Pasolini und Brass werden in diesen Film mit hineingezogen – ob sie nun wollen oder nicht.
Foto: Studiocanal
Für mich hat sich das angefühlt, als ob Fellini hier versucht hat, die Qualitäten eines Pier Paolo Pasolini und die eines Tinto Brass irgendwie in einem mehr oder weniger latent freudianischen, psychosexuellen Fiebertraum zusammenzubringen.
Herausgekommen ist meinem Gefühl nach ein brutal nihilistischer Film, der aus welchen Gründen auch immer vor einer zu moralischen Position zurückschreckt und einfach alles für nichts einzureißen versucht.
17 Jahre nach dem manischen Hoch von 8½ folgt der psychosexuelle Kater – inklusive einer selbstironischen Demontage von Marcello Mastroianni.
Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!
Roland Meyer erklärt, warum die Art und Weise, wie Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom derzeit Trump mit seiner eigenen Ästhetik und Rhetorik zu trollen versucht, problematisch ist.
Magdalena Miedl hat für ORF Topos die grandiose Geschichte von Edith Hauer-Frischmuth, österreichische Widerstandskämpferin gegen die Nazis, zusammenrecherchiert und aufgeschrieben.
Hauer-Frischmuth versteckte in Altaussee immer wieder eine jüdische Freundin aus Wien bei sich. Trotzdem hatte sie keine Scheu, sich mit SS- und Gestapo-Leuten, die sich im Hotel der Familie trafen, anzufreunden. „Ich habe diese Leute unter den Tisch gesoffen, um an Informationen zu kommen“, so Hauer-Frischmuth in ihren Lebenserinnerungen. Mit dieser Strategie spielte sie rund um das Kriegsende eine Rolle, die lange kaum anerkannt war.
404 Media ist mittlerweile zwei Jahre alt. Jason Koebler, Samantha Cole, Emanuel Maiberg und Joseph Cox feiern sich deshalb mit einem zurückblickenden Post selbst und ich finde es einfach krass, wie viele große und wichtige Recherchen in dieser Zeit nicht nur vorangetrieben, sondern auch veröffentlicht wurden.
We believe it is possible to create a sustainable, profitable media company simply by doing good work, making common-sense decisions about costs, and asking our readers to support us.
Und bisher sieht es so aus, als ob die Rechnung aufgeht. Das finde ich ungemein inspirierend.
Scientists installed a camera into a tree hollow in Guanacaste, Costa Rica to film a tight-knit family of four spectral bats (Vampyrumspectrum) over the course of several months. The results revealed many never-before-seen behaviors including bats hugging, playing with cockroaches, and even breaking the fourth wall.
Mikhaël Hers lässt dem Schmerz Raum, verengt jedoch unnötig den Wahrnehmungskorridor
Foto: MFA Film
Der 13. November 2015 steckt diesem Film noch tief in den Knochen und das ist auch absolut verständlich. Mikhaël Hers beschäftigt sich durch die Augen seiner Figuren mit den schier unendlich großen Aufgaben in den Nachwehen eines kaum zu greifenden Bruchs: Sollte um einen Neuanfang gerungen werden oder steht das der Heilung im Weg, für die durch den Schmerz gegangen werden muss?
Hers lässt allen Wegen, auf denen sich Trauer und Heilung in Wellen Bahn brechen, gebührend Raum. Trotzdem muss ich sagen, dass mir das alles einen Hauch zu manipulativ inszeniert ist. Erst der Auftakt in einer fast schon rohmerschen Leichtigkeit, die schließlich durch den schlimmstmöglichen Schrecken gebrochen wird, begleitet von einem sehr klaren Wechsel im Color-Grading hin zu deutlich kühlerer Farbtemperatur, die schließlich im Verlauf des Films in langsam ansteigender Frequenz wieder mit wärmeren Tönen untersetzt wird.
Das ist ganz nett, aber letztlich auch sehr transparent und ein bisschen aufgesetzt – und auch manipulativ, denn so wird dem Publikum kaum genug Raum für eigene Gefühle gelassen, alles scheint klar vorgezeichnet und vielleicht sogar vorgeschrieben.
★★★½☆
🇫🇷, R: Mikhaël Hers, D: Vincent Lacoste, Isaure Multrier, Stacy Martin, Ophélia Kolb, Marianne Basler, Jonathan Cohen, Greta Scacchi, Claire Tran, Nabiha Akkari, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: MFA Film
Roland Meyer erklärt drüben auf Bluesky, warum die Art und Weise, wie Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom derzeit Trump mit seiner eigenen Ästhetik und Rhetorik zu trollen versucht, problematisch ist.
Ich will jetzt auch gar nicht Michelle Obama mit „When they go low, we go high" channeln. Der Zug scheint schon lange abgefahren zu sein. Aber mir ist Newsom mit dieser Taktik auch direkt sauer aufgestoßen. Nicht, weil ich ein besseres Kommunikationskonzept gegen die Maga-Faschos in der Hinterhand hätte, sondern genau aus den Gründen, die Roland Meyer so genau auf den Punkt bringt.
Gavin Newsom's strategy of centrist liberal «populism» seems to involve wholeheartedly embracing AI slop. However, rather than demonstrating a possible «progressive» use of generative AI, this example shows how quickly such a use can lead to the uncritical adoption of fascist aesthetics
Es normalisiert die Rhetorik. Es normalisiert die Ästhetik. Es normalisiert ein faschistoides Weltbild. „Trump has turned himself into a meme that is beyond parody[...]."
