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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 178

Gesehen: The Spider Within: A Spider-Verse Story (2023)

Gesehen: The Spider Within: A Spider-Verse Story (2023)
(c) Sony Pictures Entertainment

Keine sieben Minuten braucht dieses charmante Kurzfilmprojekt, um mit den visuellen Eigenheiten des animierten Spiderverse’, den stilistischen Mitteln eines Comics und den Kräften von Miles Morales dem auf Teenager*innen lastenden psychischen Druck und im weiteren Sinne auch dem Wesen von Angststörungen clever Ausdruck zu verleihen.

Den scheinbar ohne Grund anschlagenden Spinnensinn, die Comic-Panels von Miles Morals in Action als Spider-Man als Sinnbild für die permanente Öffentlichkeit durch Social Media, in der jede*r permanent sendet, folglich permanent unter Beobachtung steht bzw. stehen kann und damit auch zwangsläufig ständig öffentlich Beurteilt wird. Das ist – im Rahmen der Möglichkeiten eines

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Gesehen: Scoop (2024)

Gesehen: Scoop (2024)
(c) Netflix

Bei der Vorstellung, dass diese Produktion gefühlte 24 Stunden lang den BBC-Innenhof in Beschlag genommen hat, um Billie Piper bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen von übertriebenen Kameraschwenks begleitet hin und her laufen zu lassen, musste ich schon lachen. Von einer gänzlich freiwilligen Komödie ist das alles jedoch weit entfernt.

SCOOP trabt auf hohem Ross durch eine unterm Strich doch arg belanglose Geschichte. „Dieses von wahren Ereignissen inspirierte fiktionale Drama illustriert, wie sich die Frauen von Newsnight das skandalöse Interview mit Prinz Andrew sichern konnten“, schreibt Netflix. Nur ist daran wenig Außergewöhnliches zu finden. Newsnight und allen voran die Producerin Sam McAlister haben

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Gesehen: Yannick (2023)

Gesehen: Yannick (2023)
(c) Chi-Fou-Mi Productions, Atelier de Production

Im allerbesten Sinne respektlos dekonstruiert Quentin Dupieux Diskurse über Deutungshoheiten, Anspruch, Niveau, Authentizität, Elitismus, was Kunst kann, was Kunst nicht kann, was Kunst muss und was nicht. Er verweigert sich konsequent überintellektualisierenden Ansätzen, indem er permanent falsche Fährten legt, vermeintliche Argumentationslinien zuverlässig unterläuft und absichtlich desorientierende Widersprüche konstruiert. So ist YANNICK ein Film, der sich permanent selbst häutet und schließlich einen (für mich) unerwartet bewegenden, tieftraurigen Kern freilegt, der letztlich sehr viel über Ausbeutung und soziale Ungleichheit erzählt.

★★★★☆

FR, R: Quentin Dupieux, D: Raphaël Quenard, Pio Marmaï, Blanche Gardin, Sébastien Chassagne, Trailer, Wikipedia
Yannick - Stream: Jetzt Film online finden
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Umberto Ecos „Der ewige Faschismus“

Umberto Ecos „Der ewige Faschismus“
(c) Erinc Salor unter CC BY-SA 2.0

Mit dem Werk Umberto Ecos hatte ich bisher kaum Berührungspunkte. Umso eindrucksvoller war für mich nun sein Essay „Der ewige Faschismus“, das fast 30 Jahre alt ist und mit haarsträubender Präzision herausarbeitet, was den Faschismus ausmacht. Das komplette Essay ist mehr als lohnenswert, seine 14 Punkte sind aber auch noch mal in der Wikipedia zusammengefasst. Die Parallelen zur Gegenwart sind offensichtlich.

Ur-Fascism | Umberto Eco
I think it is possible to outline a list of features that are typical of what I would like to call Ur-Fascism, or Eternal Fascism. These features cannot be organized into a system; many of them
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Gesehen: A Woman Under the Influence (1974)

Gesehen: A Woman Under the Influence (1974)
(c) Faces International Films

Wow, der Film hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Sekunden unter Strom gehalten und die Sichtung zu einer wirklich körperlichen Erfahrung gemacht. Das gelingt durch den Balanceakt zwischen radikaler Überzeichnung auf der einen und Verankerung in einer nur zu gut bekannten Realität auf der anderen Seite. Was das bei mir ausgelöst hat, möchte ich fast als kognitive Dissonanz bezeichnen.

Cassavetes dekonstruiert oder vielleicht eher entromantisiert die idyllische Vorstellung vom Vorortleben der Blue-Collar-Arbeiter*innenklasse und zeichnet dieses americanaeske Gesellschaftsgefüge als eines, das im Grunde genommen nicht wirklich an Menschen, sondern nur an Ästhetik interessiert ist. Ein Problem

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Gesehen: Härlig är jorden (1991)

Gesehen: Härlig är jorden (1991)
(c) SVT Drama, Studio 24, Svenska Filminstitutet

Aus meiner Sicht ist das hier ein bitterböses Zeugnis für eine Gesellschaft, die über alle Maßen narzisstisch wie egozentrisch und mehr darauf bedacht ist, gut auszusehen als gut zu sein, die ausschließlich nach dem Prinzip „Nach mir die Sintflut“ lebt und dafür auch nicht vor rechter Barbarei zurückschreckt – verpackt in den Andersson-typischen trockenen, abgründigen Humor.

SE, R: Roy Andersson, D: Klas-Gösta Olsson, Trailer, Wikipedia
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