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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Artes Untertitel-Abfuck

Ich will doch einfach nur meinen Film genießen 😫

Artes Untertitel-Abfuck
Screenshot: Arte

Jetzt will ich auch mal Stefan Niggemeiers Kolumne über die verwirrende und irritierende Untertitel-Praxis bei Arte hier ins Blog heben, weil der Text bei Übermedien mittlerweile auch ohne Paywall verfügbar ist.

Es mag ein vergleichsweise kleines Problem sein, aber auch ich ärgere mich immer wiede enorm über die Untertitelungspolitik bei meinem doch so sehr geliebten europäischen öffentlich-rechtlichen Sender.

Niggemeier schreibt mit Bezug zur US-amerikanischen Serie Mad Men, die gerade mit allen sieben Staffeln bei Arte in der Mediathek steht:

Aber Untertitel in anderen Sprachen als Französisch sind bei arte Mangelware, und das betrifft auch „Mad Men“. Deutsche oder englische Subtitles zur deutschen oder englischen Version? Fehlanzeige.

Auch zu ertragen ist das leider bei Ramy oder Top of the Lake. Dass die (Web-)App eine oft einfach nicht funktionierende Option zum Deaktivieren von Untertiteln anbietet, habe ich mittlerweile zähneknirschend akzeptiert.

Warum das so ist, hat Niggemeier bei der Arte-Pressestelle erfragt:

Das war, auch wenn es so wirkte, kein technischer Fehler. arte hatte nach Angaben der Pressestelle von den Rechteinhabern „lediglich Originalfassungen mit eingebrannten französischen Untertiteln zur Verfügung gestellt“ bekommen. „Eine Originalfassung ohne Untertitel lag uns nicht vor und war von unserem Vertrag auch nicht umfasst.“

So weit, so halbwegs nachvollziehbar, aber noch lange nicht akzeptabel. Mir besonders wichtig ist es nicht, englische Inhalte mit deutschen Untertiteln schauen zu können – die brauche ich auch dieser Stelle nicht. Aber ich will französische, spanische, finnische oder japanische Inhalte in der Originalfassung schauen! Dass die in der Regel angeboten wird, hebt Arte auch immer wieder gerne hervor. Doch auf ein europäisches Publikum ist das dann eher nicht zugeschnitten, wenn die Untertitel in meiner gewünschten Sprache einfach nicht eingekauft werden.

Arte hat Niggemeier noch ein bisschen mehr über Sehgewohnheiten usw. erzählt. Mir ist also klar, dass ich als tendenziell cinephiler Mensch eher einer Minderheit angehöre. Aber ich will doch einfach nur meinen Film genießen und wie oft habe ich schon die Original-Tonspur ausgewählt und dann bei den Untertiteln in die Röhre geschaut? 😫

„Mad Men“ und Co.: Warum die Untertitel in der arte-Mediathek so verwirrend sind
Der europäische Kultursender zeigt viele Serien im englischen Original – oft nur mit französischen Untertiteln. Stefan Niggemeier ist lost.

Gesehen: Munch (2023) - Scheitern mit Schlüsselmomenten

Dem Biopic gelingt ein guter Kniff, der aber nicht über eine ermüdend durchschnittliche Erzählung hinwegtäuschen kann.

Gesehen: Munch (2023) - Scheitern mit Schlüsselmomenten
Foto: Splendid Film

Super interessant war, dass hier ausgehend von Edvard Munch in seinen letzten Tagen unter den Lebenden nicht ausschließlich durch den Rückspiegel erzählt, sondern von diesem Punkt auch ein Blick in die Zukunft – unsere Gegenwart – geworfen wurde. Das löst Munchs Themen hier etwas von seiner Person. Der Film sagt somit auch etwas Universelles aus – nicht nur über die Natur von Künstler*innen, sondern auch über die Natur des Menschen generell.

Es kann unglaublich schmerzhaft sein, sich selbst zu zeigen, sein Innerstes nach außen zu kehren. Denn was ist, wenn da, ganz tief in dir drin, wirklich nicht mehr als Schmerz ist? Was ist, wenn dann niemand diesen Schmerz erkennt, ernst nimmt, und man dann ganz alleine mit seinem unendlichen Schmerz zurückbleiben muss? Edvard Munch scheint dagegen angemalt zu haben. Er hat seine Kunstwerke bis zuletzt um sich geschart, um mit und in ihnen seinen Schmerz zu teilen.

