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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Good Boy (2025) - Ellis Rosen grüßt

Hund gut, Metapher schwer, Horror behauptet

Gesehen: Good Boy (2025) - Ellis Rosen grüßt
Bild: DCM Film Distribution

Ich konnte wirklich nicht anders, als fast die ganze Zeit an diesen Cartoon des großartigen Ellis Rosen zu denken. Denn die Idee des Films ist recht clever und natürlich auch eine Liebeserklärung an Hunde und an das, was sie für uns Menschen sein und leisten können. Aber diese Idee wird recht schnell mit aller Gewalt an die Oberfläche gezerrt und dort überaus dünn ausgebreitet.

Immer und immer wieder müssen wir dem Hund dabei zuschauen, wie er besorgt in mal dunkle, mal erleuchtete Raumecken starrt, dabei mal etwas sieht, mal nicht – immer begleitet von den immergleichen Dolly Zooms und Streichbögen, die

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Tiger sind skrupellos am 07. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: „Twin Peaks“ für umme, Spielepodcasts und roten Linien

Tiger sind skrupellos am 07. Januar 2026
Bild: Pop & Zebra / Unsplash

Es gibt nun wirklich gar keine Ausreden mehr: Arte hat ab morgen (08. Januar 2026) alle drei Staffeln von Twin Peaks aus den Feder von David Lynch und Mark Frost im Programm! (Oder eher: beide Staffeln Twin Peaks und The Return, was bewusst gesondert steht und stehen sollte.)

Twin Peaks - Fernsehfilme und Serien | ARTE
David Lynchs Meisterwerk, eine einzigartige Symbiose aus Seifenoper und Filmkunst, lässt uns in die Abgründe einer amerikanischen Kleinstadt eintauchen und fühlt sich wie ein böser Traum an, aus dem man niemals erwachen möchte. Diese Anthologieserie vereint alle ihre Vorgänger in sich und dient zugleich als
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Gesehen: Train Dreams (2025) - Muss das so?

Der Film sucht nach Spuren, die er nicht richtig ausfüllen kann

Gesehen: Train Dreams (2025) - Muss das so?
Bild: Netflix

Das ist schon eine verführerische Aneinanderreihung von eleganten, in sich ruhenden, manchmal ausharrenden und oft kontemplativen Einstellungen, in denen der Mensch in einem positiven Möglichkeitsraum gezeigt wird, in dem er nicht zwingend Gegenspieler sein muss, sondern auch als Symbiont eine lebenswerte Existenz bestreiten kann.

Gravierendes habe ich an diesem Film gar nicht auszusetzen. Und dennoch frage ich mich, ob der nun genau so sein musste... Als würden sich in der von hier aus noch gut überblickbaren Filmgeschichte – von einem Hauch Tarkowski über jede Menge Malick bis zu Einschlägen à la Reichardt – nicht bereits entsprechende Spuren finden, in die dieser Film

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Gesehen: Kneecap (2024) - Kopfnickende Fußwipper

Energiegeladen, aber zuweilen auch schlicht in der Argumentation

Gesehen: Kneecap (2024) - Kopfnickende Fußwipper
Bild: Atlas Film

Ein paar Kopfnicker und Fußwipper sind schon dabei, aber diese musikalisch nach vorn treibende Energie schafft es dann doch nie so ganz, wirklich alles tight beisammenzuhalten.

Was funktioniert, ist die Beschreibung moderner imperialistischer Mechanismen, die unter anderem durch eine Art kulturelle Hegemonie greifen. Es ist nicht unbedingt die Sprache an sich, mit der Geschichte ausgelöscht wird. Es sind die Geschichten, die mit dieser Sprache erzählt werden. Und mit diesen Geschichten verschwinden Gemeinschaften. Mit diesen Gemeinschaften verschwinden Menschen.

KNEECAP verklärt die „Troubles" nicht. (Das tut die Bezeichnung irgendwie selbst schon ein bisschen.) Der Film zeigt vielmehr, mit welchen Waffen derartige Konflikte

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Gesehen: Härte (2015) - Vorabendliche Abgründe

Leider kommen die beiden Ebenen des Films nicht so gut zusammen

Gesehen: Härte (2015) - Vorabendliche Abgründe
Bild: rbb, Rosa von Praunheim Filmproduktion

Die Form der dramatisierten Szenen schwankt zwischen verstörendem Homevideo und krampfhaft auf Harmonie gebürsteter Vorabendserie. Rosa von Praunheim schafft es, die Abgründe hinter dieser uns allen so bekannten Ästhetik sichtbar zu machen, und erzählt mit diesen Mitteln eine der Geschichten, vor denen entweder nur zu gern die Augen verschlossen, oder die mit krudem Humor überspielt wurden.

Schade ist, dass die Verschränkung mit den dokumentarischen Szenen nicht wirklich gelingt. Denn Andreas Marquardt bleibt in denen als Mensch relativ farblos und durch das Framing des Films eine Figur der Vergangenheit, deren gegenwärtiges Schaffen zu einer Randnotiz verkommt.

★★★☆☆

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Wo fängt es an? am 06. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Béla Tarr, Filmgenretheorie und Hildegard Knef

Wo fängt es an? am 06. Januar 2026
Bild: zafree pinano / Unsplash

Barbara Kaufmann widmet sich in einem großartigen collagenhaften Audioessay für SWR Kultur der Frage, welche Rolle die Kunst beim zementieren von patriarchalen Rollenbildern und einem Umfeld, in dem Femizide an der traurigen Tagesordnung sind, gespielt hat und spielt.

Fast jeden Tag wird in Deutschland ein Femizid begangen, die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Weil sie zu selbständig ist. Sich getrennt hat. Dinge tut, die der Mann für sie nicht vorgesehen hat. Das Innenministerium fordert „mehr Aufmerksamkeit“ für die Opfer… Das tut Barbara Kaufmann in ihrem Essay, auf eine andere Weise. Sie durchkämmt die Kunst der vergangenen Jahrhunderte
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