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Feuilleton & Firlefanz

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Verstehen statt Verständnis am 07. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Samira El Ouassil über Tourismus und Pressefreiheit, Crowdfunding-Erfolg beim DOK Leipzig und einem neuen Serienprojekt mit Lilly Wachowski

Verstehen statt Verständnis am 07. August 2025
Foto: Markus Spiske / Unsplash

„Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht", meint Samira El Ouassil bei @mediasres im Deutschlandfunk. In ihrer Kolumne denkt sie über das Verhältnis zwischen Tourist*innen und der Pressefreiheit an deren Sehnsuchtsorten nach. Die hielten wir nämlich vielleicht gerade deshalb für so schön, weil es dort niemanden mehr gibt, der über das Unschöne berichten kann.

Das finde ich einen spannenden Gedanken, der mir noch einmal eine weitere Perspektive eröffnet hat. Als Journalist habe ich natürlich schon mal darüber nachgedacht, ob ich (noch) Urlaub in China, der Türkei oder nun den USA machen würde – aber eher aus dem Beweggrund heraus, diese politischen Systeme nicht auch noch zusätzlich finanziell zu speisen.

Dabei geht es bei so einer Entscheidung offenkundig um so viel mehr. Samira El Ouassil:

Denn der Tourist, das zeigte der französische Ethnologe Marc Auger in seinen Betrachtungen über das Reisen und über die Nichtorte, bewegt sich durch Räume, die zwar geografisch existieren, kulturell jedoch entspannt sind – Hotelanlagen, Flughäfen, Beachclubs, Transitorte ohne Gedächtnis. Sie sind darauf ausgelegt, keine Fragen aufzuwerfen, sondern nur eine Sehnsucht zu befriedigen. Und genau diese Logik ist es, die politische Repression verdeckt und damit mitträgt. Es ist nicht das Reisen an sich, das problematisch ist, sondern die touristische Wahrnehmungslücke, die uns die Realität einfach aus dem Blickfeld photoshoppt.

Wir machen uns als Tourist*innen also gewissermaßen mitschuldig an einer groß angelegten Verdrängungs- bzw. Reinwaschungskampagne, die die Menschen vor Ort mundtot und ungesehen machen soll.

Meinung: Urlaub “All inclusive” - Zensur für Medien inbegriffen
Meinung: “All inclusive” – Vom Reisen in Länder, in denen Medienschaffende zum Schweigen gebracht werden.

(#)


Die (Almost) Dialies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Ingrid Brodnig hat im Standard eine Liste von Dingen zusammengetragen, die die Trump-Regierung aus der öffentlichen Wahrnehmung und somit Stück für Stück auch aus dem kollektiven Gedächtnis streichen will.

Diese Liste ist nicht vollständig. [...] Man bekommt hier aber Einblick, wie undemokratisch und geschichtsverfälschend die Regierung unter Donald Trump vorgeht oder wie im vorauseilenden Gehorsam ihrer Politik entsprochen wird. Es ist eine Liste der Schande.
Welches Wissen unter Trump unterdrückt wird
Hier eine Liste unerwünschter Informationen – über den US-Präsidenten, Sklaverei, Klimawandel, LGBTQ+ und mehr

Die nächste Kerbe auf dem gewissenlosen Holz der Scheißbude Perplexity.

Trump Is Launching an AI Search Engine Powered by Perplexity
America’s scandalous president is teaming up with its most disreputable AI company to make a search engine.

„Lange war die NZZ der liberale Leuchtturm in der Medien­landschaft. Heute biedert sie sich am rechten Rand an. Steckt dahinter wirtschaftliches Kalkül oder Ideologie?", fragt Republik. Also fragte Republik bereits Ende April, aber der Text ist mir jetzt erst untergekommen.

Das ist wirklich ein exzellentes Stück Medienjournalismus, für das sich Marco Maurer richtig in die Tiefe gebohrt hat, um nicht nur die schnelle Sau durchs Dorf zu treiben, sondern ein ganzes System und dessen Entwicklung zu durchleuchten.

In similar news, eine aktuelle Beobachtung von Armin Wolf:

Die NZZ hat heute ein großes Sebastian Kurz-Interview und stünde nicht der Name eines Redakteurs dabei, würde ich glauben, Kurz hat sich selbst befragt. Normalerweise muss man für sowas ein Inserat buchen.

