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André Pitz

Leipzig, Germany

journalist by trade, cinephile at heart

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Posts by André Pitz

Was macht Christoph Schlingensief (wieder) so gegenwärtig?

Vor 15 Jahren ist der Künstler gestorben. Die Zeit überdauert hat nicht nur sein Werk, sondern auch seine Themen. Die scheinen heute relevanter denn je.

Was macht Christoph Schlingensief (wieder) so gegenwärtig?
Christoph Schlingensief bei der Berlinale 2010 (Foto: Siebbi unter CC BY 3.0)

Christoph Schlingensief ist heute vor 15 Jahren gestorben. Was ihn immer noch – oder: schon wieder – so gegenwärtig macht, hat Thomas Wortmann von der Uni Mannheim im Gespräch mit Ulrich Biermann bei Corso im Deutschlandfunk erklärt.

Gegenwärtig macht ihn, dass die Gegenwart ihn in gewisser Weise eingeholt hat. Also Schlingensief hat ja in den 90ern schon Themen gesetzt wie Rassismus, Extremismus, Rechtsextremismus, auch Geschichtsrevisionismus. Fragen wie Inszenierung von Politik, inwiefern Oberfläche wichtiger wird als die Inhalte. Und das wirkt natürlich alles heute erschreckend aktuell.
15 Jahre nach Schlingensief - Was bleibt von seinem radikalen Erbe?

(via Thomas Wortmann via Repost von Johannes Franzen)

Aus gegebenen Anlass steht derzeit auch Bettina Böhlers großartige Annäherung an Christoph Schlingensief, IN DAS SCHWEIGEN HINEINSCHREIEN, kostenlos bis zum 20. November 2025 in der ARD-Mediathek. Ich habe den Dokumentarfilm 2020 tatsächlich im ersten Corona-Sommer im Kino gesehen und war sehr inspiriert.

WDR.DOK: Schlingensief: In das Schweigen hineinschreien - hier anschauen
Christoph Schlingensief hat ein künstlerisches Werk geschaffen, das in seiner Art und Wirkung unvergleichbar ist. Am 21. August 2010 verstarb er mit nur 49 Jahren. Mit seinen ‘Heimatfilmen’, seinen Aktionen und Interventionen in Theater, Fernsehen, Oper und Kunst hat der Regisseur über zwei Jahrzehnte den kulturellen und politischen Diskurs in Deutschland mitgeprägt. Im Fokus des Films steht hier der ‘Familienmensch’ (Schlingensief über Schlingensief), der in seinen Arbeiten gleichermaßen das Verhältnis zu den Eltern in Oberhausen und das Verhältnis zu Deutschland thematisiert hat.

Mein persönliches „The Life of a Poet"...

...droppt Halloween 🎃

Mein persönliches „The Life of a Poet"...
Cover: Universal Music Group
The official music video for “Everybody Scream” by Florence + The Machine, from the new album Everybody Scream, out this Halloween.

😱

Holodeck-Geheimnisse am 21. August 2025 Featured Post

Die heutigen Dailies unter anderem mit: Untertitel-Abfuck, Applaus für Dänemark und Monolith-Fakten

Holodeck-Geheimnisse am 21. August 2025
Foto: Possessed Photography / Unsplash

Jetzt will ich auch mal Stefan Niggemeiers Kolumne über die verwirrende und irritierende Untertitel-Praxis bei Arte hier ins Blog heben, weil der Text bei Übermedien mittlerweile auch ohne Paywall verfügbar ist. Und ich will doch einfach nur meinen Film genießen 😫:

Artes Untertitel-Abfuck
Ich will doch einfach nur meinen Film genießen 😫

Die (Almost) Dailies sind mein kuratierter Blick auf das Internet – irgendwo zwischen (Pop-)Kultur, Medien, Politik und dem ganzen anderen Wahnsinn. Wenn du magst, auch in deinem Postfach!

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The monolith is in 2001 was supposed to be a transparent trapezoid, as Kubrick worked out with Arthur C Clarke during the story writing phase. The props company he hired in London could not make such a thing from lucite, so they made a rectangular object that was ultimately spray-painted black.

Matt Zoller Seitz (@mattzollerseitz.bsky.social) 2025-08-19T19:53:57.595Z

Mein aktuell erfolgreichster Post auf Bluesky lautet: „Julia Klöckner hat WAS gemacht?! (zeitlos gültig)"

Table-Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker hat nun den nächsten Grund zur Wiedervorlage ausgegraben.

