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Filmkritik

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Gesehen: Leaving Las Vegas (1995)

Gesehen: Leaving Las Vegas (1995)
Nicolas Cage und Elisabeth Shue in „Leaving Las Vegas" // (c) Studiocanal, Arthaus

Braucht für meinen Geschmack sehr lang – vielleicht auch zu lang –, um wirklich aus dem Knick zu kommen. Viel Zeit geht für selbstmitleidige Rührseligkeit drauf, bis dann auf den letzten Metern tatsächlich noch die emotionale Dampframme ausgepackt wird.

Wie wunderschön und gleichzeitig schmerzhaft ist es bitte, diesen beiden Figuren zuzusehen. Die beschlossen haben, dass ihr jeweiliges Leben nichts mehr für sie ist. Die sich gegenseitig sehen, akzeptieren, stützen, stärken und schließlich lieben. Die wissen, dass es zu dieser Liebe ein bereits geschriebenes Ende gibt. 💔

★★★½☆

FR/GB/US, R: Mike Figgis, D: Nicolas Cage, Elisabeth Shue, Julian Sands, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Control (2007)

Gesehen: Control (2007)
Sam Riley in „Control" // (c) capelight pictures

Ach, ich weiß auch nicht. Natürlich sieht das alles wahnsinnig gut aus, gerade Sam Riley und Samantha Morton spielen wirklich exzellent und die Musik ist selbstverständlich großartig.

Es fühlt sich irgendwie schmutzig an, aber ich habe an diesen Clip von Matt Stone und Trey Parker vor Student:innen an der New York University denken müssen: „[...]and if the words ‚and then' belong between those beats, you got something pretty boring. What should happen between every beat that you've written down is either the word ‚therefore' or ‚but'."

Und für meinen Geschmack hat Anton Corbijn hier einfach zu viel „and then" in sein Regiedebüt gesteckt. Hier entfaltet sich nur Starre und das finde ich einfach schade.

★★★☆☆

AU/GB/US, R: Anton Corbijn, D: Sam Riley, Samantha Morton, Alexandra Maria Lara, Joe Anderson, Toby Kebbell, Craig Parkinson, James Anthony Pearson, Harry Treadaway, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach (1971)

Gesehen: Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach (1971)
(c) Studiocanal, Arthaus

Ich finde, es nimmt schon fast herzogsche Qualitäten an, wie diese Menschen immer mehr eiinem zum Wahn gewordenen Wunsch verfallen und daran verkümmern. Wie die Vorstellung von Geld und Reichtum als Lösung aller Probleme regelrecht Regression in den Köpfen dieser Männer triggert. Wie sie wie kleine Kinder durch den Wald hüpfen, regelrecht Überfall spielen, bis sie irgendwann nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und geistgleich durch die dichtstehenden Bäume schleichen. Wie sie viel zu spät erkennen, dass nicht Geld per se für die soziale Ungleichheit verantwortlich ist und daran zugrunde gehen.

Völlig bizarr ist es für mich zudem, Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta und sogar in einer kleinen Rolle Rainer Werner Fassbinder in Verbindung mit diesen Orten zu sehen. Denn in einem wurde ich geboren, in einem anderen bin ich bis zum Ende meiner frühen Kindheit aufgewachsen.

★★★½☆

DE, R: Volker Schlöndorff, D: Georg Lehn, Karl-Josef Cramer, Margarethe von Trotta, Walter Buschhoff, Rainer Werner Fassbinder, Reinhard Hauff, Wolfgang Bächler, Karl-Heinz Merz, Joe Hembus, Karl Renar, Harald Müller, Maria Donnerstag, Angelika Hillebrecht, Harry Owen, Wilhelm Grasshoff, Eva Pampuch, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: The Elephant Man (1980)

Gesehen: The Elephant Man (1980)
John Hurt als John Merrick in David Lynchs „The Elephant Man" // (c) Studicanal, Arthaus

Schon während des Films musste ich vor allem über unseren Drang als Menschen, uns gegenseitig in Schubladen zu stecken, nachdenken. Das wird oft verwechselt mit dem Streben nach Wissen, danach, das Unbekannte zu ergründen. Denn unterm Strich geht es den Menschen um Kontrolle und nicht um Empathie.

