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Filmkritik

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Gesehen: Le Samouraï (1967)

Gesehen: Le Samouraï (1967)
(c) WME Home Entertainment

Das ist einer dieser Filme, die ich einfach zum Niederknien toll finde. Alleine Alain Delon in der Hauptrolle, der er eine Unantastbarkeit irgendwo zwischen purer Arroganz und verführerischer Unwiderstehlichkeit verleiht, macht LE SAMOURAÏ zu einem Meisterwerk.

Obendrein gelingt Jean-Pierre Melville hier eine spannende und zugleich äußerst kluge Auseinandersetzung mit Einsamkeit, Vereinsamung und Anonymität in der Großstadt – ein Ort, durch den sich der Protagonist mit seinem perfekt geschnittenen Trenchcoat und überaus stilsichern Hut bewegt wie ein Hai durch sein Jagdrevier. Dort sollte er mit seinem Outfit eigentlich heraussTechen, aber die ökonomische Oberschicht, in deren Welt der Protagonist eindringt, nimmt ihn kaum wahr, ist nur mit sich selbst und dem Zur-Schau-Stellen des eigenen Reichtums beschäftigt.

Wer ihn jedoch wahrnimmt, sind die „einfachen“ Arbeiter*innen im Dienste der Oberschicht. Als er das merkt, sich gesehen fühlt, beginnt er Nähe zuzulassen und geht Verletzungsrisiken (emotionaler und körperlicher Natur) ein. Seine Unantastbarkeit schwindet – immer mit der Staatsgewalt im Nacken, die mit repressiven Methoden die Interessen einer autokratisch anmutenden Gruppe durchzuprügeln versucht. Vor dem Gesetz sind (theoretisch) alle gleich, vor der Exekutive jedoch nur bedingt und manchmal abhängig vom Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt.

★★★★½

🇫🇷/🇮🇹, R: Jean-Pierre Melville, D: Alain Delon, François Périer, Nathalie Delon, Cathy Rosier, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: WME Home Entertainment

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A ★★★★½ review of Le Samouraï (1967)
Das ist einer dieser Filme, die ich einfach zum Niederknien toll finde. Alleine Alain Delon in der Hauptrolle, der er eine Unantastbarkeit irgendwo zwischen purer Arroganz und verführerischer Unwiderstehlichkeit verleiht, macht LE SAMOURAÏ zu einem Meisterwerk. Obendrein gelingt Jean-Pierre Melville hier eine spannende und zugleich äußerst kluge Auseinandersetzung mit Einsamkeit, Vereinsamung und Anonymität in der Großstadt – ein Ort, durch den sich der Protagonist mit seinem perfekt geschnittenen Trenchcoat und überaus stilsichern Hut bewegt wie ein Hai durch sein Jagdrevier. Dort sollte er mit seinem Outfit eigentlich herausstechen, aber die ökonomische Oberschicht, in deren Welt der Protagonist eindringt, nimmt ihn

Gesehen: Noah (2014)

Gesehen: Noah (2014)
(c) Paramount Pictures Deutschland

Ich weiß gar nicht so recht, wo Aronofsky mit diesem Film hinwollte. Das alles ist so erwartbar, so bieder inszeniert und irgendwie auch feige. Denn er verhält sich mit seiner Interpretation zu genau gar nichts, er scheint ohne eigenen Kommentar abzubilden. Und dann bleibt am Ende eben stehen, dass manche Menschen das Leben nicht verdient haben und deren Ermordung damit kein Problem darstellt, dass die hanebüchene Erbsünde verschiedene Gräueltaten rechtfertigt und so weiter und so fort. Dazu baut Aronofsky in keiner Art und Weise eine kritische Distanz auf oder lässt überhaupt so etwas wie eine Wertung durchscheinen.

Die einzigen interessanten Aspekte scheinen mir bei der Visualisierung von vorgetragenen Geschichten zutage zu treten, bei Form und Inhalt tatsächlich in eine Art Dialog zu treten scheinen.

★½☆☆☆

Was ich eigentlich schreiben wollte...

Noah übelster Versager. Wenn er wirklich von jedem Lebewesen ein Paar verfrachtet hat, wo sind dann die Steingolems heute, frage ich!

