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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Four Nights of a Dreamer (1971) - Kulturelles Unvermögen

Wie nähert man sich in der Kunst dem Unnahbaren und gleichzeitig doch so Vertrauten?

Gesehen: Four Nights of a Dreamer (1971) - Kulturelles Unvermögen
Bild: Albina Productions, I Film Dell’Orso, Victoria Film

Es ist nicht nur das Hadern mit der Liebe, mit ausgefüllten, aber auch gebrochenen Herzen und schwerwiegenden Verlusten, sondern auch ein Hadern mit dem Unvermögen von (Populär-)Kultur, sich eben dieser Komplexität (auch nur versuchsweise) anzunähern.

Das lässt sich ganz gut an einer Sequenz festmachen, in der die junge Frau mit ihrer Mutter zu einer Kinoveranstaltung geht, wo es einen roten Teppich gibt, auf dem sich die Reichen und Schönen die Klinke in die Hand geben, bevor sie sich drinnen einen Film anschauen, der die eine große Frage nach Leben und Tod verhandelt – also um es mal möglichst euphemistisch zu

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Gesehen: Dead of Winter (2025) - Unterm Score erstickt

Das hat Hauschka nicht verdient

Gesehen: Dead of Winter (2025) - Unterm Score erstickt
Bild: Leonine Studios

Den atmosphärischen Nordic-Noir-Einschlag bekommt der Film schon ganz passabel hin. Doch zu einem harmonischen Gefüge kommt das alles irgendwie nicht zusammen.

Die Regieanweisung an Emma Thompson muss in Richtung „Think Frances McDormand in Fargo, but more like a weirdly artificial caricature" formuliert gewesen sein. Sie muss so viel Energie für diese sehr brachial angelegten Manierismen aufbringen, dass charakterliche Nuancierung meistens eher abgeht.

Aber auch das Drehbuch tut wenig dafür, die Figuren und ihr Handeln glaubhaft vorzubereiten. So bekommen wir eine Aneinanderreihung von zugegebenermaßen atmosphärisch dichten Spannungsmomenten präsentiert, die jedoch nur durch eine wirklich ungelenk-hemdsärmelige Exposition zusammengehalten werden können.

Komplett erstickt

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Gesehen: All About My Mother (1999) - Blut überwinden

Wahrscheinlich noch mal wuchtiger als zuschauernder Mann

Gesehen: All About My Mother (1999) - Blut überwinden
Bild: Studiocanal

Ein berührend zugewandter Film über Schwesternschaft jenseits von Blut, die Kraft der Frau und die übermenschliche Arbeit der Frau. Frauen sind Mütter, Töchter, Schwestern, Großmütter, Schauspielerinnen, Köchinnen, Ärztinnen, Therapeutinnen, Sozialarbeiterinnen, Sexarbeiterinnen. Frauen sind all das und noch viel mehr. Und Frauen sind einsam, weil sie eben all das sein müssen, während für sie selbst kaum Zeit und Raum bleibt.

All das zu können, hat jedoch nur selten etwas mit Wollen zu tun. Es sind die patriarchal organisierte Gesellschaft und die internalisierte Misogynie, die Erwartungen schüren, Zwänge auferlegen und in Rollen drängen, um die bestehende Machtstruktur zu erhalten.

Almodóvar bewundert seine

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Gesehen: No God No Father (2025) - Alte Idee, neuer Spin

Generative KI ändert auch den Desktop-Film

Gesehen: No God No Father (2025) - Alte Idee, neuer Spin
Bild: Yukunkun Productions

Neuer Spin einer alten Idee, aber recht clever durchkomponiert. Letztlich erzählt der Kurzfilm viel über die Fragmentierung digitalen Lebens, virtuell rekonstruierbare Abbilder unserer Selbst und Scheinrealitäten, in denen das Gemeinschaftsversprechen des Internets zu krassen Vereinzelungserfahrungen umschlägt – nun nur noch heftiger befeuert durch generative KI.

Der Kurzfilm steht noch kostenlos bis zum 29. Januar 2027 bei Arte in der Mediathek.

Weder Gott noch Vater - Film in voller Länge | ARTE
Ein junger Mann pflegt eine enge Beziehung zum Internet. Da ihm aufgrund der Abwesenheit einer Vaterfigur Antworten fehlen, findet er in Google einen unerwarteten Mentor. Vom Erlernen alltäglicher Aufgaben wie Rasieren
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Wake up babe am 02. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Steven Soderberghs Tagebuch, dem Videoproblem von Podcasts und Wallpaper-Tricks

Wake up babe am 02. Januar 2026
Bild: Bayarkhuu Battulga / Unsplash

Ich bin nun wirklich keiner von denen, der lamentiert, wie alt er denn schon sei. Aber ich bin immerhin schon alt genug, um die Debatte um den pivot to video in der Podcastszene bereits zum dritten Mal mitzubekommen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Fiona Sturges im Guardian treffend beschreibt, wie Video das Medium verändert – oft nicht unbedingt zum Besseren.

‘Painful to hear!’ How podcasts’ rush to video is turning them into dreadful listens
From Joe Marler’s visual-only stunts to the incomprehensible shuffling sounds Steven Bartlett recently subjected headphone users to, dodgy audio experiences are on the rise
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Gesehen: We Were the Scenery (2025) - Flucht ins Trauma

Eine Geschichte über Zufall, Aneignung und Ausbeutung

Gesehen: We Were the Scenery (2025) - Flucht ins Trauma
Bild: Christopher Radcliff

Da überlebst du einen blutigen Krieg in deinem Land, musst danach flüchten, landest in einem Lager des Roten Kreuzes und wirst dort von einer megalomanischen (und offenbar auch völlig gewissenlosen) Filmproduktion aufgegabelt, damit du als Statist*in in genau den Krieg zurückkehren darfst, den du eigentlich hinter dich gebracht hast.

Das ist einerseits natürlich eine absurde Geschichte eines ziemlich unwahrscheinlichen Zufalls. Andererseits erzählt es auch davon, wie Hollywood sich der Schicksale, der Geschichten und des Leidens von Opfern und Überlebenden aneignet, sie zu unscharfen, gesichtslosen Massen verwäscht und dabei Retraumatisierung billigend in Kauf nimmt.

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