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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

1353 posts

Posts by André Pitz

Gesehen: Slow Light (2022) - Gefängnis aus Nostalgie

Ein super cleveres kleines Stück Animation

Gesehen: Slow Light (2022) - Gefängnis aus Nostalgie
Foto: Miyu Distribution

Ein bezauberndes kleines Stück Animation mit cleveren Ideen, um Räume und Wahrnehmensebenen darzustellen, zueinander in Beziehung zu setzen und sie ineinanderlaufen zu lassen.

Dadurch öffnet der Film in nur zehn Minuten zahlreiche Denkräume, in denen Nostalgie, das damit verbundene Leben und Verharren in der Vergangenheit sowie die daraus folgende Verunmöglichung, sich nach vorne gerichtet eine Zukunft vorstellen zu können oder überhaupt nur in der Gegenwart präsent zu sein, zum Thema werden.

(Kann ich mir auch gut als Gamemechanik vorstellen. Direkt mal auf die Suche gehen.)

(via kottke.org)

🇵🇱/🇵🇹, R: Przemysław Adamski, Katarzyna Kijek, D: Philip Lenkowsky, Letterboxd, Foto: Miyu Distribution

Slow Light - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “Slow Light” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A review of Slow Light (2022)
Ein bezauberndes kleines Stück Animation mit cleveren Ideen, um Räume und Wahrnehmensebenen darzustellen, zueinander in Beziehung zu setzen und sie ineinanderlaufen zu lassen. Dadurch öffnet der Film in nur zehn Minuten zahlreiche Denkräume, in denen Nostalgie, das damit verbundene Leben und Verharren in der Vergangenheit sowie die daraus folgende Verunmöglichung, sich nach vorne gerichtet eine Zukunft vorstellen zu können oder überhaupt nur in der Gegenwart präsent zu sein, zum Thema werden. (Kann ich mir auch gut als Gamemechanik vorstellen. Direkt mal auf die Suche gehen.)

Gesehen: Bed and Board (1970) - Freiheit mit Vertrag

Auf kindliches Aufbegehren folgt der Realitätsabgleich.

Gesehen: Bed and Board (1970) - Freiheit mit Vertrag
Foto: Studiocanal

Auf das fast schon kindliche Aufbegehren gegen Regeln, Konventionen und den vermeintlichen Stillstand folgt irgendwann ein Realitätsabgleich.

Erst macht sich Truffaut augenzwinkernd lustig über Alain Resnais und seinen in der Form so strengen LAST YEAR AT MARIENBAD – nur, um am Ende bei der Erkenntnis anzukommen, dass es genau diese Strenge braucht.

Denn Konventionen sind nicht nur Ausdruck von Stillstand, sondern auch Fundament für Vorwärtsbewegungen. Wer sich Konventionen in seinem (progressiven) Sinne bedienen kann, wird ein Leben führen können, in dem anderen (und sich selbst) auf Augenhöhe und mit Respekt sowie Ehrlichkeit begegnet werden kann.

Dem Jugendlichen wohnt sicherlich ein Freiheitsdrang inne. Erwachsen zu werden bedeutet jedoch nicht, sich von diesem Drang lösen zu müssen, sondern zu erkennen, dass Freiheit nur durch einen Gesellschaftsvertrag möglich ist.

★★★★☆

🇫🇷/🇮🇹, R: François Truffaut, D: Jean-Pierre Léaud, Claude Jade, Daniel Ceccaldi, Claire Duhamel, Hiroko Berghauer, Daniel Boulanger, Silvana Blasi, Barbara Laage, Claude Véga, Danièle Girard, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Studiocanal

Tisch und Bett - Stream: Jetzt Film online anschauen
Wo und wie heute “Tisch und Bett” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★★★ review of Bed and Board (1970)
Auf das fast schon kindliche Aufbegehren gegen Regeln, Konventionen und den vermeintlichen Stillstand folgt irgendwann ein Realitätsabgleich. Erst macht sich Truffaut augenzwinkernd lustig über Alain Resnais und seinen in der Form so strengen LAST YEAR AT MARIENBAD – nur, um am Ende bei der Erkenntnis anzukommen, dass es genau diese Strenge braucht. Denn Konventionen sind nicht nur Ausdruck von Stillstand, sondern auch Fundament für Vorwärtsbewegungen. Wer sich Konventionen in seinem (progressiven) Sinne bedienen kann, wird ein Leben führen können, in dem anderen (und sich selbst) auf Augenhöhe und mit Respekt sowie Ehrlichkeit begegnet werden kann. Dem Jugendlichen wohnt sicherlich ein

