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Filmkritik

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Gesehen: Favoriten (2024) – Mittendrin als Fliege an der Wand

Auf Ruth Beckermann ist einach Verlass...

Gesehen: Favoriten (2024) – Mittendrin als Fliege an der Wand
Foto: Grandfilm, Ruth Beckermann Filmproduktion

Auf Ruth Beckermann ist einfach Verlass. Sie schafft es, mit ihrer Kamera die Anmutung einer Fliege an der Wand zu erzeugen, während sie eigentlich mittendrin steht, sogar oft direkt adressiert wird. Doch je länger sie bei den Kindern ist, desto natürlicher fügt sie sich in das Klassengefüge ein, desto wahrhaftiger werden die eingefangenen Momente.

Dass das jedoch nicht immer klappen kann, wenn es aber klappen muss, ist Beckermann sehr offensichtlich bewusst – und darauf ist Beckermann vorbereitet. Indem sie den Kindern eigene Handys zum Filmen von eigenen Szenen in die Hände drückt, kann sie in entscheidenden Momenten dabei sein, ohne dabei

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Kinotagebuch: Die My Love (2025) - Horror in der Kernfamilie

Lynne Ramsay inszeniert die vermeintliche Freiheit rigoros als Gefängnis

Kinotagebuch: Die My Love (2025) - Horror in der Kernfamilie
Foto: Mubi, Studiocanal

Ich finde, dass die Genrezuschreibung „Drama" DIE MY LOVE kaum gerecht wird. Lynne Ramsay hat hier nämlich einen tief unter die Haut gehenden Horrorfilm inszeniert. Jedenfalls kommt das Bild von der Kernfamilie dem meinem Dafürhalten nach extrem nahe.

Lynne Ramsay schenkt ihren beiden Hauptfiguren die vermeintliche Freiheit – mit einem Haus, das es wahrscheinlich für umme gab, das sie völlig nach ihren Vorstellungen gestalten könn(t)en, in dem sie Musik so laut wie nur vorstellbar aufdrehen können, ohne jemanden zu stören, wo sie wie die Tiere übereinander herfallen und sich auch mal aus dem Weg gehen können.

Doch genau diese

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Gesehen: Old Joy (2006) - Alternde Freundschaft

Wortloses Verstehen, betretenes Schweigen und vertrautes Nichtssagen

Gesehen: Old Joy (2006) - Alternde Freundschaft
Foto: Washington Square Films, filmscience, Van Hoy/Knudsen Productions

Ein Film über jung geschlossene Freundschaften, die nun alt geworden sind. Menschen wachsen in ihre eigenen Leben hinein, verlieren aus den Augen, was sie einst einmal verbunden hat, und spüren dennoch, dass es da etwas gibt.

Aus dem Autoradio dringt die Analyse einer gesellschaftlich und politisch im Argen liegenden Welt, während die beiden Freunde durch Orte fahren, die es wirtschaftlich bereits hinter sich haben.

Alles scheint trost- und aussichtslos. Es wäre ein Leichtes, diese Spannung durch das Hervorbrechen politischer Grabenkämpfe zwischen den beiden alten Freunden eskalieren zu lassen. Doch einer Kelly Reichardt ist das zu zynisch. Ihr sind

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Gesehen: Truth (2015) - Verlag vs. Redaktion

Tappt in viele Pathosfallen, glänzt aber bei der Betrachtung der ökonomischen und unternehmerischen Spannungsfelder im Journalismus

Gesehen: Truth (2015) - Verlag vs. Redaktion
Foto: Leonine Studios

Bei Journalist*innenfilmen habe ich wirklich IMMER ein krasses Problem. Einerseits lasse ich ihnen viel zu viele Ungenauigkeiten durchgehen, weil ich dieser (meiner) Profession bei aller notwendigen (Selbst-)Kritik wirklich jedes „Denkmal" gönne. Paradoxerweise bin ich andererseits aber auch aufgrund meines beruflichen Hintergrunds besonders penibel.

Klar, der Film tappt links und rechts in haufenweise Pathosfallen – besonders in Kombination mit dem wirklich lächerlich manipulativen Score. Das passiert jedoch vor allem dann, wenn es um die eigentlichen journalistischen Prozesse und Ideale geht. Doch das steht tatsächlich gar nicht im Zentrum des Films. Es geht viel mehr um unternehmerische Interessen, die den

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Gesehen: When Lightning Flashes Over the Sea (2025) - Regression der Träume

Im fortwährenden Kriegszustand gibt es nur wenig, was sich wirklich mit abschließender Sicherheit sagen lässt

Gesehen: When Lightning Flashes Over the Sea (2025) - Regression der Träume
Foto: déjà-vu film
[...] Denn im fortwährenden Kriegszustand gibt es nur wenig, was sich wirklich mit abschließender Sicherheit sagen lässt.

Klar ist, dass sich die Dinge verschieben. Denn die vielen, vermeintlich einfachen, banalen und kindlichen Dinge, die sich der Junge zu Beginn des Films ausmalt, sind plötzlich gar nicht mehr so kindlich. Die Erwachsenen sprechen plötzlich von ganz ähnlichen Wünschen. Ohne zusätzliche Worte macht der Film klar: Der Krieg hat dem Kindlichen die Unschuld geraubt und in den Köpfen der erwachsenen Menschen eine regelrechte Regression der Wünsche, der Träume, der Vorstellungskraft herbeigeführt.

Meine ganze Kritik gibt's bei Kino-Zeit!

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Gesehen: Pitch Black (2000) - Kubistische Aliens

Das eindeutige Fahrwasser kann der Film nicht unerkannt machen

Gesehen: Pitch Black (2000) - Kubistische Aliens

Ein Gedanke ging mir einfach nicht aus dem Kopf: Das ist doch einfach nur CUBE, aber mit Aliens. Also klar, auch vor CUBE gab es natürlich schon Filme, die sich an vergleichbaren Anordnungen versucht haben. Aber dieses Zusammenspiel aus Figuren, aus Arche- und Stereotypen und Bildästhetik, das ist schon ein relativ eindeutiges Fahrwasser. Darüber lässt sich dann auch nicht mit einer derart pseudocoolen Verkultung von Kriegergehabe und entsprechenden Codes hinwegtäuschen.

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