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Kunst & Kultur

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Posts tagged with Kunst & Kultur

Klimt and The Nazi Aesthetic: Great Art Cities: Vienna

Great Art Explained ist derzeit einer meiner Lieblingschannels auf Youtube. Mit Macher James Paynes jüngstem Video zu Gustav Klimt bin ich in etwas mehr als einer Viertelstunde vor meinem Laptop dem Wesen des Wiener Jugendstiel-Künstlers gefühlt näher gekommen, als es das Kunstkraftwerk in Leipzig mit der immersiven Installation „Gustav Klimt: Gold Experience“ geschafft hat. Denn die war/ist leider ein ziemlicher Reinfall, wirkt wie eine Klimt-Powerpoint mit einer Best-of-Klassik-CD im Hintergrund und einem widerlich kalkulierenden Teil, der ausschließlich für Instagram und nie und nimmer zur Egründung Gustav Klimts gebaut wurde.

Spannend ist für mich, wie die Nazis Klimt für ihre niederen Zwecke umgedeutet haben. Obwohl ich bei Kunst eigentlich kein Freund des Umdeutungsbegriffes bin. Denn meine Perspektive ist: Die Intention und der Hintergrund des Künstlers sind nur bedingt relevant für das Lesen des eigentlichen Kunstwerks. Die Deutungshoheit liegt IMMER bei den Rezipientinnen. Nur waren die Nazis keine „einfachen“ Rezipientinnen, die schlicht eine andere Deutung von Klimts Kunst darlegten. Sie begriffen Klimts Kunst nicht als solche, sondern als praktisches Propagandawerkzeug.

Theaterbesuch: Der Würgeengel. Psalmen und Popsongs

Theaterbesuch: Der Würgeengel. Psalmen und Popsongs

Die Koproduktion des Schauspiels Leipzig mit dem Schauspielhaus Bochum ist in der Theaterwelt weitestgehend so gut angekommen, dass das von Johan Simons inszenierte Stück ziemlich schnell den Tellerrand der eigenen Szene überwunden hat – und so auch bei mir angekommen ist. Denn bisher war ich immer nur von meiner eigenen romantischen Vorstellung des Theaters fasziniert, konnte dann für mich aber nie einen Zugang in der echten Welt finden. Ich weiß nicht, was gutes Theater sein kann und sollte. Mir fehlt da (noch) der Referenzrahmen. Sich nun aber „getraut“ zu haben, war die absolut richtige Entscheidung.

Der Würgeengel. Psalmen und Popsongs nach dem Film von Luis Buñuel hat einfach richtig viel Spaß gemacht. Das gemischte Ensemble aus Leipzig (Anne Cathrin Buhtz & Roman Kanonik) und Bochum (Marius Huth & Alexander Wertmann) mit Sandra Hüller als Gastdarstellerin bringt den Stoff mit fast schon anarchischer Qualität auf die Bühne und tanzt leichtfüßig auf dem schmalen Grat zwischen zunehmend entrückter Manie und absurder Komik. Irritiert hat mich nur, dass die Klimametapher die einzige zu sein scheint, die im Stück selbst erklärt wird. Einem Film würde ich sowas zum Vorwurf machen, weil mit derartigen Plumpheiten ein Publikum für dumm verkauft wird.

Trotzdem: Theater, ich komme mit Sicherheit wieder!

P.S.: Ist es bei Stückeinführungen üblich, dem Publikum schon vorab eine Interpretationsebene an die Hand zu geben? So lief das jedenfalls bei mir. Nur finde ich, dass einem so Scheuklappen bei der Betrachtung des Stücks aufgesetzt werden und es viel schwerer fällt, das Werk anderweitig zu lesen. Ist es nicht viel spannender, seine eigenen Gedanken zunächst alleine reifen zu lassen und damit dann im Nachgespräch mit anderen in Dialog zu treten? Mir jedenfalls ist es meistens völlig egal, was die Künstler*innen mit ihren Werken aussagen wollen. Denn darüber haben sie keine Gewalt mehr, wenn die Kunst einmal in der Welt ist. Interessanter ist für mich immer, was ein Film / ein Theaterstück / ein Gemälde / eine Komposition über die offensichtliche Botschaft hinaus auslösen kann.

Zach Braff Is Processing Pain Through Art

Obwohl er mir mit seinen Gäst*innen zu oft ins Spirituelle oder gar Esotherische abrutscht, schaue ich ab und an gerne in die Gespräche von Rich Roll mit interessanten Menschen rein. Das jüngste mit Zach Braff hat mir sehr gefallen, weil es ein sehr dreidimensionales Bild eines Menschen zeichnet, den viele nur als den albernen J. D. aus Scrubs (2001-2010) kennen, zeichnet, der ein ernstzunehmender Künstler ist und nicht nur Film und Fernsehen des reinen Entertainments wegen macht.

Cate Blanchetts großartige Moves im neuen Video der Sparks

Die Sparks kannte ich nicht, bis Edgar Wright mit seinem großartigen Deep Dive um die Ecke kam. Also dachte ich. Bis mir dann klar wurde, dass mir ein Track Mitte der 1990er immer und immer wieder im Radio um die Ohren gehauen wurde. Anyways, großartiger Dokumentarfilm, wahnsinnig interessante Künstler und jetzt ein tolles neues Musikvideo mit Cate Blanchett, die sich aus ihrem Hosenanzug freizutanzen versucht 💛