ABER: Leider kann das alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass MUNCH unterm Strich trotzdem ein durch und durch gewöhnliches Biopic ist. Das ist eine Konstruktion, die mich unendlich nervt und ermüdet, weil sie so billig und abgegriffen ist.

Sie fußt darauf, dass das Wesen dieses/eines Menschen ausschließlich durch wenige Schlüsselmomente, die monolithisch auf der Zeitleiste ihres Lebens thronen, bestimmt wird. Einzelnen Momenten wird so eine unglaubliche, regelrecht schicksalhafte Macht eingeräumt, der Mensch zur Tatenlosigkeit verdammt. Aber ein Mensch lebt nun mal nicht nur von Zeltstange zu Zeltstange, sondern vor allem im Alltag und nach eigenem Willen. Dort können ganz grundlegende Sorgen, Wünsche, Sehnsüchte und Träume gedeihen oder gar wuchern. Der Mensch manifestiert sich im Alltag. Diesen Menschen, diesen Edvard Munch sehen wir hier nie.

★★½☆☆

🇳🇴, R: Henrik Martin Dahlsbakken, D: Alfred Ekker Strande, Mattis Herman Nyquist, Ola G. Furuseth, Anne Krigsvoll, Ida Elise Broch, Jesper Christensen, Thea Lambrechts Vaulen, Dennis Storhøi, Lisa Carlehed, Trailer, Letterboxd, Foto: Splendid Film

Munch - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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A ★★½ review of Munch (2023)
Super interessant war, dass hier ausgehend von Edvard Munch in seinen letzten Tagen unter den Lebenden nicht ausschließlich durch den Rückspiegel erzählt, sondern von diesem Punkt auch ein Blick in die Zukunft – unsere Gegenwart – geworfen wurde. Das löst Munchs Themen hier etwas von seiner Person. Der Film sagt somit auch etwas Universelles aus – nicht nur über die Natur von Künstler:innen, sondern auch über die Natur des Menschen generell. Es kann unglaublich schmerzhaft sein, sich selbst zu zeigen, sein Innerstes nach außen zu kehren. Denn was ist, wenn da, ganz tief in dir drin, wirklich nicht mehr als

Mit Parakeet: 81 Minuten Video in nur 39 Sekunden transkribiert

Ich will nicht mehr ohne Macwhisper leben.

Mit Parakeet: 81 Minuten Video in nur 39 Sekunden transkribiert

Ich bin ein großer Fan von Sprachmemos an mich selbst. So entlade ich etwa meinen Bewusstseinsstrom nach einem Film direkt in mein Smartphone, um diese Gedanken später am Rechner zu ordnen und sie halbwegs lesbar hier zu veröffentlichen. Oder wenn ich mit Podcast auf den Ohren unterwegs bin und ich zu dieser einen Stelle jetzt wirklich Meinung loswerden muss.

Damit ich nicht irgend eine Cloud mit meiner Stimme füttern muss, damit am Ende Elon einen Sexbot damit trainiert, setze ich auf lokale Transkription direkt auf dem Laptop. Das Tool meiner Wahl, dass ich allen Mac-Nutzer:innen wärmstens ans Herz legen möchte: Macwhisper. Damit kann man sich unterschiedliche Sprachmodelle auf den Rechner laden, um damit Podcasts und Videos zu transkribieren, dann daraus Untertitel zu erstellen, einen Text direkt zu diktieren oder eben mäandernde Sprachmemos möglichst unkompliziert zu verschriftlichen.

Das Modell meiner Wahl war bisher das Whisperkit Large v3 Turbo, weil es vergleichsweise absurd genau ist und eine Datei in einem akzeptablen Tempo transkribiert. Doch mit Nvidias neuem Sprachmodell, Parakeet v3, haben sich die Bedingungen für das, was als akzeptabel durchgeht, radikal geändert.

