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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1365 posts

Posts by André Pitz

Gesehen: Battle Royale (2000)

Gesehen: Battle Royale (2000)
(c) capelight pictures

Diese gesamte Anordnung des BR wirkt wie eine in nicht ganz so weiter Ferne liegende Idee eines gewissen CL. Letztlich dröhnt die neoliberale Ideologie aus einem kaum ausgeschmückten Hintergrund doch unüberhörbar in den Film hinein. Schuld sind ganz sicherlich nie die in Macht und Verantwortung stehenden Menschen.

Schuld sind immer die Arbeiter*innen, die einfach nicht hart genug gearbeitet haben, um die Luxusjacht der herrschenden Klasse über Wasser zu halten. Die faule Jugend, die Moral und gesellschaftliche Zukunft vor die Wand fährt. Deshalb ist es ja nur folgerichtig, dieses Pack sich gegenseitig abschlachten zu lassen. Und wer in diesen Strukturen sozialisiert wird, ist gefühlt wirklich nur ein paar Kaffeebohnen von einer derartigen Verrohung entfernt.

Unterm Strich hätte dem Film etwas mehr explizite Gewalt sogar gutgetan. Oder einfach nur den ein oder anderen Fuß auf dem Seifenopern-Pedal weniger. Oder beides. Jedenfalls erschienen mir die Wechsel in der Tonalität oft sehr unwuchtig.

P.S.: Nachdem ich nun auch diese auf Koushun Takamis Roman basierende Bildungslücke geschlossen habe, möchte ich den The Hunger Games-Büchern und damit auch den sowieso schon maximal mäßigen nachträglich einen Punkt in der Wertung abziehen. Denn ich habe weder in den Büchern noch in den Filmen einen unbedingt fälligen Tribut (hehe) gesehen.

★★★½☆

JP, R: Kinji Fukasaku, D: Takeshi Kitano, Tatsuya Fujiwara, Aki Maeda, Tarō Yamamoto, Masanobu Andō, Kō Shibasaki, Chiaki Kuriyama, Trailer, Wikipedia
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UberBlogr ist dreistellig!

UberBlogr ist dreistellig!
(c) Duman Photography / Unsplash

Seit etwas mehr als einem halben Jahr ist mein kleines Blog hier Mitglied beim von Thomas initiierten Webring namens UberBlogr.

Damals schrieb ich:

Seit geraumer Zeit schreibe ich wieder hier vermehrt auf meiner eigenen Seite ins Internet. Die Implosion von Twitter hat mich zurück zum Gedanken, seine eigener Herr auf der eigenen Plattform zu sein, gebracht. Viele andere Mensch machen das ebenfalls wieder oder haben nie damit aufgehört.

Daran hat sich eigentlich nicht viel geändert – nur die Zahl von Menschen, die mittlerweile Teil des Webrings sind. 101 Blogger*innen sind es in dem Moment, in dem ich diese Zeilen tippe. Ein paar davon habe ich separat im RSS-Reader, aber ich auch über den Sammelfeed mit den Seiten aller Mitglieder lese ich sehr viel mit.

Das ist etwas, das ich genau seit diesem halben Jahr wieder vermehrt tue: mir die Zeit nehmen, auf andere Blogs zu klicken, in Ruhe andere Gedanken hören und Perspektiven sehen. Nach fast 15 Jahren Twitter(†) und nun Bluesky, dem Überfliegen der kurzen Textschnipsel in unendlichen Feeds mit einem Like hier und da, musste ich mir das auch erst mal wieder für nichtjournalistische Inhalte angewöhnen.

Was ich gerne öfter machen würde: mehr kommentieren und öfter auf schöne Inhalte der anderen auch hier im Blog hervorheben.

Thomas schreibt:

Seit April haben die Mitglieder über 5.000 Beiträge geschrieben.
Von wegen, „Bloggen ist tot“!
Wir sind 100!

Gesehen: Annabelle Comes Home (2019)

Gesehen: Annabelle Comes Home (2019)
(c) Warner Bros. Entertainment

Immerhin lässt sich sagen, dass das dritte Kapitel des „Annabelle"-Buchs etwas versucht – nämlich Schocks und Terror zurückzufahren, sich auf die ruhigen Momente zu besinnen. Denn Jump-Scares und Co. haben bisher nicht nur die beiden Vorgänger, sondern auch das gesamte restliche „Conjuring"-Universum regelrecht unter sich begraben.

Aber das hat es auch gebraucht, weil die Filme allesamt dabei versagen, wirkliche Horror-Momente zu erzeugen. Viel mehr als schemenhafte Figuren, die im Hintergrund durch den Flur schlurfen, ist da nämlich abseits der Taschenspieler-Schreckmomente nicht.