Verstehen statt Verständnis am 07. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Samira El Ouassil über Tourismus und Pressefreiheit, Crowdfunding-Erfolg beim DOK Leipzig und einem neuen Serienprojekt mit Lilly Wachowski

Verstehen statt Verständnis am 07. August 2025
Foto: Markus Spiske / Unsplash

„Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht", meint Samira El Ouassil bei @mediasres im Deutschlandfunk. In ihrer Kolumne denkt sie über das Verhältnis zwischen Tourist*innen und der Pressefreiheit an deren Sehnsuchtsorten nach. Die hielten wir nämlich vielleicht gerade deshalb für so schön, weil es dort niemanden mehr gibt, der über das Unschöne berichten kann.

Das finde ich einen spannenden Gedanken, der mir noch einmal eine weitere Perspektive eröffnet hat. Als Journalist habe ich natürlich schon mal darüber nachgedacht, ob ich (noch) Urlaub in China, der Türkei oder nun den USA machen würde – aber eher aus dem Beweggrund heraus, diese politischen Systeme nicht auch noch zusätzlich finanziell zu speisen.

Dabei geht es bei so einer Entscheidung offenkundig um so viel mehr. Samira El Ouassil:

Denn der Tourist, das zeigte der französische Ethnologe Marc Auger in seinen Betrachtungen über das Reisen und über die Nichtorte, bewegt sich durch Räume, die zwar geografisch existieren, kulturell jedoch entspannt sind – Hotelanlagen, Flughäfen, Beachclubs, Transitorte ohne Gedächtnis. Sie sind darauf ausgelegt, keine Fragen aufzuwerfen, sondern nur eine Sehnsucht zu befriedigen. Und genau diese Logik ist es, die politische Repression verdeckt und damit mitträgt. Es ist nicht das Reisen an sich, das problematisch ist, sondern die touristische Wahrnehmungslücke, die uns die Realität einfach aus dem Blickfeld photoshoppt.

Wir machen uns als Tourist*innen also gewissermaßen mitschuldig an einer groß angelegten Verdrängungs- bzw. Reinwaschungskampagne, die die Menschen vor Ort mundtot und ungesehen machen soll.

Meinung: Urlaub “All inclusive” - Zensur für Medien inbegriffen
Meinung: “All inclusive” – Vom Reisen in Länder, in denen Medienschaffende zum Schweigen gebracht werden.

(#)


Die (Almost) Dialies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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Ingrid Brodnig hat im Standard eine Liste von Dingen zusammengetragen, die die Trump-Regierung aus der öffentlichen Wahrnehmung und somit Stück für Stück auch aus dem kollektiven Gedächtnis streichen will.

Diese Liste ist nicht vollständig. [...] Man bekommt hier aber Einblick, wie undemokratisch und geschichtsverfälschend die Regierung unter Donald Trump vorgeht oder wie im vorauseilenden Gehorsam ihrer Politik entsprochen wird. Es ist eine Liste der Schande.
Welches Wissen unter Trump unterdrückt wird
Hier eine Liste unerwünschter Informationen – über den US-Präsidenten, Sklaverei, Klimawandel, LGBTQ+ und mehr

Die nächste Kerbe auf dem gewissenlosen Holz der Scheißbude Perplexity.

Trump Is Launching an AI Search Engine Powered by Perplexity
America’s scandalous president is teaming up with its most disreputable AI company to make a search engine.

„Lange war die NZZ der liberale Leuchtturm in der Medien­landschaft. Heute biedert sie sich am rechten Rand an. Steckt dahinter wirtschaftliches Kalkül oder Ideologie?", fragt Republik. Also fragte Republik bereits Ende April, aber der Text ist mir jetzt erst untergekommen.

Das ist wirklich ein exzellentes Stück Medienjournalismus, für das sich Marco Maurer richtig in die Tiefe gebohrt hat, um nicht nur die schnelle Sau durchs Dorf zu treiben, sondern ein ganzes System und dessen Entwicklung zu durchleuchten.

In similar news, eine aktuelle Beobachtung von Armin Wolf:

Die NZZ hat heute ein großes Sebastian Kurz-Interview und stünde nicht der Name eines Redakteurs dabei, würde ich glauben, Kurz hat sich selbst befragt. Normalerweise muss man für sowas ein Inserat buchen.