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Video via Goodsnooze, noch mit der Vorgängerversion Parakeet v2

So wie ich das verstanden habe, hat Nvidia diese Technik vorangetrieben, um Livevideo simultan untertiteln zu können. Ich habe es getestet und bin einigermaßen baff. Dafür habe ich das Tool mit einem Link zu einem 81-minütigen Youtube-Video gefüttert. Vom automatischen Runterladen der Tonspur bis zum fertigen Transkript inklusive Sprecher:innen-Erkennung und -Zuordnung sind gerade einmal 39 Sekunden(!) vergangen. (Einen Vorher-Nachher-Vergleich habe ich an dieser Stelle gar nicht. Eine etwa fünfminütige Sprachmemo hat mit dem alten Whisperkit jedoch länger gedauert, als die 81 Minuten Tonspur eines Videos. 🤯)

Macwhisper ist grundlegend erst mal kostenlos, aber nur mit ungenaueren Sprachmodellen. Auf Parakeet v3 lässt sich momentan nur mit Pro-Lizenz zugreifen, die aktuell mit 59 Euro zu Buche schlägt. Aus meiner Sicht lohnt sich diese Ausgabe absolut.

🎙️ MacWhisper
Quickly and easily transcribe audio files into text with OpenAI’s state-of-the-art transcription technology Whisper as well as Nvidia Parakeet. Whether you’re recording a meeting, lecture, or other important audio, MacWhisper quickly and accurately transcribes your audio files into text.📲 MacWhisper is now also available on iPhone and iPad, download it here.Full Feature List Easily record and transcribe audio files on your Mac System wide dictation with Whisper to replace Apple’s own dictation, even with the best Whisper models Just drag and drop audio files to get a high quality transcription Automatically record meetings in Zoom, Teams, Webex, Skype, Chime, Discord and more. Record directly from your microphone or any other input device on your Mac All transcription is done on your device, no data leaves your machine. This makes MacWhisper a great app for sensitive audio such as interviews. Save or export your transcripts as a .whisper file, which includes the original audio and all your transcription edits for easy sharing .srt & .vtt subtitles export as well as csv, dote, docx, pdf, markdown and html exports Metal and GPU support for extremely fast transcription Get accurate text transcriptions in seconds (up to ~30x realtime) Search the entire transcript and highlight words Audio playback synced to transcripts Supports 100 different languages Copy the entire transcript or individual sections Star/Favorite segments Compact mode (hide timestamps) Automatically remove ums, uhhs and other similar filler words Drag and drop directly from Voice Memos Edit and delete segments from the transcript Add up to two speakers manually Inline Video Player Video playback synced to subtitles View multiple language subtitles at once in the videoplayer Select transcription language (or use auto detect) Change playback speed from 0.5 to 3.0x (audio & video) Supported formats: mp3, wav, m4a, ogg, opus, mov and mp4 videos. Adjust whisper settings (beam search / greedy, beam size etc) Supports all Whisper models, some models are only fully available for Pro users MacWhisper Pro All above features Support for Parakeet v2 (for up to 300x realtime transcription at the highest accuracy) on m-series Macs Automatic Speaker Recognition with local models (M-series Macs only) and with ElevenLabs and Deepgram Automatic spelling, punctuation and grammar improvement in dictation mode (requires AI Service to be setup) Batch Transcribe as many files one after the other. Useful if you want to add subtitles to an entire season of a show, or if you have a lot of interviews to go through Support for WhisperKit and Distilled models Transcribe YouTube videos Watch Folder support to automatically transcribe files when they are added to a directory of your choice. The files can automatically be transcribed into a variety of formats. Support for OpenAI (ChatGPT), Anthropic (Claude), Groq, Ollama, XAi, Deepseek, Custom OpenAI API endpoints and Azure AI models for easy prompting Support Cloud Transcriptions through OpenAI, ElevenLabs, Deepgram, Groq and custom Whisper servers Manually add speakers to your transcript for a cleaner export Menubar app for accessing Whisper anywhere from