Skip to Content

Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 4

Gesehen: Soldaten des Lichts (2025) - Gefügig bis aufs letzte Gramm

Die Hybris, sich auch noch bereitwillig beim Grift filmen zu lassen...

Gesehen: Soldaten des Lichts (2025) - Gefügig bis aufs letzte  Gramm
Bild: ZDF, Julian Vogel

Es sind nicht die Strukturen, die Manipulationen, die abstrusen Verschwörungsideologien und die menschenfeindlichen Weltbilder. Es ist die absolute Schamlosigkeit dieser Gestalten, die der Film besonders gut herausstellt.

Eine der letzten Texttafeln vor den Credits sollte eigentlich kaum überraschen. Und dennoch ist sie ein derartiger gnadenloser Schlag in die Magengrube, der unmissverständlich klarstellt, dass es hier um mehr als ein paar Exzentriker*innen geht, die im Innenhof eines heruntergekommenen Guts Königreich spielen.

Es geht um das systematische Herabwirtschaften von hilfebedürftigen Menschen – psychisch, physisch, wortwörtlich wirtschaftlich. Es ist ein Gefügigmachen mit dem Ziel, einen absolut wehrlosen Menschen bis auf das letzte Gramm

Gesehen: Soldaten des Lichts (2025) - Gefügig bis aufs letzte Gramm Read more

Gesehen: Castration Movie Anthology i. Traps (2024) - Anschmiegendes Rauschen

Ein beeindruckendes Werk über Raumnahme in jeglicher Ausprägung

Gesehen: Castration Movie Anthology i. Traps (2024) - Anschmiegendes Rauschen
Bild: Louise Weard

Dieser Film gehört mit zu den eindrucksvollsten Beweisen, dass die Form des Ausdrucks fast keine Rolle spielt, wenn man eine starke Geschichte zu erzählen hat, etwas zum Ausdruck bringen will und das auch in einer klaren eigenen Stimme vermag. Und dennoch ist die Form hier keineswegs egal, sondern sie und der Inhalt bedingen einander.

Es ist das Rauschen des DV-Bildes und das Rauschen des durchlaufenden Bandes, das sich permanent über die Tonspur legt und an die Figuren schmiegt. Es ist der daraus entstehende sensorische Rausch, der die Erfahrungswelt der Figuren spiegelt.

Figuren, die virtuelle Räume nutzen, um bestehende zu erweitern,

Gesehen: Castration Movie Anthology i. Traps (2024) - Anschmiegendes Rauschen Read more

Gesehen: The Believer (2001) - Projektionen

Hinter all den Störgefühlen verbirgt sich schon etwas Produktives...

Gesehen: The Believer (2001) - Projektionen
Bild: Capelight Pictures

Streicht gut die Elemente der Projektion und des Selbsthasses, der Agitation und der Manipulation inmitten dieses Zwischenmilieus zwischen Fußsoldat*innen, intellektueller Führung und finanziell Fördernden heraus. Und die Konsequenzen der Zerstörung individueller Erfahrungen und Perspektiven zugunsten einer kollektiven Fantasie.

Aus deutscher Sicht und mit dem Hintergrund deutscher Schulbildung ist es natürlich besonders schwer und irritierend, das hier aufgemachte Spannungsfeld auszuhalten, ohne Vorwürfe von Relativierung und Effekthascherei auszupacken. Aber ich glaube schon, dass sich hinter diesem Störgefühl etwas Produktives verbirgt.

★★★☆☆

Gesehen: The Believer (2001) - Projektionen Read more

Gesehen: Wicked: For Good (2025) - Tablettparade

„I could stand in the middle of Fifth Avenue...“

Gesehen: Wicked: For Good (2025) - Tablettparade
Bild: Universal Pictures International Germany

Ich muss nicht noch mal andere Worte für das finden, was ich schon zu WICKED aufgeschrieben habe:

Der Film ist super wirr und es ist extrem anstrengend zu ordnen, wonach hier alles ausgeholt, geschlagen und gegriffen wird – was aber nicht unbedingt schlecht ist. Denn viele Themen sind recht klug verwoben. Klug heißt hier nicht unbedingt subtil, aber man muss sich eben auch immer wieder bewusst werden, dass Musicals und arthousige Nuancierung nicht unbedingt Hand in Hand gehen und das auch gar nicht das Ansinnen ist.

In FOR GOOD wirkt es auf mich so, als ob all die unbedingt wichtigen Motive

Gesehen: Wicked: For Good (2025) - Tablettparade Read more

Horny am 09. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Robyn, Hank Green und Alice Rohrwacher

Horny am 09. Januar 2026
Bild: Wilhelm Gunkel / Unsplash

Bedarf keiner zusätzlichen Worte. Banger!

(Mehr bei Stereogum)


Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

Newsletter kostenlos abonnieren ❣

Ich hab's mir die Tage auch angeschaut, aber total vergessen, das auch hier ins Blog zu packen: Hank Greens Comedy-Special Pissing Out Cancer. Zum Glück hat mich Sascha dran erinnert. Es ist smart und lustig!


Meine Existenz auf Goodreads liegt schon länger brach – genau, wie Amazon die Bücherplattform schon seit Jahren behandelt. Deshalb bin ich auch gewechselt zu The StoryGraph. Dort

Horny am 09. Januar 2026 Read more

Gesehen: The Human Condition (1959-61) - Was sich verschiebt

Masaki Kobayashis fast zehnstündiges Epos spürt nach, wie sich im Faschismus welche Grenzen verschieben

Gesehen: The Human Condition (1959-61) - Was sich verschiebt
Bilder: Arrow Films, Montage: Ich

No Greater Love

Ein Dokument des Verschiebens – des Verschiebens von jeder moralischen Grenze, jeden Tag ein Stück mehr. Die dafür notwendigen Schritte sind mal klein, mal groß und folgen einem paradoxen Muster. Einerseits ist die reine Schlagzahl dieser Grenzverschiebungen desorientierend, andererseits aber auch eine Summe vieler kleiner, kontinuierlich gefällter Entscheidungen, die einen Gewöhnungseffekt erzeugen.

Masaki Kobayashi lässt dafür grandios Form und Inhalt nahtlos ineinandergreifen. Denn dieses Abrutschen in die Unmoral findet auch bildkompositorisch Widerhall. In Momenten, in denen die Zivilisation zugunsten der Barbarei abgerissen wird, ist der Protagonist oftmals mit mehreren anderen Menschen im Raum. Es entsteht eine Enge,

Gesehen: The Human Condition (1959-61) - Was sich verschiebt Read more