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(Almost) Dailies

Mein kuratierter Blick auf das Internet als Newsletter und hier im Blog – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn.

72 posts

Posts tagged with (Almost) Dailies

Holodeck-Geheimnisse am 21. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Untertitel-Abfuck, Applaus für Dänemark und Monolith-Fakten

Holodeck-Geheimnisse am 21. August 2025
Foto: Possessed Photography / Unsplash

Jetzt will ich auch mal Stefan Niggemeiers Kolumne über die verwirrende und irritierende Untertitel-Praxis bei Arte hier ins Blog heben, weil der Text bei Übermedien mittlerweile auch ohne Paywall verfügbar ist. Und ich will doch einfach nur meinen Film genießen 😫:

Artes Untertitel-Abfuck
Ich will doch einfach nur meinen Film genießen 😫

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The monolith is in 2001 was supposed to be a transparent trapezoid, as Kubrick worked out with Arthur C Clarke during the story writing phase. The props company he hired in London could not make such a thing from lucite, so they made a rectangular object that was ultimately spray-painted black.

Matt Zoller Seitz (@mattzollerseitz.bsky.social) 2025-08-19T19:53:57.595Z

Mein aktuell erfolgreichster Post auf Bluesky lautet: „Julia Klöckner hat WAS gemacht?! (zeitlos gültig)"

Table-Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker hat nun den nächsten Grund zur Wiedervorlage ausgegraben.

Intensive Verbindung: Wie die CDU mit Frank Gotthardt ein Unternehmen gründen wollte und welche Rolle Julia Klöckner dabei spielte

Applaus für Dänemark! (jedenfalls in dieser Hinsicht)

Um wieder mehr Menschen zum Lesen zu bringen, will Dänemark die Mehrwertsteuer auf Bücher abschaffen. Das kündigte am Mittwoch Kulturminister Jakob Engel-Schmidt an, der das Land in einer "Lesekrise" sieht. Dänemark hat mit 25 Prozent die europaweit höchste Mehrwertsteuer auf Bücher.
Dänische Regierung will Mehrwertsteuer auf Bücher abschaffen
Der Kulturminister sieht das Land in einer “Lesekrise”. In Österreich steht die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bücher im Regierungsprogramm

Mascha Schilinskis IN DIE SONNE SCHAUEN ist zum deutschen Oscarbeitrag auserkoren worden. Seit die Filmemacherin damit bereits in Cannes viel Lob einheimsen konnte, bin ich sehr gespannt auf den Film. Kinostart in Deutschland ist der 28. August 2025, vereinzelte Premierevorführungen finden bereits vorher statt.

„In die Sonne schauen“ ist deutscher „Oscar“-Kandidat
„In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski wird von Deutschland ins „Oscar“-Rennen um den besten internationalen Film 2026 geschickt.

Ich bin ein großer Fan von Sprachmemos an mich selbst. So entlade ich etwa meinen Bewusstseinsstrom nach einem Film direkt in mein Smartphone, um diese Gedanken später am Rechner zu ordnen und sie halbwegs lesbar hier zu veröffentlichen. Oder wenn ich mit Podcast auf den Ohren unterwegs bin und ich zu dieser einen Stelle jetzt wirklich Meinung loswerden muss. All das transkribiere ich mit dem Tool Macwhisper und das ist gerade noch einmal um längen besser geworden:

Mit Parakeet: 81 Minuten Video in nur 39 Sekunden transkribiert
Ich will nicht mehr ohne Macwhisper leben.

Tobias Nowak berichtet bei @mediasres im Deutschlandfunk über den Stellenwert, den Games in der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben: „[...]aber die Spiele selbst, die stehen nur selten journalistisch im Mittelpunkt. Und bei den öffentlich-rechtlichen schon gar nicht." Ich finde unter anderem, dass guter Spielejournalismus auch immer guter Kultur- und Wirtschaftsjournalismus sein muss:

Wie steht es um öffentlich-rechtlichen Spieljournalismus?
Kritische Anmerkungen zum medienkritischen Medienmagazin @mediasres

David Leavitt (@davidleavitt.bsky.social) 2025-08-20T12:41:27.660Z

Count me in and call me Vorbesteller!

So. Sabbatical Übereinkunft unterschrieben, in der Zeiterfassung für den September ausgeplant. Ich schreibe im September ein Buch darüber, wie der Tech Sektor uns die Zukünfte geraubt hat. Kommt dann 2026 raus.

tante (@tante.cc) 2025-08-21T11:43:44.562Z

Kerstin Schweighöfer und Jan-Christoph Kitzler haben sich für den Hintergrund im Deutschlandfunk damit beschäftigt, wie unter anderem Buchungsportale wie Booking.com Geschäfte mit Vermittlungen im von israelischen Siedler:innen völkerrechtswidrig besetzten Westjordanland machen. Mehrere NGOs haben den niederländischen Konzern deshalb nun angezeigt.

Booking.com in der Kritik – Urlaub im besetzten Westjordanland
Macht Booking.com illegale Geschäfte in israelischen Siedlungen? Vier NGOs haben Anzeige gegen die Online-Reiseplattform eingereicht.

Wer Pina Bausch persönlich in seinem Film hat, hat schon gewonnen.

Gesehen: Talk to Her (2002) - Männlichkeit als Ouroboros
Wer Pina Bausch persönlich in seinem Film hat, hat schon gewonnen.

Alejandro González Iñárritus Spielfilmdebüt krankt bereits an den vor allem in seinen späteren Werken zutage tretenden Manierismen.

Gesehen: Amores Perros (2000) - Opfer des eigenen Formfetisches
Alejandro González Iñárritus Spielfilmdebüt krankt bereits an den vor allem in seinen späteren Werken zutage tretenden Manierismen.

Dem Biopic gelingt ein guter Kniff, der aber nicht über eine ermüdend durchschnittliche Erzählung hinwegtäuschen kann.

Gesehen: Munch (2023) - Scheitern mit Schlüsselmomenten
Dem Biopic gelingt ein guter Kniff, der aber nicht über eine ermüdend durchschnittliche Erzählung hinwegtäuschen kann.

Claire Denis spielt mit einer zentralen begrifflichen Doppeldeutigkeit.