your Mac Global, access MacWhisper from anywhere in a spotlight type view for instant transcription and easy pasting into other apps ChatGPT integration (with your own API key) Ignore segments such as [SILENCE] from appearing in your transcripts Supports GPT4, GPT4 Turbo, GPT4o and GPT4o-mini as well as older models Anthropic Claude Integration (with your own API key) Record and transcribe system audio (to record meetings for example) Supports Tiny (English Only), Tiny, Base, Small, Medium and Large (V2 and V3) models Add your own custom GGML models Change the starting timestamp for the transcript Translate audio file into another language through Whisper (use the Medium or Large models, the results will not be perfect and I’m working on more advanced ways to do this) Translate the full transcript by adding your own (free) DeepL API key. Translate subtitles into different languages Inline and separate video player with subtitle and multiple translated subtitles support Transcribe podcasts by combining single track audio for each host (beta) One time payment, no subscription. Pay once and use forever. Higher priority support. I’ll try to email you back as soon as possible if you run into anything. If you’re a journalist, student or non-profit, send me an email at [email protected] and tell me about your work to get 30% off 🙂 If you purchase MacWhisper Pro and are not happy with it, let me know within 7 days what could be improved and I’ll refund you. Support for OpenRouter Support for ElevenLabs Scribe and Deepgram Nova After downloading MacWhisper you will have to fill in your license key to unlock all Pro features.If you want to purchase more than 20 licenses, or if you’re looking for an MDM deployment or something custom, please send an email to [email protected] or check out the MDM Documentation.100+ Supported LanguagesMacWhisper can transcribe audio in the following languages:English, Chinese, German, Spanish, Russian, Korean, French, Japanese, Portuguese, Turkish, Polish, Catalan, Dutch, Arabic, Swedish, Italian, Indonesian, Hindi, Finnish, Vietnamese, Hebrew, Ukrainian, Greek, Malay, Czech, Romanian, Danish, Hungarian, Tamil, Norwegian, Thai, Urdu, Croatian, Bulgarian, Lithuanian, Latin, Maori, Malayalam, Welsh, Slovak, Telugu, Persian, Latvian, Bengali, Serbian, Azerbaijani, Slovenian, Kannada, Estonian, Macedonian, Breton, Basque, Icelandic, Armenian, Nepali, Mongolian, Bosnian, Kazakh, Albanian, Swahili, Galician, Marathi, Punjabi, Sinhala, Khmer, Shona, Yoruba, Somali, Afrikaans, Occitan, Georgian, Belarusian, Tajik, Sindhi, Gujarati, Amharic, Yiddish, Lao, Uzbek, Faroese, Haitian Creole, Pashto, Turkmen, Nynorsk, Maltese, Sanskrit, Luxembourgish, Myanmar, Tibetan, Tagalog, Malagasy, Assamese, Tatar, Hawaiian, Lingala, Hausa, Bashkir, Javanese, Sundanese.System RequirementsMacWhisper requires a lot of computer memory to work well. To use the Medium and Large models your Mac should have more than 8GB of RAM. Performance on older Intel based Macs can also be bad but I have not been able to test this properly.Privacy Policy and Terms of UseReviews👨‍💻 Check out my other macOS utilities:OpenAI Bundle - Get all my OpenAI apps at a discounted rateMacGPT - Use ChatGPT on your Mac and from your menubarDetective - GPT Vision for macOSVoices - High Quality Text to Speech with OpenAIText Assistant - Generate useful text and manage your prompts with GPT and your own OpenAPI keyVivid - Double the brightness of your MacBook Pro by always using HDR modeForehead - Hide the Notch and round your MacBook cornersCooldown - Quickly toggle Low Power Mode from your menubarSpeedy - Fast Speedtest in your menubarPippo - Improve the Picture-in-Picture video player with seek controlsWhisper was made by building on top of all the hard work from Georgi Gerganov, check out his Whisper implementation here: https://github.com/ggerganov/whisper.cpp

Eventuell gibt es auch Tools, die diese Nutzung nicht hinter eine Paywall packen, ist im Prinzip möglich, da Nvidia Parakeet kostenfrei zum Download anbietet. Aber ich habe nicht auf dem Schirm, ob das Macwhisper-Alternativen bereits nutzen.

Wie steht es um öffentlich-rechtlichen Spieljournalismus?

