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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 116

Von Atlantis zu René Benko: Lange Nacht zu Niedergängen

Von Atlantis zu René Benko: Lange Nacht zu Niedergängen
(c) Alex Presa / Unsplash

Mal wieder eine schöne aktuelle, essayistische Lange Nacht. Es geht um Geschichten vom Zusammenbruch und Abstieg – also den Niedergang, seine Geschichte, unsere Faszination mit Abstürzen, um in der Nordsee nach Atlantis suchende Nazis, um René Benko, die desaströse Schlecker-Pleite und andere Abgründe.

Niedergänge: Geschichten vom Zusammenbruch und Abstieg
Rom, Atlantis, die Azteken: Der Niedergang erzählt von einer Zeit früherer Größe und vom Verlust. In ihm stecken Größe und Fall, Melancholie und Transformation.
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Gesehen: Working Girls (1986)

Gesehen: Working Girls (1986)
(c) Lizzie Borden

Ein absolut zeitloser und universeller Banger! Lizzie Borden öffnet ihren Film mit einer schlafenden Frau, die noch vor dem Wecker wach wird und das Unterbewusstsein den Körper sofort in den Angstmodus schickt, während der rationale Teil des Hirns direkt mit dem „Kleinreden" der durch die Situation bedingten, affektiven Reaktion beginnt. Man muss ja funktionieren. Andere schaffen es doch auch. Als Millennial habe ich mich ihr sofort wahnsinnig verbunden gefühlt.

Was folgt, ist eine Geschichte über Solidarität, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, schiefliegende Machtverhältnisse, die monotonen Seiten der Postmoderne und allem voran über

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Gesehen: Ronin (1998)

Gesehen: Ronin (1998)
(c) Alive AG

Wie der Film einem die kurosawaeske Struktur erst ganz nett auf die Nase bindet, innerhalb dieses Regelsystems ein nettes Figurenensemble nett durch die Gegend schiebt und dann dieses nette Konzept ganz nett wieder aufbricht, ist ganz nett. Nett.

In der Mitte eine fantastisch inszenierte Verfolgungsjagd durch die Pariser Innenstadt.

Am Ende ein fast schon nihilistisches Umarmen eines ausbeuterischen Systems – und damit, wenn man es so lesen will, auch ein Fingerzeig auf Kapitalismus und den Hollywood-Film.

Und Katharina Witt, for some reason...

★★★☆☆

GB/US, R: John Frankenheimer D: Robert De Niro, Jean Reno, Natascha McElhone, Stellan Skarsgård, Skipp
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Mubi verlegt jetzt auch Bücher

Mubi verlegt jetzt auch Bücher
(c) Mubi

Spannend: Mubi will jetzt nicht mehr "nur" Filme streamen, verleihen und produzieren, sondern auch Bücher rund um (Film-)Kunst verlegen.

Mubi Editions wird das ganze heißen und nach eigenen Angaben in vier verschiedene Nischen hineinpublizieren:

  • Projections: Filmkunst und -geschichte
  • Auteurs: Bücher und andere Kunstwerke, die in Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Filmemacher:innen geschaffen werden sollen
  • Internegatives: Texte, die bisher nur schwer zu bekommen waren, nicht mehr gedruckt und/oder neu übersetzt wurden
  • Lights!: Bücher, die sich um die Mubi-eigenen Titel drehen

Im April 2025 soll Read Frame Type Film das hochpreisige Geschäft zu 65 Euro einläuten. Gehen soll es

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Gesehen: Je, tu, il, elle (1974)

Gesehen: Je, tu, il, elle (1974)
(c) Collections Cinematek / Fondation Chantal Akerman

Absurderweise musste ich nahezu den ganzen Film lang über das Defragmentieren von Festplatten nachdenken. Selbst, wenn man stets um Ordnung bemüht war, sind die unter den Teppich gekehrten Datenreste irgendwann hervorgequollen. Und dann musste man eben den langwierigen Aufräumprozess hinter sich bringen.

So ergeht es auch der von Chantal Akerman selbst gespielten Julie, deren Inneres der winzigen Erdgeschosswohnung gleicht, in die sie sich nach dem Ende ihrer Beziehung zurückzieht. Egal, wo sie sich befindet, die Wände sind immer ein bisschen zu nah, die Möbel immer irgendwie störend im Weg.

Also schafft sich Julie Platz – im Raum und um

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Gesehen: Apartment 7A (2024)

Gesehen: Apartment 7A (2024)
(c) Paramount Pictures

Was ich dem Film zugutehalten kann, ist das übergeordnete Thema der körperlichen Selbstbestimmung von Frauen. Das ist natürlich sehr zeitgeistig, hier im bitteren Gegenzug aber auch arg grobschlächtig. Hier tröstet also gar nichts darüber hinweg, dass APARTMENT 7A nur eine Variation von ROSEMARY'S BABY mit letztlich sehr minimalen Abweichungen ist.

Die Erzählung mit dem Entertainment-Business zu verknüpfen, ist auch einer dieser zeitgeistigen Momente. Nur originell ist das alles nicht. Damit meine ich nicht, dass das Thema abgegriffen ist. Denn wie man sich dem mit klarem Gestaltungswillen nähern kann, hat jüngst etwa THE SUBSTANCE gezeigt.

Aber dieser Film bedient lediglich plump,

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