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Filmkritik

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Gesehen: Sachertorte (2022)

Gesehen: Sachertorte (2022)
Maeve Metelka und Max Hubacher // (c) Amazon Studios, DCM Stories

Der Film hat mich auf ganzer Linie verzückt und es ist mir egal, dass ihr das jetzt wisst! Wie zuckersüß war das bitte?

SACHERTORTE ist ein Film, dessen Weg von Beginn an glasklar gezeichnet ist. Die Romcom ist ein derart abgegriffenes Genre, dass mittlerweile einfach das gesamte zur Verfügung stehende Werkzeugarsenal aus Tropen besteht.

Dieser Film weiß das. Er benennt seine Vorbilder, macht keinen Hehl aus seiner Inspiration und versucht erst gar nicht genau diese Idole zu dekonstruieren. Das wäre ein von vornherein zum Scheitern verurteiltes Vorhaben.

Der Film ist sich der Grenzen des Genres und des Settings bewusst. Aber innerhalb dieser Grenzen bewegt er sich unheimlich selbstbewusst, charmant und durch viele schöne, kleine und vor allem ehrliche Momente.

Außerdem: Wie toll ist bitte Maeve Metelka? Kommt sie ins Bild, vereinnahmt sie sofort das ganze Bild, schafft es aber trotzdem, niemals die Szene zu ersticken. Sie scheint einen sehr authentischen Zugang zu ihrer Figur gefunden zu haben.

★★★½☆

🇦🇹/🇩🇪, R: Tine Rogoll, D: Max Hubacher, Maeve Metelka, Detlev Buck, Maria Happel, Karl Fischer, Cornelius Obonya, Johannes Zirner, Krista Stadler, Hilde Dalik, Sarah Elena Koch, Samuel Koch, Michaela Saba, Paul Basonga, Trailer, Wikipedia

Sachertorte - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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Gesehen: The Old Oak (2023)

Gesehen: The Old Oak (2023)
Dave Turner als TJ Ballantyne für seinem Pub // (c) Leonine Studios Spielfilm

Als riesiger Fan von Ken Loach habe ich es sehr lange vor mir hergeschoben, diesen Film zu schauen. Denn alleine die Synopse hatte eine immens abschreckende Wirkung auf mich und ließ vor meinem inneren Auge den Bärenmarke-Bär über die saftig grüne Wiese tanzen – erzwungener Friede-Freude-Eierkuchen eben, das ganz reale Gefahren, denen Geflüchtete tagtäglich ausgesetzt sind, eben eher ausblendet.

Aber würde Ken Loach für eine derart lauwarme, der Realität nicht standhaltende Botschaft wirklich seinen bestechenden Sozialrealismus über Bord werfen? Das konnte ich mir dann doch nicht vorstellen.

Und was soll ich sagen? Wow, hat mich dieser Film berührt... Denn im Zentrum geht es hier um Mechanismen, die auch, aber nicht ausschließlich mit Migration, Integration, Rassismus und Xenophobie zusammenhängen.

Es geht um die unschätzbare Macht von bedingungsloser Solidarität und Gemeinschaft. Dazu gehört eben auch, dass es öffentliche wie gemeinschaftliche Orte gibt, an denen Menschen unabhängig von ihrem sozialen und ökonomischen Status niedrigschwellig zusammenkommen und sich begegnen können.

Aber lässt sich davon im Kontext der Integration Geflüchteter überhaupt erzählen, ohne auch die ihnen entgegenschlagende Menschenfeindlichkeit in all ihrer Härte in den Blick zu nehmen? Ich finde nicht, deshalb stehe ich an dieser Stelle dem Film auch skeptisch gegenüber.

Unstrittig sollte jedoch sein: Den rassistischen Fremdenfeind*innen räumt Ken Loach bewusst keine Bühne ein, um ihre kruden Stammtischmeinungen auszubreiten. Diesen Aspekt mit an dieser Stelle schon zu Tode wiederholten Sprüchen abzuhandeln, funktioniert erstaunlich gut. Wenn eine der Figuren „I'm not a racist, but..." sagt, bedarf es eigentlich keiner weiteren Worte mehr, jede*r weiß dann schon Bescheid.

Trotzdem blendet dieser Film natürlich nicht die ganz realen Probleme der Einheimischen aus – die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, der Niedergang von ganzen Landstrichen außerhalb der urbanen Zentren, dem Zerfall von (gesellschaftlicher) Infrastruktur wie hier ganz konkret des Pubs The Old Oak.