Armin Wolf (@arminwolf.at) 2025-08-06T12:04:18.274Z

Den nicht ganze so gelungenen Podcast Die Peter Thiel Story hatte ich vergangenes Wochenende schon mal im Programm. Denn der hat noch viel größere Probleme, als das der Titel eigentlich komplett durchgekoppelt gehört 😉 Den Podcast für den Deutschlandfunk produziert hat die externe Bude Plotprodukt.

Inhouse ist hingegen der Sechsteiler Tech Bro Topia entstanden, den ich mir nun auch angehört habe. Und was soll ich sagen? Das ist genau der Podcast, der Die Peter Thiel Story gerne sein würde: angemessen klar und scharf in der Sprache, ausgewogen, aber ohne False Balance und nicht um Verständnis, sondern um Verstehen bemüht. (Ich glaube auch nicht, dass Die Peter Thiel Story tatsächlich auf Verständnis aus ist. Aber die Wahl der Gesprächspartner:innen und fragwürdige Formulierungen könnten diesen Eindruck erwecken.)

„Tech Bro Topia“ setzt sich unter anderem mit den Denkmustern von Elon Musk, J.D. Vance und den Einflüssen des Risikokapitalgebers Marc Andreessen und des neo-reaktionären Vordenkers Curtis Yarvin auseinander. Das Deutschlandfunk-Rechercheteam hat dafür über Monate die Strukturen und historischen Bezüge der „Tech Bros“ untersucht und mit hochrangigen Gesprächsgästen aus dem In- und Ausland gesprochen. Zu Wort kommen Christian Angermayer, Tech-Milliardär und Freund von Peter Thiel mit enger Verbindung zur Trump-Familie, genauso wie Max More, Vordenker des Transhumanismus, und einige der wichtigsten Autoren, Forscherinnen und Praktiker.

(Für die Fans: Host ist Banafshe Hourmazdi of FUTUR DREI-Fame.)

Podcast “Tech Bro Topia” (1/6)
Sommer 2025: Die USA vollziehen den Schwenk zum Autoritarismus. Mittendrin die Tech-Bros aus dem Silicon Valley.
„Tech Bro Topia“
Sechsteiliger Podcast über die Ideologen und Tech-Milliardäre im Silicon Valley.

(#)


Avi Bagla hat eine Website gebaut, auf der getrackt wird, wie viele Worte der englischen Sprache bereits auf Bluesky gepostet wurden, wann und wie oft. Es ist zwar nirgendwo vermerkt, auf welches Wörterbuch sich die Seite stützt, aber ein cooles kleines Projekt nichts­des­to­trotz.

The Bluesky Dictionary
Can Bluesky say every word in the English language? Well this is your chance to find out.

(via Marcus)


Oh, Ende September erscheint die erste deutschsprachige Biografie von Agnès Varda „Agnès Varda. Filmemacherin, Künstlerin, Feministin“ im Henschel Verlag. #privateserviceannouncement

Joachim Kurz (aka Mietgeist) (@mietgeist.bsky.social) 2025-08-07T10:24:00.886Z

Weil das Land Sachsen dem DOK Leipzig die entsprechenden Fördermittel gestrichen hat, können in diesem Jahr nicht im gleichen Umfang wie zuletzt Audiodeskriptionen und erweiterte Untertitel umgesetzt werden. Das Festival hat deshalb auf Crowdfunding gesetzt, um immerhin fünf Filme inklusiv anbieten zu können. Hatte ich auch schon mal hier im Blog.

Jetzt meldet das DOK: „Spendenziel im Crowdfunding für barrierefreie Filmfassungen erreicht". Mindestens 11.100 Euro wurden gebraucht. Dieses Ziel wurde nun zwei Tage vor Funding-Ende übertroffen. 150 Unterstützer:innen haben sich beteiligt.

