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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 221

Totally Killer (2023) - Verbrechen ohne Punkt

Totally Killer (2023) - Verbrechen ohne Punkt
Bild: Amazon Studios, Blumhouse
USA · R: Nahnatchka Khan · D: Kiernan Shipka, Olivia Holt, Julie Bowen, Charlie Gillespie, Lochlyn Munro, Randall Park · Trailer · Letterboxd · IMDb · JustWatch · Wikipedia

Das größte Verbrechen am Unterhaltungskino sind und bleiben Filme, die eine Laufzeit von 90 Minuten überschreiten. Auch TOTALLY KILLER kommt einfach nicht auf den Punkt. Dabei macht er durchaus Spaß, ist okay besetzt und hat ein paar nette Ideen hinsichtlich des gesellschaftlich ausgebrüteten Horrors. Dann ist man sich aber – IN EINEM SLASHER! – nichtmal für extrem billiges CGI-Blut beim Abmessern zu schade und versteigt sich in einem extrem kurz gedachten Kommentar zur morbiden True-Crime-Obsession der Öffentlichkeit.

★★½☆☆

Nerd of the Rings: Why there are no Hobbit Rings of Power

Manchmal liebe ich es, einfach in den Marianengraben des Nerdtums hinabzutauchen und mein Hirn dort mit Wissen vollzupumpen, das mich ich nie wieder brauchen werde.

Marcel the Shell with Shoes On (2021) - Furchteinflößende Bereicherung

Marcel the Shell with Shoes On (2021) - Furchteinflößende Bereicherung
Bild: Universal Pictures
US · R: Dean Fleischer Camp · D: Jenny Slate (Marcel, Stimme), Isabella Rossellini (Nana Connie, Stimme), Dean Fleischer Camp, Rosa Salazar, Thomas Mann, Lesley Stahl · Trailer · Letterboxd · IMDb · JustWatch · Wikipedia

Wie ist das eigentlich im Leben, das mit den Abschieden, (Neu-)Anfängen, der Endlichkeit und der Tatsache, nicht nur auf eigenen Füßen zu stehen, sondern überhaupt welche zu haben? Sich den großen Ambivalenzen dieser Themen zu stellen und sie zuzulassen, kann furchteinflößend, aber vor allem bereichernd sein.

Ganz oberflächlich lässt sich natürlich noch festhalten, mit wie viel Liebe zum Detail dieser Film gemacht ist, wie schick, edel und niedlich alles aussieht und in Bewegung gebracht wurde. Sehr schade finde ich nur, wie sehr sich der Film ganz offensiv mit dem eigenen – lies: dem der vorangegangenen Kurzfilme – Erfolg und der damit einhergehenden Aufmerksamkeit auseinandersetzt, sich dadurch selbst im Weg steht und zu oft in den Narzissmus abgleitet.

★★★½☆

Cocaine Bear (2023) - Vollumfängliches Scheitern

Cocaine Bear (2023) - Vollumfängliches Scheitern
Bild: Universal Pictures
US · R: Elizabeth Banks · D: Keri Russell, Alden Ehrenreich, O'Shea Jackson Jr., Ray Liotta, Isiah Whitlock Jr., Brooklynn Prince, Christian Convery, Margo Martindale, Jesse Tyler Ferguson · Trailer · Letterboxd · IMDb · JustWatch · Wikipedia

Dieser Film sieht nicht nur bodenlos schlecht aus, sondern kann auch so ziemlich gar keine Pointe landen und schafft es kaum, seine weitestgehend wahllos aneinandergereihten Versatzstücke überhaupt irgendwie nah genug beieinander zu halten, um tatsächlich als Film durchzugehen. Kurz: Der Film scheitert mit allem, was er sich vorgenommen hat.

★☆☆☆☆

Gesehen: Following (1998) - Abschluss ohne Schule

Manchmal kann Arroganz auch ganz produktiv sein

Gesehen: Following (1998) - Abschluss ohne Schule
Foto: Pandastorm Pictures

Das hat sich nach dem Debüt eines Filmhochschulabsolventen angefühlt, obwohl Nolan nie eine Einrichtung dieser Art besucht hat. So sehr kreist FOLLOWING um die eigene Kunstform, denkt über das Parasitäre, Übergriffige und Invasive von Film im Speziellen und Kunst im Allgemeinen nach, lotet die Grenzen zur Aneignung aus. Das geht mit einer gehörigen Portion Eitelkeit und Arroganz daher, die der Nolan mit diesem Film jedoch dermaßen selbstbewusst und cocky vor sich herträgt, dass das dabei Zusehen wieder Spaß macht.

★★★☆☆

Infos & Extras

The Son (2022) - Inszenatorisch sprachlos

The Son (2022) - Inszenatorisch sprachlos
Bild: Leonine
AU/GB/FR · R: Florian Zeller · D: Hugh Jackman, Zen McGrath, Laura Dern, Vanessa Kirby, Anthony Hopkins · Trailer · Letterboxd · IMDb · JustWatch · Wikipedia

Komplett warm geworden bin ich mit THE SON bis zuletzt nicht, obwohl mir der Film aus verschiedenen persönlichen Gründen sehr nahe ging. Wo Florian Zeller es zuvor bei THE FATHER (2020) noch vermochte, bisher unbekannte Gefühlswelten erfahrbar zu machen, fällt ihm hier keine wirkliche inszenatorische Sprache ein, mit der er seinen Themen gerecht werden oder ihnen näher kommen könnte. Vielmehr wird das Erwartbare sehr kühl und mechanisch an der gut gespielten Oberfläche entlang und mit in ihrer metaphorischen Wirkung eher plump gewählten Rückblenden erzählt.

Letztlich hat mich THE SON ratlos zurückgelassen. Nicht, weil er keine Antworten liefert. Das muss er gar nicht. Das muss kein Film. In diesem Zusammenhang musste ich an Lynne Ramsays WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN (2011) denken, der auf eine sehr unangenehme und eindringliche Art die Erklärung des Entsetzlichen verweigert und darüber einen viel größeren Denkraum eröffnet, als es Florian Zeller hier kann. Dafür steht er sich selbst mit seiner Art, von einer Zahl zur nächsten zu malen, selbst viel zu sehr im Weg.

★★★☆☆