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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Gesehen: The Old Oak (2023)

Gesehen: The Old Oak (2023)
Dave Turner als TJ Ballantyne für seinem Pub // (c) Leonine Studios Spielfilm

Als riesiger Fan von Ken Loach habe ich es sehr lange vor mir hergeschoben, diesen Film zu schauen. Denn alleine die Synopse hatte eine immens abschreckende Wirkung auf mich und ließ vor meinem inneren Auge den Bärenmarke-Bär über die saftig grüne Wiese tanzen – erzwungener Friede-Freude-Eierkuchen eben, das ganz reale Gefahren, denen Geflüchtete tagtäglich ausgesetzt sind, eben eher ausblendet.

Aber würde Ken Loach für eine derart lauwarme, der Realität nicht standhaltende Botschaft wirklich seinen bestechenden Sozialrealismus über Bord werfen? Das konnte ich mir dann doch nicht vorstellen.

Und was soll ich sagen? Wow, hat mich dieser Film berührt... Denn im Zentrum geht es hier um Mechanismen, die auch, aber nicht ausschließlich mit Migration, Integration, Rassismus und Xenophobie zusammenhängen.

Es geht um die unschätzbare Macht von bedingungsloser Solidarität und Gemeinschaft. Dazu gehört eben auch, dass es öffentliche wie gemeinschaftliche Orte gibt, an denen Menschen unabhängig von ihrem sozialen und ökonomischen Status niedrigschwellig zusammenkommen und sich begegnen können.

Aber lässt sich davon im Kontext der Integration Geflüchteter überhaupt erzählen, ohne auch die ihnen entgegenschlagende Menschenfeindlichkeit in all ihrer Härte in den Blick zu nehmen? Ich finde nicht, deshalb stehe ich an dieser Stelle dem Film auch skeptisch gegenüber.

Unstrittig sollte jedoch sein: Den rassistischen Fremdenfeind*innen räumt Ken Loach bewusst keine Bühne ein, um ihre kruden Stammtischmeinungen auszubreiten. Diesen Aspekt mit an dieser Stelle schon zu Tode wiederholten Sprüchen abzuhandeln, funktioniert erstaunlich gut. Wenn eine der Figuren „I'm not a racist, but..." sagt, bedarf es eigentlich keiner weiteren Worte mehr, jede*r weiß dann schon Bescheid.

Trotzdem blendet dieser Film natürlich nicht die ganz realen Probleme der Einheimischen aus – die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, der Niedergang von ganzen Landstrichen außerhalb der urbanen Zentren, dem Zerfall von (gesellschaftlicher) Infrastruktur wie hier ganz konkret des Pubs The Old Oak.

★★★★☆

🇧🇪/🇫🇷/🇬🇧, R: Ken Loach, D: Dave Turner, Ebla Mari, Claire Rodgerson, Trevor Fox, Chris McGlade, Col Tait, Jordan Louis, Chrissie Robinson, Chris Gotts, Jen Patterson, Arthur Oxley, Joe Armstrong, Andy Dawson, Maxie Peters, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Emmanuelle 7 (1993)

Gesehen: Emmanuelle 7 (1993)
Caroline Laurence und Sylvia Kristel // (c) 21st Century Film France, M6 Films
💡
CN sexualisierte Gewalt

Was dieser Film tut, ist straight up und ohne Diskussion verachtenswert. So unverhohlen, wie hier eine Vergewaltigung als explizit als erotischer Moment inszeniert wird, hat sich das keiner der sechs vorangegangenen Filme in der Reihe getraut – und die waren stellenweise schon hochproblematisch.

Auch von diesem Moment abgesehen, gibt sich Teil 7 einfach gar keine Mühe mehr, auch die Nähe einer Diskussion von unter anderem Sexualmoral zu suchen. Stattdessen unterwirft er sich komplett einer Hardcore-Porno-Logik und -Ästhetik – nur eben ohne den expliziten Part.

Der Film lässt selbst mit der rosarotesten Brille keine wohlwollende Lesart zu.