Festivalleiter Christoph Terhechte:

Mit der Menge der barrierefreien Fassungen, die wir nun anfertigen lassen können, liegen wir zwar trotzdem deutlich unter dem Angebot der Vorjahre, aber wir sind allen Spendenden dankbar, dass wir einen Teil davon umsetzen können. Dabei soll es natürlich nicht bleiben. Wir widmen uns jetzt der Frage, welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten es für das Angebot im nächsten Jahr gibt, und werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass kulturelle Teilhabe gefördert wird. Die hohe Zahl der Unterstützenden zeigt letztendlich, dass es ein gesellschaftliches Interesse und eine Notwendigkeit gibt, für Barrierefreiheit zu sorgen.

Es kann trotzdem nicht angehen, dass diese Mittel auf diesem Wege eingesammelt werden müssen und nicht vom Land kommen...

Spendenziel im Crowdfunding für barrierefreie Filmfassungen erreicht · DOK Leipzig

Wenn Ihr die komplette Erklärung von Prof. Dr. Brosius-Gersdorf lesen möchtet, hier ist die: Ich kann Euch das nur empfehlen. Sie ist aufschlussreich, auch dazu, wer alles sich bei ihr gemeldet hat & wer halt nicht. www.lto.de/recht/nachri...

Tini Tarabiscoté*e / Christina Dongowski (@tinido.bsky.social) 2025-08-07T11:50:28.503Z

Weil Lilly Wachowski beteiligt ist, bin ich noch mal kurz unter die Serienkritiker:innen gegangen.

Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski
Die THE MATRIX-Macherin produziert eine Workplace-Comedy über eine Postproduktionsbude.

Formal meister:innenhaft und auf jeden Fall jetzt schon einer meiner Filme des Jahres!

Gesehen: April (2024) - Bilder wie ein Gefängnis
Formal meister*innenhaft und auf jeden Fall jetzt schon einer meiner Filme des Jahres!

AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-07T15:11:14.30404900Z

Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski

Die THE MATRIX-Macherin produziert eine Workplace-Comedy über eine Postproduktionsbude.

Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski
Bild: Final Final Final Productions

Lilly Wachowski ist Executive Producerin der Pilotfolge für eine potenzielle Serie über die Arbeit in einer Postproduktionsbude. Die trägt den Titel POST, der Pilot läuft unter Sizzle Reel und lässt sich kostenlos auf Vimeo anschauen. Und genau das habe ich getan.

howdy! my pals created a pretty funny tv pilot about post production! here is a "SIZZLE REEL!" i am also an EP!

Lilly Wachowski (@lillywachowski.bsky.social) 2025-08-05T20:59:52.521Z

Die exklusive Credits knappen acht Minuten haben mich ein bisschen an Mythic Quest auf Apple TV+ erinnert. Diese Art der Workplace-Comedy birgt durchaus Potenzial.

Denn dass Postproduktionsbuden unter enormem zeitlichen und wirtschaftlichem Druck arbeiten, die Arbeiter*innen mitunter unter prekären Bedingungen schuften müssen, teilweise nach Strich und Faden ausgebeutet werden und unter brutalen Hierarchien leiden, gehört nicht nur zu den wichtigsten Facetten der derzeitigern Kulturindustrie, sondern erzählt auch darüber hinaus viel über den Menschen im Mahlstrom des Spätkapitalismus.

Damit das Thema auf Serienlänge funktioniert, sind natürlich aber auch Figuren notwendig, zu denen wir als Publikum auf die eine oder andere Art einen emotionalen Zugang finden. Wie gut das hier funktionieren könnte, lässt sich nach nur knapp acht Minuten Material natürlich nur schwer sagen. Denn in diesem verknappten Zeitraum wirken einfach alle Figuren wie lauwarme Stereotype und nicht wie interessante Archetypen.

Die beiden Schöpfer sind jedenfalls vom Fach:

The idea for POST began at the wrap party for WORK IN PROGRESS, the last TV show Ethan and Will worked on together. Ethan has worked as a composer and music editor on projects ranging from V for Vendetta to the Netflix hit Sense8 as well as countless local jingles and industrials. Will is a filmmaker whose most recent project, Denise Sells Houses, is screening at JUST FOR LAUGHS in the summer of 2025. Partnering with Lilly Wachowski and harnessing the comedic talents of Chicago, Ethan and Will already have a post team ready to go, the only small thing left to do is film the show.
POST - SIZZLE REEL_finalFinalFINAL.mov

„Tech Bro Topia" ist der Podcast, der „Die Peter Thiel Story" gerne wäre

Außerdem hat der Podcast Banafshe Hourmazdi...