★★★★☆

🇧🇪/🇫🇷/🇬🇧, R: Ken Loach, D: Dave Turner, Ebla Mari, Claire Rodgerson, Trevor Fox, Chris McGlade, Col Tait, Jordan Louis, Chrissie Robinson, Chris Gotts, Jen Patterson, Arthur Oxley, Joe Armstrong, Andy Dawson, Maxie Peters, Trailer, Wikipedia

The Old Oak - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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Gesehen: Emmanuelle 7 (1993)

Gesehen: Emmanuelle 7 (1993)
Caroline Laurence und Sylvia Kristel // (c) 21st Century Film France, M6 Films
💡
CN sexualisierte Gewalt

Was dieser Film tut, ist straight up und ohne Diskussion verachtenswert. So unverhohlen, wie hier eine Vergewaltigung als explizit als erotischer Moment inszeniert wird, hat sich das keiner der sechs vorangegangenen Filme in der Reihe getraut – und die waren stellenweise schon hochproblematisch.

Auch von diesem Moment abgesehen, gibt sich Teil 7 einfach gar keine Mühe mehr, auch die Nähe einer Diskussion von unter anderem Sexualmoral zu suchen. Stattdessen unterwirft er sich komplett einer Hardcore-Porno-Logik und -Ästhetik – nur eben ohne den expliziten Part.

Der Film lässt selbst mit der rosarotesten Brille keine wohlwollende Lesart zu.

½☆☆☆☆

🇫🇷, R: Francis Leroi, D: Sylvia Kristel, Caroline Laurence, Laura Dean, Joel Bui, Cynthia Van Damme, Julie Jalabert, Roland Waden, Roberto Malone, Jérôme Estienne, Gregoire Wojciechowski, Jean-Philippe Bèche, Wikipedia

Emmanuelle 7 - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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A ½ review of Emmanuelle 7 (1993)
CN sexualisierte Gewalt Was dieser Film tut, ist straight up und ohne Diskussion verachtenswert. So unverhohlen, wie hier eine Vergewaltigung als explizit als erotischer Moment inszeniert wird, hat sich das keiner der sechs vorangegangenen Filme in der Reihe getraut – und die waren stellenweise schon hochproblematisch. Auch von diesem Moment abgesehen, gibt sich Teil 7 einfach gar keine Mühe mehr, auch die Nähe einer Diskussion von unter anderem Sexualmoral zu suchen. Stattdessen unterwirft er sich komplett einer Hardcore-Porno-Logik und -Ästhetik – nur eben ohne den expliziten Part. Der Film lässt selbst mit der rosarotesten Brille keine wohlwollende Lesart zu.

Gesehen: Platoon (1986)

Gesehen: Platoon (1986)
Willem Dafoe, Charlie Sheen und Tom Berenger // (c) 20th Century Studios

Super lange war ich extrem irritiert von diesem vermeintlich furchtbaren Schauspiel nahezu des gesamten Casts. Dieses aufgesetzte, überzogene und aufdringliche Kriegergehabe hat schon Laientheater-Qualitäten und es wirkt, als ob die Schauspieler hier verzweifelt und dilettantisch versuchen, jede Menge Unvermögen irgendwie auszugleichen.

Doch je tiefer es den Höllenschlund hinabging, desto klarer wurde mir, wie falsch ich mit meiner ersten Einschätzung lag. Denn nach und nach wird klar, dass es nicht schauspielerisches Unvermögen, sondern direkt in den Figuren angelegte Verhaltensmuster sind. Denn diese Gestalten bleibt nichts anderes übrig, als sich immer und immer wieder einzureden, dass sie Männer seien – weil sie fast noch Kinder sind, weil sie nur so die Grauen dieses Krieges ertragen können, weil sie nur so ihren eigenen menschenverachtenden und sadistischen Taten vor sich selbst rechtfertigen können. Männer im Krieg müssen in ihren Augen eben ihren und damit genau diesen Mann stehen.

Auf der anderen Seite steht dann Charlie Sheen, der hingegen ein durch und durch fürchterlicher Schauspieler ist. Sein schier unendliches Unvermögen ist ein tonnenschwerer Klotz am Bein des Films, der so kilometerweit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben muss.

