*Donkey
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*Donkey
Hier war die Feder eines sehr ernüchterten Menschen am Werk. Gesellschaft ist hier kein vielschichtiges Miteinander (mehr), sondern ein Geflecht aus materiellen und monetären Transaktionen von Akteur*innen, die nur noch nach unten treten, weil sie in ihrer Misere an keinen Ausweg durch Schläge nach oben mehr glauben. Der Mensch scheint überall, wo er aufschlägt und Gesellschaft organisiert, nicht anders zu können, als autoritäre Machtsysteme zu konstruieren und das mit einer angeblichen moralischen Überlegenheit zu verargumentieren, die letztlich jedoch nur Überheblichkeit ist.
★★★★☆
Mir gefällt die Progression, die in den Kämpfen zu erkennen ist. Wie sich die Figuren zunächst von roher Gewalt bestimmt, fast schon unbeholfen durch ihre Choreografie holpern, weil man eben nicht jeden Tag um Leben und Tod kämpft, der Überlebensinstinkt aber schließlich die Kontrolle übernimmt. Wie dann mit der Erfahrung die Fähigkeit kommt, Wut und Kraft zu kanalisieren und nicht zu „verschwenden“.
Und ich muss sagen, dass Dev Patel das alles ganz schmissig in Szene setzt. Wer sich bei seinem allerersten Langfilm für Action dieses Kalibers entscheidet, darf sich von mir aus auch gerne ein paar Kniffe bei anderen
Ich bin total verzaubert davon, wie dieser Film seinen magischen Realismus nicht nur mit den Sujets, sondern auch der Ästhetik der Romantik verschränkt.
Der Film befreit seine Figuren von den Zwängen ihrer Leben, löst an sie gestellte Erwartungen auf und ermöglicht ihnen damit eine für sie völlig neue und ironischerweise gleichzeitig völlig natürliche Art und Weise, sich selbst, ihre Umgebung und andere Menschen wahrzunehmen, Empfindungen nicht mehr durch den abschwächenden Filter einer immer unempathischer werdenden Welt machen zu müssen – ohne die erdrückende Last von Karriere, Brot und Spiele (aka Fußball-WM) sowie den alles zerfressenden Kapitalismus.
Spannend finde ich
Die Lange Nacht ist gerade absolut on a roll. Jüngst widmete sich das wohl ausgeruhteste Format Radiodeutschlands dem vor 100 Jahren geborenen James Baldwin, mit dem ich mich bisher viel zu wenig beschäftigt habe – genau genommen ist bei mir über Raoul Pecks oscarprämiertes filmisches Essay I AM NOT YOUR NEGRO (2016), das auf dem von Baldwin nie vollendeten Manuskript Remember This House basiert, und ein bisschen Wikipedia nicht so viel passiert.
Umso spannender war deshalb diese Lange Nacht für mich, die ihn gewissermaßen als Wandler zwischen den Welten beschreibt, der nicht nur in verschiedenen Genres und Medien Ausdruck gesucht und
Ein interessanter Vortrag am Freiburg Institute for Advanced Studies von Amrei Bahr mit anschließender Diskussion über die Rolle der Wissenschaft, politischen Einfluss, die Grenze zum Aktivismus und prekäre Arbeits- bzw. Forschungsbedingungen.
Aus der Videobeschreibung:
Ukraine oder die Eskalation des Gaza-Konflikts stehen Zeichen einer Verschärfung gesellschaftlicher Konflikte. Oft wird in diesem Zusammenhang über eine Bedrohung der Demokratie gesprochen. Von Hochschulen wird von einigen gefordert, in gesellschaftlichen Konflikten Haltung zu zeigen. Gleichzeitig geraten Forscher:innen unter Druck, die in Konflikten Position beziehen, wie die "Fördergeld-Affäre" um die Forschungs- und Bildungsministerin Bettina-Stark Watzinger im Frühjahr 2024 gezeigt hat.