„Tech Bro Topia" ist der Podcast, der „Die Peter Thiel Story" gerne wäre
Bild: Deutschlandradio, Uta Oettel

Den nicht ganze so gelungenen Podcast Die Peter Thiel Story hatte ich vergangenes Wochenende schon mal im Programm. Denn der hat noch viel größere Probleme, als das der Titel eigentlich komplett durchgekoppelt gehört 😉 Den Podcast für den Deutschlandfunk produziert hat die externe Bude Plotprodukt.

Inhouse ist hingegen der Sechsteiler Tech Bro Topia entstanden, den ich mir nun auch angehört habe. Und was soll ich sagen? Das ist genau der Podcast, der Die Peter Thiel Story gerne sein würde: angemessen klar und scharf in der Sprache, ausgewogen, aber ohne False Balance und nicht um Verständnis, sondern um Verstehen bemüht. (Ich glaube auch nicht, dass Die Peter Thiel Story tatsächlich auf Verständnis aus ist. Aber die Wahl der Gesprächspartner*innen und fragwürdige Formulierungen könnten diesen Eindruck erwecken.)

„Tech Bro Topia“ setzt sich unter anderem mit den Denkmustern von Elon Musk, J.D. Vance und den Einflüssen des Risikokapitalgebers Marc Andreessen und des neo-reaktionären Vordenkers Curtis Yarvin auseinander. Das Deutschlandfunk-Rechercheteam hat dafür über Monate die Strukturen und historischen Bezüge der „Tech Bros“ untersucht und mit hochrangigen Gesprächsgästen aus dem In- und Ausland gesprochen. Zu Wort kommen Christian Angermayer, Tech-Milliardär und Freund von Peter Thiel mit enger Verbindung zur Trump-Familie, genauso wie Max More, Vordenker des Transhumanismus, und einige der wichtigsten Autoren, Forscherinnen und Praktiker.

(Für die Fans: Host ist Banafshe Hourmazdi of FUTUR DREI-Fame.)

Podcast “Tech Bro Topia” (1/6)
Sommer 2025: Die USA vollziehen den Schwenk zum Autoritarismus. Mittendrin die Tech-Bros aus dem Silicon Valley.
„Tech Bro Topia“
Sechsteiliger Podcast über die Ideologen und Tech-Milliardäre im Silicon Valley.

Samira El Ouassil übers Reisen und Pressefreiheit: „Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht"

Vielleicht hat es einen nicht ganz so guten Grund, warum unsere Sehnsuchtsorte aus der Ferne so schön wirken...

Samira El Ouassil übers Reisen und Pressefreiheit: „Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht"
Foto: Collin Croome / Unsplash

„Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht", meint Samira El Ouassil bei @mediasres im Deutschlandfunk. In ihrer Kolumne denkt sie über das Verhältnis zwischen Tourist*innen und der Pressefreiheit an deren Sehnsuchtsorten nach. Die hielten wir nämlich vielleicht gerade deshalb für so schön, weil es dort niemanden mehr gibt, der über das Unschöne berichten kann.

Das finde ich einen spannenden Gedanken, der mir noch einmal eine weitere Perspektive eröffnet hat. Als Journalist habe ich natürlich schon mal darüber nachgedacht, ob ich (noch) Urlaub in China, der Türkei oder nun den USA machen würde – aber eher aus dem Beweggrund heraus, diese politischen Systeme nicht auch noch zusätzlich finanziell zu speisen.

Dabei geht es bei so einer Entscheidung offenkundig um so viel mehr. Samira El Ouassil:

Denn der Tourist, das zeigte der französische Ethnologe Marc Auger in seinen Betrachtungen über das Reisen und über die Nichtorte, bewegt sich durch Räume, die zwar geografisch existieren, kulturell jedoch entspannt sind – Hotelanlagen, Flughäfen, Beachclubs, Transitorte ohne Gedächtnis. Sie sind darauf ausgelegt, keine Fragen aufzuwerfen, sondern nur eine Sehnsucht zu befriedigen. Und genau diese Logik ist es, die politische Repression verdeckt und damit mitträgt. Es ist nicht das Reisen an sich, das problematisch ist, sondern die touristische Wahrnehmungslücke, die uns die Realität einfach aus dem Blickfeld photoshoppt.