Armin Wolf (@arminwolf.at) 2025-08-06T12:04:18.274Z

Den nicht ganze so gelungenen Podcast Die Peter Thiel Story hatte ich vergangenes Wochenende schon mal im Programm. Denn der hat noch viel größere Probleme, als das der Titel eigentlich komplett durchgekoppelt gehört 😉 Den Podcast für den Deutschlandfunk produziert hat die externe Bude Plotprodukt.

Inhouse ist hingegen der Sechsteiler Tech Bro Topia entstanden, den ich mir nun auch angehört habe. Und was soll ich sagen? Das ist genau der Podcast, der Die Peter Thiel Story gerne sein würde: angemessen klar und scharf in der Sprache, ausgewogen, aber ohne False Balance und nicht um Verständnis, sondern um Verstehen bemüht. (Ich glaube auch nicht, dass Die Peter Thiel Story tatsächlich auf Verständnis aus ist. Aber die Wahl der Gesprächspartner:innen und fragwürdige Formulierungen könnten diesen Eindruck erwecken.)

„Tech Bro Topia“ setzt sich unter anderem mit den Denkmustern von Elon Musk, J.D. Vance und den Einflüssen des Risikokapitalgebers Marc Andreessen und des neo-reaktionären Vordenkers Curtis Yarvin auseinander. Das Deutschlandfunk-Rechercheteam hat dafür über Monate die Strukturen und historischen Bezüge der „Tech Bros“ untersucht und mit hochrangigen Gesprächsgästen aus dem In- und Ausland gesprochen. Zu Wort kommen Christian Angermayer, Tech-Milliardär und Freund von Peter Thiel mit enger Verbindung zur Trump-Familie, genauso wie Max More, Vordenker des Transhumanismus, und einige der wichtigsten Autoren, Forscherinnen und Praktiker.

(Für die Fans: Host ist Banafshe Hourmazdi of FUTUR DREI-Fame.)

Podcast “Tech Bro Topia” (1/6)
Sommer 2025: Die USA vollziehen den Schwenk zum Autoritarismus. Mittendrin die Tech-Bros aus dem Silicon Valley.
„Tech Bro Topia“
Sechsteiliger Podcast über die Ideologen und Tech-Milliardäre im Silicon Valley.

(#)


Avi Bagla hat eine Website gebaut, auf der getrackt wird, wie viele Worte der englischen Sprache bereits auf Bluesky gepostet wurden, wann und wie oft. Es ist zwar nirgendwo vermerkt, auf welches Wörterbuch sich die Seite stützt, aber ein cooles kleines Projekt nichts­des­to­trotz.

The Bluesky Dictionary
Can Bluesky say every word in the English language? Well this is your chance to find out.

(via Marcus)


Oh, Ende September erscheint die erste deutschsprachige Biografie von Agnès Varda „Agnès Varda. Filmemacherin, Künstlerin, Feministin“ im Henschel Verlag. #privateserviceannouncement

Joachim Kurz (aka Mietgeist) (@mietgeist.bsky.social) 2025-08-07T10:24:00.886Z

Weil das Land Sachsen dem DOK Leipzig die entsprechenden Fördermittel gestrichen hat, können in diesem Jahr nicht im gleichen Umfang wie zuletzt Audiodeskriptionen und erweiterte Untertitel umgesetzt werden. Das Festival hat deshalb auf Crowdfunding gesetzt, um immerhin fünf Filme inklusiv anbieten zu können. Hatte ich auch schon mal hier im Blog.

Jetzt meldet das DOK: „Spendenziel im Crowdfunding für barrierefreie Filmfassungen erreicht". Mindestens 11.100 Euro wurden gebraucht. Dieses Ziel wurde nun zwei Tage vor Funding-Ende übertroffen. 150 Unterstützer:innen haben sich beteiligt.

Festivalleiter Christoph Terhechte:

Mit der Menge der barrierefreien Fassungen, die wir nun anfertigen lassen können, liegen wir zwar trotzdem deutlich unter dem Angebot der Vorjahre, aber wir sind allen Spendenden dankbar, dass wir einen Teil davon umsetzen können. Dabei soll es natürlich nicht bleiben. Wir widmen uns jetzt der Frage, welche alternativen Finanzierungsmöglichkeiten es für das Angebot im nächsten Jahr gibt, und werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass kulturelle Teilhabe gefördert wird. Die hohe Zahl der Unterstützenden zeigt letztendlich, dass es ein gesellschaftliches Interesse und eine Notwendigkeit gibt, für Barrierefreiheit zu sorgen.