Kritische Anmerkungen zum medienkritischen Medienmagazin @mediasres

Wie steht es um öffentlich-rechtlichen Spieljournalismus?
Foto: Sigmund / Unsplash

Tobias Nowak berichtet bei @mediasres im Deutschlandfunk über den Stellenwert, den Games in der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben: „[...]aber die Spiele selbst, die stehen nur selten journalistisch im Mittelpunkt. Und bei den öffentlich-rechtlichen schon gar nicht."

Gesprochen hat er dafür größtenteils mit Sebastian Tyzak, Redakteur beim jüngst von ZDF neo vor die Tür gesetzten Gaming-Format Game Two. Der sagt:

Fakt ist gerade: Wir haben kein Games-Format und das egal wo man hinschaut, selbst beim Jungenangebot, bei Funk, gibt es kein Gamesformat. Und da frage ich mich immer warum. Weil in der Lebensrealität ist es einfach ein wichtiger, großer Aspekt, den man nicht so vernachlässigen sollte.

Dann wieder von Nowak:

In den letzten Jahren haben vor allem Podcasts die Lücke im hintergründigen Games-Journalismus zu schließen versucht. „Insert Moin", „Ok Cool" oder „Decode" heißen einige der Formate, die Hintergrundgespräche und kleine Recherchestorys aus der Gaming-Welt anbieten.

[...]

Genau hier bietet sich nun eine große Chance für die öffentlich-rechtlichen Medien. Sie könnten diese Lücke bei der journalistischen investigativen Berichterstattung über die Welt der digitalen Spiele schließen. Sebastian Tützak findet sogar, dass auch viele den öffentlich rechtlichen inzwischen ferne Menschen so wieder zurückgewonnen werden könnten. Um das zu erreichen, gelte es, redaktionelle Expertise in Sachen Games aufzubauen und das Thema mutig ins Programm zu holen.

Gerade die genannten Beispiele werden hier mit „kleine Recherchestorys" leider wirklich sehr paternalistisch angefasst. Es hätte außerdem geholfen, auch mal das eigene Haus zu erwähnen. Denn auch im Deutschlandfunk oder Deutschlandfunk Kultur sehe ich keinen dedizierten Podcast bzw. Sendung zum Thema Gaming. Das kommt zwar immer wieder etwa bei Corso oder im Kompressor vor, aber eben genau wie im Beitrag bemängelt: als kleiner Teil einer großen Sendung. (Kein Ahnung, ob es bei Nova was außer Einzelbeiträgen gibt. Die Seite ist kaum zu benutzen.)

-- Medienkritik am medienkritischen Medienmagazin Ende 😉 --

Ich bin ebenfalls total dafür, dass der ÖRR redaktionelle Kompetenzen in Sachen Gaming aufbaut und nicht outsourct oder gar vor die Tür setzt. Dazu kommt, dass guter Spielejournalismus auch immer guter Kultur- und Wirtschaftsjournalismus ist bzw. unbedingt sein muss. Es gehört also nicht nur dazu, sich ein eigenes Format zu leisten, sondern dass das Thema ganz selbstverständlich auch in den anderen Ressorts auf dem Tisch liegen und ein ressortübergreifender Austausch stattfinden muss. Die Meldung zur Gründung des ARD Games Netzwerks ließt sich dahingehend jedoch leider noch nicht so überzeugend.

“Gamescom”: Kaum Computerspiel-Journalismus im ÖRR

Gesehen: Amores Perros (2000) - Opfer des eigenen Formfetisches

Alejandro González Iñárritus Spielfilmdebüt krankt bereits an den vor allem in seinen späteren Werken zutage tretenden Manierismen.

Gesehen: Amores Perros (2000) - Opfer des eigenen Formfetisches
Foto: Studiocanal

Diese radikale Handkamera, die nicht nur sehr nah an den Figuren ist, sondern sich ihnen regelrecht aufdrängt und kurz davor ist, selbst ins Geschehen einzugreifen, ist schon spannend. Sie macht uns zu einem Teil der Szene, zu einer überwachenden Instanz, die mit scharfem Auge regelrecht darauf lauert, dass die Figuren einen Fehler machen – denn dass und nicht ob sie Fehler machen werden, scheint gesetzt.