Wir machen uns als Tourist*innen also gewissermaßen mitschuldig an einer groß angelegten Verdrängungs- bzw. Reinwaschungskampagne, die die Menschen vor Ort mundtot und ungesehen machen soll.

Meinung: Urlaub “All inclusive” - Zensur für Medien inbegriffen
Meinung: “All inclusive” – Vom Reisen in Länder, in denen Medienschaffende zum Schweigen gebracht werden.

Gesehen: April (2024) - Bilder wie ein Gefängnis

Formal meister*innenhaft und auf jeden Fall jetzt schon einer meiner Filme des Jahres!

Gesehen: April (2024) - Bilder wie ein Gefängnis
Foto: Mubi

An diesem Ort gibt es so viele unwirkliche Räume, durch die ein super unangenehmes, desorientierendes und verlorenes Gefühl transportiert wird. Das geht Hand in Hand mit der Kamera, die mal direkt die Perspektive der Protagonistin einnimmt, mal von außen auf sie schaut. Dadurch entsteht zunehmend eine gewisse Entrücktheit, geprägt durch die bildlich vollzogene Abtrennung des Geistes vom Körper. Nicht nur wir, sondern auch die Protagonistin selbst beobachtet sich von außen – mitunter aus dem Schutz der Dunkelheit heraus, mal aus der Entfernung, mal Wange an Wange. Aber eine voyeuristische Qualität hat das immer.

Genau hier knüpft der Film auch den Anschluss von Form an Inhalt. Die im Verborgenen geleistete Arbeit der Protagonistin arbeitet nicht zwingend aktiv gegen patriarchale Strukturen, aber sie versucht, sie zumindest zu unterlaufen. Das bestehende Machtgefüge wird also durchaus trotzdem infrage gestellt. Genau das ist es, was die Protagonistin zur Zielscheibe der Mächtigen macht. Sie kann sich nie sicher sein, was – oder besser: wer – neben ihr selbst noch im Schatten lauert und es womöglich auf ihr Leben abgesehen hat.

Dazu der absichtlich enger gewählte Bildausschnitt, der hier alles andere als affektiert ist, sondern die Perspektive klug verengt. Das Bild wird so einerseits zu einem regelrechten Gefängnis für die Figuren, andererseits zu einem Korsett, mit dem die ganze Misere gerade so beisammengehalten werden kann.

★★★★½

🇬🇪/🇮🇹/🇫🇷, R: Dea Kulumbegashvili, D: Ia Sukhitashvili, Kakha Kintsurashvili, Merab Ninidze, Roza Kacheishvili, Ana Nikolava, David Beradze, Sandro Kalandadze, Tosia Doloiani, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Mubi

April - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “April” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★★★½ review of April (2024)
An diesem Ort gibt es so viele unwirkliche Räume, durch die ein super unangenehmes, desorientierendes und verlorenes Gefühl transportiert wird. Das geht Hand in Hand mit der Kamera, die mal direkt die Perspektive der Protagonistin einnimmt, mal von außen auf sie schaut. Dadurch entsteht zunehmend eine gewisse Entrücktheit, geprägt durch die bildlich vollzogene Abtrennung des Geistes vom Körper. Nicht nur wir, sondern auch die Protagonistin selbst beobachtet sich von außen – mitunter aus dem Schutz der Dunkelheit heraus, mal aus der Entfernung, mal Wange an Wange. Aber eine voyeuristische Qualität hat das immer. Genau hier knüpft der Film auch den

Scheidungsgründe am 06. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: der Obduktion von Bill Maher, dem Wetter im Jahr 2100 und einem trollenden Raffael

Scheidungsgründe am 06. August 2025
Foto: Stephen Harlan / Unsplash

Time is a flat circle und ich dachte eigentlich, wir wären schon längst über den Punkt hinweg, über Advertorials aufklären zu müssen. Aber stimmt schon, die Grenze zwischen journalistischen und werblichen Inhalten ist besonders im Zeitalter der Influencer:innen noch einmal durchlässiger geworden oder hat zumindest an Trennschärfe verloren.