★★★½☆

🇬🇧/🇺🇸, R: Oliver Stone, D: Charlie Shee, Willem Dafoe, Tom Berenger, Kevin Dillon, Forest Whitaker, Mark Moses, Keith David, Richard Edson, Francesco Quinn, John C. McGinley, Johnny Depp, Reggie Johnson, David Neidorf, Chris Pedersen, Tony Todd, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Chantal im Märchenland (2024)

Gesehen: Chantal im Märchenland (2024)
Max von der Groeben Prinz Bosco, Jella Haase als Chantal Ackermann und Gizem Emre als Zeynep // (c) Constantin Film

Nahezu alles, was ich zu diesem Film sagen könnte, habe ich bereits über die drei Göthes gesagt – nur leider hier nicht aufgeschrieben.

Es hilft schließlich wenig, sich mit einer lauwarmen Female-Empowerment-Geschichte die Hände reinwaschen zu wollen, wenn nahezu der gesamte „Humor" darauf basiert, dass Armut und Bildungsferne per se lustig sind.

(P.S.: Eigentlich mag ich ja Jella Haase. Aber dass sie sich bei der Promotour für diesen Film leicht distanziert und kritisch zu den Göthes geäußert hat, dann aber letztlich doch kein Problem darin sieht, weil ja viele Menschen eine gute Zeit mit den Filmen haben, ist schlimm scheinheilig. Aber die Kohle nimmt ja offensichtlich lieber mit, als zu seinen Werten zu stehen.)

★☆☆☆☆

🇩🇪, R: Bora Dağtekin, D: Jella Haase, Gizem Emre, Mido Kotaini, Max von der Groeben, Nora Tschirner, Maria Ehrich, Cooper Dillon, Frederick Lau, Trailer, Wikipedia

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Gesehen: Tatami (2023)

Gesehen: Tatami (2023)
Arienne Mandi als Leila Hosseini // (c) Wild Bunch Germany

Es mag naheliegen, dass das Politische auch im internationalen Hochleistungssport eine Rolle spielt. Das schmälert jedoch nicht, was TATAMI damit leistet, diesen Konflikt auf die Judomatte zu begrenzen und zu verengen. Die Tatami wird damit zu einem Kessel, der unter immer höherem Druck steht.

Jeder auf die Matte knallende Judowurf könnte das Gefäß endgültig zur Explosion bringen. Wie hier die Kamera regelmäßig mit den Sportlerinnen rollt und auf dem Boden aufschlägt, ist kein neuer Kniff. Beim Blick in den Mainstream waren es Regisseure wie Matthew Vaughn, der im ersten KINGSMAN diesen inszenatorischen Kniff erst elegant einsetzte und in den beiden Nachfolgern dann bis zum Erbrechen überreizte. Hier jedoch haben diese Kamerabewegungen Gewicht. Sie kommen mit Bedacht zum Einsatz und werden mithilfe des brillanten Sounddesigns mit einer brachialen Wucht ausgestattet.

Diese rohe Kraft ist zugleich das, was diese Frauen ausmacht – im sportlichen Sinne, aber noch viel mehr in ihrer eigenen Entschlossenheit und ihrem Mut, Entscheidungen für ihre und die Zukunft ihrer Familien zu treffen, die im Zweifelsfall andere das Leben kosten können.

Die Tatami wird nicht nur zum Ort sportlicher Höchstleistungen, er wird zum Ort der Selbstermächtigung. Hier erkennen und legen die beiden Frauen ultimativ ihre Rollen als austauschbare Figuren auf einem Schachbrett ab. Hier widersetzen sie sich dem Leben, das das iranische Regime für sie vorgesehen hat.

Von Kind auf sein ganzes Leben auf sportliche Exzellenz auszurichten, nur um in den Augen der mächtigen Unterdrücker letztlich nie mehr als ein Propagandawerkzeug zur eigenen Reinwaschung auf dem Parkett des internationalen Spitzensports zu sein... Daran nicht zu zerbrechen, das erfordert Kraft und Stärke, die die radikalen Islamisten in Iran niemals haben werden.

★★★★☆

🇬🇪/🇮🇱/🇬🇧/🇺🇸, R: Guy Nattiv, Zar Amir Ebrahimi, D: Arienne Mandi, Zar Amir Ebrahimi, Jaime Ray Newman, Nadine Marshall, Lir Katz, Ash Goldeh, Valeriu Andriuță, Mehdi Bajestani, Farima Habashizadehasl, Elham Erfani, Sina Parvaneh, Trailer, Wikipedia

Tatami - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
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