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Feuilleton & Firlefanz

Posts on page 160

Gesehen: To Be or Not to Be (1942)

Gesehen: To Be or Not to Be (1942)
(c) Filmjuwelen

Das ist mein erster Lubitsch und ich bin schwer beeindruckt von der Dichte an nahezu ausnahmslos sitzenden Gags. Hier werden die Nazis und die kultische Elemente in deren Ideologie der Lächerlichkeit preisgegeben, mit Hochgenuss vorgeführt, deren Scheinheiligkeit und Kulturverachtung vorgeführt.

Wer Kunst nur als Propagandawerkzeug wahrnimmt, sie damit also verachtet und dann wiederum durch die Kunst – hier in Form des Theaters – niedergestreckt wird, hat es nicht anders verdient.

Der Stoff denkt hier über Vermögen und Unvermögen der Kunst nach und fragt sich, ob man die Nazis trotz ihrer Gräueltaten noch auslachen sollte (unbedingt!). Jedoch sollte das niemals das

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Gesehen: Dream Scenario (2023)

Gesehen: Dream Scenario (2023)
(c) DCM Film Distribution

Dass der Film irgendwann tatsächlich Influencer*innen ins Spiel bringt, ist nur folgerichtig. Ja, es geht hier auch um die Machtlosigkeit über die Wahrnehmung anderer, über die Diskrepanz zwischen Selbst- und Außenwahrnehmung. Aber viel mehr drängt sich für mich die Beobachtung dessen auf, wie Privatheit und Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter funktionieren und sich verändern. Darauf ist DREAM SCENARIO eine treffende Allegorie.

Er fühlt nach, wie ein unscheinbarer Mensch, scheinbar ohne öffentlichkeitswirksame Talente oder Eigenschaften, aus nicht immer nachvollziehbaren Gründen plötzlich eine substanzielle Reichweite aufbaut, die gefühlt unverhofft zufliegt. Aber natürlich sieht das Publikum immer nur ein gefiltertes Abbild der

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Gelesen: „Content“ (2024) von Elias Hirschl

Gelesen: „Content“ (2024) von Elias Hirschl
Verlag und Cover: Zsolnay/Hanser

Hat mich schulterzuckend zurückgelassen 🤷‍♂️ Content hat sich für mich angefühlt wie die späteren Black Mirror-Folgen: irgendwie schon noch ganz nett und nicht komplett uninteressant im Weiterdenken dieser Eskalationsspiralen im digitalen Zeitalter, aber eben doch schnell an Grenzen stoßend.

Es wird viel auf die Spitze und darüber hinaus getrieben. Damit wird eine Dystopie gezeichnet, die sich ganz unterhaltsam weglesen lässt. Aber wirklich greifbar wird das alles nicht. Und das liegt meiner Meinung nach daran, dass der Blick für die großen Zusammenhänge einfach weitestgehend fehlt.

Präsentiert wird eine ins Extreme gekehrte Version unserer Gegenwart, die eben auch nach den Regeln unserer

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Gesehen: Roma città aperta (1945)

Gesehen: Roma città aperta (1945)
(c) Filmjuwelen

Fast hätte ich die Hoffnung aufgegeben, dass dieser Film noch während des Schauens für mich klickt. Und dann ist mir klar geworden: Genau darum geht es, um das Aushalten, das Ausdauern, das Überdauern! Selbstverständlich ist dieser Film keine Qual, die man überdauern muss. Er gewährt den von den Entbehrungen des Krieges gescholtenen Menschen Raum. Nur noch diesen einen Winter überstehen, nicht mehr lange, dann ist alles vorbei, gibt es diese Amerikaner überhaupt und wo bleiben sie?

Und wir sehen auch, dass die menschenfeindliche Nazi-Ideologie mit zunehmender Zeit immer brüchiger, durchlässiger und verzweifelter wird. Nur noch ein paarmal „Herrenrasse“ sagen,

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Gesehen: Where the Crawdads Sing (2022)

Gesehen: Where the Crawdads Sing (2022)
(c) Sony Pictures Home Entertainment

Um es direkt zu sagen: Das ist ein ganz grauenhafter Film. Das urteile ich, weil der Film einfach keine Ruhe entwickeln kann – und zwar im wortwörtlichen Sinne. Es gibt kaum eine Szene, die mal stehen oder atmen gelassen wird. Stattdessen wird direkt alles mit einem rührseligen Score erstickt. Hier darf sich nichts entwickeln. Es wirkt, als ob der Film eine regelrechte Angst vor Ruhe hätte, weil dann drohen würde, dass das Publikum bemerkt, dass es dort wirklich gar nichts gibt, das Widerhall erzeugen könnte.

WHERE THE CRAWDADS SING ist eine heruntergedummte, in Teilen schwachsinnig romantisierende und kitschige Aussteiger*innenfantasie,

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