Warum das ganze Thema also nicht nur „alter Wein in neuen Schläuchen" ist, beleuchtet Patrick Lohmeier of Bahnhofskino-Fame in einer Episode des Dürfen die das?-Podcasts der Verbraucherzentrale Berlin – schön locker, aber in angemessener Tiefe und mit einer tollen Bandbreite an Expert:innen.

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Die (Almost) Dialies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Seit ich darauf achte, sinnvolle Dinge zu sagen und auf Lärm zu verzichten, habe ich zu social media immer weniger beizutragen. Im Moment ist für mich Podcast das weit sinnvollere Tool.

Marina Weisband (@afelia.bsky.social) 2025-08-06T09:29:19.126Z

Als 2008 RELIGOLOUS erschien, war ich gerade so noch Teenager. Das ist natürlich keine wasserdichte Rechtfertigung dafür, dass ich von dem Film recht angetan war, aber auf jeden Fall ein fruchtbarer Boden für Bill Maher, der darin quer durch die kognitiven Dissonanzen (institutionalisierter) Religion watet.

Wenn ich heute Szenen des Films sehe, ist es kaum zu ertragen, was für ein selbstgefälliger Edgelord Maher damals war. Turns out: Seit 2008 hat sich anscheinend nichts geändert – nur eben die Kampfplätze.

Big Joel, den ich für seine unerwarteten, unkonventionellen und fast schon obsessiven Deep Dives immer wieder gerne schaue, hat in fast anderthalb Stunden mal aufgedröselt, in welchen intellektuellen Sphären sich Maher heute bewegt.

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Aus der Reihe TIL:

In the early 1500s, two of the greatest artists of all time were working just a few rooms apart in the Vatican. Michelangelo was painting the ceiling of the Sistine Chapel at the same time Raphael was working on a painting in the Pope’s private library: The School of Athens. Both are considered masterpieces of the Renaissance. Michelangelo’s work sets out to reveal divine truth through the human form, while Raphael’s work celebrates human intellect and classical heritage. Two defining ideas of the Renaissance.

Es erscheint mir jetzt prinzipiell viel spannender als zuvor, mich mit der Kunst im Vatikan ein bisschen mehr auseinanderzusetzen. Denn mir war bisher nicht klar, wie sehr Raffael in seinem Fresko Die Schule von Athen geistige und wissenschaftliche Errungenschaften der Menschheit ins Zentrum stellte – ausgerechnet mitten im Herzen der katholischen Kirche, was für mich total widersprüchlich erscheint.

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Washington Post: “Is fascism bad? The answer may surprise you” Teen Vogue: “Here are three fun tips you can use this summer to disable an armored personnel carrier”

Lostcatdog (@lostcatdog.bsky.social) 2025-08-06T12:28:38.427Z

Die Zeit hat mal wieder eine beeindruckende Datenvisualisierung auf die Beine gestellt.

So könnte das Wetter im Jahr 2100 bei Ihnen aussehen

In Koblenz könnte es heiß wie auf Sizilien werden, in Berlin wie am Schwarzen Meer: Wir zeigen, wo Sie hinfahren müssten, um die Klimazukunft Ihrer Gemeinde zu erleben.
Klimawandel in Deutschland: So könnte das Wetter im Jahr 2100 bei Ihnen aussehen
In Koblenz könnte es heiß wie auf Sizilien werden, in Berlin wie am Schwarzen Meer: Wir zeigen, wo Sie hinfahren müssten, um die Klimazukunft Ihrer Gemeinde zu erleben.

(Geschenklink)

Bei mir in Leipzig würde das dann so aussehen.


Grounds for divorce imo

Saleem (@seemo.bsky.social) 2025-08-05T12:25:53.794Z

Das ist keine Liebe, sondern Versklavung.

A review of Decalogue IX (1989)
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Ein gelungenes Venn-Diagramm aus Liebe, Eifersucht und Obsession. Und die Erzählung von einem Mann, der alle drei Teilmengen als ein und dasselbe begreift. Der emotionale Gewalt anwendet, der manipuliert und seine Frau in eine psychische Abhängigkeit treibt. Das ist keine Liebe, sondern Versklavung.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-06T15:52:28.59016000Z