Es kann trotzdem nicht angehen, dass diese Mittel auf diesem Wege eingesammelt werden müssen und nicht vom Land kommen...

Spendenziel im Crowdfunding für barrierefreie Filmfassungen erreicht · DOK Leipzig

Wenn Ihr die komplette Erklärung von Prof. Dr. Brosius-Gersdorf lesen möchtet, hier ist die: Ich kann Euch das nur empfehlen. Sie ist aufschlussreich, auch dazu, wer alles sich bei ihr gemeldet hat & wer halt nicht. www.lto.de/recht/nachri...

Tini Tarabiscoté*e / Christina Dongowski (@tinido.bsky.social) 2025-08-07T11:50:28.503Z

Weil Lilly Wachowski beteiligt ist, bin ich noch mal kurz unter die Serienkritiker:innen gegangen.

Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski
Die THE MATRIX-Macherin produziert eine Workplace-Comedy über eine Postproduktionsbude.

Formal meister:innenhaft und auf jeden Fall jetzt schon einer meiner Filme des Jahres!

Gesehen: April (2024) - Bilder wie ein Gefängnis
Formal meister*innenhaft und auf jeden Fall jetzt schon einer meiner Filme des Jahres!

AAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-07T15:11:14.30404900Z

Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski

Die THE MATRIX-Macherin produziert eine Workplace-Comedy über eine Postproduktionsbude.

Das ist das neue Serienprojekt unter Mitwirkung von Lilly Wachowski
Bild: Final Final Final Productions

Lilly Wachowski ist Executive Producerin der Pilotfolge für eine potenzielle Serie über die Arbeit in einer Postproduktionsbude. Die trägt den Titel POST, der Pilot läuft unter Sizzle Reel und lässt sich kostenlos auf Vimeo anschauen. Und genau das habe ich getan.

howdy! my pals created a pretty funny tv pilot about post production! here is a "SIZZLE REEL!" i am also an EP!

Lilly Wachowski (@lillywachowski.bsky.social) 2025-08-05T20:59:52.521Z

Die exklusive Credits knappen acht Minuten haben mich ein bisschen an Mythic Quest auf Apple TV+ erinnert. Diese Art der Workplace-Comedy birgt durchaus Potenzial.

Denn dass Postproduktionsbuden unter enormem zeitlichen und wirtschaftlichem Druck arbeiten, die Arbeiter*innen mitunter unter prekären Bedingungen schuften müssen, teilweise nach Strich und Faden ausgebeutet werden und unter brutalen Hierarchien leiden, gehört nicht nur zu den wichtigsten Facetten der derzeitigern Kulturindustrie, sondern erzählt auch darüber hinaus viel über den Menschen im Mahlstrom des Spätkapitalismus.

Damit das Thema auf Serienlänge funktioniert, sind natürlich aber auch Figuren notwendig, zu denen wir als Publikum auf die eine oder andere Art einen emotionalen Zugang finden. Wie gut das hier funktionieren könnte, lässt sich nach nur knapp acht Minuten Material natürlich nur schwer sagen. Denn in diesem verknappten Zeitraum wirken einfach alle Figuren wie lauwarme Stereotype und nicht wie interessante Archetypen.

Die beiden Schöpfer sind jedenfalls vom Fach:

The idea for POST began at the wrap party for WORK IN PROGRESS, the last TV show Ethan and Will worked on together. Ethan has worked as a composer and music editor on projects ranging from V for Vendetta to the Netflix hit Sense8 as well as countless local jingles and industrials. Will is a filmmaker whose most recent project, Denise Sells Houses, is screening at JUST FOR LAUGHS in the summer of 2025. Partnering with Lilly Wachowski and harnessing the comedic talents of Chicago, Ethan and Will already have a post team ready to go, the only small thing left to do is film the show.
POST - SIZZLE REEL_finalFinalFINAL.mov

„Tech Bro Topia" ist der Podcast, der „Die Peter Thiel Story" gerne wäre

Außerdem hat der Podcast Banafshe Hourmazdi...

„Tech Bro Topia" ist der Podcast, der „Die Peter Thiel Story" gerne wäre
Bild: Deutschlandradio, Uta Oettel

Den nicht ganze so gelungenen Podcast Die Peter Thiel Story hatte ich vergangenes Wochenende schon mal im Programm. Denn der hat noch viel größere Probleme, als das der Titel eigentlich komplett durchgekoppelt gehört 😉 Den Podcast für den Deutschlandfunk produziert hat die externe Bude Plotprodukt.

