahin dachte ich mir noch: „Eigentlich ganz clever, wie elegant

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