Intensive Verbindung: Wie die CDU mit Frank Gotthardt ein Unternehmen gründen wollte und welche Rolle Julia Klöckner dabei spielte

Applaus für Dänemark! (jedenfalls in dieser Hinsicht)

Um wieder mehr Menschen zum Lesen zu bringen, will Dänemark die Mehrwertsteuer auf Bücher abschaffen. Das kündigte am Mittwoch Kulturminister Jakob Engel-Schmidt an, der das Land in einer "Lesekrise" sieht. Dänemark hat mit 25 Prozent die europaweit höchste Mehrwertsteuer auf Bücher.
Dänische Regierung will Mehrwertsteuer auf Bücher abschaffen
Der Kulturminister sieht das Land in einer “Lesekrise”. In Österreich steht die Senkung der Mehrwertsteuer auf Bücher im Regierungsprogramm

Mascha Schilinskis IN DIE SONNE SCHAUEN ist zum deutschen Oscarbeitrag auserkoren worden. Seit die Filmemacherin damit bereits in Cannes viel Lob einheimsen konnte, bin ich sehr gespannt auf den Film. Kinostart in Deutschland ist der 28. August 2025, vereinzelte Premierevorführungen finden bereits vorher statt.

„In die Sonne schauen“ ist deutscher „Oscar“-Kandidat
„In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski wird von Deutschland ins „Oscar“-Rennen um den besten internationalen Film 2026 geschickt.

Ich bin ein großer Fan von Sprachmemos an mich selbst. So entlade ich etwa meinen Bewusstseinsstrom nach einem Film direkt in mein Smartphone, um diese Gedanken später am Rechner zu ordnen und sie halbwegs lesbar hier zu veröffentlichen. Oder wenn ich mit Podcast auf den Ohren unterwegs bin und ich zu dieser einen Stelle jetzt wirklich Meinung loswerden muss. All das transkribiere ich mit dem Tool Macwhisper und das ist gerade noch einmal um längen besser geworden:

Mit Parakeet: 81 Minuten Video in nur 39 Sekunden transkribiert
Ich will nicht mehr ohne Macwhisper leben.

Tobias Nowak berichtet bei @mediasres im Deutschlandfunk über den Stellenwert, den Games in der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben: „[...]aber die Spiele selbst, die stehen nur selten journalistisch im Mittelpunkt. Und bei den öffentlich-rechtlichen schon gar nicht." Ich finde unter anderem, dass guter Spielejournalismus auch immer guter Kultur- und Wirtschaftsjournalismus sein muss:

Wie steht es um öffentlich-rechtlichen Spieljournalismus?
Kritische Anmerkungen zum medienkritischen Medienmagazin @mediasres

David Leavitt (@davidleavitt.bsky.social) 2025-08-20T12:41:27.660Z

Count me in and call me Vorbesteller!

So. Sabbatical Übereinkunft unterschrieben, in der Zeiterfassung für den September ausgeplant. Ich schreibe im September ein Buch darüber, wie der Tech Sektor uns die Zukünfte geraubt hat. Kommt dann 2026 raus.

tante (@tante.cc) 2025-08-21T11:43:44.562Z

Kerstin Schweighöfer und Jan-Christoph Kitzler haben sich für den Hintergrund im Deutschlandfunk damit beschäftigt, wie unter anderem Buchungsportale wie Booking.com Geschäfte mit Vermittlungen im von israelischen Siedler:innen völkerrechtswidrig besetzten Westjordanland machen. Mehrere NGOs haben den niederländischen Konzern deshalb nun angezeigt.

Booking.com in der Kritik – Urlaub im besetzten Westjordanland
Macht Booking.com illegale Geschäfte in israelischen Siedlungen? Vier NGOs haben Anzeige gegen die Online-Reiseplattform eingereicht.

Wer Pina Bausch persönlich in seinem Film hat, hat schon gewonnen.

Gesehen: Talk to Her (2002) - Männlichkeit als Ouroboros
Wer Pina Bausch persönlich in seinem Film hat, hat schon gewonnen.

Alejandro González Iñárritus Spielfilmdebüt krankt bereits an den vor allem in seinen späteren Werken zutage tretenden Manierismen.

Gesehen: Amores Perros (2000) - Opfer des eigenen Formfetisches
Alejandro González Iñárritus Spielfilmdebüt krankt bereits an den vor allem in seinen späteren Werken zutage tretenden Manierismen.

Dem Biopic gelingt ein guter Kniff, der aber nicht über eine ermüdend durchschnittliche Erzählung hinwegtäuschen kann.

Gesehen: Munch (2023) - Scheitern mit Schlüsselmomenten
Dem Biopic gelingt ein guter Kniff, der aber nicht über eine ermüdend durchschnittliche Erzählung hinwegtäuschen kann.

