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Bücher

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Blogging is back, but what about books?

Blogging is back, but what about books?
Bild: Christin Hume / Unsplash

Ende 2021 bin ich zum ersten Mal in meinem Leben als Erwachsener Bibliotheksmitglied geworden – weil das geradezu lächerlich günstig ist und anderweitig ausufernder Kultur- und Medienkonsum natürlich ins Geld geht, und weil ich damit hoffentlich meinen Teil zum Erhalt dieser Institution beitrage, um so bedürftigeren Menschen als mir weiterhin erschwinglichere kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.

Ein anderer Grund war, dass ich seit Ewigkeiten versuche, Literatur wieder einen Platz in meinem Medienmenü freizuräumen. Bisheriges Ergebnis: ein gelesenes und ein angefangenes Buch in 2020, 2021 & 2022 mit Hörbüchern experimentiert, damit aber nie richtig warmgeworden und deshalb Ende 2022 das fast zwei Jahre zuvor begonnene Buch endlich ausgelesen und so wieder Motivation für einen neuen Versuch geschöpft.

Für dieses Jahr habe ich mir das bescheidene Ziel gesetzt, zehn Bücher zu lesen. Ob ich das auch erreiche, ist mir aber eigentlich egal. Hauptsache ist, wieder regelmäßig Freude am Lesen zu haben. Bisher klappt das ganz gut. Meinen bescheidenen Fortschritt halte ich drüben bei Goodreads und künftig auch hier im Blog fest, denn ohne digitale Gamification geht's dann auch wieder nicht 😅 Also bisher größtes Hindernis beim Erreichen meines Ziels sehe ich da eher die Onleihe – den Dienst, den meine Bibiothek zum Verleih von E-Books, Hörbüchern und anderen digitalen Medien nutzt. Derartige ungestraft gebliebene Nutzerfeindlichkeit lässt sich eigentlich nur mit den monopolartigen Zuständen auf dem Markt (der Dienstleister für Bibliotheken) erklären.

Gelesen: „Maschinen wie ich“ (2019) von Ian McEwan

Gelesen: „Maschinen wie ich“ (2019) von Ian McEwan
Cover: Diogenes, Foto: Amrei-Marie unter CC BY-SA 4.0
📚
ISBN: 978-3-257-60958-5 · Verlag · Wikipedia

Durch seine Alternativweltgeschichte gelingt es McEwan durchaus, ein paar kluge Beobachtungen mit Bezug zum Verhältnis von Mensch und Technologie bzw. Menschsein und Technologie anzustellen und diese auch zu verhandeln. Insgesamt scheint er aber im Diskurs noch sehr weit zurückzuhängen und kann deshalb kaum neue Gedanken hinzufügen oder bestehende weiterdenken. Klar, ist ja auch kein Sachbuch. Trotzdem finde ich, dass sich eine literarische Betrachtung nicht dem Stand der Dinge verwehren sollte, um letztlich nicht zur Banalität zu verkommen.

Maschinen wie ich hat bei mir unterm Strich einen sehr nihilistischen Eindruck hinterlassen. McEwan hat ein Buch geschrieben, in dem alles egal ist, in dem die Menschheit mit zu unserer Realität fast gegensätzlichen Entscheidungen, trotzdem vor die Wand fährt. Es fehlt die Utopie oder wenigstens die Dystopie. Dieser pessimistisch-realistische Blick mag zwar der Menschheit angemessen, aber die große Erkenntnis blieb bei mir dann am Ende aus.

★★★☆☆