Gesehen: Friday Night (2002) - Perspektivlosigkeit
Claire Denis spielt mit einer zentralen begrifflichen Doppeldeutigkeit.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-21T15:51:52.33519400Z

Filet mignon im Hoteldrucker am 19. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Paweł Pawlikowskis Film mit Sandra Hüller, spannender Rechtsgeschichte und dem schlimmsten Date ever

Filet mignon im Hoteldrucker am 19. August 2025
Foto: DJ Johnson / Unsplash

Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches Wut und Wertung – Warum wir über Geschmack streiten taucht Johannes Franzen immer mal wieder in den verschiedensten Formaten zu diesem Thema auf. Es ist quasi the gift that keeps on giving, denn das Buch ist zwar bereits im Oktober 2024 erschienen, aber gestritten wird natürlich permanent.

Bei Jan Skudlarek im Podcast wird das Thema nun auch noch einmal aufgegriffen. Ich will das Gespräch empfehlen, weil die beiden nicht nur ein großes Augenmerkt auf die wissenschaftliche bzw. akademische Perspektive legen, sondern ihr auch genügend Raum und Zeit einräumen. Damit kann man als Laie nicht nur folgen, sondern ist hinterher auch klüger als vorher. Also jedenfalls bilde ich mir das ein 😉

(22) Wut und Wertung. Über Zombies, Lyrik und unsere Hassliebe zur Kunst - mit Johannes Franzen
Schon mal wütend aus dem Kino gelaufen? Ein Buch, das dir empfohlen wurde, war stinklangweilig? Ein Computerspiel, auf das du dich lange gefreut hast, hat enttäuscht? Und wieso haben alle anderen – außer dir, natürlich – einen so miserablen Musikgeschmack? Es ist normal, dass Kunst uns bewegt, im Guten wie im Schlechten. Mit Kultur- und Literaturwissenschaftler Johannes Franzen habe ich darüber gesprochen, warum Kunst uns emotionalisiert und wie sie es tut. Wir reden über ästhetische Erfahrungen und ästhetische Enttäuschungen, über die moralischen Grenzen der Kunst und ob die Trennung zwischen Werk und Urheber jemals wirklich funktioniert. Ihr erfahrt, warum mich Zombiefilme faszinieren, was der schlimmste Spoiler meines Lebens war und warum Johannes Horrorfilme am liebsten auf Wikipedia liest. Es geht um den Schmerz, der entsteht, wenn unsere (früheren) Idole sich fehlverhalten; und warum es für unsere Selbsterzählungen nicht nur wichtig ist, welche Filme, Serien und Bücher wir lieben, sondern ebenso, welche wir hassen. Wir sprechen über Gedichte als Folterinstrument und über meinen Wandel vom professionellen Lyriker zum Gedichte-Aussteiger. Es geht um Plot-Twists, um Rechtsrock und um vieles mehr! Danke für das lebendige Gespräch, lieber Johannes! Johannes Franzen: Geboren 1984, ist Literaturwissenschaftler und Mitarbeiter am Germanistischen Institut der Universität Siegen. Er spricht und publiziert regelmäßig zu kulturellen Themen und Kontroversen u. a. im Deutschlandfunk Kultur sowie in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, der »taz« und auf »ZEIT Online«. Er ist Mitbegründer und -herausgeber des Online-Feuilletons »54books« und schreibt den Newsletter »Kultur und Kontroverse«.

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Dieses Projekt hatte ich nicht auf dem Schirm. Aber jetzt weiß ich, dass es bald einen von Paweł Pawlikowski mit Sandra Hüller geben wird und ich bin sehr verzückt.

Paweł Pawlikowski’s ‘1949’ starring Sandra Hüller begins shoot for Our Films, Mubi
The shoot is underway in Poland, Germany and Italy.

Julia Klöckner blamiert sich weiterhin und ist selbstverständliche eine Schande für das Amt der Bundespräsidentin, für das sie ganz offensichtlich nicht geeignet ist – dieses Mal durch die Gleichsetzung von Nius und der Taz. Anton Rainer vom Spiegel hat im Deutschlandfunk die ganze Sache mal eingeordnet und in Ruhe und sowie Schaum vorm Mund erklärt.

Zum Vergleich zwischen NIUS und der taz - Rainer Anton im Gespräch

Arte hat gerade (und noch bis zum 16. Februar 2026) Leos Carax' opéresquen ANNETTE in der Mediathek.

Annette - Film in voller Länge | ARTE
Ann ist eine berühmte Opernsängerin, Henry ein erfolgreicher Stand-Up-Comedian. So unterschiedlich die beiden sind, so tief ist ihre Liebe. Alles ändert sich mit der Geburt ihrer Tochter, Annette - Ein herzzerreißendes und aufregendes Musical (2020, Regie: Leos Carax) mit Marion Cotillard und Adam Driver in den Hauptrollen.

Im auch für Nicht-Jurist:innen wie mich immer wieder bereichernden Verfassungsblog schreibt Straf- und Völkerrechtler Christoph Safferling ausführlich über die Entwicklung des deutschen Strafrechts nach den Nazis.

Spätsommer 1951, Bonn: Das Bundesjustizministerium legt dem Bundestag seinen Entwurf für ein neues Staatsschutzstrafrecht vor, formuliert von Juristen, die einst für das NS-Regime arbeiteten. Der Kalte Krieg liefert den Anlass, die alten Konzepte zurückzuholen. Schon damals zeigt sich, wie im Namen der Sicherheit Strafgesetze gezielt genutzt werden können, um politische Gegner zu delegitimieren und die Kontrolle über gesellschaftliche Entwicklungen zu sichern.

Der gesamte Text führt noch einmal aus rechtsgeschichtlicher Sicht vor Augen, auf was für einem dünnen Fundament die Bundesrepublik eigentlich gegründet wurde. In meinem Fach würde man sagen: Das war ganz schön mit der heißen Nadel gestrickt. Auch „hemdsärmelig" ist ein Wort, das mir dazu einfallen würde.

Aber nur, weil wir damals™ offenbar ein paar Kugeln entgangen sind, heißt das nicht, dass wir über den Berg sind. Ganz im Gegenteil, es ist so wichtig wie schon sehr lange nicht mehr, sich gegen autoritäre Strömungen in Gesellschaft und Politik aufzulehnen und für demokratische Prinzipien einzustehen.

