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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 29

Gesehen: Eight Postcards from Utopia (2024) - Capitalismus Romanus

Das ist einfach total clever kuratiert.

Gesehen: Eight Postcards from Utopia (2024) - Capitalismus Romanus
Foto: Saga Film, Heretic

Faszinierend, wie durch gezieltes und cleveres Kuratieren die Strategien und politischen, gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Ziele von Konzernen hervortreten. Denn die Vorstellung, dass Kapitalismus und Konsum patriotische Akte sind oder gar in einer Traditionslinie mit etwa dem Römischen Reich stehen, ist natürlich hanebüchen. Aber es ist wie mit so vielen anderen Dingen: Wenn sie nur oft genug wiederholt werden, werden sie zwar nicht wahrer, aber eben trotzdem als Wahrheit abgespeichert.

Gleichzeitig darf es sich der Kapitalismus nicht erlauben, eine utopische Zukunft zu zeichnen. (Die Frage ist letztlich auch, ob es im Kapitalismus überhaupt eine utopische Zukunft geben kann...) Die Menschen müssen

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Gesehen: Babygirl (2024) - Inversionsplattitüde

Der Kerngedanke stimmt, die Umsetzung ist jedoch viel zu kurzsichtig.

Gesehen: Babygirl (2024) - Inversionsplattitüde
Foto: Constantin Film

Der Kerngedanke, sich von anachronistischen Vorstellungen in Sachen Sexualität und Beziehungsmodellen lösen zu wollen, ist natürlich erst mal nicht abzulehnen. Ganz und gar nicht. Aber darüber hinaus gelingt dem Film nur sehr wenig gut oder überhaupt.

Das psychologische Setup: Die taffe Geschäftsfrau, die ihren Laden, ihr Leben und ihre Familie im Griff hat und insgeheim beim Sex mit dem Kopf ins Kissen gedrückt werden will, trifft auf den leicht manchmal schüchternen, manchmal unbeholfenen und manchmal mit seinem plötzlichen Selbstbewusstsein überforderten jungen Mann. Aber bei ihm, da kann sie Kontrolle abgeben. Bei ihr, da kann er ausnahmslos alle Zügel in der

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Kinotagebuch: In die Sonne schauen (2025) - Sehen und gesehen werden

Mascha Schilinskis zum deutschen Oscarbeitrag gewordener Film ist eindrücklich inszeniert und bewegt sich bei Subtext wie Motiven in ähnlichem Fahrwasser wie etwa Céline Sciammas PORTRAIT OF A LADY ON FIRE.

Kinotagebuch: In die Sonne schauen (2025) - Sehen und gesehen werden
Foto: Neue Visionen

Ich habe die ganze Zeit so oft an Céline Sciammas PORTRAIT OF A LADY ON FIRE denken müssen – weil Mascha Schilinskis IN DIE SONNE SCHAUEN für mich nicht nur fast schon folkloristische Qualitäten hat, sondern vor allem eine Erzählung über Zeuginnenschaft und das Sehen ist.

Wer wird gesehen? Wer darf etwas sehen? Wer wird beobachtet? Wer verschränkt vor was seinen Blick? Wie bestimmen Blicke die Rollen, die wir – oder hier: diese Mädchen und Frauen – ausfüllen?

Dieses Spiel wird wirklich exzellent gespielt und auch durch eine Grenzen auslotende Kameraarbeit unterstrichen – wie durch sie Blicke geworfen, verfolgt, verfälscht, verengt und geweitet werden,

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Gesehen: Wick is Pain (2025) - Dudebros über Grenzen

Stunt ist Schauspiel ist künstlerischer Ausdruck – aber eben auch sehr testosteronlastig

Gesehen: Wick is Pain (2025) - Dudebros über Grenzen
Foto: Leonine Studios Spielfilm

Ich kann nicht einschätzen, wie viel Behind-the-Scenes-Material von irgendwelchen DVD-Extras usw. hier zweitverwertet wurde. Aber mir hat es gefallen, dass es eben nicht nur Talking Heads waren, die hier mit Szenen der vier Filme quergeschnitten wurden, sondern dass vor allem super viel Material aus dem Produktionsprozess des ersten Kapitels seinen Weg hier hereingefunden hat. Das hat ein schönes Gesamtkompositum ergeben.

Die veränderte Wahrnehmung von Stuntperformer*innen hin zu Künstler:innen und weg von rein stumpfen Werkzeugen von Künstler*nnen findet hier guten Ausdruck. Keanu Reeves formuliert es in einer kurzen Szene eigentlich ziemlich gut auf den Punkt. Er sagt sinngemäß,

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Radiotriple am 24. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Deutschlandfunk, Deutschlandfunk, Deutschlandfunk und Ernie

Radiotriple am 24. August 2025
Foto: Eric Nopanen / Unsplash

Vorab: Ich schwöre, dass ich nicht vom Deutschlandfunk bezahlt werde! 🤞😅


Während auf der iberischen Halbinsel immer noch schwere Waldbrände wüten, hat sich Matthias Dell für Vollbild im Deutschlandfunk Kultur damit beschäftigt, wie sich der Film dem verheerenden Inferno genähert hat.

Die Wucht der Naturkatastrophe: Waldbrände im Film

Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Ich hänge Carl Giersdorfer wirklich unheimlich gerne an den Lippen, wenn er über seine Arbeit spricht. Er macht

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Carl Giersdorfer hat wieder in einem Krankenhaus gedreht – in Sudan

Er macht für mich so viel aus, was ich an guten Dokumentarfilmer*innen so sehr schätze.

Carl Giersdorfer hat wieder in einem Krankenhaus gedreht – in Sudan
Foto: Arndt**berlin unter CC BY-SA 4.0

Carl Giersdorfer hat sich (zusammen mit damals™ Mareike Müller) während der Corona-Pandemie mit Charité intensiv: Station 43 in mein Dokumentarfilmherz gedreht. Krankenhäuser haben ihn in seinem Schaffen seitdem offenbar nicht mehr losgelassen. Er hat eine Ärztin eines Kinderkrankenhauses im ukrainischen Lwiw begleitet, während der russische Angriffskrieg bereits in vollem Gange war. Und es hat ihn mit Charité Intensiv: Gegen die Zeit zurück nach Berlin gezogen, um sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen.

Jetzt war er zusammen mit seiner Kollegin Laura Salm-Reifferscheidt in Sudan, um für Arte/ZDF ein „Krankenhaus im Schatten des Krieges" zu beleuchten. Über seine dort gesammelten Erfahrungen

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