½☆☆☆☆

🇫🇷, R: Francis Leroi, D: Sylvia Kristel, Caroline Laurence, Laura Dean, Joel Bui, Cynthia Van Damme, Julie Jalabert, Roland Waden, Roberto Malone, Jérôme Estienne, Gregoire Wojciechowski, Jean-Philippe Bèche, Wikipedia

Emmanuelle 7 - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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A ½ review of Emmanuelle 7 (1993)
CN sexualisierte Gewalt Was dieser Film tut, ist straight up und ohne Diskussion verachtenswert. So unverhohlen, wie hier eine Vergewaltigung als explizit als erotischer Moment inszeniert wird, hat sich das keiner der sechs vorangegangenen Filme in der Reihe getraut – und die waren stellenweise schon hochproblematisch. Auch von diesem Moment abgesehen, gibt sich Teil 7 einfach gar keine Mühe mehr, auch die Nähe einer Diskussion von unter anderem Sexualmoral zu suchen. Stattdessen unterwirft er sich komplett einer Hardcore-Porno-Logik und -Ästhetik – nur eben ohne den expliziten Part. Der Film lässt selbst mit der rosarotesten Brille keine wohlwollende Lesart zu.

Gesehen: Platoon (1986)

Gesehen: Platoon (1986)
Willem Dafoe, Charlie Sheen und Tom Berenger // (c) 20th Century Studios

Super lange war ich extrem irritiert von diesem vermeintlich furchtbaren Schauspiel nahezu des gesamten Casts. Dieses aufgesetzte, überzogene und aufdringliche Kriegergehabe hat schon Laientheater-Qualitäten und es wirkt, als ob die Schauspieler hier verzweifelt und dilettantisch versuchen, jede Menge Unvermögen irgendwie auszugleichen.

Doch je tiefer es den Höllenschlund hinabging, desto klarer wurde mir, wie falsch ich mit meiner ersten Einschätzung lag. Denn nach und nach wird klar, dass es nicht schauspielerisches Unvermögen, sondern direkt in den Figuren angelegte Verhaltensmuster sind. Denn diese Gestalten bleibt nichts anderes übrig, als sich immer und immer wieder einzureden, dass sie Männer seien – weil sie fast noch Kinder sind, weil sie nur so die Grauen dieses Krieges ertragen können, weil sie nur so ihren eigenen menschenverachtenden und sadistischen Taten vor sich selbst rechtfertigen können. Männer im Krieg müssen in ihren Augen eben ihren und damit genau diesen Mann stehen.

Auf der anderen Seite steht dann Charlie Sheen, der hingegen ein durch und durch fürchterlicher Schauspieler ist. Sein schier unendliches Unvermögen ist ein tonnenschwerer Klotz am Bein des Films, der so kilometerweit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben muss.

★★★½☆

🇬🇧/🇺🇸, R: Oliver Stone, D: Charlie Shee, Willem Dafoe, Tom Berenger, Kevin Dillon, Forest Whitaker, Mark Moses, Keith David, Richard Edson, Francesco Quinn, John C. McGinley, Johnny Depp, Reggie Johnson, David Neidorf, Chris Pedersen, Tony Todd, Trailer, Wikipedia

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3,2,1 – ein zuversichtliches Blog-Stöckchen von Dirk von Gehlen

3,2,1 – ein zuversichtliches Blog-Stöckchen von Dirk von Gehlen
(c) Miguel Bruna / Unsplash

Der geschätzte Dirk von Gehlen hat ein Blockstöckchen geworfen:

Es sind komplizierte Zeiten (vielleicht nicht die schlimmsten). Und vor lauter Krisen geht vor allem das Gefühl verloren, selbst etwas beitragen oder ändern zu können. Die kleine Liste aus zehn Dinge, die jede und jeder tun kann, um sich für Demokratie zu engagieren, brachte mich auf die Idee, ein Blogstöckchen zu werfen. So nennt man die Aufforderung an andere Blogger:innen, Fragen nach einem bestimmten Muster zu beantworten.
3,2,1 – ein zuversichtliches Blog-Stöckchen – Digitale Notizen

Die „Zehn Dinge, um nicht zynisch zu werden und demokratisch zu bleiben" fand ich sowieso schon so gut, dass ich sie auch hier im Blog festgehalten habe. Deshalb möchte ich auch hier meinen Teil dazu beitragen und das Stöckchen aufgreifen.

Drei Dinge, für die ich mich engagiere

Ich demonstriere gegen rechts und rechte Politik.

Ich verbringe Zeit in Kind Words 2.

