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Medien & Politik

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Zum 10. Todestag: „Frank Schirrmacher - Ein Unersetzlicher des Feuilletons“

Zum 10. Todestag: „Frank Schirrmacher - Ein Unersetzlicher des Feuilletons“
(c) Mike Herbst unter CC BY-NC 2.0

Frank Schirrmacher hat mich als damals angehender Journalist schwer beeindruckt. Mit seinem in meiner Blase umstrittenen Buch Payback drängte er 2009 in meine Welt. Ich teilte seine Analyse nicht, mochte aber seine Art, diese Debatte zu führen. Als FAZ-Herausgeber verstand er es wie kaum eine anderer, großen und wichtigen Debatten eine Plattform in seinem Feuilleton zu geben und dafür auch ihm diametral entgegengesetzte Stimmen sprechen zu lassen.

Mit 29 Jahren Feuilleton-Chef, mit 34 Jahren Herausgeber der FAZ: Frank Schirrmacher wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem prägenden und mächtigen Mann im deutschen Kulturbetrieb. Als er mit nur 54 Jahren stirbt, trauern Freunde und Feinde.
Frank Schirrmacher: Ein Unersetzlicher des Feuilletons
Frank Schirrmacher wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem prägenden Mann im deutschen Kulturbetrieb. Als er mit nur 54 Jahren stirbt, trauern Freund und Feinde.

Er fehlt.

Franz Pökler: Daniele Ganser - die große Analyse

Franz Pökler: Daniele Ganser - die große Analyse
Foto: A. Savin

Es ist eine weitere Predigt zum Chor, aber ich liebe umfassende Takedowns dieser Art, die sich auch in vermeintliche Kleinigkeiten hineinbohren, einfach.

Daniele Ganser ist ein Historiker für Menschen, die keine Ahnung haben, was ein Historiker eigentlich ist. Würde man ihn auf die Medizin übertragen, wäre er kein Arzt. Er trägt nur einfach einen weißen Kittel und ein Stetoskop, das nicht funktioniert. Er ist der Heiland für Leute, die keinen Wert auf das Fundament der Geschichtswissenschaft legen, denen Quellenanalyse und eine logische, ausgewogene Interpretation egal sind, solange ihre Anti-Establishment-Nerven getriggert werden.

Seine Fans bezeichnen sich als kritisch, freie Denker, aufgewacht, weil Ganser ihnen eine Komfortzone bietet, in der sie sich über andere stellen können. Eigentlich sind sie aber das komplette Gegenteil, weil sie denjenigen, der alles hinterfragt, nicht hinterfragen.

Nico Semsrott: Brüssel sehen und sterben - Die Show

Nico Semsrott: Brüssel sehen und sterben - Die Show
(c) Nico Semsrott

Die Wahl ins Europaparlament ist wohl gleichzeitig das Beste und das Schlimmste, das Nico Semsrott hätte passieren können. Immerhin haben wir dadurch mehr Aufklärung über den politischen Betrieb in Brüssel bekommen, als es Martin Sonneborn bisher zu leisten vermochte.

Semsrott hat seine sich dem Ende neigenden fünf Jahre als Abgeordneter im Parlament im Buch Brüssel sehen und sterben niedergeschrieben und begleitend dazu eine Bühnenshow auf die Beine gestellt. Den vollen Abend aus dem Berliner Admiralspalast gibt's auf Youtube. Enjoy, es lohnt sich!

Marques Brownlee und Walt Mossberg sprechen mit Kara Swisher über the Art of the Tech Review

Marques Brownlee und Walt Mossberg sprechen mit Kara Swisher über the Art of the Tech Review
(c) Marques Brownlee

Marques Brownlee hat vergangenen Monat den AI Pin von Humane reviewt und folgendes Urteil auch in den Titel seines Youtube-Videos gegossen: „The Worst Product I've Ever Reviewed… For Now“. Nicht alle im Internet fanden das gut, manche Stimmen meinten sogar, Brownlee dürfe seine „Macht“ nicht „missbrauchen", weil dadurch doch arme kleine Start-Ups vor die Wand fahren könnten. Eine der besseren Zusammenfassung hat erstaunlicherweise Know Your Meme.

Jedenfalls wurde danach viel darüber gesprochen, was Reviews und Reviewer*innen leisten können, sollen und dürfen. Am interessantesten finde ich bisher die Podcast-Episode von On with Kara Swisher, in der Kara Swisher den legendären Tech-Journalisten Walt Mossberg und besagten Marques Brownlee zusammen vors Mikro setzt und über Ethics in Tech-Review-Journalism spricht.

Sie eröffnet den Podcast mit dem Zitat eines Artikels über Walt Mossberg (via Daring Fireball) in der Wired:

Walt Mossberg is walking through a convention hall at the Consumer Electronics Show in Las Vegas when a man starts screaming at him. The screamer, Hugh Panero, blames Mossberg for his company’s recent problems: falling stock price, a sudden plunge in consumer interest. Mossberg is annoyed but hardly intimidated. As the author of the weekly “Personal Technology” column in The Wall Street Journal, he’s used to dealing with disgruntled execs. He lets Panero shout. A crowd is gathering. Finally, Mossberg yells back, “I don’t give a fuck about your stock price!”

Und eigentlich bedarf es danach keiner Worte mehr. Trotzdem ist das gesamte Gespräch natürlich sehr hörenswert. Es geht unter anderem über die besondere Nähe zwischen Tech-Presse und Tech-Businesses und dem Missverständnis auf Seiten der Start-Ups und Konzerne, dass alle doch im selben lager seien und fürs selbe Team spielten.

Und falls das hier nicht eindeutig genug durchscheinen sollte: I don't give a fuck about your stock price either. Journalist*innen, die das anders sehen, machen keinen Journalismus.

ZITATFORSCHUNG debunkt falsche Zitate

ZITATFORSCHUNG debunkt falsche Zitate
(c) Patrick Tomasso / Unsplash

Zitatforschung ist ein cooles Blog von Gerald Krieghofer, auf das ich durch einen Post von Nora Hespers gestoßen bin. Nicht nur ist es spannend zu sehen, woher die falsch zugeschriebenen Zitate eigentlich stammen, sondern auch, wie viele fast schon memetisch immer weiter fortgeschrieben werden. Und davon mal abgesehen sind sicherlich auch einige Argumentationshilfen fürs nächste Familientreffen mit diesem einen unangenehmen Onkel™ dabei – wie etwa die irrtümlichen Rothschilds.

ZITATFORSCHUNG
Sammlung von problematischen Zitaten, Fake Zitate, Falschzitate, Zitate, misattributed, falsche Zitate, Zitatforschung, misquotations, faktencheck,

So haben Nachrichtenagenturen Fotos vor dem Internet in den 1930ern verbreitet

So haben Nachrichtenagenturen Fotos vor dem Internet in den 1930ern verbreitet
(c) Charlie Dean Archives

Irgendwie habe ich mich schon immer gefragt, wie Nachrichtenagenturen früher™ eigentlich Bildmaterial verbreitet haben. Nur bin ich dem nie wirklich auf den Grund gegangen. Jetzt hat das Open Culture für mich übernommen und diese Kurzdoku von 1937 ausgegraben. Erinnert mich ein bisschen an 3D-Druck oder Beamen.

(via Open Culture)