Claire Denis spielt mit einer zentralen begrifflichen Doppeldeutigkeit.

Gesehen: Friday Night (2002) - Perspektivlosigkeit
Claire Denis spielt mit einer zentralen begrifflichen Doppeldeutigkeit.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHH

Endless Screaming (@infinitescream.bsky.social) 2025-08-21T15:51:52.33519400Z

Gesehen: Friday Night (2002) - Perspektivlosigkeit

Claire Denis spielt mit einer zentralen begrifflichen Doppeldeutigkeit.

Gesehen: Friday Night (2002) - Perspektivlosigkeit
Foto: Arena Films, France 2 Cinéma

Claire Denis fängt schon ganz gut das Gefühl ein, nicht von der Stelle zu kommen, gefangen zu sein, stecken zu bleiben, in Geiselhaft seiner eigenen Entscheidungen zu sein, in seinem eigenen Leben zu versauern.

Das zentrale Thema ist die Doppeldeutigkeit von Perspektivlosigkeit. Einerseits beschreibt sie einen hoffnungslosen Blick in die Zukunft, andererseits einen Mangel an Perspektive auf das eigene Leben, einen Mangel an Selbstvergewisserung.

Ich bin nur nicht der allergrößte Fan davon, all das in diese Verkehrsinfarkt-Metapher einzubetten. Das ist mir irgendwie zu platt.

★★★½☆

🇫🇷, R: Claire Denis, D: Valérie Lemercier, Vincent Lindon, Trailer, Letterboxd, Wikipedia, Foto: Arena Films, France 2 Cinéma

Friday Night - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “Friday Night” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★★½ review of Friday Night (2002)
Claire Denis fängt schon ganz gut das Gefühl ein, nicht von der Stelle zu kommen, gefangen zu sein, stecken zu bleiben, in Geiselhaft seiner eigenen Entscheidungen zu sein, in seinem eigenen Leben zu versauern. Das zentrale Thema ist die Doppeldeutigkeit von Perspektivlosigkeit. Einerseits beschreibt sie einen hoffnungslosen Blick in die Zukunft, andererseits einen Mangel an Perspektive auf das eigene Leben, einen Mangel an Selbstvergewisserung. Ich bin nur nicht der allergrößte Fan davon, all das in diese Verkehrsinfarkt-Metapher einzubetten. Das ist mir irgendwie zu platt.

Artes Untertitel-Abfuck

Ich will doch einfach nur meinen Film genießen 😫

Artes Untertitel-Abfuck
Screenshot: Arte

Jetzt will ich auch mal Stefan Niggemeiers Kolumne über die verwirrende und irritierende Untertitel-Praxis bei Arte hier ins Blog heben, weil der Text bei Übermedien mittlerweile auch ohne Paywall verfügbar ist.

Es mag ein vergleichsweise kleines Problem sein, aber auch ich ärgere mich immer wiede enorm über die Untertitelungspolitik bei meinem doch so sehr geliebten europäischen öffentlich-rechtlichen Sender.

Niggemeier schreibt mit Bezug zur US-amerikanischen Serie Mad Men, die gerade mit allen sieben Staffeln bei Arte in der Mediathek steht:

Aber Untertitel in anderen Sprachen als Französisch sind bei arte Mangelware, und das betrifft auch „Mad Men“. Deutsche oder englische Subtitles zur deutschen oder englischen Version? Fehlanzeige.

Auch zu ertragen ist das leider bei Ramy oder Top of the Lake. Dass die (Web-)App eine oft einfach nicht funktionierende Option zum Deaktivieren von Untertiteln anbietet, habe ich mittlerweile zähneknirschend akzeptiert.

Warum das so ist, hat Niggemeier bei der Arte-Pressestelle erfragt:

Das war, auch wenn es so wirkte, kein technischer Fehler. arte hatte nach Angaben der Pressestelle von den Rechteinhabern „lediglich Originalfassungen mit eingebrannten französischen Untertiteln zur Verfügung gestellt“ bekommen. „Eine Originalfassung ohne Untertitel lag uns nicht vor und war von unserem Vertrag auch nicht umfasst.“

So weit, so halbwegs nachvollziehbar, aber noch lange nicht akzeptabel. Mir besonders wichtig ist es nicht, englische Inhalte mit deutschen Untertiteln schauen zu können – die brauche ich auch dieser Stelle nicht. Aber ich will französische, spanische, finnische oder japanische Inhalte in der Originalfassung schauen! Dass die in der Regel angeboten wird, hebt Arte auch immer wieder gerne hervor. Doch auf ein europäisches Publikum ist das dann eher nicht zugeschnitten, wenn die Untertitel in meiner gewünschten Sprache einfach nicht eingekauft werden.