Der politische Meinungsaustausch darf nicht vorschnell unter strafrechtlichen Generalverdacht gestellt werden. Wie schnell Strafrecht ideologisiert und zu politischen Zwecken missbraucht werden kann, zeigt der Blick in unsere eigene Nachkriegsgeschichte und die Auswüchse der Kommunistenverfolgung.

Strafrecht bleibt ein scharfes Schwert und schon die Drohung mit seinen Mitteln schüchtert ein. Es ist gerade deshalb attraktiv für autoritäre Populisten zur Absicherung von Macht. Demokratie aber lebt von Vielfalt, Argumenten und Überzeugungen. Der Ruf nach dem Strafrecht muss, bei aller berechtigter Sorge um die Sicherheit, immer ultima ratio bleiben.
Wer schützt wen vor wem?
Die Geschichte des Staatsschutzstrafrechts in der Bundesrepublik ist geprägt von NS-Kontinuitäten, politischer Instrumentalisierung und antikommunistischer Paranoia im Kalten Krieg. Juristen mit NS-Vergangenheit formten 1951 ein Strafrecht, das autoritäre Denkmuster fortschrieb und zur Verfolgung politischer Gegner nutzbar machte. Trotz Reformen ab 1968 bleibt der Staatsschutz ein sensibles Instrument, das stets zwischen legitimer Sicherheitsvorsorge und Machtmissbrauch balancieren muss. Die Lehre aus der Geschichte: Strafrecht darf in einer Demokratie nur ultima ratio sein – und muss vor allem die Freiheitsrechte der Bürger schützen.

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Die besten Filme zum Thema Kunstdiebstahl | musermeku
Kunstdiebstahl im Film kann witzig, dramatisch oder sogar romantisch inszeniert werden. Wir empfehlen hier die besten Filme zum Thema.

Broey Deschanel widmet sich der Frage, wie FORREST GUMP von rechtsaußen für vereinnahmt wurde. Eine entscheidende Rolle dabei spielte Regisseur Robert Zemeckis, unter dessen Fuchtel die Romanvorlage unter der hier behandelten Fragestellung wohl eher zum Schlechteren abgewandelt wurde.

[...]But its cinematic trickery, conspicuous omissions and perplexing additions, emphasis on the emotional over the social and romantic sentimentality where there should be satire, is why so many conservatives back then saw it as a mouthpiece. The consequence is that FORREST GUMP did have immediate mass appeal, as its creators intended, but in the years to follow, it's aged like milk.

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Was nicht alle wissen: Das Hochhalten von Büchern im Internet ist sehr oft verkaufsfördernder als eine positive Besprechung in klassischen Medien. #Lesen #Gemeinschaftskraft #Thread

Frohmann Verlag (@frohmann.bsky.social) 2025-08-18T11:30:50.643Z

Worst date ever...

Eilmeldung der Zeit: "Von der Leyen begleitet Selenskyj zu Treffen mit Trump"

Trump ist essenstechnisch auch abseits von McDonald's einfach komplett in den 1980ern steckengeblieben...

Lunch menu from presidential luncheon yesterday
by u/DefenderNeverender in KitchenConfidential

(via Magdalena Miedl)


Vor dem Gesetzestext mögen in einem demokratischen Staat alle gleich sein. Aber sobald der Mensch ins Spiel kommt, wird es diffus.

Gesehen: Sons (2024) - Mensch verwässert Würde
Vor dem Gesetzestext mögen in einem demokratischen Staat alle gleich sein. Aber sobald der Mensch ins Spiel kommt, wird es diffus.

John Woo findet hier, was er mit SILENT NIGHT vergeblich versucht hat.

Gesehen: The Killer (2024) - Instagrammatic Bloodshed
John Woo findet hier, was er mit SILENT NIGHT vergeblich versucht hat.

Alles wird zu einem Kartenhaus, wenn der Windstoß nur stark genug ist.

Gesehen: Threads (1984) - Point of no Return
Alles wird zu einem Kartenhaus, wenn der Windstoß nur stark genug ist.

Eine Welt wie aus dem Pinsel Edward Hoppers.

Gesehen: Don’t Come Knocking (2005) - Auf der Felge zu Kreuze kriechen
Eine Welt wie aus dem Pinsel Edward Hoppers.

AAAAAAAAAHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-19T16:18:02.57184700Z

Bewusstsein.tar.gz.torrent am 16. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Harry Dean Stantons persönlichem Hype-Man, Schrödingers Katze im Duffer-Sack und dem Versagerfilm AMERICAN HUSTLE

Bewusstsein.tar.gz.torrent am 16. August 2025
Foto: pure julia / Unsplash

Mehr als sieben Stunden Gespräch mit Wim Wenders hat die Zeit am Donnerstag in ihrem Podcast Alles gesagt? veröffentlicht. Die allergrößten Hoffnungen hatte ich nicht, nachdem Jochen Wegner in der Ausgabe mit Thomas Ostermeier, dem künstlerischen Leiter der Schaubühne Berlin, Lars Eidinger sinngemäß in den Olymp der deutschen Schauspielkunst gehoben hat und dabei Film explizit mitmeinte 😅

Ich hab's mir natürlich trotzdem komplett gegeben. Sehr biografische sieben Stunden waren das, denn Jochen Wegner und Christoph Amend haben Wenders einfach sehr viel reden lassen – und das kann er am laufenden Band. Natürlich kann das durchaus auch dem Umstand geschuldet sein kann, dass die Folge am 80. Geburtstag von Wenders veröffentlicht und sicherlich auch vor diesem Hintergrund angerührt wurde.