Und genau da liegt auch das gravierendste Problem dieses Films. Der inszenatorische Verzicht auf der einen Seite legt auf der anderen Seite frei: genau gar nichts. Diese Welt ist einfach komplett leer und ihre Figuren müssen sich entgegen der Logik dieser Welt verhalten, damit überhaupt etwas erzählt werden kann.

★☆☆☆☆

US, R: Gary Dauberman, D: Mckenna Grace, Madison Iseman, Katie Sarife, Michael Cimino, Vera Farmiga, Patrick Wilson, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Bis ans Ende der Nacht (2023)

Gesehen: Bis ans Ende der Nacht (2023)
(c) Grandfilm

Der deutsche Gegenwartskrimi weiß dank Christoph Hochhäusler doch noch zu überraschen – nämlich fast schon alleine wegen des gelungenen Versuchs, einen Film in unserer Gegenwart und nicht über unsere Gegenwart zu erzählen.

Die Protagonistin ist eine trans Frau. Auch das ist ein Thema des Films. Aber nicht Dreh- und Angelpunkt. Trotzdem verschließt der Film nicht die Augen davor, dass die reine Existenz dieses Menschen innerhalb dieses Milieus voller toxischer Testosteronbolzen für transphobe Ausbrüche sorgt. Es werden in kondensierter Form Konflikte verhandelt, die gegenwärtiger kaum sein könnten.

Letztlich geht es jedoch um das Auseinanderdröseln eines Geflechts aus Abhängigkeitsverhältnissen, Liebe, roher sexueller Anziehung und Macht. Es wird darum gerungen, all das irgendwie in Einklang zu bringen, obwohl es vielleicht noch nie im Einklang war und vielleicht auch niemals wird. Was bleibt, ist die verklärte Erinnerung an ein längst vergangenes Gefühl, das niemals wiederkehren kann. Und endloser Schmerz.

Was ich gestehen muss: Ich habe unverhältnismäßig oft darüber nachgedacht, was wohl der Tatort aus dieser Figurenanordnung gemacht hätte. Alleine der Versuch, mir das auszumalen, gipfelte schon in jeder Menge Fremdscham. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass das ein Film über unsere Gegenwart geworden wäre. Und dazu noch kein guter.

★★★½☆

DE, R: Christoph Hochhäusler, D: Thea Ehre, Timocin Ziegler, Michael Sideris, Rosa Enskat, Ioana Iacob, Aenne Schwarz, Sahin Eryilmaz, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: The Dead Don't Hurt (2023)

Gesehen: The Dead Don't Hurt (2023)
(c) Alamode Film

Ich stehe ja auf Filme, bei denen die Macher*innen genau wissen, was ihr Drehbuch vermag und was ihre inszenatorischen Fähigkeiten hergeben. Wo sich eben nicht über die Grenzen hinweg dilettiert wird und das dann auch noch versucht wird, mit irgendwelchen Taschenspielertricks zu vertuschen. Viggo Mortensen ist sich seiner selbst und seines Films sehr genau bewusst und deshalb tiefenentspannt in sich ruhend.

Und diese Ruhe resoniert einfach extrem gut mit der Geschichte und ihren Figuren. So wird hier sehr entschleunigt nachgedacht über Recht, Gerechtigkeit und wo in diesem Venn-Diagramm das Richtige™ zu verorten ist. Wie tut man das Richtige – und zwar nicht nur für sich, sondern auch für geliebte Menschen und den Fortbestand von Werten innerhalb einer Gesellschaft, die einmal nachkommenden Generationen ein besseres Leben ermöglichen soll. Dazu gehört im Zweifelsfall auch, sich einzugestehen, dass eine Entscheidung für den Kampf um das große Gute gleichzeitig einen schmerzhaften Tribut im Kleinen fordern kann.

★★★½☆

CA/DK/MX/GB/US, R: Viggo Mortensen, D: Vicky Krieps, Viggo Mortensen, Solly McLeod, Garret Dillahunt, Danny Huston, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: The Man Who Fell to Earth (1976)

Gesehen: The Man Who Fell to Earth (1976)
(c) Arthaus

Konsum ist unser Untergang. Exzentrische Tech-Milliardär*innen werden uns nicht retten. Xenophobie verhindert zivilisatorischen Fortschritt. In fast 50 Jahren hat sich wenig geändert 🤷‍♂️

★★★½☆

US, R: Nicolas Roeg, D: David Bowie, Rip Torn, Candy Clark, Tony Mascia, Buck Henry, Bernie Casey, Adrienne La Russa, Trailer, Wikipedia
Der Mann, der vom Himmel fiel - Stream: Online anschauen
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