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Filmkritik

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Gesehen: As Above, So Below (2014)

Gesehen: As Above, So Below (2014)
(c) Universal Pictures

Die größte Stärke dieses Films ist auch gleichzeitig seine größte Schwäche. Das Tempo, mit denen hier Schockmomente geschaffen werden und mit dem dann von einem dieser Momente zum nächsten weitergehastet wird, das erzeugt einen körperlich unangenehmen Malstrom, von dem die Figuren in einen Höllenkreis nach dem anderen hinabgerissen werden.

Es ist jedoch auch genau dieses Tempo, das kaum Raum bietet, viele interessante Angstmomente wirklich entwickeln zu können. Der Film verlässt sich auf die reinen Schockeffekte, zum Nachdenken über deren Auslöser bleibt keine Zeit und so ist der Film an einer in ihren Fundamenten hier auf jeden Fall existenten Ebene des Horrors vorbei inszeniert, was sich auch wieder nach verpulvertem Potenzial anfühlt.

Das Ende nimmt dann regelrecht Shakespearesche Qualitäten an. Hell is empty, And all the devils are here.

★★★☆☆

US, R: John Erick Dowdle, D: Perdita Weeks, Ben Feldman, Edwin Hodge, François Civil, Marion Lambert, Ali Marhyar, Cosme Castro, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Wicked Little Letters (2023)

Gesehen: Wicked Little Letters (2023)
(c) Studiocanal

Ich mag doch alberne Filme mit schrulligen Figuren, tollen Schauspielerinnen und dem Herz am richtigen Fleck. Dennoch war das hier total mittelmäßig. Viele Gründe dafür sind struktureller Natur, der Film ist äußerst repetitiv in seinen Motiven, Figurenanordnungen und im Humor.

Allen voran Olivia Coleman, Jessie Buckley und Anjana Vasan sind es, die den Film immer wieder zurück auf den Boden holen. Gerade Coleman spielt hier äußerst filigran und schafft es mit nuanciertem Mienenspiel nahezu wortlos, den für mich interessantesten Part der Geschichte freizulegen: den schamlosen Masochismus innerhalb katholisch geprägter Institutionen. Der Erlöser™ hat gelitten. Wenn wir also auch leiden, sind wir dem Erlöser™ zum Greifen nahe. Und wie finden wir das? Richtig geil, wir könnten uns bis zum Jüngsten Gericht darin suhlen!

Doch dann bombardiert der Film dieses spannende Fundament mit völlig kruden Momenten. Wenn Anjana Vasans Figur als einzige Polizistin im Revier immer wieder zu vermeintlich niederen Aufgaben verdonnert und wiederholt von ihrem männlichen Vorgesetzten darauf hingewiesen wird, dass es ja immer noch eine Hierarchie gebe, dann ist das erst mal Ausdruck der patriarchalen Machtverhältnisse. Diese auszusprechen, ist noch kein Gag. Denn dafür bedarf es üblicherweise eines Bruchs mit Erwartungen. Den liefert der Film jedoch nur in den wenigsten Momenten. Deshalb hat es sich für mich sehr oft so angefühlt, als ob hier nicht über die misogynen Arschlöcher, sondern mit ihnen gelacht wird.

★★½☆☆

GB, R: Thea Sharrock, D: Olivia Colman, Jessie Buckley, Anjana Vasan, Timothy Spall, Gemma Jones, Malachi Kirby, Alisha Weir, Joanna Scanlan, Eileen Atkins, Lolly Adefope, Hugh Skinner, Wikipedia
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The Beast in the Jungle (2023) - Kuratierte Schicksale

The Beast in the Jungle (2023) - Kuratierte Schicksale

Während die Welt da draußen von singulären Ereignissen wie der AIDS-Epidemie, dem 11. September 2001 oder dem Fall der Berliner Mauer mit dem folgenden Zerfall des Eisernen Vorhangs zerklüftet und die Zeit regelrecht aus den Angeln gehoben wird, scheint der namenlose Club ein Refugium zu sein, in dem man noch loslassen kann.

Mir hat die Idee der Türsteherin als eine Figur, die Schicksale kuratiert, richtig gut gefallen. Hier geht es nicht darum, den lockersten Geldbeutel, die heißesten Menschen und das „richtige“ Verhältnis zwischen den Geschlechtern in den Club zu holen. Hier geht es darum, Leben miteinander zu verknüpfen, Verbindungen zu schaffen, die außerhalb der Regeln von Raum und Zeit bestehen. Und um Musik. Musik ist immer gut.

★★★½☆

AT/BE/FR, R: Patric Chiha, D: Anaïs Demoustier, Tom Mercier, Béatrice Dalle, Martin Vischer, Mara Taquin, Sophie Demeyer, Pedro Cabanas, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Trenque Lauquen (2022)

Gesehen: Trenque Lauquen (2022)
(c) Grandfilm

Eine wunderschön schwelgerische, magisch-realistische Geschichte über das menschliche Ringen nach gemeinsamen Erzählungen, nach dem Schreiben eigener Geschichten und nach der Geborgenheit durch das Gute in Geschichten. Es geht um die verführerische Macht, die Geschichten aus den Federn Dritter über uns erlangen können und den Reiz, sich in die Geschichten anderer hineinzuflüchten. Es ist die Suche nach Sinn, nach einem Ziel, das es zu verfolgen lohnt, und die romantische Verheißung des Einklangs mit der Natur und die Sehnsucht, die in dieser Erzählung begründet ist. Hat mich total verzaubert.