A game about being kind to real people. Send nice letters from your cozy room, go outside and say hi to your neighbors, swap recommendations, dress up for the poetry slam and add your dreams to a sky full of wishes. Join a community of real people with their hearts on their sleeves.

Ich unterstütze unabhängige Filmkritik finanziell.

Zwei Phänomene, die mich positiv stimmen

  1. Seit mehr als einer Woche Gints Zilbalodis, wie er sich apfelessend in seiner Bettnische zusammen mit seinem Hund über die zwei Oscar-Nominierungen für seinen Film FLOW freut. Es ist einfach so aufrichtig und darin total ansteckend.
Mit Hund und Apfel: So schön freut sich FLOW-Regisseur Gints Zilbalodis über zwei Oscar-Nominierungen
In den Kategorien Best International Feature Film und Best Animated Feature Film kann sich seit heute der lettische Filmemacher Gints Zilbalodis mit seinem Beitrag FLOW Hoffnung auf einen Oscar machen. Während der Bekanntgabe der Nominierungen genoß Zilbalodis in seiner Bettnische einen Apfel und kuschelte mit seinem bezaubernden Golden Retriever. Was
  1. Der für sich stehend natürlich traurige Tod von David Lynch. Der hat mich nämlich unerwartet stark berührt. Und das stimmt mich unendlich positiv. Denn bei aller kritisch-analytischer Auseinandersetzung mit Kunst kommt es manchmal zu kurz, sich von einem Werk auch einfach mal überwältigen zu lassen. David Lynch hat das bei mir jedoch regelmäßig geschafft. Und die Art und Weise, wie in meiner Ecke des Internets um Lynch getrauert und über durch ihn erlangte Inspiration gesprochen wurde, stimmt mich hoffnungsvoll. Kunst kann wirklich etwas bewegen.
🖤 David Lynch (1946-2025)
💔 — Rafa Sales Ross (@rafiews.com) 2025-01-16T18:37:25.694Z Der Tod von David Lynch ist ein unglaublicher Verlust – für seine Familie, seine Freund*innen, die Kunst, die ganze Welt. Es ist einer der wenigen Tode von in der Öffentlichkeit stehenden Menschen, die mich wirklich treffen. David Lynch Dies: ‘Twin Peaks’

Ein Zitat, das mir hilft:

Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Üblicherweise wird dieser Spruch, zumindest popkulturell betrachtet, mit den Anonymen Alkoholikern verbunden. Es ist laut Wikipedia ein Gelassenheitsgebet des US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr und kommt daher eigentlich mit dem Vorsatz „Gott" daher.

Den brauche ich persönlich nicht und bete daher den Spruch auch nicht. Aber seit Jahresanfang und ganz besonders in den vergangenen Tagen ist es – jedenfalls für mich – nicht immer leicht, den sich überschlagenden Ereignissen und Entwicklungen standzuhalten und sich nicht überwältigen zu lassen.

Der Spruch hilft mir tatsächlich dabei, nicht durchzudrehen und mich dessen zu vergewissern, dass ich (ohne mein Zutun) geschehene Dinge nicht mehr ändern kann, aber dass ich Teil derer sein kann, die für uns alle eine bessere Zukunft wollen.


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Trailer der Woche: Dafür habe ich GTA V wieder runtergeladen

Trailer der Woche: Dafür habe ich GTA V wieder runtergeladen
(c) João Ferrão / Unsplash

Der Hype ist wirklich real!

Grand Theft Hamlet

Seit dieser Film im vergangenen Jahr die Runde machte, kann ich es kaum abwarten, ihn auch endlich zu sehen:

January 2021. The UK is in its 3rd lockdown and all entertainment venues remain closed. For theatre actors Sam and Mark, the future looks bleak. As the pandemic drags on, Mark – single and childless – is increasingly socially isolated, while Sam panics about how he is going to support his young family. They spend their days in the online digital world of Grand Theft Auto and when they stumble across a theatre, they suddenly have an idea to stage a full production of Hamlet within the game. This film charts their ridiculous, hilarious and moving adventure as they battle violent griefers and discover surprising truths about life, friendship and the enduring power of Shakespeare.

Zugegeben, der Trailer ist nicht total neu. Dafür aber dieses Youtube-Short von Mubi, das den Streaming-Start von GRAND THEFT HAMLET für den 21. Februar ankündigt. Auf den deutschen Kanälen spricht Mubi zwar immer noch von „demnächst" und „bald" verfügbar, aber da sich der Streamer die weltweiten Verwertungsrechte gesichert hat, gehe ich einfach mal davon aus, dass es dann auch in Deutschland soweit sein wird.