Aber genau daran ist auch ein bisschen mein Problem mit diesem Film festzumachen. Alejandro González Iñárritu nimmt sich so enorm wichtig, dass es mich ermüdet. Diese Struktur mit den drei mehr oder weniger miteinander in Verbindung stehenden Geschichten ist total aufgeblasen und gaukelt eine Vielschichtigkeit vor, die Geschehen und Figuren tatsächlich nie erreichen. Iñárritu wird Opfer seines eigenen Formfetisches.

★★★☆☆

🇲🇽, R: Alejandro González Iñárritu, D: Emilio Echevarría, Gael García Bernal, Vanessa Bauche, Goya Toledo, Álvaro Guerrero, Marco Pérez, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Studiocanal

Amores perros - Von Hunden und Menschen - Stream: Online
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A ★★★ review of Amores Perros (2000)
Diese radikale Handkamera, die nicht nur sehr nah an den Figuren ist, sondern sich ihnen regelrecht aufdrängt und kurz davor ist, selbst ins Geschehen einzugreifen, ist schon spannend. Sie macht uns zu einem Teil der Szene, zu einer überwachenden Instanz, die mit scharfem Auge regelrecht darauf lauert, dass die Figuren einen Fehler machen – denn dass und nicht ob sie Fehler machen werden, scheint gesetzt. Aber genau daran ist auch ein bisschen mein Problem mit diesem Film festzumachen. Alejandro González Iñárritu nimmt sich so enorm wichtig, dass es mich ermüdet. Diese Struktur mit den drei mehr oder weniger miteinander in

Gesehen: Talk to Her (2002) - Männlichkeit als Ouroboros

Wer Pina Bausch persönlich in seinem Film hat, hat schon gewonnen.

Gesehen: Talk to Her (2002) - Männlichkeit als Ouroboros
Foto: Studiocanal

Sie wirken sensibel, empathisch und fürsorglich, doch Pedro Almodóvar legt Stück für Stück frei, wie diese beiden Typen im Dienste der hegemonialen Männlichkeit stehen.

Beiden geht es um das Vereinnahmen, um das Besitzen einer Frau, die wie ein Sammelgegenstand behandelt wird. Die beiden glauben, Anspruch auf eine Frau, ihren Körper und eine Beziehung mit ihr zu haben – und sind parallel gänzlich unfähig, eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen.

Almodóvar inszeniert die Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Der eine Mann tritt ab, der andere nimmt seinen Platz ein – sowohl im übertragenen Sinne als auch direkt räumlich betrachtet.

Die poetischen Motive sind immer mit der Frau verbunden, gehen von ihr aus oder rücken sie ins Zentrum – sei es die Torera, die in ihrem prunkvollen Gewand einen präzisen wie eleganten Tanz mit dem Stier und damit dem Tod vollführt; oder die Ballerina, die ihrem Körper mit chirurgischer Präzision statueske Qualitäten inmitten anmutiger Bewegung verleiht.

Die Männer können das nicht begreifen und in Anbetracht dessen nur vor unverstandener Rührung weinen. Doch damit setzen sie die Frauen herab, machen aus der Künstlerin ein Kunstwerk, das man vielleicht nicht verstehen, aber wenigstens besitzen und damit kontrollieren kann.

★★★½☆

🇪🇸, R: Pedro Almodóvar, D: Leonor Watling, Rosario Flores, Javier Cámara, Darío Grandinetti, Mariola Fuentes, Geraldine Chaplin, Pina Bausch, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Studiocanal

Sprich mit ihr - Stream: Jetzt Film online anschauen
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A ★★★½ review of Talk to Her (2002)
Sie wirken sensibel, empathisch und fürsorglich, doch Pedro Almodóvar legt Stück für Stück frei, wie diese beiden Typen im Dienste der hegemonialen Männlichkeit stehen. Beiden geht es um das Vereinnahmen, um das Besitzen einer Frau, die wie ein Sammelgegenstand behandelt wird. Die beiden glauben, Anspruch auf eine Frau, ihren Körper und eine Beziehung mit ihr zu haben – und sind parallel gänzlich unfähig, eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen. Almodóvar inszeniert die Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Der eine Mann tritt ab, der andere nimmt seinen Platz ein – sowohl im übertragenen Sinne als auch direkt räumlich