★★★★½

AR/DE, R: Laura Citarella, D: Laura Paredes, Ezequiel Pierri, Rafael Spregelburd, Elisa Carricajo, Juliana Muras, Verónica Llinás, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: La Syndicaliste (2022)

Gesehen: La Syndicaliste (2022)
(c) Weltkino Filmverleih

Das Herz hat der Film auf jeden Fall am rechten Fleck. Ich meine: Eine Gewerkschafterin, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und gegen strukturellen Sexismus in einem mehrheitlich dem französischen Staat gehörenden Konzern einsetzt und an deren Leben sich parallel der desaströse gesellschaftliche Umgang mit Opfern sexueller Gewalt erzählen lässt, what’s not to „like“?

Leider scheitert der Film bereits auf Drehbuchebene, bevor überhaupt die erste Kamera angeschmissen wurde. Über weite Strecken strengt der Text überdeskriptive Dialoge an, als ob wir nicht bereits sehen würden, dass hier Ungerechtigkeiten passieren. Letztlich wirkt es so, als ob man sich hier lange im Unklaren darüber war, dass man ja einen Film dreht und sich deshalb nicht nur filmischer Mittel bedienen kann, sondern es auch muss.

True Crime für Teilnahmslose – dieser bittere Nachgeschmack blieb mir auf der Zunge.

★★☆☆☆

🇩🇪/🇫🇷/🇺🇸, R: Jean-Paul Salomé, D: Isabelle Huppert, Marina Foïs, Alexandra Maria Lara, Grégory Gadebois, François-Xavier Demaison, Pierre Deladonchamps, Gilles Cohen, Gilles Cohen, Trailer, Wikipedia

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A ★★ review of La Syndicaliste (2022)
Das Herz hat der Film auf jeden Fall am rechten Fleck. Ich meine: Eine Gewerkschafterin, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und gegen strukturellen Sexismus in einem mehrheitlich dem französischen Staat gehörenden Konzern einsetzt und an deren Leben sich parallel der desaströse gesellschaftliche Umgang mit Opfern sexueller Gewalt erzählen lässt, what’s not to „like“? Leider scheitert der Film bereits auf Drehbuchebene, bevor überhaupt die erste Kamera angeschmissen wurde. Über weite Strecken strengt der Text überdeskriptive Dialoge an, als ob wir nicht bereits sehen würden, dass hier Ungerechtigkeiten passieren. Letztlich wirkt es so, als ob man sich hier lange im Unklaren darüber

Gesehen: Los delincuentes (2023)

Gesehen: Los delincuentes (2023)
(c) Mubi

Als der Film in Richtung magischer Realismus gekippt ist, wusste ich: Die mehr als dreistündige Laufzeit ist mir noch nicht genug! 😅

Es ist die Verheißung, der urbanen Einöde entfliehen zu können, die Ketten des Kapitalismus zu sprengen und sich im Paradies von den Sirenen verführen zu lassen, mit der hier gespielt wird. Die beiden verlorenen Seelen und die drei verführerischen „Sirenen“ tragen allesamt zueinander anagrammatische Namen. So lässt sich etwa aus den Figuren lesen, was war, was ist und was wird. Die Sirenen als Manifestation von Sehnsüchten, Träumen und Bedürfnissen.

Aber zu Hause in der Großstadt, in der tagtäglichen Monotonie des Wirtschaftens, da geht man eher freiwillig in den Knast, als sich vom Arbeitgeber über die nächsten 20 Jahre bis zur Rente bis auf den letzten Tropfen Lebenswillen auspressen zu lassen. Wenn das Gefängnis ein glaubwürdigeres Versprechen von Freiheit vorbringen kann als die geltende Gesellschaftsordnung, läuft irgendwas nicht ganz richtig. (Dann im Knast direkt wieder mit monetären Zwängen konfrontiert zu werden, – also auf den Schutzgelderpresser zu stoßen, der mit demselben Schauspieler wie der Chef der Protagonisten besetzt ist – ist nicht nur herrlich ironisch, sondern birgt auch eine bittere Wahrheit in sich.)

Der Film hat zwar auch durchaus Momente, in denen er unnötig viel ausbuchstabiert, aber die haben letzten meinem Genuss keinen Abbruch getan.

★★★★☆

AR/BR/CL/LU, R: Rodrigo Moreno, D: Daniel Elías, Esteban Bigliardi, Margarita Molfino, Germán de Silva, Laura Paredes, Mariana Chaud, Gabriela Saidón, Cecilia Rainero, Lalo Rotaveria, Javier Zoro, Trailer, Wikipedia
Die Missetäter - Stream: Jetzt Film online anschauen
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