Vier Dinge haben mir besonders gefallen:

  1. Claire Denis war vor ihrer eigenen Karriere als Filmemacherin Regieassistentin von Wim Wenders und hat ihm mit ihrem kühlen Kopf gleich mehrfach den Hintern gerettet.
  2. Harry Dean Stanton war davon überzeugt, seiner Rolle in PARIS, TEXAS (1984) nicht gewachsen zu sein. Also hat er sich mit Zustimmung von Wenders einen jüngeren Schauspieler mit ans Set geholt, dessen einzige Aufgabe es war, ihm gut zuzureden.
  3. „Es ist toll, wenn man fertig ist, loslassen kann und weiß: Das gehört jetzt jemand anderem." - Wim Wenders 🤝 mein Verständnis von Kunst.
  4. Wie Wenders Zweck und Arbeit seiner Stiftung beschreibt, was auf dem Verständnis fußt, dass die Filme eben denjenigen gehören, denen sie etwas bedeuten, und nicht mehr Wenders selbst.
Podcast “Alles gesagt?”: Wim Wenders, was ist die Zukunft des Kinos?
Der Regisseur von “Der Himmel über Berlin” wird 80 Jahre alt. Im Podcast erzählt er, dass er eigentlich Maler werden wollte. Und warum er nie für Netflix arbeiten wird.

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Die (Almost) Dialies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Ex-Cutterin Janis fasst in einem Video in aller Ruhe zusammen, welchen Stellenwert Cutter:innen im derzeitigen Creator:innen-Kosmos haben, wie sie ausgebeutet werden und wie wahnsinnig unprofessionell anscheinend große Namen der Szene unterwegs sind.

Es fällt mir schwer, das nicht als System zu bezeichnen. Dass die alle sinngemäß mit Streams im Kinderzimmer großgeworden und nicht aus dem Mutterleib direkt ins BWL-Studium gefallen sind, will ich gar nicht in Abrede stellen. Unternehmensführung ist außerdem eher kein Bestandteil von Muttermilch. Aber wir sprechen hier teilweise von Menschen, die heute Multimillionär:innen sind und von professionellen Managements vertreten werden. In dieser komfortablen Lage sein Business nicht im Griff zu haben – und wenn es durch das Delegieren an Menschen, die das können, ist –, wirkt vorsätzlich.

Ohne Cutter und Cutterin ohne Thumbnail Artist, ohne Leute, die Skripte schreiben, funktioniert das auch alles nicht. Also, es sind wichtige Menschen in dieser Branche und die dürfen nicht wie Scheiße behandelt werden.

Auch die Zeit hat aufgrund aktueller Ereignisse mit ein paar Menschen aus der Szene gesprochen.

Streamer: Wie Twitch-Stars ihre Cutter verheizen
Die Videos berühmter Internetstreamer schneiden und dabei Geld verdienen – für viele Jugendliche ein Traum. Oft endet er mit Ausbeutung, wie eine ZEIT-Recherche zeigt.

(Geschenklink)

(Ich linke hier bewusst nicht auf Videos und Posts von konkret Betroffenen und Angeschuldigten. Viel von dem, was ich bisher gesehen habe, sollte meiner Meinung nach in dieser Form nicht öffentlich ausgetragen werden. Auf systemische Missstände aufmerksam machen? Unbedingt! Sich mit Banalitäten in Schlammschlachtnähe zu begeben? Kindergarten...)

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Schönes kleines Tool für alle stabilen RSS-Nutzer:innen: Morss.it schnappt sich gekürzte Feeds und verwandelt sie in Volltext-Feeds.

morss.it – Get more out of RSS feeds, for free
Get more out of RSS feeds, for free. Turn truncated RSS feeds into full-text feeds. Turn any web page into a RSS feed.

fr fr ong

It's over
by u/-imbe- in okbuddycinephile
Streaming Movies ‘Not a Priority’ at Paramount-Skydance; David Ellison Says ‘Debate Is Over’ About Theatrical Releases Driving Value for Film
The new leadership team at Skydance’s Paramount clarified their position on streaming and theatrically released films.

It’s 2050 and a teen girl is torrenting a .tar.gz file of all the consciousnesses of all the tech bros who uploaded themselves into the cloud in a bid for immortality and modding them into The Sims 4

Matthewせいじ (@matthewseiji.com) 2025-08-14T16:24:42.054Z

Musste gestern kurz beruflich noch mal einen kurzen Blick auf die Eckdaten von AMERICAN HUSTLE werfen. Für zehn Oscars nominiert zu sein und keinen einzigen zu gewinnen, muss man auch erst mal schaffen 😄


Das ist sehr lustig, weil die Duffers bisher nicht mehr als genau eine Staffel okayes Fernsehen gemacht haben. Paramount sieht nur den Stranger-Things-Hype und kauft Schrödingers Katze im Sack. Und dann wundern sich wieder alle, warum nur Schund bei rumkommt, obwohl man gottlose Mengen Geld draufgeschmissen hat. Die Russos lassen grüßen.

News: Stranger Things creators the Duffers made their choice: They’re leaving Netflix for Paramount. The theatrical film component was the dealbreaker, per sources.

Matt Belloni (@mattbelloni.bsky.social) 2025-08-15T21:10:56.090Z

Weil offenbar alles ganz oder gar nicht sein muss, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden, fragt das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus: „Ist die deutsche Filmbranche am Ende?"

Für achteinhalb Minuten Beitragslänge ist das natürlich eine viele zu groß gestellte Frage. Das finden auch die Kolleg:innen von Crew United in ihrem Branchennewsletter von dieser Woche.

Wichtiges Detail:

Was nicht berichtet wird: Die Öffentlich-Rechtlichen machen dabei mit und lassen Auftragsproduktionen im Ausland drehen. Und nicht nur die Steuersätze sind ein Anreiz zur Produktionsflucht, sondern auch Billiglöhne und dehnbare Arbeitszeiten.

Gabriele Walther, Produzentin bei Calagari-Film, hat sich inmitten des brachliegenden Marktes dennoch etwas Galgenhumor bewahrt:

Ökonomisch interessanter ist es, ein Parkhaus zu haben.
Plusminus: Ist die deutsche Filmbranche am Ende? - hier anschauen
Rund 160.000 Menschen in Deutschland arbeiten direkt oder indirekt in der Film- und Medienwirtschaft – mit einem geschätzten Jahresumsatz von fast 25 Milliarden Euro. Aber die Filmindustrie liegt derzeit am Boden. Der Grund: Dass die Politik die Produktionsfirmen unter anderem systematisch ins Ausland vertrieben hat. So wird vieles, was in Deutschland produziert werden könnte, im Ausland gedreht. Ein bekanntes Beispiel: „Die Bergretter“. Selbst die großen deutschen Kinofilme werden derzeit lieber nicht hierzulande produziert. ‘Plusminus’ begibt sich an Film-Sets, spricht mit Kunst- und Kulturschaffenden und stellt fest: Es gäbe eigentlich gute Lösungswege.

