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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Weezer (Teal Album): Von Remakes und Zwischentönen in der Kunst

Weezer (Teal Album): Von Remakes und Zwischentönen in der Kunst
(c) Warner Music Group

Gerade habe ich mal wieder das Teal Album von Weezer auf den Ohren, das aus zehn gecoverten Tracks besteht und in kaum mehr als einer halben Stunde durchgehört ist.

Mich fasziniert dieses Experiment – nicht, weil das Ergebnis in irgend einer Form herausragend gut wäre, sondern weil es eben so viel über die Zwischentöne im künstlerischen Schaffensprozess erzählt.

Natürlich ist Musik nicht unbedingt mein Metier, aber wäre doch gelacht, wenn ich keinen Bezug zur Filmwelt herstellen könnte! Mir kam direkt Gus Van Sants geflopptes PSYCHO-Remake in den Sinn. Via Wikipedia:

Gus Van Sant ging in seiner Neuverfilmung neue Wege. Anders als sonst wurde das Drehbuch der filmischen Vorlage (fast) originalgetreu übernommen. Dies betrifft sowohl die Einstellungen als auch das Originaldrehbuch von Joseph Stefano sowie die OriginalMusik von Bernard Herrmann.

Aber was dem Remake letztlich fehlt, ist eine Seele. Die lässt sich nunmal nicht durch möglichst nahes Heranrücken an die Vorlage erzeugen.

Und genau das ist auch das Problem des Teal Albums. Viele Tracks kriegen mich erst, verlieren mich aber auch sehr zuverlässig wieder. Die große Nähe zu den Originalen evoziert zuvörderst eins: die Erinnerung an die großartigen Originale, die zunächst leicht mit Begeisterung für die Weezer-Version zu verwechseln ist.

Long story short: Für mich ist das Teal Album ein toller Startpunkt, um über Kunst und Kultur nachzudenken. Wenn es „einfach nur" Musik sein soll, kann das jedoch nicht die erste Wahl sein.

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Gesehen: Es gilt das gesprochene Wort (2019)

Gesehen: Es gilt das gesprochene Wort (2019)
(c) X Verleih

So ist das, wenn man nur als Teil der Gesellschaft oder überhaupt als Mensch wahrgenommen, geduldet und akzeptiert wird, wenn man substanziell zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Dass das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jedoch nie zu schaffen ist, ist systemimmanent. Gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe wird nicht nur erschwert, sondern teilweise auch verunmöglicht. Stattdessen werden Menschen an den Rand der Gesellschaft gedrängt und einmal dort angekommen aufgrund dieser Position stigmatisiert.

★★★½☆

DE/FR, R: İlker Çatak, D: Oğulcan Arman Uslu, Anne Ratte-Polle, Godehard Giese, Trailer, Wikipedia
Es gilt das gesprochene Wort - Stream: Online anschauen
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Gesehen: Der Wald vor lauter Bäumen (2003)

Gesehen: Der Wald vor lauter Bäumen (2003)
(c) Komplizen Film, SWR, Kaufmannwöbke, HFF München

Beeindruckend, wie absolut klar dieser Film ist, wie messerscharf Maren Ade hier beobachtet. Sie zeichnet eine Figur, die beim verzweifelten Versuch irgendwie am Leben teilzunehmen und gesehen zu werden sich selbst verliert, unsichtbar für sich selbst und andere wird und fast schon aufhört zu existieren. Dysfunktionale Grundüberzeugungen füllen nun diese menschliche Hülle aus, lasten schwer auf ihren Schultern. Kann ihr denn niemand beim Tragen dieser Last helfen? Einmal kurz wegtreten vom Steuer, durchatmen, keine Verantwortung spüren… DER WALD VOR LAUTER BÄUMEN sitzt einfach.

★★★★☆

DE, R: Maren Ade, D: Eva Löbau, Daniela Holtz, Jan Neumann, Trailer, Wikipedia
Der Wald vor lauter Bäumen - Stream: Jetzt online anschauen
Gibt es Der Wald vor lauter Bäumen auf Netflix, Amazon, Sky Ticket, iTunes? Jetzt online Stream finden!
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Wie Oscar-Preisträger Oliver Stone Diktatoren Propaganda anbot

Wie Oscar-Preisträger Oliver Stone Diktatoren Propaganda anbot
Oliver Stone auf der Sand Diego Comic Con 2016 // (c) Gage Skidmore unter CC BY-SA 2.0

Oliver Stone schien mir mit seinen Filmen immer sehr nah an Verschwörungserzählungen gewesen zu sein. Aber dass er sich jetzt auch noch zur Propagandaschleuder machen lässt, ist schon heftig. Der Spiegel dachzeilt über seinem Artikel (€) „Selbstzerstörung eines Starregisseurs“ und das fasst es eigentlich ganz gut zusammen.

Eine gemeinsame Recherche von DER STANDARD, dem Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), dem SPIEGEL, Tamedia, dem ZDF und dem kasachischen Investigativportal "Vlast" bietet nun Antworten darauf, die sich auf eine Aussage reduzieren lassen: Oliver Stone hat sich kaufen lassen. Der Finanzier des Machwerks über Nursultan Nasarbajew war, über eine Hilfskonstruktion, letztendlich Nursultan Nasarbajew.
Wie Oscar-Preisträger Oliver Stone Diktatoren Propaganda anbot
Neue internationale Recherchen zeigen, dass der Regisseur mit mehreren Autokraten ins Geschäft kommen wollte
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Full of Themselves – An analysis of title drops in movies

Full of Themselves – An analysis of title drops in movies
(c) Dominikus Baur, Alice Thudt
A title drop is when a character in a movie says the title of the movie they're in. Here's a large-scale analysis of 73,921 movies from the last 80 years on how often, when and maybe even why that happens.
Full of Themselves: An analysis of title drops in movies
A title drop is when a character in a movie says the title of the movie they’re in. Here’s a large-scale analysis of 73,921 movies from the last 80 years on how often, when and maybe even why that happens.

(via waxy.org)

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