Kaum jemand möchte den als „Elephant Man" entmenschlichten John Merrick wirklich verstehen, sonderlich letztlich für eigene Zwecke benutzen oder gar ausbeuten – der sich als Johns „Besitzer" gerierende Anbieter einer sogenannten Freakshow auf jeden Fall, Arzt Frederick Treves mindestens aus medizinischem Interesse und die Schauspielerin Madge Kendal, um sich als sensible und weltoffene Künstlerin zu inszenieren. John Merrick wird nicht aus den Fängen seines „Besitzers" gerettet, sondern einfach andernorts zur Schau gestellt.

Das ist für mich der todtraurige Kern des Films oder jedenfalls der Teil, über den ich einfach nicht aufhören konnte, nachzudenken.

Gewissermaßen ist das auch eine Reflexion von David Lynchs Haltung zum Verhältnis zwischen seiner Kunst und dem Publikum. Unzählige Male, über Jahrzehnte hinweg hat sich Lynch geweigert, seine Kunst zu erklären. Die Kunst sollte immer für sich selbst sprechen. Dennoch wurden immer und immer wieder Erklärungen eingefordert – weil niemand wusste, in welche Schublade Lynch gesteckt werden könnte.

★★★★☆

US, R: David Lynch, D: John Hurt, Anthony Hopkins, Anne Bancroft, John Gielgud, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Rain Man (1988)

Gesehen: Rain Man (1988)
Dustin Hoffman und Tom Cruise in „Rain Man" // (c) MGM Home Entertainment, Twentieth Century Fox Home Entertainment

Zwischen dem Kapitalismus und der Figur von Tom Cruise lassen sich schon einige Parallelen ziehen. Er geht mit seinem Bruder um, wie mit einem Arbeitshund. Er schreit ihn immer und immer wieder an in der ignoranten Hoffnung, sein Anliegen dadurch begreiflicher zu machen. Jeder tatsächliche Versuch, seinem Bruder auf Augenhöhe zu begegnen, ist durch Profitmaximierung motiviert. Ebenbürtig – und eigentlich nicht mal das – ist nur, wer ihm Geld in die Tasche schaufeln kann. Der Wert eines Menschen bemisst sich hier nur an seiner Wirtschaftskraft.

Schwierig sind natürlich das klischierte Spiel Dustin Hoffmans, das bei der Beschreibung einer Autismus-Spektrum-Störung unterkomplexe Drehbuch und die generelle Weigerung, tiefer in die Psyche der Figuren einzutauchen, da das dem Hollywood-Ende im Wege stehen würde.

★★★☆☆

US, R: Barry Levinson, D: Tom Cruise, Dustin Hoffman, Valeria Golino, Gerald R. Molen, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Emmanuelle 5 (1987)

Gesehen: Emmanuelle 5 (1987)
Monique Gabrielle in „Emmanuelle 5" // (c) AS Productions, Sofima

Das gehört wirklich zum Bizarrsten, was ich bisher gesehen habe. Irgendwie will dieser Film Cannes und die Filme, für die Cannes steht, der Prüderie und der Scheinheiligkeit überführen.

Nur bleibt er bis zur letzten Sekunde jeglichen Beweis schuldig und bietet obendrauf selbst nichts Eigenes an – nicht einmal mit einer gewissen Verve inszenierte Sexszenen, sondern selbst die sind eine Aneinanderreihung von starren, ewig gleichen Bildern, die sich schneller Abnutzen als die Darsteller:innen einen Höhepunkt vortäuschen können.

Dieser Film ist ein derart katastrophal geschnittenes Stück Elend, das komplett taktlos ein wirres Szenengeballer abfeuert, dass mir jedes weitere Wort fehlt...

½☆☆☆☆

FR, R: Walerian Borowczyk, D: Monique Gabrielle, Crofton Hardester, Dana Burns Westburg, Yaseen Khan, Bryan Shane, Trailer, Wikipedia