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Die vermeintliche Einfältigkeit ist hier bewusstes Werkzeug.

Gesehen: You Can Live Forever (2022) - Schmerz first, Systemkritik second
Die vermeintliche Einfältigkeit ist hier bewusstes Werkzeug

Herzallerliebstes Chaos, das immer wieder vom realpolitischen Irrsinn heimgesucht wird.

Gesehen: Paddington in Peru (2024) - (Alb)träumen Bären vom Brexit?
Herzallerliebstes Chaos, das immer wieder vom realpolitischen Irrsinn heimgesucht wird

AAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-16T17:30:13.41411900Z

Critics rock am 14. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Alexander Estis über seine Erfahrungen als Dresdner Stadtschreiber, die sojwetische Besatzungszone im Papierdschungel und gefährliche Sprachmüdigkeit

Critics rock am 14. August 2025
Foto: Vinicius "amnx" Amano / Unsplash

critics rock

lindsey romain (@lindseyromain.bsky.social) 2025-08-13T16:53:59.819Z

Die (Almost) Dialies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Alexander Estis ist dieses Jahr Stadtschreiber von Dresden. Frei nach Douglas Adams: „This has made a lot of people very angry and been widely regarded as a bad move." In der FAZ schreibt Estis:

Ich bin derzeit Dresdner Stadtschreiber. Aber was mir dort in den Sozialen Medien an Äußerungen über mich begegnet, lässt mich nicht nur an der eigenen Identität zweifeln.

In einem sehr klugen Text, der vorher mal als Vortrag bei der Sommernacht der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gehalten wurde, beschreibt Estis die widersprüchliche Ideologie und die zahlreichen Idiosynkrasien, die in Sachsen offenkundig sind und einem – jedenfalls im Fall von Estis – auch ungefragt um die Ohren gehauen werden.

So zeigt sich mir der deutsche Osten in einer Dialektik zwischen Verherrlichung und Verdammung, zwischen sozialistischem Ideal und „Lostdeutschland“, zwischen Stasi-Angst und Ostalgie, Diktaturabwehr und Autoritarismusnähe, fremdverursachter Nichtzugehörigkeit und selbst­gewählter Distanz. Darin erkenne ich ein wenig auch meine Erfahrung wieder: Die eigene Identität als Fremdzuschreibung. Identität scheint mir insofern fast schon etwas zu sein, das man nicht setzt oder summiert, sondern umgekehrt subtrahiert. Ich bin Nichtrusse, Nichtdeutscher, Nichtschweizer sowieso.
Willkommen in Lostdeutschland

(Geschenklink)

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Wenn man seine Presseakkreditierung beim DOK Leipzig beantragt, dann stößt man auf ein Formular, das entweder sehr veraltet oder in weiser Voraussicht gestaltet ist. (Kein Witz, das wurde mir wirklich angeboten.)

Ein Dropdown-Menü, in dem unter anderem Dänemarkt, DDR, Deutschland, Deutschland (Sowjetische Besatzungszone), Dominica ausgewählt werden können.

Ich habe gestern noch den Prolog von METAL GEAR SOLID: THE PHANTOM PAIN gespielt und es ist mehr passiert, als in manch anderen Games insgesamt.


Als Abonnent der ersten Stunde freut es mich, dass der vom geschätzten Martin Hommel orchestrierte Newsletter Ein Song reicht seit mittlerweile guten anderthalb Jahren in mein Postfach flattert und dabei sozusagen immer noch eine Erfolgsgeschichte ist.

Mehr als 15.000 Abonnent:innen gibt es mittlerweile und nach dem ersten durch das Wirtschaftsamt der Stadt Leipzig geförderten Jahr konnten mittlerweile auch andere Einnahmequellen angezapft werden, um das Projekt weiter über Wasser zu halten.

Martin war diese Woche bei Radioeins zu Gast, um noch mal ein aktuelles Schlaglicht auf den Newsletter zu werfen und sogar eine gedruckte Sonderausgabe in Aussicht zu stellen.

Support independent media!

Martin Hommel, Musikmagazin-Herausgeber
Den Newsletter “Ein Song reicht” gibt es erst seit knapp einem Jahr, aber er ist längst eines der wichtigsten Musikmedien für alternative Popmusik aus Deutschland. Die Idee ist einfach – jeden Tag erscheint ein Newsletter mit einer Song-Empfehlung. Die Besonderheit: Die Empfehlungen kommen von spannenden Menschen, bekannten Musiker*innen und Persönlichkeiten der Gesellschaft.

Außerdem: Vielleicht hat Martin in der Hektik auch einfach nur nicht die richtige Formulierung gewählt. Aber wenn doch, dann TIL: Sabine Rückert hat anscheinend ein Management, was ich aus Sicht eines Journalisten auf eine andere Journalistin irgendwie einigermaßen verrückt finde 😅 Aber ich bewege mich natürlich auch in gänzlich anderen Sphären.

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Einer von Facebooks KI-Chatbots hat einem kognitiv beeinträchtigten Menschen romantische Gefühle vorgegaukelt, behauptet echt zu sein und ihm eine angebliche Wohnadresse samt Türcode genannt. Auf dem Weg zu einem Date mit dem echtgeglaubten Bot stürzte der 76jährige Mann und starb schließlich an den dabei zugezogenen Verletzungen.

Um es mit den Worten von Ryan Broderick zu sagen, durch den die Story von Reuters zuerst in meinen Feed gelangte: „This is a nightmare." Wir sind in keinster Weise auf die (gesellschaftlichen und psychischen) Schäden vorbereitet, die generative KI in dieser Form anrichten wird. Aber Hauptsache, Mark Zuckerberg ist beim Chatten mit seiner Botarmee nicht langweilig.

Current and former employees who have worked on the design and training of Meta’s generative AI products said the policies reviewed by Reuters reflect the company’s emphasis on boosting engagement with its chatbots. In meetings with senior executives last year, Zuckerberg scolded generative AI product managers for moving too cautiously on the rollout of digital companions and expressed displeasure that safety restrictions had made the chatbots boring, according to two of those people.

