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Feuilleton & Firlefanz

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Gesehen: Kneecap (2024) - Kopfnickende Fußwipper

Energiegeladen, aber zuweilen auch schlicht in der Argumentation

Gesehen: Kneecap (2024) - Kopfnickende Fußwipper
Bild: Atlas Film

Ein paar Kopfnicker und Fußwipper sind schon dabei, aber diese musikalisch nach vorn treibende Energie schafft es dann doch nie so ganz, wirklich alles tight beisammenzuhalten.

Was funktioniert, ist die Beschreibung moderner imperialistischer Mechanismen, die unter anderem durch eine Art kulturelle Hegemonie greifen. Es ist nicht unbedingt die Sprache an sich, mit der Geschichte ausgelöscht wird. Es sind die Geschichten, die mit dieser Sprache erzählt werden. Und mit diesen Geschichten verschwinden Gemeinschaften. Mit diesen Gemeinschaften verschwinden Menschen.

KNEECAP verklärt die „Troubles" nicht. (Das tut die Bezeichnung irgendwie selbst schon ein bisschen.) Der Film zeigt vielmehr, mit welchen Waffen derartige Konflikte

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Gesehen: Härte (2015) - Vorabendliche Abgründe

Leider kommen die beiden Ebenen des Films nicht so gut zusammen

Gesehen: Härte (2015) - Vorabendliche Abgründe
Bild: rbb, Rosa von Praunheim Filmproduktion

Die Form der dramatisierten Szenen schwankt zwischen verstörendem Homevideo und krampfhaft auf Harmonie gebürsteter Vorabendserie. Rosa von Praunheim schafft es, die Abgründe hinter dieser uns allen so bekannten Ästhetik sichtbar zu machen, und erzählt mit diesen Mitteln eine der Geschichten, vor denen entweder nur zu gern die Augen verschlossen, oder die mit krudem Humor überspielt wurden.

Schade ist, dass die Verschränkung mit den dokumentarischen Szenen nicht wirklich gelingt. Denn Andreas Marquardt bleibt in denen als Mensch relativ farblos und durch das Framing des Films eine Figur der Vergangenheit, deren gegenwärtiges Schaffen zu einer Randnotiz verkommt.

★★★☆☆

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Wo fängt es an? am 06. Januar 2026 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Béla Tarr, Filmgenretheorie und Hildegard Knef

Wo fängt es an? am 06. Januar 2026
Bild: zafree pinano / Unsplash

Barbara Kaufmann widmet sich in einem großartigen collagenhaften Audioessay für SWR Kultur der Frage, welche Rolle die Kunst beim zementieren von patriarchalen Rollenbildern und einem Umfeld, in dem Femizide an der traurigen Tagesordnung sind, gespielt hat und spielt.

Fast jeden Tag wird in Deutschland ein Femizid begangen, die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Weil sie zu selbständig ist. Sich getrennt hat. Dinge tut, die der Mann für sie nicht vorgesehen hat. Das Innenministerium fordert „mehr Aufmerksamkeit“ für die Opfer… Das tut Barbara Kaufmann in ihrem Essay, auf eine andere Weise. Sie durchkämmt die Kunst der vergangenen Jahrhunderte
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Gesehen: Eddington (2025) - Besserwisserkino

Ari „Hufeisen“ Aster

Gesehen: Eddington (2025) - Besserwisserkino
Bild: Leonine Distribution

Eine besonders im letzten Akt wunderbar zynische Groteske darüber, wie Gesellschaft in tausend Teile zersplittert, wie sie durch ihre eigene Hand zugrunde geht. Aber es ist eben auch elendes, anmaßendes Besserwisserkino. Ari Aster scheint nicht in der Lage oder daran interessiert, sich wirklich grundlegenden Phänomenen und Dynamiken zu stellen, sondern gefällt sich stattdessen sehr darin, die Oberfläche, den Schein zu beschreiben. Das Drehbuch ist eher eine hufeisentheoretische Ausführung, die fälschlicherweise davon überzeugt ist, nuancierte Graustufen anzubieten.

★★☆☆☆

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Gesehen: Mission Impossible: The Final Reckoning (2025) - Theatralisch plump

„Mission: Impossible“ ist wohl das Franchise, dem ich am meisten verzeihe

Gesehen: Mission Impossible: The Final Reckoning (2025) - Theatralisch plump
Bild: Sony, Paramount

An Plot war die MISSION: IMPOSSIBLE-Reihe noch nie sonderlich groß und mit jedem Teil der Reihe noch ein bisschen weniger interessiert, aber meinem Gefühl nach noch nie so deutlich wie in THE FINAL RECKONING.

Die einzelnen Set Pieces werden zusammengehalten von Mono- und Dialogen in regelrecht shakespearischer Ausprägung. In aller Epik wird erklärt, wie die Weltherrschaft an sich gerissen werden wird, wie eine Figur die andere hintergangen hat, wie nicht nur ein, sondern gleich alle(!) Leben auf dem Spiel stehen, wie nur ein „Wir gegen die Unmöglichkeit" den Fortbestand des Planeten noch retten kann. Das wird mit einer derartigen Theatralik,

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Gesehen: Risse im Fundament (2022) - Kontrastprogramm

Es ist ein ständiger Kampf um, mit und gegen Grenzen

Gesehen: Risse im Fundament (2022) - Kontrastprogramm
Bild: DFFB, Francisco MeCe

Die Erfahrungen der Protagonistin stehen in spannendem Kontrast zu ihrem Beruf. Als Architektin arbeitet sie mit klaren Formen und Konstruktionen, die oftmals Innen und Außen voneinander abgrenzen.

Doch mit dem beruflichen Aufstiegsversprechen kommt offenbar die Erwartung der Aufgabe ihrer persönlichen Grenzen einher. Die werden ignoriert, überschritten, gewaltsam verrückt oder manipulativ verschoben.

Letztlich ist die Protagonistin ziemlich gut darin, persönliche Grenzen zu erkennen und oftmals auch zu formulieren. Doch das hilft ihr innerhalb einer Gesellschaftsordnung nicht, die Menschen genau dafür abstraft.

Privat und beruflich den eigenen Wert zu kennen, spielt keine Rolle, wenn das System ausschließlich auf maximalen Machtmissverhältnissen und patriarchaler

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