US, R: Darren Aronofsky, D: Russell Crowe, Jennifer Connelly, Ray Winstone, Anthony Hopkins, Emma Watson, Logan Lerman, Douglas Booth, Nick Nolte, Mark Margolis, Kevin Durand, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: Rocco e i suoi fratelli (1960)

Gesehen: Rocco e i suoi fratelli (1960)
(c) Studiocanal, Arthaus

Mehr als einmal musste ich hier an Alfred Döblins Berlin Alexandersplatz denken, an das Versprechen endloser Freiheit, die Hoffnung auf grenzenlosen Wohlstand und wie all das in immer weitere Ferne rückt, je offensiver danach gegriffen wird. Es ist eine Untersuchung ökonomischer und sozialer Ungleichheit vor dem Hintergrund des italienischen Postfaschismus und gleichzeitig Warnung vor dem Geiste Mussolinis, der zwar verdrängt, aber nie vertrieben wurde. Und das lässt sich, wie es später auch Rainer Werner Fassbinder mit Döblins Material machte, wohl nur in dieser epischen Breite erzählen.

★★★★☆

FR/IT, R: Luchino Visconti, D: Alain Delon, Renato Salvatori, Annie Girardot, Katina Paxinou, Alessandra Panaro, Spiros Focás, Max Cartier, Corrado Pani, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: K-19 - The Widowmaker (2002)

Gesehen: K-19 - The Widowmaker (2002)
(c) Constantin Film

Es ist so schade, Kathryn Bigelows Regietalent für so einen Film verramscht zu sehen. Das Drehbuch gefällt sich wirklich sehr darin, eine Geschichte mit vermeintlich in Humanismus begründeter Moral zu erzählen, verwechselt das aber auf ganzer Linie mit Heldentümelei und jeder Menge Gelaber von Ehre.

Dass die Welt in diesen Momenten einer nuklearen Katastrophe entgangen ist, mag zwar stimmen. Auch, dass das dem besonnenen und auch mutigen Handeln einzelner sowjetischer Marinesoldaten zu verdanken ist, mag der Wahrheit entsprechen. Aber diese fast kritiklose Nähe zu toxischem Militarismus in Verbindung mit komisch vertwisteter Figurenzeichnung nervt einfach nur noch.

★★☆☆☆

CA/DE/RU/GB/US, R: Kathryn Bigelow, D: Liam Neeson, Harrison Ford, Peter Sarsgaard, Joss Ackland, John Shrapnel, Donald Sumpter, Trailer, Wikipedia
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Gesehen: La Notte (1961)

Gesehen: La Notte (1961)
(c) Eureka

Inmitten des italienischen Wirtschaftswunders zementiert die explodierende Urbanisierung nicht nur die Landschaft, sondern zieht auch immer größere Mauern rund um die intellektuellen Sammelbecken hoch. Die großstädtischen Zufluchtsorte der Künstlerinnen und Denkerinnen werden zu einengende Gefängnissen, in denen man sich entweder dem kollektiven Stumpfsinn hingibt oder an der inneren Vergletscherung kaputtgeht. Wer überhaupt noch etwas fühlt, tut das, indem er sich und/oder anderen Schmerzen zufügt. Die Erlösung ist da draußen, wo der Blick gen Himmel nicht von Lärm und Beton erdrückt wird, sich nicht in schier endlos tiefen Häuserschluchten verliert, wo man unbehelligt durch den Regen wandeln kann. Exzessives ökonomisches Wachstum und rasanter gesellschaftlicher Aufstieg sind die Architekten der Gefängnismauern um unsere Herzen.

★★★★½

IT/FR, R: Michelangelo Antonioni, D: Marcello Mastroianni, Jeanne Moreau, Monica Vitti, Trailer, Wikipedia

Gesehen: The Wrestler (2008)

Gesehen: The Wrestler (2008)
(c) Studiocanal

THE WRESTLER ist für mich vor allem als Medienkunstwerk interessant, mit Mickey Rourke als wandelnden Metakommentar auf die kulturindustriellen Prozess in Hollywood™, auf eine durchkapitalisierte Gesellschaft in der jede Handlung, jede Beziehung an Bedingungen geknüpft ist, letztlich alles einer geschäftlichen Logik folgt. Eine Gesellschaft, die alle aussortiert bzw. regelrecht ausspuckt, die dieser Logik nicht folgen wollen oder können.

Gleichzeitig ist Rourkes Figur eine tragische Gestalt, die sich so sehr an der eigenen Vergangenheit festklammert, dass sie aus den Augen verliert, was es heißt, ein guter Mensch zu sein, die eigenen Werte immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Und so bleibt ein Mann mit archaischem Selbstbild übrig, der aus ökonomischer Sicht ausgestoßen und aus gesellschaftlicher Sicht abgehängt ist.

★★★½☆

US/FR, R: Darren Aronofsky, D: Mickey Rourke, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Todd Barry, Trailer, Wikipedia
The Wrestler - Ruhm, Liebe, Schmerz - Stream: Online
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