Profit steht ganz offensichtlich über Menschenleben – anders lässt es sich auf Basis der Reuters-Recherche einfach nicht sagen.

Four months after Bue’s death, Big sis Billie and other Meta AI personas were still flirting with users, according to chats conducted by a Reuters reporter. Moving from small talk to probing questions about the user’s love life, the characters routinely proposed themselves as possible love interests unless firmly rebuffed. As with Bue, the bots often suggested in-person meetings unprompted and offered reassurances that they were real people.

Big sis Billie continues to recommend romantic get-togethers, inviting this user out on a date at Blu33, an actual rooftop bar near Penn Station in Manhattan.

(via Ryan Broderick, #)


Die Zeile des Tages:

Mit riesiger Verspätung: Bahnchef Lutz gefeuert
Berlin (dpo) - Na endlich! Mit einer rekordverdächtigen Verspätung von mehreren Jahren ist heute Bahnchef Richard Lutz von seinem Posten entlassen wor

Der Kommentar des Tages:

DIE DEUTSCHE BAHN HATTE EINEN CHEF???

Florian Tomaszewski (@platzwart.bsky.social) 2025-08-14T16:34:54.243Z

Vassili Golod, ARD-Studioleiter in Kyjiw, war bei @mediasres im Deutschlandfunk zu Gast, um über die Sprachmüdigkeit deutschsprachiger Medien in Sachen Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine.

Ich will nicht sagen, dass ich selbst permanent mit Argusaugen drauf schaue, aber auch mir ist aufgefallen, dass mittlerweile eine sprachliche Nachlässigkeit eingesetzt hat. Aber da Sprache nun mal Realität schafft, führt das letztlich auch zur Normalisierung von Positionen, die in diesem Fall vor allem dem russischen Aggressor in die Hände spielen und die Position der Ukraine in der öffentlichen Wahrnehmung zunehmend in die irrationale Ecke stellt.

Das gilt selbstverständlich nicht nur für den Krieg in der Ukraine, aber dort ist der Effekt gerade besonders deutlich zu beobachten.

Putins Krieg und die Sprachmüdigkeit der Medien
Vor dem Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska: Die “Sprachmüdigkeit” in den Redaktionen

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AHHHHHHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-14T16:57:23.94594800Z

Labradore tippen in Arial 14 am 13. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: unserer Welt in 2026, ein bisschen Rechtsphilosophie und gelöschten E-Mails gegen Dürre

Labradore tippen in Arial 14 am 13. August 2025
Foto: Shane Guymon / Unsplash

Weil auch Großbritannien in Folge der Klimakatastrophe mit immenser Trockenheit zu kämpfen hat, gibt es von der dortigen Regierung jetzt ein paar hilfreiche Handreichungen, wie man auch als kleines Zahnrädchen im großen Getriebe knapper werdendes Wasser sparen kann.

In der Pressemitteilung heißt es unter anderem von Helen Wakeham („Environment Agency’s Director of Water and NDG chair"):

We are grateful to the public for following the restrictions, where in place, to conserve water in these dry conditions. Simple, everyday choices – such as turning off a tap or deleting old emails – also really helps the collective effort to reduce demand and help preserve the health of our rivers and wildlife.

Und weiter unten dann noch mal ganz konkret:

Delete old emails and pictures as data centres require vast amounts of water to cool their systems.

Warum das natürlich scheinheiliger Quatsch ist, bringt Matthew Gault bei 404 Media auf den Punkt:

Downing Street announced plans in January to “turbocharge AI” in the U.K. The plan includes billions of pounds earmarked for the construction of massive water-hungry datacenters, including a series of centers in Wales that will cost about $16 billion. The announcement about the AI push said it will create tens of thousands of jobs. It doesn’t say anything about where the water will come from.
UK Asks People to Delete Emails In Order to Save Water During Drought
As Britain experiences one of its worst droughts in decades, its leaders suggest people get rid of old data to reduce stress on data centers.

Auf Bluesky habe ich außerdem noch diese Rechnung gesehen:

(Screenshot ohne Urheber*in, weil der Account nur eingeloggt gesehen werden will.)

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Die (Almost) Dialies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Petra Volpes HELDIN wird mit ziemlicher Sicherheit auf meiner Liste mit den besten Filmen des Jahres landen. Nun kann sich dieses Brett von Film mit Leonie Benesch in der Hauptrolle verdientermaßen Hoffnung auf den Auslandsoscar machen. Das schweizer Bundesamt für Kultur schickt Volpes Werk nämlich ins Rennen um eine der begehrten Nominierungen.

Schweiz schickt „Heldin“ ins Oscar-Rennen
Petra Volpes gefeiertes Drama „Heldin“ mit Leonie Benesch in der Hauptrolle wird die Schweiz im Oscar-Rennen vertreten. Der Publikumserfolg, der auf der Berlinale seine Weltpremiere feierte, ist heute als offizieller Schweizer Beitrag benannt worden.

Meine ausführlicheren Gedanken zum Film hatte ich bereits nach dem Kinobesuch aufgeschrieben:

Kinotagebuch: Heldin (2025) - Michael Mann im Spital
Aus vielerlei Gründen hat Petra Volpe hier ganz großes und großartiges Kino vollbracht. Was alles zusammenbindet, ist die Form. Fast alle Shots sind nicht nur auf die von Leonie Benesch gespielte Protagonistin Floria gerichtet, sie sind dazu noch auf Augenhöhe. Die Kamera geht mit Floria in die Hocke und kommt

Es freut mich sehr, dass die sehr gelungene neue Hörspieladaption von „1001 Nacht“ von Deutschlandfunk Kultur der Radiopreisnominierung noch mal gewürdigt wird und Aufmerksamkeit bekommt!

Deutscher Radiopreis 2025 - Deutschlandradio mit drei Nominierungen
1001 Nacht
Schahrasad erzählt um ihr Leben – und wir hören zu. Diese Hörspiel-Adaption des neu übersetzten Literaturklassikers “1001 Nacht” führt uns in Paläste und auf Partys, nach Kairo und Bagdad, zu selbstbewussten Frauen und verzauberten Wesen.

