Gesehen: Bed and Board (1970) - Freiheit mit Vertrag
FilmkritikAuf kindliches Aufbegehren folgt der Realitätsabgleich.
Auf das fast schon kindliche Aufbegehren gegen Regeln, Konventionen und den vermeintlichen Stillstand folgt irgendwann ein Realitätsabgleich.
Erst macht sich Truffaut augenzwinkernd lustig über Alain Resnais und seinen in der Form so strengen LAST YEAR AT MARIENBAD – nur, um am Ende bei der Erkenntnis anzukommen, dass es genau diese Strenge braucht.
Denn Konventionen sind nicht nur Ausdruck von Stillstand, sondern auch Fundament für Vorwärtsbewegungen. Wer sich Konventionen in seinem (progressiven) Sinne bedienen kann, wird ein Leben führen können, in dem anderen (und sich selbst) auf Augenhöhe und mit Respekt sowie Ehrlichkeit begegnet werden kann.
Dem Jugendlichen wohnt sicherlich ein Freiheitsdrang inne. Erwachsen zu werden bedeutet jedoch nicht, sich von diesem Drang lösen zu müssen, sondern zu erkennen, dass Freiheit nur durch einen Gesellschaftsvertrag möglich ist.
★★★★☆


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