Arte hat Niggemeier noch ein bisschen mehr über Sehgewohnheiten usw. erzählt. Mir ist also klar, dass ich als tendenziell cinephiler Mensch eher einer Minderheit angehöre. Aber ich will doch einfach nur meinen Film genießen und wie oft habe ich schon die Original-Tonspur ausgewählt und dann bei den Untertiteln in die Röhre geschaut? 😫

„Mad Men“ und Co.: Warum die Untertitel in der arte-Mediathek so verwirrend sind
Der europäische Kultursender zeigt viele Serien im englischen Original – oft nur mit französischen Untertiteln. Stefan Niggemeier ist lost.

Gesehen: Munch (2023) - Scheitern mit Schlüsselmomenten

Dem Biopic gelingt ein guter Kniff, der aber nicht über eine ermüdend durchschnittliche Erzählung hinwegtäuschen kann.

Gesehen: Munch (2023) - Scheitern mit Schlüsselmomenten
Foto: Splendid Film

Super interessant war, dass hier ausgehend von Edvard Munch in seinen letzten Tagen unter den Lebenden nicht ausschließlich durch den Rückspiegel erzählt, sondern von diesem Punkt auch ein Blick in die Zukunft – unsere Gegenwart – geworfen wurde. Das löst Munchs Themen hier etwas von seiner Person. Der Film sagt somit auch etwas Universelles aus – nicht nur über die Natur von Künstler*innen, sondern auch über die Natur des Menschen generell.

Es kann unglaublich schmerzhaft sein, sich selbst zu zeigen, sein Innerstes nach außen zu kehren. Denn was ist, wenn da, ganz tief in dir drin, wirklich nicht mehr als Schmerz ist? Was ist, wenn dann niemand diesen Schmerz erkennt, ernst nimmt, und man dann ganz alleine mit seinem unendlichen Schmerz zurückbleiben muss? Edvard Munch scheint dagegen angemalt zu haben. Er hat seine Kunstwerke bis zuletzt um sich geschart, um mit und in ihnen seinen Schmerz zu teilen.

ABER: Leider kann das alles nicht darüber hinwegtäuschen, dass MUNCH unterm Strich trotzdem ein durch und durch gewöhnliches Biopic ist. Das ist eine Konstruktion, die mich unendlich nervt und ermüdet, weil sie so billig und abgegriffen ist.

Sie fußt darauf, dass das Wesen dieses/eines Menschen ausschließlich durch wenige Schlüsselmomente, die monolithisch auf der Zeitleiste ihres Lebens thronen, bestimmt wird. Einzelnen Momenten wird so eine unglaubliche, regelrecht schicksalhafte Macht eingeräumt, der Mensch zur Tatenlosigkeit verdammt. Aber ein Mensch lebt nun mal nicht nur von Zeltstange zu Zeltstange, sondern vor allem im Alltag und nach eigenem Willen. Dort können ganz grundlegende Sorgen, Wünsche, Sehnsüchte und Träume gedeihen oder gar wuchern. Der Mensch manifestiert sich im Alltag. Diesen Menschen, diesen Edvard Munch sehen wir hier nie.

★★½☆☆

🇳🇴, R: Henrik Martin Dahlsbakken, D: Alfred Ekker Strande, Mattis Herman Nyquist, Ola G. Furuseth, Anne Krigsvoll, Ida Elise Broch, Jesper Christensen, Thea Lambrechts Vaulen, Dennis Storhøi, Lisa Carlehed, Trailer, Letterboxd, Foto: Splendid Film

Munch - Stream: Jetzt Film online finden und anschauen
Wo und wie heute “Munch” im Stream online auf Netflix, Prime Video, Disney+ uvm. schauen - inklusive 4K & Kostenlos Option!
A ★★½ review of Munch (2023)
Super interessant war, dass hier ausgehend von Edvard Munch in seinen letzten Tagen unter den Lebenden nicht ausschließlich durch den Rückspiegel erzählt, sondern von diesem Punkt auch ein Blick in die Zukunft – unsere Gegenwart – geworfen wurde. Das löst Munchs Themen hier etwas von seiner Person. Der Film sagt somit auch etwas Universelles aus – nicht nur über die Natur von Künstler:innen, sondern auch über die Natur des Menschen generell. Es kann unglaublich schmerzhaft sein, sich selbst zu zeigen, sein Innerstes nach außen zu kehren. Denn was ist, wenn da, ganz tief in dir drin, wirklich nicht mehr als