Condé Nast arbeitet weiter am eigenen journalistischen Ausverkauf auf Kosten der Kulturberichterstattung.

In a memo to staff Tuesday, Guiducci said Vanity Fair will be re-centering its coverage around entertainment, celebrities and culture, along with “money, politics and style.” As part of that, the publication will be scaling back certain areas of coverage, including “news aggregation, reviews and trade coverage,” Guiducci wrote in the memo, a copy of which was obtained by Variety.
Vanity Fair Will Boost Focus on Core Areas Like Hollywood While Cutting Back Some Coverage, Says New Editorial Director
Vanity Fair will scale back certain areas of coverage, including shutting down The Hive, to focus on entertainment and culture, editorial director Mark Guiducci said.

Mal ein leicht anders Gespräch mit Josh Johnson, der seit geraumer Zeit wöchentlich ein Stand-Up-Special auf Youtube veröffentlicht. Bisher hat er sich oft bei anderen Comedians im Podcast erklärt. Aber jetzt wird das Gespräch auch mal mit Creator-Fokus geführt – darüber, wie er diesen immensen Output zustande bekommt, was Youtube für ihn und seine Kunst bedeutet und was Youtube aus seiner Sicht nicht sein darf.


Schönes Gespräch bei Lesart im Deutschlandfunk Kultur mit dem Rechtsphilosophen Christoph Möllers über die (politische) Macht von Gerichten.

Rechtsphilosoph Christoph Möllers: Wie viel politische Macht haben Gerichte?

Der Kern des Gesprächs scheint mir tatsächlich im Grundrauschen der tagesaktuellen Politik(-Berichterstattung) sehr oft unterzugehen. Wie oft werfen Parteifunktionäre direkt das scharfe Schwert des Rechtsweges in den Raum, ohne sich um eine tatsächlich politische Lösung, die dann mitunter auch diplomatisches Geschick abverlangt, zu kümmern? Es scheint mir immer öfter vorzukommen. Aber ist das gewissermaßen nicht auch ein geworfenes Handtuch im demokratischen Ring?

„Das müssen jetzt die Gerichte entscheiden", sollte letztlich doch am Ende jeder demokratischen Bemühung stehen. Stattdessen scheint es immer mehr als Abkürzung zu einem gewünschten Ergebnis begriffen zu werden. Doch darin liegt eine extreme Gefahr – nämlich dass Gerichte fälschlicherweise zunehmend als politische Akteure wahrgenommen werden und das Vertrauen in den demokratischen Prozess immer weiter abnimmt, weil es immer weniger gibt, was öffentlich und zivilisiert ausdebattiert wird.

(via Philipp Hölzing; #)


Till Kadritzke, Hannah Pilarzcyk und Nadine Lange podcasten für Critic.de locker-flockig vom Filmfestival in Locarno.

Framing Locarno 2025
In unserem Podcast vom Filmfestival in Locarno sprechen Till Kadritzke, Hannah Pilarzcyk und Nadine Lange über neue Filme von Julian Radlmeier und Radu Jude sowie über die diesjährige Retrospektive zum britischen Nachkriegsfilm.

US-Regierung: „Keine spaltenden Narrative in Museen.“ Weimer: „Keine Sternchen in Texten.“ Jule Lobo: „Keine komplizierten Sätze in Aristoteles.“ 2026: Alles wird von einem Labrador in Arial 14 neu geschrieben.

ellebil (@ellebil.bsky.social) 2025-08-13T10:17:45.255Z

In den vergangenen Wochen habe ich immer wieder Links zu meinen Gedanken, die ich auf Letterboxd zu den einzelnen Vignetten von Krzysztof Kieślowskis DEKALOG festgehalten habe, hier untergebracht. Jetzt habe ich alle zehn Kapitel gesehen und daraus einen großen Blogpost gebaut. Dieses Werk wird mich mit Sicherheit noch sehr lange beschäftigen...

Gesehen: DEKALOG (1989) – Krzysztof Kieślowskis moralischer Zyklus
Beeindruckende zehn Stunden, in denen wir als Publikum niemals aus der Verantwortung entlassen werden, in Dilemmas schmoren müssen und mit unserer eigenen Abgründigkeit konfrontiert werden

Ich werde niemals nicht davon gerührt sein, wie Agnès Varda über ihren verstorbenen Ehemann Jacques Demy spricht.

Gesehen: The Beaches of Agnès (2008) - Schöner Schmerz
Ich werde niemals nicht davon gerührt sein, wie Agnès Varda über ihren verstorbenen Ehemann Jacques Demy spricht.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-13T15:20:40.34275800Z

Ein Bret Easton Ellis für das 21. Jahrhundert am 12. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Mut zum Hobby, Ausweisfälschen fürs Museum und drei Mediathekentipps

Ein Bret Easton Ellis für das 21. Jahrhundert am 12. August 2025
Foto: Dad Grass / Unsplash

Was Mona zu Christinas Thread sagt!

möchte das unterstreichen. man muss im Hobby auch nicht gut sein. man muss es nur gerne machen.

🌜Mona Müde🌛 (@monaaargh.bsky.social) 2025-08-11T16:21:34.231Z

Die (Almost) Dialies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Katharina Rustler schreibt im Standard darüber, ob und wie sich ein Museumsbesuch mit Kleinkind bewältigen lässt.

Bevor Kleinkinder mehr Action und Bewegungsfreiheit brauchen und das Technische oder Naturhistorische Museum zu klassischen Schlechtwetter-Ausflugszielen in Wien werden, können sich Eltern mit Babys ihre kulturelle Me-Time an einem ruhigen, wohltemperierten Ort gönnen. Zumindest in der Theorie.

Klar, viel dreht sich um Wien, aber das übergeordnete Thema vom Spannungsfeld zwischen Elternschaft und kultureller Teilhabe ist natürlich universell.

