Skip to Content

Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 202

Gesehen: Heaven Knows What (2014) - Wahre Liebe

Es gibt keine Genügsamkeit, wenn Heroin im Spiel ist.

Gesehen: Heaven Knows What (2014) - Wahre Liebe
Foto: Plaion Pictures

Es gibt da diesen einen Moment mitten im Film, in dem Harley (Arielle Holmes) von Mike (Buddy Duress) gefragt wird, ob sie überhaupt wisse, was real love ist. Ihr Bejahen klingt mehr nach Reflex als von Überzeugung geprägt. Es ist dieser Moment, der Harley so wahrhaftig zeigt, wie kaum ein anderer im ganzen Film. Ihr Leben ist nur noch eine leere Hülle, nur noch Fassade, die um jeden Preis aufrechterhalten werden muss – vor allen anderen, aber vor allem vor sich selbst. Aber es gibt keine Genügsamkeit, wenn Heroin im Spiel ist. Die trübste Aussicht auf einen weiteren Schuss reicht, um

Gesehen: Heaven Knows What (2014) - Wahre Liebe Read more

Filmgespräch im Heimkino: Letzter Abend (2023)

Filmgespräch im Heimkino: Letzter Abend (2023)

Heute bin ich beim von Kino on Demand organisierten virtuellen Filmgespräch zu LETZTER ABEND (2023) mit Machern und Cast dabeigewesen: (v.l.n.r.) Amelle Schwerk, Julius Forster, Susanne Dorothea Schneider, Moderator Merlin Sandmeyer, Isabelle von Stauffenberg, Pauline Werner, Nils Rovira-Muñoz, Sebastian Jakob Doppelbauer und Regisseur Lukas Nathrath. Hatte den Film und etwaige begleitende Gesprächsformate im Kino leider verpasst. Solche Formate können gerne öfter ins Heimkino kommen – vor allem im Sinne der kulturellen Teilhabe. Kino muss man sich nämlich erstmal leisten können – sowohl aus finanzieller als auch aus zeitlicher Sicht.

Filmgespräch im Heimkino: Letzter Abend (2023) Read more

Gesehen: The Rental (2020) - Airbnb = creepy

Will moderner Backwoods-Horror mit Kritik am Plattformkapitalismus sein, verpufft aber in einem einzigen großen Achselzucken.

Gesehen: The Rental (2020) - Airbnb = creepy
Foto: Pandastorm Pictures

Eigentlich gelinget dem Drehbuch-Duo Dave Franco und Joe Swanberg ein interessantes Setup, indem aufgezeigt wird, wie unterschiedlich Sheila Vands Figur auf der einen und die Figuren von Alison Brie, Jeremy Allen White und Dan Stevens auf der anderen Seite durchs Leben gehen (müssen). Während sie von Rassismus betroffen, deshalb wohl regelmäßig ihre körperliche Unversehrtheit in Gefahr ist und sie in permanenter Habachtstellung unterwegs ist, können die anderen drei relativ unbekümmert und sorglos ihre Tage durchleben – einzig und allein aufgrund ihrer Hautfarbe und ihrer westlichen Namen.

Aber dann entscheidet sich der Film dafür, doch noch schnell einen anderen Einfall zu

Gesehen: The Rental (2020) - Airbnb = creepy Read more

Mein Medienmenü - Woche 01/2024 & Weltschmerz

In der ersten Woche des neuen Jahres ist der Social-Media-Weltschmerz irgendwie nochmal in mir emporgestiegen. Es gibt nach wie vor Seiten, auf denen ich gerne mitspiele, mich mitteile und austausche. Die sind hier im Blog auch oben im Menü zu finden. Trotzdem denke ich immer wieder mal über den de facto Tod Twitters mit der Übernahme durch Elon Musk nach. Seit 2009 war ich dort, habe es gerade in meinen ersten Jahren wirklich geliebt. Und dann war das einfach alles kaputt. Auch deshalb habe ich mir dieses Blog eingerichtet – um einen Rückzugsort im Netz zu haben, den ich kontrolliere.

Nun

Mein Medienmenü - Woche 01/2024 & Weltschmerz Read more

Gesehen: Frida (2002) - Bedauerliche Reduktion

Dieser Film wird Frida Kahlos Schaffen einfach nicht gerecht.

Gesehen: Frida (2002) - Bedauerliche Reduktion
Foto: Paramount Home Entertainment

Nun, dass dieser Film Frida Kahlo und ihre Kunst auf nur zwei Momente bzw. Phasen ihres Lebens – Unfall und Ehe/Liebesleben – reduziert, ist einfach bedauerlich. Das kann ihrem Schaffen nicht gerecht werden. Aber tiefer graben, das will dieser Film nicht – und wagt dazu auch formal kaum mehr als den absolut erwartbaren stilistischen Konsens. Das ödet mich an.

★★½☆☆

🇺🇸, R: Julie Taymor, D: Salma Hayak, Alfred Molina, Mía Maestro, Patricia Reyes Spíndola, Diego Luna, Roger Rees, Ashley Judd, Antonio Banderas, Edward Norton, Saffron Burrows, Geoffrey Rush, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Paramount Home Entertainment

Frida - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Gesehen: Frida (2002) - Bedauerliche Reduktion Read more

Gesehen: Equinox Flower (1958) - Offene Konflikte

Yasujirō Ozus Gespür für die Facetten wiederkehrender Themen ist unvergleichlich.

Gesehen: Equinox Flower (1958) - Offene Konflikte
Foto: Shochiku

Ich bin erstaunt, sprachlos und überwältigt, wie klug und feinsinnig Yasujirō Ozu immer wieder andere Facetten dieses Komplexes herausarbeitet, wie ihn die japanische Gesellschaft, die Machtverhältnisse innerhalb von Familien, Liebesbeziehungen und zwischen Geschlechtern, Geschlechterrollen sowie die komplizierte (Kriegs-)Geschichte des eigenen Landes einfach nicht loslassen.

Was mich bei EQUINOX FLOWER jedoch richtig umgehauen hat, ist die Art und Weise, wie der Konflikt im Zentrum der Geschichte ausgetragen wird: Es wird offen miteinander gestritten, geschickt manipuliert und dem Heuchler der Spiegel vorgehalten, Menschen werden laut, die bis dato so devote Mutter begehrt völlig zu Recht gegen den dominant-herrschsüchtigen Vater auf.

Inmitten

Gesehen: Equinox Flower (1958) - Offene Konflikte Read more