Mehr als einmal musste ich hier an Alfred Döblins Berlin Alexandersplatz denken, an das Versprechen endloser Freiheit, die Hoffnung auf grenzenlosen Wohlstand und wie all das in immer weitere Ferne rückt, je offensiver danach gegriffen wird. Es ist eine Untersuchung ökonomischer und sozialer Ungleichheit vor dem Hintergrund des italienischen Postfaschismus und gleichzeitig Warnung vor dem Geiste Mussolinis, der zwar verdrängt, aber nie vertrieben wurde. Und das lässt sich, wie es später auch Rainer Werner Fassbinder mit Döblins Material machte, wohl nur in dieser epischen Breite erzählen.
Es ist so schade, Kathryn Bigelows Regietalent für so einen Film verramscht zu sehen. Das Drehbuch gefällt sich wirklich sehr darin, eine Geschichte mit vermeintlich in Humanismus begründeter Moral zu erzählen, verwechselt das aber auf ganzer Linie mit Heldentümelei und jeder Menge Gelaber von Ehre.
Dass die Welt in diesen Momenten einer nuklearen Katastrophe entgangen ist, mag zwar stimmen. Auch, dass das dem besonnenen und auch mutigen Handeln einzelner sowjetischer Marinesoldaten zu verdanken ist, mag der Wahrheit entsprechen. Aber diese fast kritiklose Nähe zu toxischem Militarismus in Verbindung mit komisch vertwisteter Figurenzeichnung nervt einfach nur noch.
★★☆☆☆
CA/DE/RU/GB/US, R: Kathryn Bigelow, D: Liam Neeson, Harrison Ford, Peter Sarsgaard, Joss Ackland, John Shrapnel, Donald Sumpter, Trailer, Wikipedia
Indiewire stellt die wirklich wichtigen Fragen: Was macht eigentlich gutes Filmblut aus? Und welche Regisseure haben welche Vorlieben? Kann ich das trinken? Sollte ich das trinken?
One of the key ingredients for Smith (along with zinc oxide, corn syrup, and food coloring) is Kodak Photo-Flo, a wetting agent that’s used in photography development. “The trick is getting the proportions just right,” Elsey told IndieWire. “Zinc oxide gives you a creamy base, corn syrup thickens it up and gives it a glossy finish, and food coloring gives it that real blood look. But it’s not just red food coloring you need; you also need a little blue and yellow to get the perfect hue.”
Inmitten des italienischen Wirtschaftswunders zementiert die explodierende Urbanisierung nicht nur die Landschaft, sondern zieht auch immer größere Mauern rund um die intellektuellen Sammelbecken hoch. Die großstädtischen Zufluchtsorte der Künstlerinnen und Denkerinnen werden zu einengende Gefängnissen, in denen man sich entweder dem kollektiven Stumpfsinn hingibt oder an der inneren Vergletscherung kaputtgeht. Wer überhaupt noch etwas fühlt, tut das, indem er sich und/oder anderen Schmerzen zufügt. Die Erlösung ist da draußen, wo der Blick gen Himmel nicht von Lärm und Beton erdrückt wird, sich nicht in schier endlos tiefen Häuserschluchten verliert, wo man unbehelligt durch den Regen wandeln kann. Exzessives ökonomisches Wachstum und rasanter gesellschaftlicher Aufstieg sind die Architekten der Gefängnismauern um unsere Herzen.
Ich bin gerade total von Yellowjackets gehookt und bin fest davon überzeugt, dass ich von den Produzent*innen mehr oder weniger geschickt, aber auf jeden Fall effektiv verführt werde. Denn alles an dieser Serie drückt meine Millennial-Knöpfe. Ich meine: Wer kann diesem Soundtrack ernsthaft widerstehen? 😅
Hier der Album.Link für den OST der Staffel 2. Mir gefällt es selbst nicht so sehr, hier Spotify einzubetten, aber dort ist eben die super kuratierte Playlist zu finden und der Embed-Player liefert sofort einen Überblick. Ein Übersicht steht außerdem in der Wikipedia.
Ich mag diese kleinen Zusammenschnitte von Little White Lies einfach. Luca Guadagnino schafft es immer wieder Filme zu inszenieren, die auch durch ihre Farbgebung so einladend wie Sommerferien wirken. Und manchmal nutzt er diesen Effekt, um den Zuseher*innen ein falsches Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
Börsenverein-Vorsitzender Sebastian Guggolz zu Weimer in der ersten Reihe: „Ich bin stolz auf die Buchbranche, weil wir Ihren fragwürdigen autokratischer Gestus nicht akzeptieren“.
— Alexander Moritz (@dermonologist.bsky.social) 2026-03-18T18:38:15.923Z
Um es auch noch mal hier festgehalten zu haben: BKM Wolfram Weimer (parteilos) hat beim Festakt zur Eröffnung
„Heute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag, habe ich mir einfach mal überlegt, welche Möglichkeiten und Privilegien Männer haben, die ich für uns auch gern hätte“, schreibt Jasmin Schreiber. Man(n) liest und scrollt sehr lange.
Privilegien, die ich als Frau auch gern hätte — JASMIN SCHREIBERHeute zum Feministischen Kampftag, aka Weltfrauentag,
Die heutigen Dailies unter anderem mit: Taylor Swift, klugen Werbeverboten und Claude Chabrol
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