Inhouse ist hingegen der Sechsteiler Tech Bro Topia entstanden, den ich mir nun auch angehört habe. Und was soll ich sagen? Das ist genau der Podcast, der Die Peter Thiel Story gerne sein würde: angemessen klar und scharf in der Sprache, ausgewogen, aber ohne False Balance und nicht um Verständnis, sondern um Verstehen bemüht. (Ich glaube auch nicht, dass Die Peter Thiel Story tatsächlich auf Verständnis aus ist. Aber die Wahl der Gesprächspartner*innen und fragwürdige Formulierungen könnten diesen Eindruck erwecken.)

„Tech Bro Topia“ setzt sich unter anderem mit den Denkmustern von Elon Musk, J.D. Vance und den Einflüssen des Risikokapitalgebers Marc Andreessen und des neo-reaktionären Vordenkers Curtis Yarvin auseinander. Das Deutschlandfunk-Rechercheteam hat dafür über Monate die Strukturen und historischen Bezüge der „Tech Bros“ untersucht und mit hochrangigen Gesprächsgästen aus dem In- und Ausland gesprochen. Zu Wort kommen Christian Angermayer, Tech-Milliardär und Freund von Peter Thiel mit enger Verbindung zur Trump-Familie, genauso wie Max More, Vordenker des Transhumanismus, und einige der wichtigsten Autoren, Forscherinnen und Praktiker.

(Für die Fans: Host ist Banafshe Hourmazdi of FUTUR DREI-Fame.)

Podcast “Tech Bro Topia” (1/6)
Sommer 2025: Die USA vollziehen den Schwenk zum Autoritarismus. Mittendrin die Tech-Bros aus dem Silicon Valley.
„Tech Bro Topia“
Sechsteiliger Podcast über die Ideologen und Tech-Milliardäre im Silicon Valley.

Samira El Ouassil übers Reisen und Pressefreiheit: „Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht"

Vielleicht hat es einen nicht ganz so guten Grund, warum unsere Sehnsuchtsorte aus der Ferne so schön wirken...

Samira El Ouassil übers Reisen und Pressefreiheit: „Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht"
Foto: Collin Croome / Unsplash

„Der Tourist darf überall sein, die Wahrheit nicht", meint Samira El Ouassil bei @mediasres im Deutschlandfunk. In ihrer Kolumne denkt sie über das Verhältnis zwischen Tourist*innen und der Pressefreiheit an deren Sehnsuchtsorten nach. Die hielten wir nämlich vielleicht gerade deshalb für so schön, weil es dort niemanden mehr gibt, der über das Unschöne berichten kann.

Das finde ich einen spannenden Gedanken, der mir noch einmal eine weitere Perspektive eröffnet hat. Als Journalist habe ich natürlich schon mal darüber nachgedacht, ob ich (noch) Urlaub in China, der Türkei oder nun den USA machen würde – aber eher aus dem Beweggrund heraus, diese politischen Systeme nicht auch noch zusätzlich finanziell zu speisen.

Dabei geht es bei so einer Entscheidung offenkundig um so viel mehr. Samira El Ouassil:

Denn der Tourist, das zeigte der französische Ethnologe Marc Auger in seinen Betrachtungen über das Reisen und über die Nichtorte, bewegt sich durch Räume, die zwar geografisch existieren, kulturell jedoch entspannt sind – Hotelanlagen, Flughäfen, Beachclubs, Transitorte ohne Gedächtnis. Sie sind darauf ausgelegt, keine Fragen aufzuwerfen, sondern nur eine Sehnsucht zu befriedigen. Und genau diese Logik ist es, die politische Repression verdeckt und damit mitträgt. Es ist nicht das Reisen an sich, das problematisch ist, sondern die touristische Wahrnehmungslücke, die uns die Realität einfach aus dem Blickfeld photoshoppt.

Wir machen uns als Tourist*innen also gewissermaßen mitschuldig an einer groß angelegten Verdrängungs- bzw. Reinwaschungskampagne, die die Menschen vor Ort mundtot und ungesehen machen soll.

Meinung: Urlaub “All inclusive” - Zensur für Medien inbegriffen
Meinung: “All inclusive” – Vom Reisen in Länder, in denen Medienschaffende zum Schweigen gebracht werden.