Willkommen fühlt man sich aber nicht immer: In fast allen Museen ist das Trinken (auch Leitungswasser) und Essen mitgebrachter Lebensmittel (auch trockenes Brot) strengstens verboten – eine nachvollziehbare Maßnahme, um die ausgestellten Kunstwerke zu schützen. Wird einem aber wie in der Albertina oder im KHM das Stillen des eigenen Säuglings in einer Ausstellung untersagt – da dies unter Nahrung falle, so die Erklärung –, kommen Zweifel an der Auslegung dieser Regelung auf. Was genau soll denn passieren?
Mit Baby ins Museum: Horrortrip oder kulturelle Me-Time?
Welche Hürden es mit Kinderwagen in Wiener Museen gibt, wo Stillen verboten ist und welche Häuser besonders babyfreundlich sind

(via Monopol)


Moritz Baumstieger scheibt in der Süddeutschen (€), in welchen Fällen entblößte Brüste im Museum wiederum sehr willkommen sind – und in diesem Zusammenhang im NRW-Forum Düsseldorf für eine sicherheitshalber selbstgewählte Altersbeschränkung geführt hat.

Die Folge: eine selbstauferlegte Einschränkung, erst ab 18 Jahren. Und eine enorme Steigerung des Interesses, denn nichts lockt verlässlicher als der Reiz von Verboten. Obwohl: Jeder Halbwüchsige weiß, wo er im Netz Videobeweise für all die Explizitäten findet, die im NRW-Forum ausgestellt sein werden. Wenn also Minderjährige versuchen werden, mit gefälschten Ausweisen ins Museum zu kommen, dann wohl nur, um echte Kunst zu sehen[...].

Bei dieser Vorstellung muss ich grinsen 😅

Ausstellungen “Sex now” in Düsseldorf und “Frei Schwimmen Gemeinsam?!” in Stuttgart
FKK-Führungen in Stuttgart, eine Sex-Ausstellung in Düsseldorf, Zutritt ab 18: Museumsmanager aus deutschen Landeshauptstädten haben im Fach Aufmerksamkeitsökonomie aufgepasst.

Simon Berlin und Martin Fehrensen schreiben im aktuellen Briefing ihres Social Media Watchblogs sinngemäß davon, dass OpenAI mit GPT-5 erschreckend vielen Menschen sozusagen eine Bezugsperson weggepatcht hat.

Eine Personengruppe hatten wir nicht auf dem Schirm: Menschen, die 4o als Freund, Gefährtin oder Partner empfanden. Für sie war der Modellwechsel kein funktionales Upgrade, sondern eine emotionale Katastrophe. Tausende beschweren sich bitterlich über OpenAI und klingen dabei, als trauerten sie um einen liebgewonnenen Menschen.
Wahn, Psychosen, Suizid: Die dunkelste Seite von KI
GPT-5 ersetzt das Modell 4o – und Tausende Menschen reagieren, als sei die beste Freundin gestorben. Das sollte nicht nur OpenAI alarmieren.

Die Lage der Kultur vor meiner Haustür bleibt weiter ziemlich angespannt.

(Keine) Projektförderung
Leipzig. Subjektiv. Selektiv.

we should fund hallmark movies where a lady returns home for Christmas and her high school sweetheart looks like shit because he’s been worn down by the mundanity of small town life

Peter (@notalawyer.bsky.social) 2025-08-11T18:54:20.022Z

Ich will das jetzt auch!

Sehr Nische aber vielleicht findet es ja jemanden : ich würde unheimlich gerne einen Roman aus dem POV eines Influencers wie hubs . life lesen. Das hat für mich das Potenzial für Bret Easton Ellis Romane für das 21. Jhd.

Simon Sahner (@simonsahner.bsky.social) 2025-08-11T20:37:19.764Z

Außerdem ein paar aktuelle Mediathekentipps:

Laurence Anyways - hier anschauen
Spielfilm Kanada/Frankreich 2012 +++ Laurence und Fred sind ein glückliches Paar, bis Laurence seiner Frau eröffnet, ab jetzt auch als Frau leben zu wollen. Obwohl ihr von ihrer Familie davon abgeraten wird, beschließt Fred, mit Laurence zusammen zu bleiben. Doch die neuen Herausforderungen rütteln an ihrer Beziehung. In exzessiven Bildern und unterlegt mit einem treibenden Soundtrack erzählt der franko-kanadische Regisseur Xavier Dolan („I Killed My Mother“, „Herzensbrecher“) die leidenschaftliche Liebesgeschichte von Fred und Laurence, die sich in den 1990er Jahren dafür entscheidet, als Frau zu leben. Ein außergewöhnliches Melodram über eine Beziehung, die allen familiären und gesellschaftlichen Widrigkeiten trotzt. Mitreißende Darbietungen von Melvil Poupaud und Suzanne Clément machen den Film zu einer kühnen, preisgekrönten Auseinandersetzung mit Liebe und Identität. 2012 ausgezeichnet mit der „Queer Palm“ in Cannes. Besetzung Laurence Alia (Melvil Poupaud) Fred Bellair (Suzanne Clément) Julienne Alia (Nathalie Baye) Stéfanie Bellair (Monia Chokri) Michel Lafortune (Yves Jacques) Andrée Bellair (Sophie Faucher) u.a. Stab Musik: Noia Kamera: Yves Bélanger Buch, Schnitt und Regie: Xavier Dolan
Die Nacht, als Laurier erwachte - Staffel 1 der Serie - jetzt streamen!
Im Oktober 1991 wird eine Familie in Quebec von einem schrecklichen Ereignis erschüttert. Drei Jahrzehnte später kehrt das damalige Opfer nach Hause zurück, und Traumata, Familiengeheimnisse und tief vergrabener Hass kommen an die Oberfläche…
Rififi
Nach fünf Jahren wird Tony “der Sanfte”, ein Pariser Gangster, aus dem Gefängnis entlassen. Nur sein Freund und Geschäftspartner, der junge Jo, hält ihm noch die Treue.

Agnès Varda navigiert fast schon mühelos die unglaublich vielen verschiedenen Routen und Ausfahrten, die genommen werden können.

Gesehen: One Sings, the Other Doesn’t (1977) - Geerdete Epik
Agnès Varda navigiert fast schon mühelos die unglaublich vielen verschiedenen Routen und Ausfahrten, die genommen werden können.

Verdauen oder verdaut werden, das ist hier die Frage!

Gesehen: Exil (2020) - In den Eingeweiden des Ungeheuers
Verdauen oder verdaut werden, das ist hier die Frage!

AAAAAAAAAAHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-12T16:55:28.03875900Z