The Virgin of the Quarry Lake

Der lief gerade noch auf dem Sundance und alleine der Trailer erzeugt schon ein herrlich unangenehm unheimliches Gefühl. Eine „Coming-of-Age-Geschichte, die Terror und persönliches Trauma mit Folklore verbindet" wird versprochen, die sich vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Finanzsystems während der Argentinien-Krise abspielt. Grundlage sind Kurzgeschichten von Mariana Enriquez. Einen internationalen Vertrieb gibt es schon, nur noch keine Info wann der Film bei uns oder andernorts in die Kinos kommt.

Sinners

Ryan Coogler und Michael B. Jordan können nicht voneinander lassen und stehen nun für den nächsten gemeinsamen Film in den Startlöchern. Ins Kino wird der mich sicherlich nicht locken. Aber das sieht nach einem coolen Mix irgendwo zwischen LEGEND, THE MAGNIFICENT SEVEN (2016) und I AM LEGEND aus. (Was nicht unbedingt Hoffnung für die Qualität des Films aufkeimen lässt, aber zumindest schmissige Unterhaltung verspricht.) Der Kinostart in Deutschland ist für den 17. April 2025 geplant.

The White Lotus (Staffel 3)

Die erste Staffel war fantastisch, die zweite dann nur noch maximal lauwarm und deshalb bin ich hier noch sehr vorsichtig, aber vorsichtig optimistisch. Der Trailer verkauft Staffel 03 jedenfalls deutlich finsterer als das bisherige Material. Außerdem bin ich sowieso großer Fan von Carrie Coon, Jason Isaacs und Michelle Monaghan. Ab 17. Februar 2025 geht's hierzulande bei Wow los.

Alien: Earth (Staffel 1)

Noah Hawley, dessen Arbeit als Macher der Fargo-Serie ich mag, geht im Sommer mit der ersten Staffel von Alien: Earth an den Start. Die Serie soll ein Prequel zu Ridley Scotts ALIEN (1979) werden und zwei Jahre vor diesen Ereignissen angesiedelt sein. Beim Wort Prequel falle ich vor Langeweile eigentlich schon ins Koma. Aber vielleicht hält das Franchise doch noch etwas bereit. ALIEN: ROMULUS glänzte zwar auch nicht mit krasser Innovation, aber bewies trotzdem, dass noch Schwung in diesem Universum steckt. Produziert wird die Serie für Hulu und damit Disney. Damit sollte der Weg zu unserem Disney+ nicht sonderlich weit sein.

Gesehen: Chantal im Märchenland (2024)

Gesehen: Chantal im Märchenland (2024)
Max von der Groeben Prinz Bosco, Jella Haase als Chantal Ackermann und Gizem Emre als Zeynep // (c) Constantin Film

Nahezu alles, was ich zu diesem Film sagen könnte, habe ich bereits über die drei Göthes gesagt – nur leider hier nicht aufgeschrieben.

Es hilft schließlich wenig, sich mit einer lauwarmen Female-Empowerment-Geschichte die Hände reinwaschen zu wollen, wenn nahezu der gesamte „Humor" darauf basiert, dass Armut und Bildungsferne per se lustig sind.

(P.S.: Eigentlich mag ich ja Jella Haase. Aber dass sie sich bei der Promotour für diesen Film leicht distanziert und kritisch zu den Göthes geäußert hat, dann aber letztlich doch kein Problem darin sieht, weil ja viele Menschen eine gute Zeit mit den Filmen haben, ist schlimm scheinheilig. Aber die Kohle nimmt ja offensichtlich lieber mit, als zu seinen Werten zu stehen.)

★☆☆☆☆

🇩🇪, R: Bora Dağtekin, D: Jella Haase, Gizem Emre, Mido Kotaini, Max von der Groeben, Nora Tschirner, Maria Ehrich, Cooper Dillon, Frederick Lau, Trailer, Wikipedia

Chantal im Märchenland - Stream: Jetzt Film online anschauen
Wie und wo du “Chantal im Märchenland” online auf Netflix & anderen Anbietern ansehen kannst – einschließlich kostenloser Streams.

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