Der komplette Thread:
Gavin Newsom's strategy of centrist liberal «populism» seems to involve wholeheartedly embracing AI slop. However, rather than demonstrating a possible «progressive» use of generative AI, this example shows how quickly such a use can lead to the uncritical adoption of fascist aesthetics
1/
I assume the idea is to mock Trump's AI slopaganda by imitating it. But I doubt that'll work. Trump has turned himself into a meme that is beyond parody, and copying the MAGA aesthetic and rhetoric merely accepts their dominance, which means surrendering before the fight has even begun
2/
The essence of MAGA Slop is the cynical demonstration of unfettered and ruthless power: politics is reduced to a meme, a cruel joke where only brute force matters, and anything that appears weak or vulnerable becomes the target of ridicule and contempt. Mimicking this rhetoric is not progressive
3/
AI slopaganda is designed to turn politics into a hollow synthetic spectacle seemingly detached from material conditions. Rather than mobilizing resistance in the face of fascism, such memes merely simulate it. The images we need, however, cannot be produced by AI: images of hope and solidarity
4/
Late to the party, aber eine gute Party ist eine gute Party.
Cover: Forever Living, AWAL
Ich weiß, das Album ist bereits Anfang Juni erschienen und ich bin damit ziemlich late to the party. Aber eine gute Party ist eine gute Party. Lotus von Little Simz ist eine flowige Platte geworden, die musikalisch immer wieder clever, eindrücklich und mitreißend zu den vielschichtigen Lyrics kontrastiert wird. Ich war schon großer Fan ihrere vorherigen Sachen, aber mit Lotus hat Little Simz ihre Musik noch einmal auf ein vollkommen neues Niveau gehievt.
Vor 15 Jahren ist Christoph Schlingensief gestorben. Die Zeit überdauert hat nicht nur sein Werk, sondern auch seine Themen. Die scheinen heute relevanter denn je. Corso im Deutschlandfunk hat sich der Frage gewidmet, warum Schliengsief so gegenwärtig ist. In der ARD-Mediathek steht Bettina Böhlers großartiger Dokumentarfilm.
Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!
Die DFL hat Übertragungsrechte der Bundesliga in Großbritannien und Irland wie üblich an TV-Sender und Streamingdienste verkauft - aber auch an einen Youtuber, der 2021 sagte: "Die Bundesliga ist scheiße."
20 Spiele darf der Kanal "That's Football" von Streamer Mark Goldbridge seinen 1,3 Millionen Abonnenten in der kommenden Saison zeigen. Goldbridge etablierte zunächst einen Fankanal von Manchester United, bevor er sich mit "That's Football" der gesamten Premier League und dem Fußball generell widmete. Über Zahlungen machte die DFL-Tochterfirma keine Angaben.
Ob der Summen, mit denen sie sonst so hantiert, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die DFL damit freiwillig einen goldenen Zacken aus der Krone brechen lässt.
Wie oft denkst du eigentlich ans Römische Reich? Ich gar nicht, aber ich rieche es furchtbar gerne.
The Fall of Rome-Scented Candle smells like cypress trees and red wine. Light it and watch the Roman forum melt into a puddle of wax while you quietly contemplate the impermanence of civilizations and/or candles.
Felix Schwenzel tagebuchbloggt und schreibt mir aus der Seele:
und das ist das ins internet schreiben für mich eben auch, ein stück unverzichtbarer freiheit, das zu schreiben und zu machen was ich möchte, was ich interessant finde, dinge ausprobieren, dinge obsessiv zu verfolgen bis sie mich langweilen, gelegentlich den geschmack anderer zu trefffen und gelegentlich das gegenteil. alles in der öffentlichkeit, aber eigentlich nicht für die öffentlichkeit.
Beim Nachholen von länger offenen Tabs gelesen: In Bremen gibt es den Hillmannplatz, der laut Taz „mit vielen Polizeieinsätzen und Belästigungen einer der Problempunkte Bremens" ist. Nun veranstalten unter anderem Anrainer dort ein Open-Air-Kino. Damit soll der Ort wieder positiv besetzt werden. Schöne Idee, finde ich. Wilfried Hippen hat mit Susanne von Essen, einer der Organisator:innen, über das Projekt gesprochen.
Youtube hat mir einen Channel vorgesetzt, auf dem jemand unter anderem über Filme spricht und Formel-1-Rennen recappt – im ASMR-Stil. Und ich weiß ja auch nicht 🤷♂️
Calm Skateboard ASMRThis channel is for ASMR purposes, featuring videos that contain whsipering, and soft speaking, designed to help people relax, and sleep. ASMR (Autonomous
Aktuell (noch) vor der Paywall: Ronen Steinke von der Süddeutschen Zeitung spricht im Podcast mit Christina Clemm. Clemm berät aktuell Collien Fernandes, aber der ist nur mittelbar Thema der Folge, die sich in allererster Linie um das System dreht, in dem Fälle wie eben jener (immer wieder) passieren.
Christina Clemm
Nach der einfach nur niederschmetternden Recherche des Spiegel zur sexualisierten (digitalen) Gewalt, die Collien Fernandes erfahren hat, lese ich viele Texte, von denen ich erst mal zwei hier festhalten möchte.
Jasmin Schreiber:
Wer auf diese Zahlen hinweist, bekommt verlässlich zu hören: Aber die meisten Männer sind doch anständig. Stimmt. Mein
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